Marktbericht 20:05

Gewinne im Späthandel Lichtblicke am Abend

Stand: 16.09.2014, 20:05 Uhr

Hoffnungen auf eine weiterhin lockere Zinspolitik der Notenbank Fed haben die Anleger an der Wall Street beflügelt. Das treibt auch den Spätdax an. Der Xetra-Handel war zuvor lustlos verlaufen.

Bereits während des Xetra-Handels hatte sich der Dax mit einer leicht anziehenden Wall Street im Rücken zumindest von seinen Tiefständen lösen können. Am Ende eines mauen Börsentages stand dann ein Tagesverlust von gut einem Viertel Prozent auf 9.632 Punkte.

Die US-Anleger legen aktuell aber ihre anfängliche Zurückhaltung ab und greifen zu. Das hat den L/E-Dax angetrieben, der am Schluss bei 9.658 Punkten sogar über dem Tageshoch des Xetra-Dax bei 9.644 Punkten schloss.

Wall Street dreht ins Plus

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.098,73
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Anleger setzten darauf, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am Mittwoch Signale einer vorerst weiterhin sehr lockeren Geldpolitik aussenden werde, sagten Händler. Aktuell legt der Leitindex Dow Jones 0,75 und der marktbreite S&P-500-Index 0,84 Prozent zu. Ähnliche Kursgewinne gibt es an der Nasdaq, der Technologiebörse.

Im Banne wichtiger Daten

Die etwas weniger schwach als erwartet ausgefallenen deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen hatten am Vormittag am heimischen nur kurzzeitig für etwas Entlastung gesorgt. Zu einem Umschwung kam es nicht.

Marktstratege Chris Weston vom Broker IG sagte, das Börsengeschehen werde erst im weiteren Wochenverlauf mit der Sitzung der US-Notenbank Fed und dem Referendum in Schottland über eine mögliche Unabhängigkeit richtig an Schwung gewinnen. Beides dürfte die Wertentwicklung sämtlicher Anlageklassen in den kommenden Wochen und Monaten prägen.

Auch die EZB-Sitzung steht am Donnerstag wieder im Blick der Investoren. Diese erwarten, dass die Notenbank den Markt mittels langfristiger Kredite an den Bankensektor mit neuer Liquidität flutet. Experten sind aber skeptisch, ob die zu erwartende Geldflut für die Banken der Konjunktur über erhöhte Kreditvergaben wirklich wie gewünscht zugute kommt.

Euro etwas gestiegen

Der Euro hat nicht nachhaltig auf die ZEW-Daten reagiert und notiert bei 1,2969 weiter unter der Marke von 1,30 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2949 nach 1,2911 Dollar am Vortag aber etwas höher fest. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte am Abend noch, dass es keine Manipulationen des Euro-Wechselkurses gebe. Die aktuelle Euro-Schwäche sieht er gelassen.

Für den russischen Rubel ging es weiter abwärts. Für einen Euro mussten in der Spitze fast 50,3 Rubel bezahlt werden, am Freitag lag der Kurs noch unter 49 Rubel. Innerhalb von zwei Tagen verlor die russische Währung nach den neuen Sanktionen der USA und Europa fast drei Prozent an Wert.

Alibaba soll mehr kosten

Der geplante Börsengang des chinesischen Onlinehändlers Alibaba bleibt bei den Investoren derweil ein herausragendes Thema und wird in den USA immer mehr zu einem riesigen Erfolg. Das Unternehmen hat die Preisspanne wegen der großen Nachfrage der Anleger von 66 auf 68 Dollar angehoben. Damit könnte Alibaba im größten Börsengang der Geschichte bis zu 25 Milliarden Dollar einnehmen.

Adidas gefragt

Am heimischen Markt profitierten Papiere des Sportartikelherstellers weiter von einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Vortag, nach der Investoren Druck auf das Unternehmen ausüben. "Viele Anleger hoffen jetzt darauf, dass sich was ändert", sagte ein Händler. Adidas-Papiere mussten nach zahlreichen schlechten Nachrichten zuletzt heftige Abschläge hinnehmen. Seit Jahresbeginn haben die Aktien gut 38 Prozent verloren. Tagessieger waren Deutsche Börse, ohne neue Nachrichten.

Am Indexende stand der Düngemittelproduzent K+S, ebenfalls ohne neue Nachrichten. Auch BASF und FMC gaben nach, wobei FMC nach Bekanntgabe der Ausgabe einer Wandelanleihe über 400 Millionen Euro unter Druck geriet.

Lufthansa: Streik abgewendet

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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19,42
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+0,21%

Die Lufthansa-Aktie verlor am Dienstag trotz positiver Nachrichten 0,7 Prozent. Die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) hatte den für heute angekündigten achtstündigen Streik abgesagt. Es soll nun neue Gespräche mit der Fluggesellschaft geben.

Mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat sich die Fluglinie in zähen Tarifgesprächen derweil auf wichtige Eckpunkte geeinigt. Es geht um die geplante Langstrecken-Billig-Airline, auf deren Flügen zukünftig unter anderem weniger Flugbegleiter eingesetzt werden sollen. Die Vereinbarung mit UFO führe bei den Flügen unter der Marke Lufthansa zu einer Kostenreduzierung in der Kabine von 20 Prozent, teilte die Lufthansa am Dienstag mit.

ThyssenKrupp setzt auf die Autoindustrie

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,61
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-0,95%

Der Konzern will nach den Worten von Firmenchef Heinrich Hiesinger die Geschäfte mit der Autobranche ausbauen. Auch Übernahmen schloss er nicht aus, zudem sollen die Forschungsausgaben erhöht werden. Der Konzern macht aktuell rund zehn Milliarden Euro, rund ein Viertel seines Umsatzes, mit der PS-Branche. Hiesinger richtet den Konzern nach den Krisen der Stahlsparte strategisch stärker auf das Technologiegeschäft aus.

Bilfinger erhält Auftrag aus Skandinavien

Das Unternehmen aus dem MDax hat den Erhalt eines Serviceauftrags aus Schweden bekannt gegeben. Dabei sollen in den kommenden drei Jahren 125 Wasserkraftwerke für den finnischen Versorger Fortum technisch betreut werden. Die Bilfinger-Aktie, die im Handelsverlauf bereits auf ein neues Vier-Jahres-Tief bei 47,71 Euro gefallen war, drehte danach gegen den Markt ins Plus und legte zum Schluss 0,47 Prozent zu.

Hochtief-Tochter in Australien gut im Geschäft

Hochtief: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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117,80
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+1,38%

Die australische Tochter Leighton hat auf dem fünften Kontinent zwei Infrastrukturtaufträge im Volumen von 1,85 Milliarden Euro erhalten. Es geht um ein Gefängnis in Melbourne und eine Nahverkehrsstrecke in Sydney. Hochtief rechnet sich auch zukünftig gute Chancen für weitere Projekte dieser Art in Australien aus. Mehrheitsbesitzer von Hochtief ist der spanische Baukonzern ACS.

Airbus will verkaufen

Der Airbus-Konzern baut sein Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft um und will daher einige Sparten verkaufen. Davon ist laut Airbus besonders das kommerzielle und halbstaatliche Telekommunikationsgeschäft und große Teile seines Sicherheits- und Elektronikgeschäfts betroffen. "Wir reden über ein Geschäftsvolumen, das wir abgeben werden, inklusive aller Beteiligungen, in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro", sagte der Chef der Rüstungssparte, Bernhard Gerwert, der Nachrichtenagentur Reuters.

Stada bekräftigt Prognose

Der Konzern aus dem MDax rechnet für das laufende Jahr mit einem leichten Wachstum beim Konzernumsatz, dem operativen Ergebnis (Ebitda) und dem bereinigten Konzerngewinn. Zudem hofft Stada weiter auf eine Wiederbelebung seines Russlandgeschäfts zum Jahresende. Ende März hatte der Arzneimittelhersteller wegen Russland seine Jahresprognose gesenkt.

ProSieben-Personalchefin geht

Das Medienunternehmen verliert mit Heidi Stopper seine Personalchefin und einzige Frau im Vorstand. Wie die Nachrichtenagentur "dpa" am Dienstag aus Unternehmenskreisen erfuhr, verlässt Stopper den Sender auf eigenen Wunsch, um künftig als Coach und Personalberaterin zu arbeiten. Die 45 Jahre alte Managerin hatte 2012 das damals neu geschaffene Vorstandsressort Human Ressources übernommen.

Frisches Geld für United Internet

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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37,99
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Aktien von United Internet standen am Dienstag heftig unter Druck. Das Unternehmen hat eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von bis zu elf Millionen neuen Aktien durchgezogen. Die neuen Stammaktien wurden im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens institutionellen Anlegern zu je 32 Euro verkauft. Das Bezugsrecht der bisherigen Aktionäre war ausgeschlossen. Das TecDax-Mitglied nahm dadurch 352 Millionen Euro ein.

Asos - kein gutes Omen für Zalando?

Der britische Online-Modehändler Asos und Zalando-Konkurrent brach an der Börse dramatisch ein. Das Unternehmen hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Prognose gesenkt. Grund sind hohe Investitionen. Außerdem fiel das Umsatzwachstum im abgelaufenen Quartal mit nur noch 15 Prozent deutlich langsamer aus als im Vorquartal mit 25 Prozent.

Milliardenübernahme in Frankreich

Der französische Telekomkonzern Orange bietet 3,4 Milliarden Euro für den spanischen Festnetzanbieter Jazztel. Mit der Übernahme kann der Konzern auch im Nachbarland Mobilfunkdienste im Paket anbieten. "Spanien war ein besonderer Fall", betonte Orange-Chef Stephane Richard. Orange will 13 Euro je Jazztel-Aktie bezahlen, das wäre ein Aufschlag von 34 Prozent auf den Durchschnittskurs der letzten 30 Tage. Mindestens 50,01 Prozent der freien Aktionäre müssen aber zustimmen.

Neues Apple-iPhone ist der Verkaufsschlager

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,67
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-1,80%

Bei den Vorbestellungen für das neue Smartphone seinen nach Auskunft des Unternehmens innerhalb von 24 Stunden mehr als vier Millionen Aufträge eingegangen. Mit einem solchen Andrang habe man nicht gerechnet, hieß es, deshalb werde es Wartezeiten bis in den Oktober hinein geben. Mit der Auslieferung soll am Freitag begonnen werden.

Gleichzeitig versprach Konzernchef Tim Cook den Nutzern, dass man möglichst wenig Daten über sie sammeln wolle. Apple mache sein Geld mit dem Verkauf von Geräten. "Unser Geschäft beruht nicht darauf, Informationen über Sie zu haben. Sie sind nicht unser Produkt", sagte Cook an die Adresse der Kunden. Apple-Papiere leiden aktuell an der Nasdaq unter Gewinnmitnahmen, nachdem sie zuvor gut gelaufen waren.

rm

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr