Marktbericht 15:20 Uhr

Marktbericht positiv
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Gestern runter, heute hoch Kein Ende der Schaukelbörse in Sicht

Stand: 21.05.2019, 15:20 Uhr

Welchen Tweet des größten Dealmakers aller Zeiten dürfen die Börsen wohl am Nachmittag erwarten? Investieren ist derzeit kaum berechenbar. Der Dax hält sich dabei insgesamt aber tapfer und über der Marke von 12.000 Punkten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nach den Kursverlusten des Vortages holt der Dax einen guten Teil am Dienstag wieder auf. Der Index liegt aktuell rund 0,9 Prozent im Plus bei 12.150 Punkten. Positiv zu vermerken ist, dass der deutsche Leitindex gestern die Marke von 12.000 Punkten erfolgreich verteidigt hat. "Nach dem Rutsch gestern fährt die Achterbahn heute wieder bergauf", sagte Investmentstratege Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.

Für flexible Anleger ist die derzeitige Börsenverfassung jedenfalls ein wahres Eldorado. Kaum ein Tag, an dem der Dax nicht eine neue Richtung einschlägt, immer wieder kräftig angeheizt durch den unberechenbaren Mann aus Washington.

Huawei-Atempause, aber neue Sanktionen schon wieder in Sicht

Jüngster Grund für den Aufwärtstrend ist die Atempause im Huawei-Streit, die Trump am Vorabend verkündet hatte. Die USA setzten das Geschäftsverbot für Huawei für 90 Tage aus, damit das Unternehmen seine Netze in Betrieb halten und Smartphones mit Software-Updates versorgen kann. Auch Chip-Aktien erholen sich auf breiter Front.

Die Kauflaune der Anleger könne aber schnell verpuffen, solange es keine nachhaltige Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China gebe, warnte Rupert Thompson, Chef-Analyst des Vermögensverwalters Kingswood. Aber der nächste Kriegsschauplatz, dieses Mal in Europa, ist von der Trump-Administration schon ausgeguckt.

US-Gesetz gegen Nord Stream 2 kommt bald

Wieder mal schwingen die USA die Sanktionskeule. Dieses Mal geht es gegen die am Bau der Gaspipeline von Russland nach Deutschland beteiligten Firmen. Ein Gesetz, das Strafen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen vorsehe, werde "in nicht zu ferner Zukunft" vorliegen, sagte Energieminister Rick Perry am Dienstag während eines Besuchs in Kiew.

Die US-Regierung hat wiederholt Kritik an Nord Stream 2 geübt. Ihrer Auffassung nach macht sich Europa zu sehr abhängig von russischen Energielieferungen. Betroffen sind namhafte europäische Konzerne, so BASF (mit der Tochter Wintershall), Uniper, OMV, Royal Durch Shell und die französische Engie. Federführend für den Bau ist die russische Gazprom. Wie die Sanktionen konkret aussehen sollen, sagte der Minister nicht.

Wirecard wieder vorne

Am Nachmittag setzt die Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard ihre Erholung fort. Damit sorgt ausgerechnet Wirecard für etwas Kontinuität an der Börse, ein Stück verkehrte Welt. Immerhin steht das Wirecard-Papier wieder bei fast 150 Euro und ist damit nicht mehr weit entfernt vom dem Januar-Niveau, von dem aus der Abstieg begann.

B5-Moderator Rigobert Kaiser
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B5 Börse 14.49 Uhr: Wirbel vor Deutsche-Bank-HV

Dem Dax hilft es aber deutlich mehr, dass die beiden Schwergewichte Siemens und SAP zu den größten Gewinnern gehören. Siemens profitieren dabei von einer Kaufempfehlung der Credit Suisse. Verlierer gibt es heute kaum, lediglich Beiersdorf und RWE geben etwas stärker nach.

Deutsche Bank-Aktien haben heute bei 6,58 Euro ein neues Rekordtief markiert, sich danach aber mit dem Markt erholt. Vor der Hauptversammlung am Donnerstag bleibt die Stimmung angespannt.

Euro bleibt unter 1,12 Dollar, Pfund auf Talfahrt

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die europäische Gemeinschaftswährung tendiert am Mittag etwas schwächer bei 1,1155 Dollar. Der Konjunkturausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bewegte die Devisenmärkte kaum. Sie zeichnete ein düsteres Szenario, demzufolge sich das globale Wachstum deutlich abgeschwächt hat und auch unterdurchschnittlich bleiben soll. Schuld daran sei unter anderem der Handelskonflikt zwischen China und den USA.

Am Devisenmarkt zogen sich Investoren angesichts von Spekulationen auf einen baldigen Sturz von Premierministerin Theresa May erneut aus dem Pfund Sterling zurück. Die Währung kostete mit 1,2683 Dollar zeitweise so wenig wie zuletzt vor vier Monaten.

Mays jüngster Vorschlag für einen Brexit-Deal sei schon vor der geplanten Parlamentsabstimmung dem Untergang geweiht, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Wir bewegen uns entweder auf einen 'No Deal'-Brexit oder gar keinen Brexit zu", hieß es am Markt.

Siemens empfohlen

Zu den stärksten Werten im Dax gehörte die Siemens-Aktie. Grund war eine Kaufempfehlung der Credit Suisse. Die Portfolio-Verschlankung und das Bekenntnis zur Verbesserung der Barmittel-Entwicklung überlagerten die kurzfristigen zyklischen Risiken, schrieben die Analysten der Schweizer Bank und stuften die Papiere von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Das Kursziel hoben sie zudem von 115 auf 143 Euro an.

Schock für T-Mobile US und Sprint: Fusion in Gefahr?

Das US-Justizministerium neigt einem Medienbericht zufolge zu einer Ablehnung der geplanten Milliardenfusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem US-Rivalen Sprint. Das Ministerium habe trotz Zugeständnissen der beiden Unternehmen noch Wettbewerbsbedenken, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Prüfung vertrauten Person.   | mehr

Deutsche Bank: Turbulenzen nehmen kein Ende

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Vorfeld der Hauptversammlung ist die Aktie der Deutschen Bank weiter billig wie nie. Am Dienstag rutschte die Aktie zeitweise auf ein neues Rekordtief von 6,58 Euro. Neben Verkaufsempfehlungen und dem wieder aufkochenden Geldwäsche-Skandal um US-Präsident Donald Trump steht auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner unter massivem Druck.

Einige Großaktionäre drängen Achleitner offenbar zu einem vorzeitigen Abgang. Sie forderten eine Nachfolge-Regelung für den Österreicher, um ihn vorzeitig ablösen zu können, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschlands größtem privaten Geldhaus steht am Donnerstag einmal mehr eine turbulente Hauptversammlung bevor. Erstmals haben die beiden mächtigen Stimmrechtsberater Glass Lewis und Institutional Investor Services (ISS) den Anteilseignern empfohlen, Vorstand und Aufsichtsrat der Bank nicht zu entlasten.  | mehr

Daimler will kräftig sparen

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler will laut einem "Handelsblatt"-Bericht massiv in der Verwaltung sparen. Die Kosten in den Zentralbereichen des Autobauers sollen um 20 Prozent sinken, berichtete die Finanzzeitung unter Berufung auf Insider des Konzerns. Es gehe um mehrere Milliarden Euro an Effizienzpotenzial. Der designierte Daimler-Chef Ola Källenius (Foto) feilt dem Bericht zufolge schon seit Monaten an "Gegenmaßnahmen", um die Margenziele zu retten. Die Vorarbeiten für die Initiative "Move" seien weit gediehen, im Sommer solle das Sparpaket stehen. Daimler wollte sich dazu nicht äußern.

Metro: Ärger beim Real-Verkauf

Metro-Chef Olaf Koch stößt mit seinen Plänen für einen Verkauf der Supermarktkette Real bei Großaktionär Daniel Kretinsky auf wenig Gegenliebe. Dessen EPH-Gruppe sei enttäuscht über den Stand der Transaktion, sagte ein Insider aus dem Umfeld der Kretinsky-Firma am Dienstag.

Koch hatte Anfang Mai exklusive Verhandlungen mit dem Immobilien-Investor Redos über den Verkauf von Real vereinbart. Die Übereinkunft sieht vor, dass Real als Ganzes an das von Redos geführte Konsortium veräußert werden soll, zu dem auch die Immobilieninvestoren ECE und Morgan Stanley Real Estate gehören. Metro soll zunächst einen Anteil von 24,9 Prozent an Real behalten. Kretinsky könnte bei Übernahme der Anteile der Duisburger Familienholding Haniel sowie dem Ceconomy-Anteil an Metro über die Schwelle von 30 Prozent kommen.

Ceconomy: Niedergang gestoppt?

Die kriselnde Elektronikhandelsholding Ceconomy mit ihren Töchtern Media Markt und Saturn hat unter neuem Management den Rückgang des operativen Ertrags gebremst. Der Umsatz sei allerdings im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 währungsbereinigt um 1,1 Prozent auf fünf Milliarden Euro zurückgegangen, teilte Ceconomy am Dienstag mit. Der bereinigte operative Ertrag (Ebitda) stagnierte dagegen bei 80 Millionen Euro.  | mehr

1&1 Drillisch und United Internet kürzen die Dividenden

United Internet und seine Telekommunikationssparte 1&1 Drillisch haben ihre Ankündigung wahr gemacht: Beide Unternehmen kündigten am Montagabend an, wegen der immer noch andauernden 5G-Frequenzversteigerung den jeweiligen Hauptversammlungen eine nur noch eher symbolische Dividende vorschlagen zu wollen. In beiden Fällen sollen fünf Cent je Anteilschein ausgeschüttet werden.

Die Unternehmen wollen so verhindern, dass wegen einer höheren Dividendenzahlung nicht mehr ausreichend Geld für die Ersteigerung von Lizenzen vorhanden ist. Ursprünglich hatte United Internet im Falle eines Nichterhalts einer Lizenz 90 Cent je Aktie und 1&1 Drillisch 1,80 Euro je Aktie ausschütten wollen. Im späten Aktienhandel auf Tradegate gab der Kurs von 1&1 Drillisch leicht nach, während sich die Papiere von United Internet stabil zeigten.

Evotec nimmt viel Geld in die Hand

Das Biotech-Unternehmen Evotec will Just Biotherapeutics übernehmen. Der vereinbarte Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile liegt bei bis zu 90 Millionen US-Dollar in bar. Mit einem Abschluss der Übernahme rechnet Evotec im zweiten Quartal des laufenden Jahres. Die Amerikaner haben laut Evotec 2018 einen Umsatz von 20 Millionen Euro erwirtschaftet und zur Zeit etwa 90 Mitarbeiter.

Leoni taumelt weiter nach unten

Die Leoni-Aktie ist der mit Abstand größte Verlierer im SDax. Das Bankhaus Lampe hat die Papiere nach "erneut desaströsen Ergebnissen" zum Verkauf empfohlen und das Kursziel von 21 auf 12 reduziert. Es sei zweifelhaft, dass die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um bei immer angespannterer Schuldensituation rechtzeitig die Trendwende zu schaffen. Leoni sei in der denkbar schlechtesten Verfassung, um mit einer möglichen Rezession umzugehen. Die Refinanzierung werde extrem schwierig und es drohe eine Kapitalerhöhung mit massiven Verwässerungseffekten für die Anleger.

Home Depot trotzt dem Wettergott

Die US-Baumarktkette Home Depot aus dem Leitindex Dow Jones sieht sich nach einem Umsatz- und Ergebniszuwachs im ersten Quartal auf Kurs zu den Jahreszielen. "Trotz des schlechten Wetters im Februar und im Vergleich zum Vorjahr gestiegener Bauholz-Preise sind wir zufrieden mit der grundsätzlichen Entwicklung in unserem Kerngeschäft", sagte Konzernchef Craig Menear laut Mitteilung vom Dienstag in Atlanta.

Im ersten Quartal erzielte Home Depot einen Umsatz von 26,4 Milliarden US-Dollar (rund 23,6 Milliarden Euro) und damit sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis betrug das Plus noch 2,5 Prozent, im Heimatmarkt USA waren es 3,0 Prozent. Das operative Ergebnis stieg in ähnlichem Maße auf 3,6 Milliarden Dollar. Home Depot bekräftigte seine Jahresprognosen. 2019 will der Vorstand ein Umsatzplus von rund 3,3 Prozent erreichen, auf vergleichbarer Basis peilt er etwa fünf Prozent an.

rm

Tagestermine am Freitag, den 24. Mai

Unternehmen:
Vapiano: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Akasol: Hauptversammlung, 10:30 Uhr
Va-Q-tec: Hauptversammlung, 11:00 Uhr
Stratec: Q1-Zahlen
Moeller-Maersk: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Japan: All Industry Activity Index 03/19, 7:30 Uhr
USA: Auftragseingang langlebige Güter 04/19, 14:30 Uhr

Sonstiges:
EU: Zweiter Tag der Europawahl (bis 26.5.)