Ist die Januar-Depression jetzt vorbei?

Stand: 01.02.2010, 20:02 Uhr

Nach wochenlangen Verlusten im Januar sind die Märkte mit Gewinnen in den neuen Monat gestartet. Befeuert wurden die Kurse vom überraschenden Schwung der US-Industrie. Ob es nun wieder aufwärts geht an den Börsen muss sich aber noch erweisen.

Neben den in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen dürften weitere Konjunkturdaten aus den USA die Richtung an den Aktienmärkten bestimmen. Die wichtigste Zahl der Woche steht dabei erst am Freitag an, mit dem Arbeitsmarktbericht für Januar.

Heute hat vor allem der US-Einkaufsmanagerindex für Schwung gesorgt. Das Barometer stieg im Januar auf 58,4 von 54,9 Punkten im Vormonat. Das ist der höchste Stand seit August 2004. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf lediglich 55,5 Punkte gerechnet. Händler sprachen von insgesamt guten Daten, wenngleich die US-Bauausgaben im Dezember stärker zurückgegangen sind als erwartet.

Dennoch klettert der Dax im Abendhandel um gut 50 Punkte oder 0,9 Prozent auf 5.660. Am Ende des elektronischen Handels waren es 5.654. Allerdings fiel das Handelsvolumen auf 130 (Freitag 207) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf drei (4,2) Milliarden Euro.

Wall Street im Glück
Auch an der Wall Street wird die Aussicht auf eine Erholung der US-Wirtschaft mit steigenden Kursen begrüßt. Der Dow Jones Index gewinnt bei Handelsschluss in Deutschland mehr als 100 Punkte bei 10.170.

Derweil hat sich Euro wieder etwas gefangen. Die Gemeinschaftswährung legte bis auf 1,3924 Dollar zu, nachdem zuvor ein Sieben-Monats-Tief von 1,3854 Dollar markiert wurde. "Es gab Entspannung beim Thema Griechenland und Portugal und der Euro ist deshalb ein wenig höher", sagte ein Händler.

Gazprom und Exxon schlagen Erwartungen
Der russische Energiekonzern Gazprom hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Überschuss stieg um ein Drittel auf umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro. Am Markt waren lediglich etwa 3,8 Milliarden Euro erwartet worden. Entsprechend erfreut reagieren die Anleger.

Auch der US-Ölgigant Exxon Mobil hat die Prognosen der Analysten geschlagen und zur Kurserholung an der Wall Street beigetragen. Statt 1,19 Dollar je Anteilsschein, verdiente der Konzern im vierten Quartal 1,27 Dollar. Die Aktie legt überdurchschnittlich zu.

Infineon weiter auf Höhenflug
Infineon setzen ihren Höhenflug fort. Gleich mehrere Analysten haben die Aktie des Chipherstellers heraufgestuft. Die UBS hat das Kursziel von 4,20 auf 4,50 Euro angehoben, die Einstufung jedoch auf "Neutral" belassen. Analyst Gareth Jenkins erwartet einen deutlichen Anstieg der Gewinne in diesem und den beiden folgenden Jahren. Auch die Citigroup erhöhte ihr Kursziel von 5,07 auf 5,40 Euro.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,85
Differenz relativ
-0,15%

Bank-Aktien auf der Gewinnerseite
Commerzbank- und Deutsche-Bank-Aktien gehören zu den größten Gewinnern im Dax. Als Grund nennen Händler technische Reaktionen nach den drastischen Einbrüchen der letzten Wochen. Auch die Erwartung guter Quartalszahlen von Deutschlands Branchenprimus am Donnerstag stützen die Kurse.

Bechtle: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
70,35
Differenz relativ
-1,05%

Krones an MDax-Spitze
Im MDax fällt die Krones-Aktie positiv auf. Der weltgrößte Abfüllanlagen-Hersteller ist zunehmend optimistischer für das laufende Jahr. "Wir werden im ersten Halbjahr eine auskömmliche Auslastung haben und damit definitiv die Rückkehr zum Gewinn schaffen", sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus der "FAZ".

Manz und Bechtle hochgestuft
Einen kräftigen Sprung macht heute auch die Aktie von Manz. Grund ist eine Heraufstufung durch Credit Suisse. Die Experten der Bank haben die Papiere von "Neutral" auf "Outperform" gesetzt und das Kursziel von 58,00 auf 73,00 Euro angehoben. Die Berechenbarkeit einer Rückkehr des Spezialanlagenbauers in die Gewinnzone sei gestiegen, heißt es in einer Studie vom Montag. Der Risikoaufschlag sinke daher.

Auch der IT-Anbieter Bechtle, ebenfalls im TecDax notiert, kann die Analysten überzeugen. Die DZ-Bank hat die Aktie von "verkaufen" auf "kaufen" hochgestuft und den fairen Wert mit 23 Euro angegeben. Die Papiere ziehen kräftig an.

Vergangenheit holt Vivendi ein
Der französische Medienkonzern Vivendi muss in einem Rechtsstreit um Finanzkommunikation in den USA eine Niederlage hinnehmen. Dabei geht es offenbar um eine Entschädigungssumme in Milliardenhöhe. Die Anleger reagieren entsprechend verschnupft. Vivendi rutschen um zeitweise um bis zu drei Prozent ab.

Ryanair optimistisch
Die Aktie von Ryanair kann heute kräftig zulegen, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres seine Verluste drastisch reduziert hat. Mut machte den Anlegern auch die Anhebung der Prognose. Danach soll der Gewinn bei 275 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte Ryanair einen Wert am unteren Ende einer Spanne von 200 bis 300 Millionen Euro prognostiziert.

Dürr sieht Aufwärtstrend
Die Aktie von Dürr legt überdurchschnittlich zu. Das SDax-Unternehmen sieht sich am Beginn eines langsamen Aufwärtstrends. Die Umsätze des weltgrößten Herstellers von Lackieranlagen hätten sich im vergangenen Vierteljahr im Vergleich zum dritten Quartal leicht erholt, sagte Firmenchef Hellwig.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr