Kein Befreiungsschlag, aber ein Luftholen

Stand: 26.08.2011, 19:52 Uhr

Wenn Bernanke redet, lauscht die Finanzwelt. Es gab zwar überwiegend die altbekannten Parolen, dennoch machte der Fed-Boss den Investoren Hoffnung. Der Dax reduzierte seine Verluste deutlich, auf Wochensicht legte er sogar zu.

Mit einem Plus von einem Prozent schloss der deutsche Leitindex die Handelswoche Woche ab, obwohl er auch am Freitag mit Punktverlusten aus dem Handel ging. Der deutsche Leitindex entfernte sich klar von seinen Tagestiefstständen und schloss mit einem Abschlag von 0,8 Prozent bei 5.537 Punkten. Der Late-Dax ging mit plus 0,2 Prozent bei 5.577 Punkten aus dem Handel.

Während der Rede des US-Notenbankchefs war der Dax noch einmal kräftig abgesackt. Offenbar hatten sich die Investoren mehr versprochen und hofften auf eine dramatische Ankündigung neuer Fed-Maßnahmen zur Rettung der US-Wirtschaftslage und der Aktiendepots.

Der Dow Jones als Interpretationshilfe
Inspiriert durch Gewinne an der Wall Street besannen sich die Anleger darauf, dass die Bernanke-Rede zwar sozusagen qualitativ locker war, aber durchaus auch Anlass zu Optimismus bot. Der Fed-Chef bezeichnete die längerfristigen Wachstumsaussichten für die USA als intakt.

Und vor allem: Die Zentralbank wolle zunächst kommende Wirtschaftsdaten abwarten und bei ihrer nächsten Sitzung im September über mögliche weitere Schritte beraten, ließ Bernanke wissen. Damit sind weitere geldpolitische Lockerungen durchaus möglich.

Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank kommentierte: "Im Grunde ist es keine große Enttäuschung, was Bernanke gesagt hat, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Am frühen Abend notierte der Dow Jones rund 1,5 Prozent im Plus.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
146,28
Differenz relativ
-0,14%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
73,47
Differenz relativ
-0,72%

In China liegt VWs Zukunft
Bei den Einzeltiteln fielen im Dax Autobauer positiv auf. VW will in diesem Jahr in China gemeinsam mit seinen chinesischen Partnerunternehmen erstmals mehr als zwei Millionen Autos absetzen, sagte VW-Chef Martin Winterkorn. Seit 2009 ist China der größte Absatzmarkt des Wolfsburger Konzerns. 2010 hatte VW gemeinsam mit seinen Partnern dort 1,92 Millionen Autos verkauft. Die Aktie schloss im insgesamt schwachen Markt mit Aufschlägen, auch BMW hielt sich besser als der Rest.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,64
Differenz relativ
-0,21%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,28
Differenz relativ
-1,23%

Rückfall für Finanztitel
Nachdem der Bankensektor am Vortag als einziger mit Gewinnen aus dem Handel gegangen war, ging es heute wieder in die andere Richtung. Commerzbank und Deutsche Bank sackten um jeweils fast drei Prozent. Auch Versicherungswerte kamen kräftig unter Druck: Allianz- und Munich Re verloren ebenfalls deutlich.

Gildemeister führt MDax an
Aktien des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister gingen an der Spitze des MDax aus dem Handel. Das Unternehmen startet heute ein Aktienrückkaufprogramm und will rund drei Millionen eigene Anteilsscheine, das sind 5,1 Prozent des Grundkapitals, bis spätestens zum 31. Dezember an der Börse kaufen.

Heitmann schadet Lanxess
Größter Verlierer im MDax war die Lanxess-Aktie, die fast sechs Prozent leichter schloss. Unternehmenschef Axel Heitmann 253.691 hat Lanxess-Aktien verkauft. Der Kurs lag bei durchschnittlich 38,95 Euro und der Verkaufserlös bei rund 9,9 Millionen Euro. "Das hat nicht gerade positive Signale an den Markt gesendet", merkte ein Händler an.

Nordex: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,53
Differenz relativ
-1,34%

Klatten setzt auf Nordex
Gegen den Trend legt die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex um mehr als ein Prozent zu. Die Großaktionärin Susanne Klatten hat über zwei Investmentgesellschaften insgesamt rund 100.000 Aktien des TecDax-Mitglieds gekauft. Dadurch liegt Klatten mit 24,75 Prozent nur knapp unter der Sperrminorität von 25 Prozent.

Conergy: Aufsichtsrat verklagt Ex-Vorstände
Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Solarunternehmens Conergy hat Klage gegen die ehemaligen Vorstände Hans-Martin Rüter, Heiko Piossek, Christian Langen und Albert Edelmann auf Schadenersatz in Höhe von 268 Millionen Euro eingereicht. Den ehemaligen Vorstandsmitgliedern wird unter anderem vorgeworfen, existenzgefährdende Risiken eingegangen zu sein. Conergy war 2007 in eine schwere Krise geschlittert und stand kurz vor der Pleite.

Centrotec kauft zu
Das Gebäudetechnikunternehmen Centrotec übernimmt 38 Prozent am Solarthermie-Spezialisten Industrial Solar. Die Beteiligung eröffne "einen ausgezeichneten Zugang zu Technologie, Know-how und einem internationalen Forschungsnetzwerk im weltweiten Wachstumsmarkt der solaren Prozesswärme und solaren Kühlung", teilte das SDax-Mitglied mit. Die Aktie notiert etwas fester als am Vortag.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
145,89
Differenz relativ
+0,66%

Apple: Nur wer sich ändert...
... bleibt sich treu, meint der Liedermacher Wolf Biermann. Trotz des Rückzugs des Firmengründers Steve Jobs soll bei Apple alles beim Alten bleiben. Sein Nachfolger Tim Cook versicherte, dass er der Linie von Jobs treu bleiben werde. "Ich möchte, dass Ihr sicher seid, dass sich Apple nicht verändern wird", schrieb Cook in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Tiffany: Juwelen gehen immer
Der US-Edeljuwelier Tiffany hat im zweiten Geschäftsquartal von Mai bis Juli, seinen Umsatz um 30 Prozent auf 873 Millionen Dollar gesteigert. Unterm Strich blieben 90 Millionen Dollar als Gewinn. Die Aktie notiert rund sieben Prozent fester.

Tagestermine am Mittwoch, 19. Dezember

Unternehmen:
Softbank: IPO der Mobilfunktochter in Tokyo
Ceconomy: Q4-Zahlen, 07:00 Uhr, und Bilanz-PK, 10:00 Uhr
General Mills: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr

Konjunktur:
USA: Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr, PK mit Fed-Chef Powell, 20:30 Uhr
Japan: Außenhandel im November, 00:50 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im November, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im November, 10:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q3, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im November, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr