Marktbericht 17:35 Uhr

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Dax bleibt klar unter 11.000 Matter Wochenausklang

Stand: 11.01.2019, 17:35 Uhr

Mehrere Anläufe hat der Dax in der abgelaufenen Woche auf die Marke von 11.000 Punkten unternommen, alle scheiterten allerdings. Am Freitag schloss der Dax im Gefolge der Wall Street mit moderaten Verlusten - und deutlich unter der Tausendermarke.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.931,24
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+0,36%

Die Laune der Marktteilnehmer hat sich am letzten Handelstag der Woche nicht wirklich aufgehellt. Nach fünf Handelstagen mit Gewinnen haben die US-Aktienmärkte am Freitag nachgegeben. Gegenwind kam von dem immer noch andauernden Regierungsstillstand in den USA. Ein heftiger Haushaltsstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten legt seit nunmehr fast drei Wochen Teile der US-Regierung lahm. Bislang ist keine Einigung in Sicht.

Offene Fragen

Aber auch die weiter offene Frage, ob eine Lösung im Handelsstreit der USA mit China greifbar ist, beschäftigte die Investoren. Die Verhandlungen sollen einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge nun Ende Januar auf höherer Ebene weitergehen. China zufolge waren die jüngsten Gespräche "umfangreich, tief und detailliert". Man habe sich darauf verständigt, engen Kontakt zu halten, zu wenig für echte Kauflaune auf dem Parkett.

Gewinnserie beim Dow gerissen

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.059,53
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Der Dow Jones-Index büßte bis zum Handelsschluss auf Xetra weiter ein und rutschte klar unter die Marke von 24.000 Punkten. Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählte Activision Blizzard mit einem Kursminus von zwölf Prozent. Die Macher von "Call of Duty" und "Candy Crush" reichen ihre Computerspiel-Reihe "Destiny" an den Konkurrenten Bungie weiter. Dies könnte die Activision-Bilanz 2019 und 2020 beeinträchtigen, warnten die Analysten des Vermögensverwalters Cowen.

Hängepartie Brexit

Für Unsicherheit sorgt am Freitag nicht zuletzt die Hängepartie um den Brexit. Am 15.1. soll im Parlament in London über den von der Regierung mit der EU ausgehandelten Scheidungsvertrag abgestimmt werden. Nach einer Mehrheit sieht es aber nicht aus, so dass ein chaotischer, ungeregelter Austritt droht, der der Wirtschaft schwer schaden dürfte. In Großbritannien halten hochrangige Kabinettsmitglieder einem Zeitungsbericht zufolge sogar eine Verschiebung des für den 29. März angepeilten Brexit für wahrscheinlich. Der Zeitplan für die Gesetzgebung sei mittlerweile sehr eng, zitierte der "Evening Standard" am Freitag einen namentlich nicht genannten Minister.

US-Verbraucherpreise wie erwartet

Auch neue Wirtschaftsdaten aus den USA geben den Märkten einstweilen noch keinen Auftrieb. In den USA sind die Verbraucherpreise im Dezember wie erwartet um 0,1 Prozent zum Vormonat gefallen. Die Kernrate (ohne Energiepreise) zog ebenfalls wie erwartet um 2,2 Prozent an.

Euro kommt ins Rutschen

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1375
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Am Devisenmarkt gab die Aussicht auf einen verschobenen Brexit sowohl dem Britischen Pfund als auch dem zunächst Euro einen leichten Auftrieb gegenüber dem Dollar. Bereits in den vergangenen Tagen war die US-Währung leicht geschwächt worden. Dafür hatten auch Aussichten der US-Notenbank Fed gesorgt, die auf ein noch langsameres Vorgehen bei künftigen Zinserhöhungen hindeuten. Am Abend ging die zwischenzeitlich erreichte Marke von 1,15 Dollar aber wieder verloren.

Ölpreis schwankt

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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51,91
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Die Ölpreise blieben auch zum Wochenschluss auf erhöhtem Niveau. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Freitag 60,90 Dollar, der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI lag wenig verändert bei 51,80 Dollar. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen bisher kräftig nach oben. Seit Montag konnte der Preis für US-Öl um rund zehn Prozent und der für Brent-Öl um über acht Prozent zulegen. Laut Marktbeobachtern gibt es am Markt die wachsende Zuversicht, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre gemeinsam mit anderen Förderstaaten beschlossene Produktionskürzung in die Tat umsetzt.

Vonovia führt Dax an

Stärkster Gewinner im Leitindex war am Freitag die Aktie von Vonovia. Auch Merck, die Deutsche Börse oder Linde schlossen klar und gegen den Markttrend im Plus. Papiere der Lufthansa erholten sich mit plus 1,4 Prozent weiter deutlich. Autoaktien standen dagegen unter Druck. Vor allem hinter dem immer wichtiger werdenden China-Geschäft stehen Fragezeichen. Dazu passten Marktgerüchte, wonach das Land angeblich seine Wachstumsziele für 2019 nach unten anpassen will. Im Gespräch ist eine Rate von 6,0 bis 6,5 Prozent, das wäre die niedrigste seit 1990.

BMW zuversichtlich für 2019

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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71,53
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Wie alle Autotitel verlor auch die BMW-Aktie am Freitag klar. Trotz des Brexits und des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits rechnet BMW im neuen Jahr mit einem weiteren Zuwachs seiner Verkaufszahlen. In China und in den USA dürfte die Nachfrage nach Oberklasseautos steigen, und BMW biete neue Modelle wie den großen SUV X7 und die neue 3er Generation an, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. Insgesamt hat der BMW-Konzern 2018 rund 2,49 Millionen Autos verkauft - ein Plus von 1,1 Prozent.

2018: Rekordjahr für VW

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,90
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Auch Volkswagen hat ein glänzendes Absatzjahr hinter sich. Trotz der Turbulenzen um die neuen Abgasprüftests im vergangenen Jahr wurden so viele Autos verkauft wie nie zuvor: Weltweit rollten 10,83 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, das waren 0,9 Prozent mehr als 2017, wie Volkswagen am Freitag mitteilte. VW-Aktien schlossen dennoch 2,5 Prozent tiefer.

Deutsche Bank hat die Kosten "im Griff"

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,11
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Die Deutsche Bank hat nach Aussage von Finanzchef James von Moltke ihre Kosten im vergangenen Jahr deutlich nach unten geschraubt. 2018 habe die Deutsche Bank ihre Kosten "nachhaltig gesenkt", so der Manager. "Wir haben unsere Kosten im Griff."

Die hohen Kosten stehen bei der Deutschen Bank besonders im Fokus. Dem früheren Vorstandschef John Cryan war es nicht gelungen, diese nachhaltig in den Griff zu bekommen. Dies soll sich nun ändern. Das Institut hatte angekündigt, dass diese 2018 rund 23 Milliarden Euro nicht überschreiten sollen.

Siemens und Alstom kämpfen für die Zug-Fusion

Siemens und Alstom sind im Ringen um die Genehmigung der Fusion zum größten europäischen Zughersteller offenbar zu weiteren Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter bereit. Damit wollten die beiden Konzerne die EU-Kommission dazu bewegen, die Fusion von Siemens Mobility und Alstom doch noch zu erlauben, hieß es aus Insider-Kreisen.

Die im Dezember angebotenen Verkäufe und Lizenzvergaben reichen Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager noch nicht aus. Die Kommission will bis zum 18. Februar über eine Genehmigung des Zusammenschlusses entscheiden. Vestager hat mehrfach schwere Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss geäußert. Die beiden einstigen Erzrivalen - Siemens baut den ICE, Alstom den TGV - haben sich zusammengetan, um der chinesischen Konkurrenz zu trotzen.

GM traut sich mehr Gewinn zu

General Motors rechnet 2019 mit einem höheren Gewinn. Der Gewinn je Aktie werde in einer Spanne zwischen 6,50 Dollar und 7,00 Dollar liegen, so der US-Konzern am Freitag. Damit überträfe der Gewinn die Erwartungen von Analysten. Für das abgelaufene Jahr kündigte General Motors an, dass der Gewinn je Aktie über den bisherigen Schätzungen liegen werde. Hier hatte der Konzern aus Detroit im Oktober 5,80 bis 6,20 Dollar in Aussicht gestellt.

Südzucker-Aktie reagiert auf Empfehlung

Südzucker-Aktien beendeten den Handel rund drei Prozent höher und reagierten damit auf eine etwas optimistischere Studie der Investmentbank Goldman Sachs und steigen derzeit rund vier Prozent. Goldman-Analyst John Ennis hatte die Papiere bisher zum Verkauf empfohlen und gab diese negative Einstufung mit einem auf 12,00 Euro erhöhten Kursziel nun auf. Er konstatierte eine etwas schnellere Erholung im Zuckersegment als bislang gedacht.

Nun auch Kuka

Der mehrheitlich in chinesischem Besitz stehend Roboterbauer Kuka hat ein Sparprogramm und Stellenstreichungen beschlossen. Das abgelaufene Jahr sei mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 (2017: 3,5) Milliarden Euro noch schlechter gelaufen als im Herbst gedacht, teilte Unternehmen am Abend mit.

Das operative Ergebnis brach noch stärker ein. Die Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigte Ebit-Marge) sank daher im vergangene Jahr auf 3,0 (4,3) Prozent. Das entspricht einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von knapp 100 Millionen Euro. Auch die für 2020 geplanten Ziele seien damit unrealistisch. Der Streubesitz bei Kuka liegt nur noch bei 5,45 Prozent, den Rest hält die chinesische Midea Group.  | mehr

Hella leuchtet weniger

Der Lichtspezialist Hella wird angesichts der Probleme in der Autoindustrie etwas vorsichtiger. Sollten sich die Bedingungen in der Branche nicht noch verschlechtern, rechnet der Zulieferer nun mit einem Umsatzwachstum und beim bereinigten Ergebnis am unteren Ende der anvisierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Lippstadt mitteilte. Dank einer Kaufempfehlung schloss der Titel dennoch rund drei Prozent höher.  | mehr

Großauftrag für Nordex

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,55
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Nordex-Aktien stehen an der Spitze des TecDax. Der Windanlagenbauer hat sich am Jahresende einen weiteren Auftrag für ein größeres Projekt gesichert. So liefert der Konzern 48 Turbinen für einen 150 Megawatt-Windpark in die USA, wie Nordex am Freitag mitteilte. Die ersten Turbinen sollen im dritten Quartal an den Standort in Texas geliefert werden.

Damit kann Nordex auf einen starken Jahresendspurt blicken. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern mitgeteilt, im Dezember den Zuschlag für ein Großprojekt in Indien erhalten zu haben, das 100 Turbinen mit einer Leistung von 300 Megawatt beinhaltet. Sowohl Indien als auch die USA gehören zu den wichtigen Wachstumsmärkten für Windenergie.

Credit Suisse geht beim Aktienrückkauf in die Vollen

Die Credit Suisse will bis Jahresende eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen. Das Aktienrückkaufprogramm starte am 14. Januar und dauere bis spätestens 30. Dezember 2019, teilte die Schweizer Großbank am Freitag mit. Basierend auf dem Schlusskurs von Donnerstag könnte sie damit bis zu gut fünf Prozent des Kapitals kaufen. Wieviele eigene Aktien sie tatsächlich zurückkaufe, hänge vom Marktumfeld ab. Geplant sei ein Volumen von mindestens einer Milliarde Franken, erklärte das Institut.

Apple: iPhones in China billiger

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Mehrere große Elektronikhändler Chinas haben im Laufe der Woche ihre Preise für die neuen iPhone-Modelle gesenkt. Dabei soll es Nachlässe von bis zu 118 Dollar für das neue iPhone XR in der Version mit 64 Gigabyte geben. Auch über das Wochenende sollte es Angebotsaktionen geben, hieß es in den Läden am Freitag. Solche Preissenkungen sind außerhalb großer Verkaufstage wie dem inzwischen weltweit verbreiteten "Black Friday" oder dem chinesischen "Singles’ Day" unüblich. Sie sind deswegen weitere Hinweise dafür, dass sich die iPhone-Nachfrageflaute in China auch zu Jahresanfang fortsetzt. Apple äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Preise im Apple-Online-Shop blieben unverändert.

Chef und Co-Gründer verlassen Aphria

Sowohl CEO Vic Neufeld als auch Cole Cacciavillani geben ihre Positionen beim kanadischen Cannabis-Unternehmen Aphria auf. In ihren Sechzigern sei es Zeit für sie, von den hohen Anforderungen zurückzutreten, erklärte Co-Gründer Cacciavillani. Darüber hinaus gab der Cannabis-Hersteller seine Quartalszahlen bekannt. Die Erlöse stiegen demnach von 8,5 Millionen auf 21,7 Millionen Kanadische Dollar (CAD). Analysten hatten zuvor im Schnitt einen Umsatz von 40,1 Millionen CAD erwartet. Auch auf Ergebnisseite lief es für Aphria durchwachsen. Der Bruttogewinn sank von 6,2 auf 5,9 Millionen CAD. Die Aktie gerät im US-Handel vorbörslich unter Druck und verliert rund drei Prozent.

Nach Vorwürfen um Insidergeschäfte, Marktmanipulation und Bilanzfälschung stürzte der Titel bereits Anfang Dezember rasant ab. Aphria hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Ende des Jahres hatten schließlich Übernahme-Spekulationen wieder für etwas Aufwind gesorgt.

AB

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr