Kräftig nach oben

Stand: 03.05.2010, 20:05 Uhr

Am Montag spielte der Dax befreit auf. Gute Konjunkturdaten aus Amerika und die Einigung innerhalb der EU auf die Unterstützung für Griechenland haben den Aktienmarkt beflügelt. Im späten Handel drehte die Wall Street richtig auf und zog den LDax nach oben.

Der Montag hatte noch recht schwach begonnen. Die äußerst schwachen Vorgaben aus den USA - die Wall Street hatte am Freitag mit hohen Verlusten geschlossen - drückten den Dax zum Handelsstart ins Minus.

Nach Eröffnung der Wall Street drehte sich die Stimmung rasch. Der Grund waren gute amerikanische Konjunkturzahlen und deren Einfluss auf die Kurse in New York. Erheblich besser als erwartet waren zum Beispiel die Bauausgaben im März, die, entgegen des befürchteten leichten Rückgangs, um 0,2 Prozent stiegen. Auch der ISM-Index für die Industrie, ein wichtiger Vorlaufindikator in den USA, war mit 60,4 Punkten besser als erwartet. Die Wirtschaft in den USA erholt sich also weiter, und zwar schneller als gedacht.

Erleichtert waren die Anleger auch, dass das Thema Griechenland an der Börse keine Rolle mehr spielen wird. Die EU hatte ihr Unterstützungsprogramm für das Land am Sonntag abgesegnet und auch das Bundeskabinett bewilligte am Montag die deutschen Hilfen in Höhe von zunächst 22 Milliarden Euro.

Der Dax schloss daher 0,5 Prozent fester, der LDax legte dank weiterer abendlicher Kursgewinne in den USA noch fast 30 zusätzliche Punkte drauf und beendete den Montagshandel bei 6.196 Zählern.

Während der Euro am Montag abermals leicht schwächelte, legte der Goldpreis weiter zu. In Euro gerechnet erreichte er sogar ein neues Rekordhoch.

Ceconomy ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,51
Differenz relativ
-2,98%
Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,61
Differenz relativ
-0,53%
Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
209,90
Differenz relativ
+8,08%

Viel Grün im Dax
Die Aktie des Handelskonzerns Metro setzte sich am Nachmittag an die Spitze im Dax. Die Firma hatte am Freitag vergangener Woche gute Quartalszahlen vorgelegt, Am Montag gab es Analystenheraufstufungen. Ebenfalls gefragt war die Deutsche Post. Die Aktie profitierte von der guten Bilanz des niederländischen Konkurrenten TNT. Jener hatte im ersten Quartal seinen Umsatz auf 2,74 Milliarden Euro verbessert, auch das Ergebnis legte kräftig zu. Auch die Linde-Aktie und das Papier von Adidas legten im Vorfeld der für diesen Dienstag angekündigten Quartalszahlen zu.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,03
Differenz relativ
+1,00%

Schwächer: Deutsche Börse und Bayer
Eine Analystenstudie belastete am Montag die Aktie der Deutschen Börse. Die Commerzbank hatte ihre Empfehlung von "Add" auf "Hold" zurückgenommen, die Aktie verlor zwei Prozent. Auch Bayer-Papiere gaben vergleichsweise kräftig nach. Die Begründung war im Dividendenabschlag zu finden, wodurch am Montag 1,40 Euro vom aktuellen Kurs abgezogen wurden.

Ein Kraftwerk für RWE und drei Aufträge für Hochtief
RWE und Hochtief haben am Montag neue Aufträge in mehrstelliger Millionenhöhe gemeldet. Der Versorger RWE wird in der Türkei ein Gaskraftwerk für 500 Millionen Euro bauen. Die endgültige Investitionsentscheidung habe man getroffen, teilte RWE mit. Der im MDax notierte Baukonzern Hochtief sicherte sich drei Aufträge aus den USA, Kanada und Australien. Das Volumen der Aufträge gab Hochtief mit rund 350 Millionen Euro an.

Lanxess mit "beeindruckendem Schwung"
Die Aktie des Chemiekonzerns Lanxess, im MDax notiert, legte deutlich zu. Vorstandschef Axel Heitmann hatte in einem Zeitungsinterview am Wochenende gesagt, dass Lanxess im ersten Quartal "mit einem beeindruckenden Schwung aus dem Krisenjahr 2009" gekommen sei. Die Firma habe glänzende Geschäftszahlen erwirtschaftet.

Fuchs Petrolub sehr erfolgreich
Mit einem Kursgewinn von drei Prozent schlug sich der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub achtbar. Die Firma hat ihr Ergebnis im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Mit einem Ebit von 58,7 Millionen Euro übertraf die Firma sogar die Erwartungen der Analysten. Auch der Umsatz verbesserte sich, er stieg um knapp ein Fünftel auf rund 330 Millionen Euro.

Gute Nachrichten von Greiffenberger
Aktien des Maschinenbauers Greiffenberger stiegen ebenfalls. Das Unternehmen hatte angekündigt, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen. 2009 machte die Firma allerdings noch einen Verlust von 7,5 Millionen Euro. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um sechs auf fast 29 Millionen Euro.

IQ Power überzeugt nicht
Kursverluste von 15 Prozent gab es beim Batterienhersteller IQ Power. Die Firma hatte am Freitag nach Börsenschluss ihre Jahresbilanz bekannt gegeben. Zwar meldete IQ Power erstmals nennenswerte Umsätze, doch ein Verlust von mehr als sieben Millionen Euro überzeugte nicht. Außerdem schrumpften die flüssigen Mittel gefährlich.

Wilex-Aktionäre atmen auf
Das Biotechnologieunternehmen Wilex meldete am Montag erfreuliche Testergebnisse zum Krebsmedikament Mesupron. Laut Wilex verbessert das Medikament die Überlebenschancen von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Anleger griffen zu und verhalfen der Wilex-Aktie zu einem Plus von sieben Prozent.

Kleinere Bilanzen
Der im Freiverkehr notierte Agrarkonzern KTG Agrar hat für das Jahr 2009 steigenden Umsatz und Gewinn bekannt gegeben. Die Erlöse seien um ein Viertel auf 60 Millionen Euro gestiegen. Das operative Ergebnis kletterte um 22 Prozent auf 9,2 Millionen Euro. KTG baute vergangenes Jahr vor allem das Biogassegment stark aus, und auch in diesem Jahr will die Firma bei Umsatz und Ergebnis weiter wachsen. Die Aktie legte 1,7 Prozent zu.

Auch die Papiere des Windenergiekonzerns PNE Wind verteuerten sich. Die Firma hat ihre Bilanz für das erste Quartal veröffentlicht. Mit einem Vorsteuerergebnis von 9,3 Millionen Euro übertraf PNE den Vorjahreswert deutlich. Auch das Betriebsergebnis hat sich Angaben von PNE gut entwickelt.

BP kräftig unter Druck
Erhebliche Kursverluste musste die Aktie des Erdölkonzerns BP hinnehmen. Die drohenden Milliardenkosten für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ließen die Aktie zeitweise um bis zu zehn Prozent einbrechen.

Hochzeit aus Not
Die beiden verlustreichen amerikanischen Flugzeuggesellschaften United und Continental fusionieren. Mindestens eine Milliarde Dollar wollen die beiden Konzerne dadurch jährlich sparen und damit nachhaltig aus den roten Zahlen herauskommen. Fast nebenbei entsteht durch die Fusion, die am Montag bekannt gegeben wurde, die weltgrößte Fluggesellschaft.

Dax-Chart realtime

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Unternehmen
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Konjunktur:
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