Marktbericht 9:30 Uhr

Marktbericht negativ
Audio

Deutlich unter 11.000 Kräftiger Rückschlag für den Dax

Stand: 22.05.2020, 09:30 Uhr

Die deutschen Standardwerte sind überaus schwach in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Neue Spannungen zwischen China und den USA belasten den Handel.

Kurz nach dem Handelsstart verlor der Dax 1,6 Prozent auf 10.883 Punkte. Zuvor hatte der Leitindex von vergangenem Freitag bis zum Mittwoch dieser Woche zeitweise mehr als 1.000 Punkte hinzugewinnen können. "Je näher die Präsidentschaftswahl in den USA rückt, desto mehr dürfte Trump Kritik am Reich der Mitte üben", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Investoren befürchten dabei, dass es nicht bei einem Krieg der Worte bleiben, sondern es auch zur erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit gegenseitigen Strafzöllen und anderen Sanktionen kommen wird."

Die japanische Börse läuft ebenfalls schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index büßte am letzten Handelstag der Woche 0,8 Prozent auf 20.388 Punkte ein. Am Devisenmarkt entfernt sich der Euro weiter von der Marke von 1,10 US-Dollar und fällt in Richtung 1,0910 US-Dollar.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.741,65
Differenz relativ
+1,73%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0898
Differenz relativ
+0,01%

Neue, alte Sorgen in Amerika

Die amerikanischen Börsen verbuchten gestern überwiegend Kursverluste. Der Dow Jones Industrial musste 0,4 Prozent auf 24.474 Punkte abgeben, nachdem er im frühen Handel noch an seine deutlichen Vortagesgewinne angeknüpft und das Niveau von Ende April erreicht hatte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,8 Prozent auf 2.948 Zähler. Der alle Werte umfassende Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zum Handelsschluss bei 9.248 Punkten und damit ein Prozent schwächer als am Vortag.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.752,99
Differenz relativ
+1,15%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.992,80
Differenz relativ
+1,28%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
9.324,59
Differenz relativ
+0,43%

Für Verunsicherung sorgten neuerliche Spannungen zwischen den USA und China. Präsident Donald Trump hatte dem chinesischen Premierminister Xi Jinping vorgeworfen, dass dieser persönlich hinter einer angeblichen Propaganda in den USA und Europa stehe. Der streitbare Politiker sprach nun in diesem Zusammenhang von einer "massiven Desinformationskampagne" Pekings, um seine Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern. Dazu kommen potenziell neue Spannungen, weil Peking mit einem neuen Sicherheitsgesetz seine Kontrolle über Hong Kong erweitern will.

Ein Vertreter der chinesischen Regierung sagte, die Volksrepublik werde nicht vor einer Eskalation der Spannungen mit den USA zurückschrecken. Sie sei aber überzeugt, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die wirtschaftliche Erholung Vorrang haben müssten. Marktanalyst Craig Erlam vom Währungshändler Oanda Europe sprach von einer "dramatischen Zuspitzung" der Spannungen. "Das macht die Investoren nervös", sagte er.

Die Ölpreise fallen

Am Ölmarkt machen sich die Zwistigkeiten ebenfalls bemerkbar. Die jüngste Rally des "schwarzen Goldes" ist zunächst einmal beendet. Nordsee-Öl der Sorte Brent verliert am Morgen 1,80 auf 34,26 Dollar je Barrel. Amerikanisches WTI wird am Morgen für 31,78 Dollar gehandelt, 2,14 Dollar weniger als gestern.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,75
Differenz relativ
+2,12%

Warten auf neue Impulse aus China

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%

Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hat die Führung in Peking kein Ziel für das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ausgegeben. Regierungschef Li Keqiang verwies auf die "großen Unsicherheiten" hinsichtlich der Corona-Pandemie und der weltweiten Wirtschaftskrise. China sehe sich Faktoren gegenüber, "die schwer vorherzusagen sind". Aktienhändler werten es als schlechtes Zeichen, dass China gar kein Wachstumsziel nennt. Das schgürt Zweifel an der Erholung der Wirtschaft in China nach dem Einbruch durch die Corona-Krise. Prompt geraten heutemorgen die Ölpreise stark unter Druck.  | mehr

Kahlschlag bei Nissan befürchtet

Nissan: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
3,18
Differenz relativ
+0,87%

Der japanische Autobauer erwägt einem Agenturbericht zufolge den Abbau von 20.000 Arbeitsplätzen. Die Stellenstreichungen sollen vorwiegend in Europa und den Entwicklungsländern erfolgen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kommende Woche wolle Nissan seine aktualisierte mittelfristige Strategie präsentieren. Der Konzern kämpft wie andere Hersteller auch im Zuge der Virus-Krise mit einem starken Rückgang der Nachfrage nach Autos.

Nvidia jubelt über Umsatz- und Gewinnsprung

Nvidia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
341,15
Differenz relativ
+3,21%

Der Grafikkarten-Spezialist Nvidia hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz des Konzerns stieg im Jahresvergleich um 39 Prozent auf gut drei Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang von 394 auf 917 Millionen Dollar.

Das Geschäft mit Rechenzentren trug maßgeblich zu dem Wachstum mit einem Umsatzplus von 80 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar bei. Im Gaming-Bereich mit Nvidias Grafikkarten für Notebooks und Desktop-Rechner stiegen die Erlöse um 27 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

HPE enttäuscht

Das amerikanische Informationstechnik-Unternehmen Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat die Erwartungen im abgelaufenen Quartal verfehlt. Der Umsatz sackte um 16 Prozent auf 6,01 Milliarden Dollar ab, das Ergebnis pro Aktie fiel auf 22 Cents. Analysten hatten im Schnitt mit 6,29 Milliarden und 29 Cents gerechnet. HPE kündigte an, seine Kosten bis 2022 um mindestens eine Milliarde Dollar zu senken und die Basis-Bezüge des Top-Managements um 25 Prozent zu senken, um die Folgen der Virus-Krise abzufedern. Die Aktien verloren nachbörslich 5,4 Prozent. HPE hatte zuletzt bereits seinen Ausblick für 2020 gekappt.

ME/dpa/rtr

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr