Marktbericht 20:08 Uhr

Dax erstmals seit acht Tagen wieder im Minus Kleine Herbst-Rally gestoppt

Stand: 13.10.2015, 20:08 Uhr

Schwache Konjunkturdaten aus China und Deutschland haben am Dienstag die Börsen ausgebremst. Der Dax beendete seine siebentägige Gewinnserie. Während SAP positiv überraschte, riss eine Gewinnwarnung von Leoni Auto- und Zulieferer-Aktien in die Tiefe.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.729,74
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Mit dem "goldenen Herbst" an den Börsen ist es vorerst vorbei. Erstmals seit Anfang Oktober schloss der Dax im Minus. Mit 10.032 Punkten behauptete er sich aber im fünfstelligen Bereich. In den sieben Handelstagen zuvor war der Dax um über 500 Punkte nach oben geschossen.

Wall Street dreht ins Minus

Auch an den meisten anderen europäischen Börsenplätzen überwogen die Minuszeichen. Der EuroStoxx50 büßte 0,8 Prozent. Der französische Cac40 verlor rund ein Prozent. Die Wall Street drehte nach zwischenzeitlichen Mini-Gewinnen zwei Stunden vor Handelsende ins Minus. Der Dow hatte bereits die letzten sieben Handelstage in Folge zugelegt und war um mehr als fünf Prozent nach oben geklettert.

China importiert immer weniger

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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Börse 20.15 Uhr

Anleger nutzten schlechte Nachrichten für Gewinnmitnahmen. So brachen im September die Importe in China um 20 Prozent ein. Es war bereits der elfte Monat hintereinander mit einem Rückgang. Die schwachen Zahlen zeigten, dass sich die Wirtschaft der Volksrepublik immer noch schwer tue, meinte Markus Huber von Peregrine & Black.

VW-Skandal bremst den ZEW-Index

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte der ZEW-Index. Im Oktober sackte er unerwartet deutlich auf 1,9 Punkte ab. Der Abgasskandal bei VW und die Wachstumsschwäche der Schwellenländer dämpften die Konjunkturaussichten für Deutschland.

Ölpreise erholen sich

Dennoch hielt sich der Euro relativ wacker. Die Gemeinschaftswährung lag am Abend knapp unter 1,14 Dollar. Die Ölpreise stabilisierten sich derweil nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Abend um 34 Cent auf 50,20 Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI zog um 70 Cent auf fast 48 Dollar an.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1546
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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71,59
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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81,23
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SAP überrascht positiv

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählte SAP. Die Aktie stieg um über fünf Prozent und war mit Abstand der Spitzenreiter in der ersten deutschen Börsenliga. Der Softwareriese hat in der Nacht zum Dienstag seine vorläufigen Zahlen veröffentlicht. Diese konnten sich sehen lassen. Das Betriebsergebnis im dritten Quartal zog um 19 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro an. Die Cloud- und Softwareerlöse stiegen ebenfalls um 19 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro.

Chefwechsel bei Merck

Beim Pharma- und Chemiekonzern Merck endet auf der kommenden Hauptversammlung im Frühjahr 2016 eine Ära: Der langjährige Vorstandschef Karl-Ludwig Kley hört auf und geht in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde am Dienstag sein Vize Stefan Oschmann auserkoren. Kley ist seit 2007 Chef von Merck.

Versorger geben Vortagesgewinne wieder ab

Am Dax-Ende rangierten die Versorger. Eon und RWE büßen sechs bis sieben Prozent ein, nachdem sie am Montag noch dank ermutigender Stresstest-Ergebnisse nach oben geschossen waren. Das Investmenthaus Kepler Cheuvreux rät, RWE und Eon zu verkaufen. Der zuständige Analyst hat beide Werte auf eine Liste zu meidender Aktien gesetzt.

VW setzt den Rotstift an

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
146,72
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-0,47%

Als Konsequenz aus dem Abgas-Skandal streicht der VW-Konzern seine Investitionen für die Marke Volkswagen zusammen. Sie sollen pro Jahr um eine Milliarde Euro gekürzt werden. Die Diesel-Strategie der Marke soll neu ausgerichtet werden. Laut "Handelsblatt" will VW bei den Zuliefern sogar drei Milliarden Euro einsparen. Die Aktie büßte rund zwei Prozent ein.

Leoni zieht den gesamten Autosektor nach unten

Noch heftiger erwischte es die Autozulieferer. Hella, ElringKlinger und Dürr verloren rund fünf Prozen. Schuld daran war Leoni. Der Kabelspoezialist schockte de Anleger. Leoni kippte seine Prognosen für dieses und das kommende Jahr. Als Grund nannte der MDax-Konzern überraschend starke Belastungen im Bereich Bordnetz-Systeme. Die Aktie brach um fast 34 Prozent ein. Händler und Analysten sprachen von einem "Desaster".

Katar steigt bei Hochtief aus

Der spanische Mehrheitseigner ACS festigt seinen Griff um Hochtief weiter. ACS nutzte den Ausstieg des zweiten verbliebenen Großaktionärs, des Emirats Katar, um sich weitere 5,84 Prozent der Hochtief-Aktien zu sichern. Damit halten die Spanier nun über 66 Prozent der Anteile an Hochtief. Der Kurs von Hochtief fiel um über sechs Prozent.

Aixtron am TecDax-Ende

Am Mittag kürzte auch noch Aixtron seine Jahres-Umsatzprognose. Wegen der Verschiebung einer Lieferung an einen chinesischen Großkunden rechnet der Spezialmaschinenbauer nur noch mit Erlösebn von 190 bis 200 Millionen Euro. Ursprünglich waren 220 bis 250 Millionen Euro angepeilt. Die Aktien von Aixtron brachen um knapp 13 Prozent ein und waren Schlusslicht im TecDax.

An Inbev und SABMiller sagen Prost

Der weltgrößte Brauer Anheuser-Busch Inbev hat sich im Poker um die Übernahme des Branchenzweiten SABMiller durchgesetzt. Beide Konzerne haben eine Grundsatzeinigung über das Kaufangebot erzielt. Anheuser-Busch soll demnach knapp 100 Milliarden Euro zahlen. Die Aktien von SAB Miller stiegen an der Londoner Börse auf ein Rekordhoch.

LVMH verliert an Glanz

Der weltgrößte Luxusgüter-Konzern LVMH hat die Anleger mit seinen Zahlen zum dritten Quartal enttäuscht. Händler begründeten das Kursminus von vier Prozent mit dem schleppenden Umsatzwachstum in der Sparte Mode & Lederwaren mit Marken wie Louis Vuitton, Givenchy und Donna Karan.

Johnson & Johnson hebt Prognose an

Johnson & Johnson: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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117,61
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-0,82%

In den USA setzte Johnsohn & Johnson die Berichtssaison fort. Der Pharma- und Konsumgüterkonzern litt im dritten Quartal unter dem starken Dollar. Der Gewinn schrumpfte auf 3,76 Milliarden Dollar. F+ür das Gesamtjahr zeigte sich der Hersteller von Penaten-Crème und Listerine-Mundspülung optimistischer und hob die Ergebnisprognose an. Außerdem kündigte Johnson & Johnson ein Aktienrückkaufprogramm an. Dennoch verharrte die Aktie im Minus.

Twitter baut hunderte Jobs ab

Gefragt waren dagegen die Aktien von Twitter. Der Kurznachrichtendienst streicht 336 Stellen, vor allem bei Ingenieuren und im Produktteam. Das entspricht rund acht Prozent der gesamten Belegschaft. Mit den Einsparungen will der zurückgekehrte Chef Jack Dorsey das Unternehmen wieder in Schwung bringen.

Steilmann geht an die Börse

Der westfälische Modehersteller und -händler Steilmann will mit seinem Börsengang bis zu 98 Millionen Euro einnehmen. Bis zu 19,55 Millionen Steilmann-Aktien können von Dienstag an bis zum 22. Oktober gezeichnet werden. Die Preisspanne liegt bei 3,50 bis 5,00 Euro je Aktie.

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Auf diese IPOs dürfen wir uns freuen Börsenpipeline

Frau im Liegestuhl am Strand

HRS

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 17. Oktober

Unternehmen:
ASML: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Roche: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Zooplus: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Danone: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Abbott: Q3-Zahlen, 13:45 Uhr
US Bancorp: Q3-Zahlen, 14:00 Uhr
Carrefour: Q3-Umsätze, 17:45 Uhr
Alcoa: Q3-Zahlen, 22:10 Uhr

Konjunktur:
Acea-Kfz-Neuzulassungen 09/18, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 09/18, 11:00 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen, 09/18, 14:30 Uhr
USA: Ölbericht (Woche), 16:30 Uhr
USA: FOMC-Sitzungsprotopoll 26.9., 20:00 Uhr