Marktbericht 20:10 Uhr

Dax schließt wieder über 11.000 Punkte Kleine Entspannung an den Börsen

Stand: 13.08.2015, 20:10 Uhr

Der zweitägige Kursrutsch ist vorerst gestoppt. Der Dax fing sich am Donnerstag wieder und eroberte die Marke von 11.000 Punkten zurück. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt. Die Wall Street kam nicht vom Fleck.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Selbst die dritte Abwertung des chinesischen Yuan binnen drei Tagen konnte die Anleger nicht mehr schrecken. Börsianer hätten diesen Schritt erwartet, meinte Analyst Jens Klatt von DailyFX. Der Dax machte einen kleinen Teil seiner jüngsten Verluste wett und stieg um 0,8 Prozent auf 11.014 Punkte. Auf Wochensicht liegt der deutsche Leitindex aber noch mit vier Prozent im Minus. Der EuroStoxx50 legte um 0,9 Prozent zu.

US-Zinsspekulationen bremsen Wall Street

Nur die stagnierende Wall Street verhinderte eine noch kräftigere Erholung. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss 0,3 Prozent im Plus. Die starke Umsatzentwicklung des US-Einzelhandels schürte Spekulationen auf eine nahende Zinswende. Die Erlöse stiegen um 0,6 Prozent. Negative Signale kamen vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erhöhte sich um 5.000 auf 274.000. Volkswirte hatten mit 270.000 Anträgen gerechnet.

Yuan-Abwertung, die dritte!

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 20.15 Uhr

Die Stabilisierung des chinesischen Yuan beruhigte die Anleger am Donnerstag. "Die Märkte haben gründlich missverstanden, was in China passiert ist", meinte Anlagestratege Sean Darby von der Investmentbank Jefferies. Das Wort "Abwertung"  habe für Verwirrung gesorgt. Tatsächlich habe die chinesische Zentralbank den Weg für eine völlige Freigabe des Wechselkurses geebnet. In der Nacht zum Donnerstag wertete sie zum dritten Mal in Folge die Landeswährung Yuan ab. Die Anpassung sei damit "im Wesentlichen beendet", sagte Vizezentralbankchef Zhang Xiaohui.

Euro verliert an Boden

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, legte um 0,6 Prozent zu. Der Euro verbilligte sich dagegen auf 1,1140 Dollar. Am Mittwoch hatte er noch bei 1,12 Dollar notiert. Die geplatzten Koalitionsgespräche in der Türkei und die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen belasteten die Lira. Sie fiel auf ein Rekordtief. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 1,6 Prozent auf 2,82 Lira. Die türkische Börse sackte um über drei Prozent ab.

K+S macht sich attraktiv

Am Donnerstag ist die Berichtssaison im Dax zu Ende gegangen. Drei Dax-Konzerne meldeten Zahlen, darunter K+S. Der Salz- und Düngemittelhersteller hat im ersten Halbjahr dank höherer Preise und des starken Dollar deutlich mehr verdient. Das operative Ergebnis erhöhte sich um fast ein Drittel auf 496 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich im Halbjahr um 16 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Zudem lehnte K+S erneut das Übernahmeangebot von Potash ab. Die Aktie zählte zu den größten Dax-Gewinnern hinter der Deutschen Börse und Fresenius.

ThyssenKrupp glänzt nur kurz

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gut läuft es auch wieder bei ThyssenKrupp. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 stieg das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) um mehr als ein Drittel auf 539 Millionen Euro. Vorstandschef Heinrich Hiesinger bekräftigte die Prognose, wonach das operative Ergebnis im Gesamtjahr auf 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro klettern soll. Die Aktie zog zeitweise um sechs Prozent an, schloss dann aber doch leicht im Minus. Händler verwiesen auf Sorgen rund um China.

RWE auf 24-Jahres-Tief

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Enttäuschung des Tages war aber RWE. Der Versorger musste erneut einen Rückgang des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Halbjahr von sieben Prozent auf 3,186 Milliarden Euro hinnehmen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebitda von 3,246 Milliarden Euro gerechnet. Als neuer Krisenherd erwies sich Großbritannien. Die RWE-Aktie stürzte um sieben Prozent auf ein 24-Jahres-Tief ab und war mit Abstand das Schlusslicht im Dax. Anleger verlieren allmählich die Geduld.

Telekom wird T-Online los

Bei der Deutschen Telekom geht die Ära T-Online zu Ende. Die Bonner haben sich entschieden, T-Online und Interactive Media an den Werbevermarkter Ströer zu verkaufen. Im Gegenzug wird die Telekom Großaktionär von Ströer. Über eine Kapitalerhöhung erhält sie neue Aktien im Wert von rund 300 Millionen Euro. Die T-Aktie legte 0,8 Prozent zu, die Ströer-Aktie schoss gar fast 12 Prozent in die Höhe.

Zalando spitze im MDax

In der zweiten Reihe war Zalando der Liebling der Anleger. Die Aktie legte um 6,8 Prozent zu und war MDax-Spitzenreiter. Der Online-Modehändler hat nach einem schwungvollen Jahresstart seine Umsatzprognose angehoben. Im Gesamtjahr werde nun mit einem Wachstum zwischen 28 und 31 Prozent gerechnet. Bisher waren 20 bis 25 Prozent in Aussicht gestellt. Im ersten Halbjahr kletterten die Erlöse des MDax-Konzerns um 31,5 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.

Aurubis auf Rekordkurs

Knapp hinter Zalando landete Aurubis mit einem Plus von 6,77 Prozent auf Platz zwei der Top-Liste im MDax. Europas größter Kupferhersteller hat den Gewinn dank der Erholung in Europa kräftig gesteigert und steuert im gesamten Geschäftsjahr ein Rekordergebnis an. Das operative Vorsteuerergebnis des MDax-Konzerns kletterte im dritten Geschäftsquartal um mehr als zwei Drittel auf 81 Millionen Euro. Für den kräftigen Anstieg sorgten höhere Schmelzlöhne und Preise für Schwefelsäure. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent auf fast drei Milliarden Euro.

Deutsche Wohnen erhöht Prognose

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ebenfalls stark gefragt waren die Aktien der Deutsche Wohnen. Der Immobilienkonzern legt die Latte nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr höher. 2015 werde nun ein operatives Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO) von 285 bis 290 Millionen Euro angepeilt, teilte Deutschlands zweitgrößter privater Wohnungsvermieter mit. Bislang lag das Ziel bei mindestens 250 Millionen Euro. Nach den ersten sechs Monaten stehen bereits 143 Millionen zu Buche - ein Viertel mehr als vor einem Jahr.

Salzgitter wieder in Schwarz

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter hat die Rückkehr in die Gewinzone geschafft und einen Überschuss von 41,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle noch ein Verlust von 15,9 Millionen Euro. Alle Geschäftsbereiche steigerten ihre Ergebnisse trotz des großen Preisdrucks in der Stahlbranche. Dabei machten sich vor allem die harten Sparanstrengungen der vergangenen Jahre bezahlt. Der Umsatz blieb mit 4,5 Milliarden Euro stabil. Die Aktie rutschte dennoch ins Minus.

Euroshop tritt auf der Stelle

Nach Xetraschlkuss mneldete der Shoppingcenter-Investor Zahlen. Demnach stagnierte der Umsatz im zweiten Quartal bei 50 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank leicht um 1,4 Prozent auf 24,3 Millionen Euro. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte die Deutsche Euroshop.

Air Berlin kriegt wieder nicht die Kurve

Bei Air Berlin ist immer noch keine Wende in Sicht. Der operative Verlust (Ebit) erhöhte sich im zweiten Quartal auf 15,9 Millionen Euro nach 6,9 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz sank auf 1,071 Milliarden Euro. Grund seien Kapazitätsanpassungen, durch die allerdings die Auslastung und die Stückerträge sich verbessert hätten. Der seit Februar amtierende Air-Berlin-Chef Stefan Pichler kündigte für den Herbst einen radikalen Umbau an, mit dem operativ 2016 der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen soll.

SMA Solar nähert sich dem Turn-Around

Größter TecDax-Gewinner war SMA Solar mit einem Plus von über 12 Prozent. Ein rasant wachsendes Auslandsgeschäft und Kostensenkungen haben dem defizitären Solartechnikkonzern SMA Solar auf die Sprünge geholfen. Der Umsatz schnellte im ersten Halbjahr um über ein Viertel auf 429,3 Millionen Euro in die Höhe, wie das TecDax-Unternehmen mitteilte. Der operative Verlust (Ebit) schmolz auf von minus 62,4 auf 14,9 Millionen Euro.

GFT hebt Prognose an

Ebenfalls gefeiert wurde die Aktie von GFT Technologies. Sie stieg um über sechs Prozent. Der Finanz-IT-Spezialist hat seine Jahresprognose leicht angehoben. Der Umsatz werde 362 Millionen Euro betragen - 22 Millionen mehr als zuletzt angepeilt. Ende Juli hatten die Stuttgarter ihre Prognose noch wegen des Verkaufs des IT-Personaldienstleisters emagine kräftig gesenkt. Die Erlöse stiegen im ersten Halbjahr um 57 Prozent auf 179 Millionen Euro.

United Internet auf Rekordhoch

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein kurzes Kursfeuerwerk erlebte United Internet. Die Aktie kletterte nach den gesternabend vorgelgten Zahlen um bis zu acht Prozent in die Hölhe und schaffte mit 47,88 Euro ein Allzeithoch. Im Laufe des Tages schmolzen die Kursgewinne zusammen. Der Internetkonzern steigerte in den ersten sechs Monaten das Ebitda um 48 Prozent auf 351 Millionen Euro. Das Gewinnziel für das Gesamtjahr wurde überraschend bestätigt, obwohl die Kosten für die Kundenanwerbung höher werden. Für das laufende Jahr peilt United Internet 880.000 Neuverträge an - 80.000 mehr als bisher geplant.

Wilex verliert wichtigen Partner

Die Aktie von Wilex stürzte am Donnerstag um fast 25 Prozent ab und notiert wieder in etwa da, wo sie vor einem Jahr stand. Dabei wechselten bis zum frühen Nachmittag bereits fast vier Mal so viele Wilex-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Am Mittwochabend nach Xetra-Schluss hatte die Biotech-Firma das Ende der Kooperation mit Roche bekanntgegeben. Dies führe zu Umsatzrückgängen. Die liquiden Mittel reichten jetzt nur noch bis ins erste Quartal statt wie bislang erwartet bis zum Ende des zweiten Quartals 2016. Wilex sei nun auf der Suche nach neuen Kooperationen und Partnerschaften, sagte eine Sprecherin.

Nudel-Skandal bremst Nestlé

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé ist im ersten Halbjahr etwas langsamer gewachsen. Das währungsbereinigte organische Wachstum lag im ersten Halbjahr bei 4,5 Prozent nach 4,7 Prozent in der Vorjahresperiode, wie der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen mitteilte. Damit schnitt Nestle dennoch besser ab als von Analysten erwartet. Der Lebensmittelskandal um Maggi-Instantnudeln in Indien und die Zurückhaltung chinesischer Verbraucher bremsten Nestlé. Die Aktie stieg um gut drei Prozent.

Gute Aussichten bei der Tui

Der Reisekonzern zeigt sich trotz des jüngsten Tunesien-Anschlags optimistischer für den Rest des Geschäftsjahres. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) soll im Geschäftsjahr 2014/15, das bis Ende September geht, um 12,5 bis 15 Prozent zulegen. Das ist die obere Hälfte der bisher anvisierten Spanne. Im dritten Quartal gelang der Sprung in die Gewinnzone. Unter dem Strich verdiente Tui 29 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg um 19 Prozent auf 194 Millionen Euro. Die Tui-Aktie sprang um rund acht Prozent nach oben und war zweitstärkster Wert im britischen FTSE 100.

Smartphone enthüllt Galaxy S6+

Am Nachmittag stellte Samsung ein neues Spitzen-Smartphone, das Galaxy S6 Edge+ vor. Es bietet mehr Funktionen für Video-Aufnahmen, eine bessere Audio-Widergabe und eine kürzere Ladezeit. Das S6+ soll in Deutschland Anfang September in den Handel kommen. Mit seinen Top-Modellen hatte der Smartphone-Marktführer zuletzt die Verkaufserwartungen verfehlt

Lenovo hat ein Smartphone-Problem

Smartphones entwickeln sich bei Lenovo dagegen zum Verlustbringer. Rote Zahlen in der Smartphone-Sparte bescherten dem Computer-Hersteller einen Gewinneinbruch um die Hälfte auf 105 Millionen Euro. Die Aktien von Lenovo schlossen um neun Prozent tiefer.

nb

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Die Zahlen der Kleinen Berichtssaison

Aurelius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

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Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr