Marktbericht 15:10 Uhr

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Dax dreht ins Plus Konstruktiv, aber nicht euphorisch

Stand: 20.05.2020, 15:10 Uhr

Nach dem jüngsten kräftigen Schluck aus der Pulle halten die Anleger erst mal inne. Dem Corona-Dämpfer am Vormittag in Sachen Impfstoff folgt aber schon umgehend der nächste Hoffnungsträger in Gestalt einer weiteren US-Biotechfirma.

Aktien von Inovio werden vorbörslich an der US-Technologiebörse Nasdaq über 16 Prozent höher gehandelt. Ermutigende Testergebnisse für einen Impfstoff gegen das Coronavirus bescheren dem Papier einen Kurssprung. Den Angaben zufolge verliefen Tierversuche erfolgreich. Erste Ergebnisse von Tests eines Impfstoffs an Menschen würden für Juni erwartet.

Auf solche Meldungen wartet die Börse derzeit besonders. Sie zeigt, mit welchem Hochdruck weltweit an einem Impfstoff geforscht wird. Am Montag hatte Inovios US-Biotech-Kollege Moderna für große Euphorie gesorgt, gestern aber gab es schon wieder einen Dämpfer.

Das Thema bleibt das derzeit wohl heißeste Eisen am Markt und sorgt immer wieder für ein Wechselbad der Gefühle bei garantiert hohen Kursschwankungen. In Europa forschen unter anderem die beiden Schwergewichte Sanofi und Glaxo, die Mainzer Biotechfirma Biontech arbeitet mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammen und hat derzeit eine klinische Studie laufen. Auch in Asien laufen die Forschungen auf Hochtouren.

Dax wird immer grüner

Der deutsche Leitindex lässt derweil die Kursverluste vom Vormittag hinter sich und ringt mit der Marke von 11.100 Punkten. Damit notiert er moderat im Plus. Auch für die Wall Street deuten die Futures auf eine freundliche Eröffnung. In New York blicken die Anleger heute in Richtung Notenbank Fed.

Am Nachmittag äußern sich die Fed-Gouverneure von Atlanta, Bostic, sowie von St.Louis, Bullard. Am Abend nach Börsenschluss in Europa wird das Sitzungsprotokoll der Zinssitzung vom 29.4. erwartet. Fed-Chef Powell hatte zu Wochenbeginn die Märkte kräftig angetrieben mit seinem Bekenntnis, weiter jederzeit Gewehr bei Fuß zu stehen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.752,99
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+1,15%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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9.324,59
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+0,43%

Fresenius an der Spitze

Gefragt sind hierzulande Fresenius, die mit deutlichen Avancen von über sechs Prozent nach einem positiven Analystenkommentar den Dax anführen. Lufthansa und Bauwert HeidelbergCement stehen derzeit am Indexende. Die Kranichairline erklärte am Mittag, die Schließung des Berliner Flughafens Tegel werden zusätzliche Kosten verursachen. Die Anleger blicken darüber hinaus auf die heutigen virtuellen Hauptversammlungen, unter anderem die Deutsche Bank und SAP halten ihr Aktionärstreffen ab.

Euro weiter robust

Am Devisenmarkt bleibt der Euro weiterhin in Lauerstellung unterhalb der Marke von 1,10 Dollar. Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung bei 1,0961 Euro. Der Euro profitierte zuletzt von der insgesamt gestiegenen Zuversicht an den Finanzmärkten.

Vor allem der von Frankreich und Deutschland am Montag vorgelegte 500-Milliarden-Euro-schwere Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise stützt die Gemeinschaftswährung, hieß es am Markt. Laut Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann sei es zwar wahrscheinlich, dass der Plan noch verwässert werde. Mit Deutschland sei aber ein wichtiger Akteur ins Lager derer gewechselt, die nicht mehr nur der EZB den schwarzen Peter zuschieben wollten.

Die Ölpreise bleiben im Vorwärtsgang. Sowohl die Nordsee-Sorte Brent als auch die US-Sorte WTI legen zu. Brent kostet dabei über 35 Dollar, WTI über 32 Dollar je Fass. Die Feinunze Gold hält sich mit 1.746 Dollar in etwa auf Vortagesniveau.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.728,95
Differenz relativ
-0,30%

Dividendenabschläge in Dax & Co

Mehrere Aktien werden am Morgen ex Dividende gehandelt. Bei der Deutschen Börse beträgt der Abschlag entsprechend der Ausschüttung 2,90 Euro. Bei Rheinmetall liegt er bei 2,40 Euro, bei Drillisch bei 0,05 Euro je Aktie.

SAP-AR-Chef Plattner: Keine Eile bei Nachfolger-Suche

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
111,60
Differenz relativ
+4,91%

Der Softwarekonzern SAP will sich nach deutlicher Anwenderkritik und vielen Änderungen im Management wieder stärker um die Kundenwünsche kümmern. "Wir haben die Geduld unserer Kunden so manches Mal überstrapaziert", sagte Vorstandschef Christian Klein auf der Online-Hauptversammlung des Dax-Konzerns. "Das wissen wir - und das werden wir schleunigst wieder gutmachen." Mit seinem Plan zur Integration der vielen Einzelprodukte zu einem Angebot aus einem Guss sei der Dax-Konzern "auf einem sehr guten Weg", fügte Klein hinzu.

Der 40-jährige Klein führt die Geschäfte an der Spitze des wertvollsten deutschen börsennotierten Konzerns seit vergangenem Monat allein, nachdem die Amerikanerin Jennifer Morgan die erst im Oktober installierte Doppelspitze nach rund einem halben Jahr und internen Problemen schon wieder verlassen hat.  | mehr

Merkel: Entscheidung über Lufthansa-Hilfen in Kürze

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,64
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+7,49%

Im Ringen um ein milliardenschweres staatliches Finanzpaket für die Lufthansa in der Corona-Krise deutet sich ein Ende der Hängepartie zm Einmstige des Bundes an. Bundeskanzlerin Merkel erklärte am Abend, die Regierung und der Dax-Konzern stünden kurz vor einer Einigung.

"Die Bundesregierung ist in intensiven Gespräche mit dem Unternehmen und der EU-Kommission", fügte sie hinzu. Sie könne aus laufenden Gesprächen aber keine Details berichten. LH-Aktien gaben am Mittwoch auf Xetra 1,3 Prozent nach auf 7,92 Euro.  | mehr

BASF: Dea kappt Prognose

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
46,71
Differenz relativ
+2,98%

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea streicht nach einem Nettoverlust im ersten Quartal seine Ausgaben für das laufende Jahr zusammen. Die Investitionen sollen mit 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro rund 30 Prozent geringer ausfallen als zunächst geplant, teilte die Beteiligung des Chemiekonzerns BASF am Mittwoch in Kassel mit. Die Dividende auf die Stammaktien hat Wintershall Dea ausgesetzt. Das bereinigte Ebitda brach von 832 Millionen auf 481 Millionen Euro ein. Das bereinigte Konzernergebnis sackte von plus 320 Millionen auf minus 78 Millionen Euro in den Keller.

Aareal-Aktie angetrieben

Aareal Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
17,04
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+3,27%

Die Aareal Bank punktet bei Anlegern mit dem geplanten Verkauf von Anteilen an der IT-Tochter Aareon. Aktien der Immobilienbank am Mittwoch um bis zu 13,5 Prozent zu. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten bei dem Institut zu einem Sinneswandel beigetragen, sagte ein Händler. Im vergangenen Jahr hatte die Bank nach Druck des Hedgefonds Teleios bereits strategische Optionen für Aareon geprüft, sich aber gegen einen Verkauf entschieden. Teleios hält nach jüngsten Angaben knapp drei Prozent an dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer. Mit dem Partner solle das Wachstum der IT-Sparte forciert werden, teilte die Aareal Bank am Dienstagabend mit.

CTS Eventim enttäuscht Anleger

CTS Eventim: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,16
Differenz relativ
+3,97%

Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim ist wegen der Auswirkungen der Pandemie zum Jahresauftakt in die Verlustzone gerutscht. Vor Steuern stand ein Minus von 1,6 Millionen Euro zu Buche. Ein Jahr zuvor hatte Eventim vor Steuern noch 41,6 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Der Umsatz brach von Januar bis März um 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro ein, das Ebitda sogar um 76 Prozent auf 13,5 Millionen. Im frühen Handel sackte der Titel um rund 2,8 Prozent ab.  | mehr

Lenovo mit heftigem Gewinneinbruch

Der chinesische PC-Hersteller hat aufgrund der Corona-Krise einen Gewinneinbruch im ersten Quartal verbucht. Der Nettogewinn fiel um 64 Prozent auf 43 Millionen Dollar, während der Umsatz um 9,7 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar sank, teilte Lenovo mit. Analysten hatten allerdings mit einem noch niedrigeren Gewinn gerechnet, deshalb legte der Aktienkurs zeitweise fünf Prozent zu. Lenovo habe die Produktion in China zu 100 Prozent wieder aufgenommen, sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing zu Reuters.
Der Konzern hatte aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Fabriken schließen müssen, darunter ein großes Werk in Wuhan. Im zweiten Quartal erwartet Lenovo ein Umsatzwachstum für das PC- und Smartgeräte-Geschäft sowie für die Rechenzentrumssparte, weil mehr Menschen dauerhaft von zu Hause aus arbeiteten.

Fiat und Peugeot-Aktien auf Talfahrt

Aktien der vor der Fusion stehenden Autobauer Fiat Chrysler und der Opel-Mutter Peugeot sind am Mittwoch reihenweise aus den Depots der Anleger geflogen. Der Grund: Die von Fiat Chrysler wegen der Corona-Krise erhoffte milliardenschwere Staatshilfe hatte Fragen über einen wichtigen Baustein der geplanten Fusion aufgeworfen.

Nachdem Fiat Chrysler um ein staatlich garantiertes Darlehen gebeten habe, könnte Italien die als Teil des Zusammenschlusses vereinbarte Sonderausschüttung von 5,5 Milliarden Euro prüfen, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Dienstag zu Reuters. Die ordentliche Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr haben Fiat Chrysler und PSA wegen der Pandemie bereits gestrichen.

Schoeller-Bleckmann leidet unter US-Markt

Der Ölfeldausrüster hat im ersten Quartal erste Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen. Der für den Konzern wichtige nordamerikanische Markt, der bereits zuvor durch das zurückhaltende Investitionsverhalten der Ölkonzerne abgeschwächt war, habe die Aktivitäten weiter zurückgefahren, erklärte SBO. Der Umsatz sank auf 108,9 (121,1) Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) auf 12,1 (20,2) Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn allerdings auf 8,6 (7,7) Millionen Euro, was auf einen geringeren Steueraufwand zurückzuführen ist. Einen konkreten Ausblick wagte das Unternehmen nicht. Es sei aber mit einem "extrem anspruchsvollen Jahr 2020" zu rechnen.

Marks & Spencer-Aktie verkauft sich

Die Aussicht auf einen beschleunigten Konzernumbau und einen verschärften Sparkurs ermuntert Anleger zum Einstieg bei Marks & Spencer. Die Aktien der britischen Kaufhauskette steigen um 6,7 Prozent. Das Unternehmen reagiert mit seinen Plänen auf den 21-prozentigen Gewinneinbruch durch die Corona-Krise.

Krisengewinner Lowe's

Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen hievt Lowe's auf ein Drei-Monats-Hoch. Die Aktie der US-Baumarktkette steigt im vorbörslichen Geschäft an der Wall Street um rund sechs Prozent. Weil viele Amerikaner die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie für Renovierungen nutzten, stieg der Gewinn zum Jahresauftakt auf 1,77 Dollar je Aktie. Analysten hatten nur mit 1,32 Dollar gerechnet.

Facebook mit Shopping-Offensive

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
220,70
Differenz relativ
+3,13%

Facebook will es Geschäften ermöglichen, über das gleichnamige soziale Netzwerk sowie Instagram ihre Waren vorzustellen und zu verkaufen. Für die Betreiber werde der neue Dienst mit dem Namen "Shops" kostenlos sein, erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg am Dienstag bei der Ankündigung in einem Videostream. Das Geschäftsmodell von Facebook beruhe vielmehr auf Werbung. Der US-Konzern hatte im vergangenen Jahr auf Instagram und WhatsApp begrenzte Möglichkeiten zum Online-Handel geschaffen.  | mehr

Erster Börsengang des Jahres perfekt

Trotz Corona-Krise hat es der Datenbank-Anbieter Exasol als erstes Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse geschafft. Die insgesamt gut neun Millionen angebotenen Aktien seien für 9,50 Euro je Stück verkauft worden, hieß es am Abend. Das Platzierungsvolumen beträgt somit rund 87,45 Millionen Euro. Die Preisspanne hatte bei 8,50 bis 10,50 Euro je Aktie gelegen. Am Montag sollen die Aktien erstmals an der Frankfurter Börse im Segment "Scale" ehandelt werden.  | mehr

rm

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr