Marktbericht 9:30 Uhr

Marktbericht negativ U-turn
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Dax im Rückwärtsgang Kommando zurück am deutschen Aktienmarkt

Stand: 10.01.2019, 09:30 Uhr

Nach der ersten Euphorie folgt die Ernüchterung. War das wirklich der große Durchbruch, was zwischen Washington und Peking da im Zollstreit verhandelt wurde? An der Börse werden die Anleger zunehmend vorsichtiger.

Der Dax baut seine vorbörslichen Verluste zur Eröffnung aus und kämpft aktuell mit der Marke von 10.800 Punkten. Der Optimismus der Anleger, dass sich die USA und China einigen und ihren Handelskrieg beilegen könnten, schwindet wieder.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10.883,77
Differenz relativ
-0,43%

Nach den gestern beendeten dreitägigen Verhandlungen in Peking ist klar, dass es noch große Differenzen zu überwinden gilt. Die Gespräche scheinen somit "nur" eine erste Basis zu sein, auf der weitere aufbauen.

Auch der starke Euro dürfte der exportorientierten deutschen Börse sauer aufstoßen. Die Gemeinschaftswährung notiert rund einen Cent höher als am Vortag bei 1,1550 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1401
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+0,06%

Hintergrund des Comebacks sind jüngste Signale aus den USA, dass die Zeiten der geldpolitischen Straffung im Land zu Ende gehen könnten. So signalisierte die Notenbank Fed bei ihrer geldpolitischen Gangart "mehr Geduld". Dies ging aus den am Vorabend veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung des Zinsausschusses der Bank von vor Weihnachten hervor.

International gemischte Vorgaben

Skepsis nach den Gesprächen beherrschte heute auch das Geschehen in Asien. In Tokio verlor der Nikkei-Index nach zuvor drei positiven Handelstagen in Folge 1,3 Prozent auf 20.163 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 0,9 Prozent nach. Negativ wirkte sich aus, dass der Yen gegenüber dem Dollar aufwertete.

In China rutschte der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Werte an den Börsen des chinesischen Festlands abdeckt, erst im späten Handel knapp 0,19 Prozent ins Minus ab auf 3.072,69 Punkte. Dort stand eine zum Jahresende enttäuschende Entwicklung der Erzeuger- und Verbraucherpreise im Mittelpunkt.

Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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20.402,27
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-0,20%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.069,66
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-0,52%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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108,80
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-0,30%
B5-Moderator Christian Sachsinger
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B5 Börse 22.28 Uhr: Dow schließt knapp im Plus

In New York schloss der Dow Jones 0,4 Prozent höher bei 23.879 Punkten. Im späten Geschäft bröckelten aber auch an der Wall Street die Gewinne, so dass das führende Börsenbarometer letztlich unter dem Tageshoch von 23.985 Zählern schloss.

Aus Europa wird heute das Sitzungsprotokoll der EZB aus dem Dezember erwartet, hinzu kommen die wöchentlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt am Nachmittag (ab 14:30 MEZ).

Brexit-Debatte geht weiter

Im Fokus des Marktes bleibt auch die Brexit-Debatte, insbesondere die Konsequenzen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU ohne eine Regelung. Derzeit debattiert das britische Parlament darüber, ob es den von der Regierung ausgehandelten Scheidungsvertrag mit der EU billigen soll oder nicht.

Aktuell zeichnet sich keine Mehrheit dafür ab, so dass ein chaotisches Ausstiegsszenario näher rückt. Am 15. Januar soll abgestimmt werden. Das britische Pfund, das sich zuletzt oberhalb von 1,27 Dollar stabilisiert hat, gibt am Morgen leicht nach. Seit April aber, als noch 1,43 Dollar bezahlt wurden, hat die britische Währung deutlich an Wert verloren, auch gegenüber dem Euro.

Ölpreise fallen zurück

Die Ölpreise haben am Donnerstag den starken Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 59 Cent auf 51,77 US-Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Morgen 60,87 Dollar. Das waren 57 Cent weniger als am Vortag.

Am Ölmarkt wurden die Erwartungen an ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. In den vergangenen Handelstagen hatte die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Streits die Ölpreise immer wieder beflügeln können. Außerdem wurden die Notierungen durch die Entwicklung der US-Ölreserven belastet. Diese waren in der vergangenen Woche nicht so stark wie erwartet gesunken. Der Goldpreis steigt leicht auf 1.295 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,29
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-1,25%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.294,32
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+0,06%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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60,30
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-0,87%

Südzucker: Das war ja abzusehen

Südzucker: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13,68
Differenz relativ
+3,40%

Der Preisverfall bei Zucker und Bioethanol hat Südzucker im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende November ein Verlust von 31 Millionen Euro nach einem Gewinn von 32 Millionen ein Jahr zuvor, wie das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurückging, sackte auch das operative Ergebnis mit 23 Millionen Euro ins Minus.

An seiner bereits im September gesenkten Prognose bis Ende Februar hält das Management fest. So soll der Konzernumsatz 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro erreichen. Das operative Ergebnis soll zwischen 25 bis 125 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte er noch 445 Millionen Euro erreicht.  | mehr

Bei Osram wird es finsterer

Beim Lichtkonzern Osram kommt beim Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Jahresviertels keine Freude auf. "Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben", sagte Firmenchef Olaf Berlien der "Augsburger Allgemeine". Wichtige Kunden für Osram sind die Auto- und Smartphone-Industrie. Berlien verwies unter anderem auf deutliche Rückgänge der Autoverkäufe in China.  | mehr

Takeaway.com schmeckt immer mehr Kunden

Bei der niederländischen Lieferando-Mutter haben im vierten Quartal deutlich mehr Kunden Essen bestellt. Die Zahl der Order stieg um 55 Prozent auf knapp 29,9 Millionen. Weitere Details will das Unternehmen am 13. Februar veröffentlichen.

Takeaway.com hatte sich mit seinem Berliner Wettbewerber Delivery Hero kurz vor Weihnachten darauf geeinigt, dessen deutsche Lieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de für rund 930 Millionen Euro zu übernehmen. Die Niederländer betreiben hier bereits das Portal Lieferando.de. Auf lange Sicht sollen Kunden nur noch dort bestellen. Die Unternehmen wollen den Deal in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Auch in Deutschland legte Takeaway.com im vergangenen Jahr deutlich zu.

Fintech N26 jetzt Milliarden wert

Die Berliner Smartphone-Bank N26 lässt sich ihre globale Expansion von ausländischen Investoren finanzieren. Der US-Risikokapitalgeber Insight Venture Partners sowie der Singapurer Investmentfonds GIC stellen zusammen mit anderen Investoren 300 Millionen Dollar zur Verfügung, wie das seit 2015 aktive Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Es handelt sich damit um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech gestemmt hat. Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem bei Europas größtem Versicherungskonzern Allianz und dem chinesischen Internet-Riesen Tencent, dem deutsch-amerikanischen Investor Peter Thiel und bei Mitgliedern des Zalando-Managements.

N26 setzt auf eine Klientel, die ihre Bankgeschäfte über das Smartphone abwickeln will, schreibt aber noch rote Zahlen.  | mehr

Tagestermine am Donnerstag, 17. Januar

Unternehmen:
Metro: Q1 Trading Update, 7:30 Uhr
Alstom: Q3-Umsatz, 7:30 Uhr
Beiersdorf: Umsatz 2018, 8:00 Uhr
Morgan Stanley: Q4-Zahlen, 13:00 Uhr
Netflix: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
American Express: Q4-Zahlen, 22:00 Uhr
Rio Tinto: Operation Report 2018, 22:30 Uhr
Schoeller-Bleckmann: Jahreszahlen
Symrise: Capital Markets Day

Konjunktur:
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestand), 11/18, 08:00 Uhr
Deutschland: Baugenehmigungen, Januar - November, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 12/18, 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Philly Fed Index 01/19, 14:30 Uhr
USA: Baubeginne und -genehmigungen 12/18, 14:30 Uhr