Mit Bonds ins Minus

Stand: 08.12.2010, 20:05 Uhr

Auf dem nachhaltigen Weg über die 7.000-Punktemarke hat der Dax am Mittwoch eine Pause eingelegt. Ausgerechnet die problematische Entwicklung bei amerikanischen Staatsanleihen haben den deutschen Leitindex belastet.

Die Renditen für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen kletterten am Mittwoch auf 3,25 Prozent, den höchsten Stand sei Juni. Damit wird die Finanzierung des Staatshaushaltes für die amerikanische Regierung teurer. Bei weiter steigenden Renditen erhöhen sich zudem die Kreditkosten für die Wirtschaft und die Verbraucher.

Die tendenziell ungesunde Entwicklung wurde ausgelöst durch den Steuerkompromiss zwischen Demokraten und Republikanern, wonach die bestehenden Steuererleichterungen verlängert werden und der Staat dadurch auf Einnahmen in Höhe von rund einer halben Billion muss.

An der Börsen tendierten die Aktienkurse daher leicht ins Minus, der Dax schloss 0,4 Prozent schwächer bei 6.976 Punkten. Konjunkturzahlen wurden an den Märkten nicht beachtet. Gut waren sie dennoch: Die deutsche Industrieproduktion im Oktober stieg um unerwartete 2,9 Prozent, im September war sie noch um 1,0 Prozent zurückgegangen.

Gewinnmitnahmen im Dax
Im Dax waren am Mittwoch, dank der tendenziell skeptischen Stimmung am Markt, die defensiven Titel gefragt, und jene, die in den vergangenen Wochen unterdurchschnittliche Kurssteigerungen zu verzeichnen hatten. Daher finden sich am Abend die Allianz-Aktie mit einem Kursplus von 2,2 Prozent sowie die Fresenius-Aktie mit 2,0 Prozent an der Dax-Spitze.

Die Aktien der Zykliker wurden am Mittwoch verkauft, viele Investoren nahmen ihre Gewinne aus den vergangenen Tagen und Wochen mit. Vor allem Autoaktien schlossen tief im Minus. Sehr gute Absatzzahlen bei BMW verhinderten nicht, dass die Aktie 3,3 Prozent schwächer schloss. Die Firma hatte im November 126.000 Autos verkauft und vor allem in Amerika und China gute Geschäfte gemacht.

Deutsche Post wird empfohlen, ThyssenKrupp nicht
Die Fachleute von Merck Finck haben sich die Aktie der Deutschen Post aus dem Dax angesehen und ihr Rating deutlich verbessert. Die Analysten stuften das Papier von "Sell" auf "Buy" herauf, die Aktie schloss deutlich gestärkt. Zwei Prozent verlor die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Die Fachleute von Moody's änderten am Nachmittag den Ausblick für das ThyssenKrupp-Rating von "Stabil" auf "Negativ".

ACS lässt bei Hochtief nicht locker
Der spanische Baukonzern ACS hält trotz der bisher ausbleibenden Resonanz auf sein Übernahmeangebot an den Plänen fest, Hochtief zu übernehmen. Bisher sei das "Tauschangebot für insgesamt null Hochtief-Aktien angenommen worden", teilte ACS am Mittwoch mit. Das - offenbar unattraktive - Angebot des Tausches von acht eigenen gegen fünf Hochtief-Aktien läuft noch bis zum 29. Dezember. Sollte das Angebot nicht den erhofften Erfolg bringen, erwägt ACS laut Kreisen ein Pflichtangebot. Diese dürfte aber, wegen des zuletzt gestiegenen Aktienkurses von Hochtief, deutlich teurer werden.

Gagfah kauft Aktien zurück
Um 3,4 Prozent legte die Aktie des im MDax notierten Immobilienkonzerns Gagfah zu. Die Firma will für 125 Millionen Euro eigene Aktien zurückkaufen und damit ihr Aktienkapital verringern. Der Rückkauf beginne sofort, teilte Gagfah mit.

Airbus freut sich auf 2012
Der europäische Flugzeughersteller Airbus - Tochtergesellschaft von EADS - rechnet mit einer deutlichen Geschäftserholung im Jahre 2012. Nach den Verzögerungen und Problemen bei A380 und A400M könne man "positiver in die nächste Jahre schauen", sagte Finanzvorstand Peter Ring der "Börsenzeitung". 2011 dürfte das Ergebnis noch von ungünstigen Währungsabsicherungsgeschäften belastet werden. Die EADS-Aktie legte deutlich zu.

TecDax: Q-Cells verkauft, Carl Zeiss unter Druck
Q-Cells-Aktien stiegen am Mittwoch um 6,6 Prozent. Anleger honorierten, dass der Konzern seine Tochter Q-Cells Clean verkauft hat. Angesichts der angespannten Finanzlage bei Q-Cells sei die Trennung von dem Ökostromhändler ein guter Schritt, sagen Händler. Aktien von Carl Zeiss Meditec verloren hingegen zwei Prozent. Die Analysten von Cheuvreux hatten am Morgen die Aktie von "Outperform" auf "Underperform" zurückgestuft, aber trotzdem das Kursziel auf 14,50 Euro angehoben.

Dürr wird empfohlen
Deutliche Kursgewinne gab es bei dem im SDax notierten Autozulieferer Dürr. Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel für Dürr-Aktien von 19 auf 28 Euro und empfehlen das Papier jetzt zum Kauf. Die gute Auftragslage in der Automobilindustrie dürfte auch Dürr zu besseren Geschäften verhelfen.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen