Mit dickem Plus ins Wochenende

Stand: 09.04.2010, 20:02 Uhr

Trotz zwischenzeitlicher Aussetzer ging die verkürzte Handelswoche harmonisch zu Ende. Mit einem Plus von mehr als einem Prozent am Freitag sicherte sich der Dax einen Wochengewinn. Die EU-Einigung über Griechenlandkredite schob den Dax nach vorn.

Offenbar haben sich die Staaten der Eurozone auf die Konditionen für die möglichen Hilfen für Griechenland geeinigt. Die Zinsen, hieß es aus EU-Kreisen, sollten in etwa so hoch sein wie bei normalen Krediten des Internationalen Währungsfonds.

Die Aussicht, dass Griechenland im Fall der Fälle die versprochene Hilfe der EU erhalten wird, beruhigte die Aktienmärkte deutlich. Der Dax schloss am Freitag 1,3 Prozent höher bei 6.250 und damit nur wenig unter dem am Dienstag im Verlauf erreichten Jahreshöchststand von 6.265 Zählern. Auf Wochensicht blieb ein kleiner Zugewinn von 0,2 Prozent übrig. Selbst die am Nachmittag bekannt gegebene Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands auf BBB- durch Fitch konnte dem kaum etwas anhaben.

Auch die Wall Street reagierte erleichtert auf die Aussicht auf Hilfen für Griechenland. Der Dow Jones notierte beim Ende des Handels in Frankfurt 0,2 Prozent höher. Die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten zu überwinden gelang dem Index bis dahin nicht.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,18
Differenz relativ
+2,15%
Merck KGaA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
85,72
Differenz relativ
+0,26%

Merck gestärkt, VW unter Druck
Volkswagen-Aktien schlossen 0,3 Prozent schwächer. Händler verwiesen auf die am Freitag zu Ende gegangene Kapitalerhöhung. In der Mittagsauktion wurden die Bezugsrechte für die neuen Aktien letztmalig gehandelt, und danach die nicht ausgeübten Bezugsrechte automatisch verkauft. Merck-Papiere kletterten um 1,2 Prozent. Auf der Hauptversammlung des Konzerns skizzierte Vorstandschef Karl-Ludwig Kley ein freundliches Krisenresümee. Merck gehe gestärkt aus der Rezession hervor, die Prognose wurde bestätigt.

Schweden kauft Nordex ein
Im TecDax fiel die Aktie des Windkraftkonzerns Nordex mit einem Kursgewinn von 5,4 Prozent auf. Die Firma meldete einen Großauftrag. Für das schwedische Windkraftprojekt "Blaiken" wird Nordex 118 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 250 Megawatt liefern. Der ehemalige Nordex-Großaktionär Goldman Sachs hat sich derweil weitgehend aus dem Unternehmen verabschiedet. Wie aus Branchenkreisen bereits bekannt, hatte die Bank Ende März 6,5 Millionen Nordex-Aktien verkauft. Am Freitag gab Nordex diese Transaktion bekannt.

Empfohlen und gekauft
Henkel-Vorzugsaktien setzten sich an die Dax-Spitze, mit einem Plus von 3,3 Prozent. Die Commerzbank hatte als neues Kursziel 45 Euro empfohlen und zugleich das Rating auf "Add" angehoben. Man habe die Gewinnträchtigkeit von Henkel bislang unterschätzt. Auch Tognum-Aktien, im MDax notiert, legten kräftig zu. Die Experten der UBS hatten sich optimistisch zum Hersteller von Dieselmotoren geäußert.

Und Aktien des Schienenlogistikkonzerns VTG aus dem SDax reagierten mit Kursgewinnen von 8,9 Prozent auf eine Kaufempfehlung. Goldman Sachs hatte das Papier auf die "Conviction Buy List" genommen und ein Kursziel von 15,5 Euro ermittelt. Im TecDax wirkte möglicherweise eine Kaufempfehlung von Mittwoch nach: Aktien des Maschinenbauers Singulus kletterten um 9,3 Prozent. Steubing hatte die Papiere zum Kauf empfohlen. Auf Wochensicht verteuerte sich Singulus sogar um rund ein Viertel.

EADS kurz vor der Entscheidung
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will offenbar in Kürze darüber entscheiden, ob er ein weiteres Mal und mit neuem Zulieferer an einer milliardenschweren Tankerausschreibung des amerikanischen Verteidigungsministeriums teilnimmt. Das Thema sei auf der Agenda eines Direktorentreffens am Freitag gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Branchenkenner. EADS hatte sich ursprünglich aus dem Bieterwettbewerb zurückgezogen, weil nach Meinung des Konzerns der Konkurrent Boeing bevorzugt wurde.

Sino und Comdirect melden ihre Umsätze
Die beiden Brokerfirmen Comdirect und Sino haben über ihren Geschäftsverlauf im März berichtet, traditionell am gleichen Tag. Comdirect, im SDax notiert, meldete einen um acht Prozent gestiegenen Ordereingang. Sino zog fünf Prozent weniger Aufträge an Land.

Microsoft: Neuer Deutschland-Chef
Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat seinen Deutschland-Chef ausgetauscht. Ab Mai werde Ralph Haupter die Geschicke des deutschen Marktes lenken, teilte der Konzern mit. Sein Vorgänger Achim Berg bekäme eine "neue wichtige Position" im amerikanischen Mutterhaus.

Alno sackt ab
Die Aktie des Küchenherstellers Alno schloss am Freitag neun Prozent schwächer. Die Firma hatte zuvor angekündigt, fünf Millionen Euro über eine noch zu tätigende Kapitalerhöhung einnehmen zu wollen. Fast 800.000 neue Aktien wird Alno ausgeben, den Platzierungspreis gab die Firma mit 6,33 Euro an. Die komplette Kapitalerhöhung wird vom bestehenden Investor IRE Beteiligungs GmbH gezeichnet.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 18. Juli

Unternehmen:
NovartisVW: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Cassiopea: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Software: Q2-Zahlen, 7 Uhr
ASML: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Ericsson: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Easyjet: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Morgan Stanley: Q2-Zahlen, 13 Uhr
Abott Laboratories: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
American Express: Q2-Zahlen, 22 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
Ebay: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
IBM: Q2-Zahlen, 22:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Verbraucherpreise (endgültig), 06/18, 11 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 06/18, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index Juli, 16:00 Uhr
USA: Rede von Fed-Chef Powell vor dem Bankenausschuss des Senats, 16:00 Uhr