Marktbericht 20:00 Uhr

Schwacher Euro belebt Dax Investoren erleben gelungenen Wochenstart

Stand: 18.05.2015, 20:00 Uhr

Dax und Euro bleiben aneinander gekettet. Heute sorgte die fallende Tendenz der Gemeinschaftswährung für Rückenwind beim deutschen Leitindex. In den USA erreichte der Dow Jones einen Rekordstand.

Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 11.594,28 Punkten. Der Late Dax stieg um 1,1 Prozent auf 11590,04 Punkte. Der Index kämpfte zum Wochenstart lange um die Richtung. Nach freundlichem Start sackte er zurück unter das Freitagsniveau und markierte den Tagestiefststand bei 11.378,86 Zählern. Marktbeobachter machten unter anderem die Lage in Griechenland als Kursbeweger aus. Zunächst hatte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht von einer besorgniserregenden Lage in Griechenland gesprochen. Die Zahlungsfähigkeit Griechenlands sei akut bedroht.

Leichter Aufwind in Europa

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 20.15 Uhr

Anschließend hätten Nachrichten über gewisse Fortschritte in den Verhandlungen die Stimmung und den Dax wieder steigen lassen, meinten Börsianer: "Die Zuversicht, dass in der entscheidenden Phase die zähen Verhandlungen mit Griechenland Erfolge verzeichnen, setzte sich wieder durch", schreibt Niall Delventhal von DailyFX. Der EuroStoxx 50 beendete den Handel mit plus 0,5 Prozent auf 3.589,22 Punkten. Der CAC 40 stieg in Paris um 0,4 Prozent auf 5.012,31 Punkte. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,1 Prozent auf 6968,87 Punkte nach oben.

Dow Jones schleicht zum Rekord

Abseits von den interessanten Erwägungen zu Griechenland bleibt es der Euro, der den Dax lenkt. Je schwächer er ist, desto stärker wird der Dax. Diese Regel bewahrheitete sich auch am Montag. Als die Gemeinschaftswährung in der zweiten Handelshälfte nachgab, zog der deutsche Leitindex wieder an.

"Einem wieder schwächeren Euro gebührt der Dank, dass der Deutsche Aktienindex am Nachmittag wieder etwas Boden gut machen konnte. Auch die Ruhe und leichte Stabilisierung am Anleihemarkt nach den Schwankungen der vergangenen Tage trugen zur überwiegend positiven Stimmung bei", kommentiert Andreas Paciorek von CMC Markets.

Der US-Leitindex Dow Jones kletterte unterdessen auf ein Rekordhoch bei mehr als 18.300 Punkten. Allerdings blieb der Handel kraftlos: Nach den jüngsten Kursgewinnen fehle der weitere Antrieb, sagten Händler, zumal es an Konjunkturdaten mangele. Und die Daten, die es gab, fielen enttäuschend aus. Die Stimmung am US-Immobilienmarkt hat sich im Mai überraschend eingetrübt. Statt von 56 Punkten auf 57 zu steigen, sackte der NAHB-Index auf 54 Punkte ab. Am Abend lag der Dow Jones 0,2 Prozent im Plus.

VW an der Dax-Spitze

Nach dem hohen Kursverlust von rund sieben Prozent in der Vorwoche war die VW-Aktie heute am gefragtesten. Die Deutsche Bank hat in einer aktuellen Studie das Kursziel für den Autobauer um 50 Euro auf 280 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

Europäische Banken vor Massenherabstufungen?

Auch die Banken rückten in den Fokus. Laut dem "Handelsblatt" macht die Ratingagentur Fitch in dieser Woche ernst mit der angedrohten Massen-Herabstufung europäischer Banken. Betroffen sein dürften dutzende Institute, darunter auch die Deutsche Bank, vor allem aber die Commerzbank.

Analysten sehen Deutsche Börse kritisch

Zu den schwächsten Werten im Dax gehörte die Deutsche Börse. Die französische Großbank Société Générale hat den Titel von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 66 auf 80 Euro angehoben. Das vorhandene Aufwärtspotenzial reiche für eine Kaufempfehlung nicht mehr aus.

Steuernachzahlung bei RWE?

RWE-Aktien übernahmen die rote Laterne im Dax. Der Energiekonzern muss einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge Gewerbesteuern im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich nachzahlen. Einen Einfluss auf die aktuelle Jahresprognose habe die Steuernachzahlung nach Darstellung von RWE aber nicht.

Eon baut Windpark

Der Energiekonzern Eon treibt sein Ökostrom-Geschäft mit einer neuen Milliarden-Investition in Großbritannien an. Im Ärmelkanal will Eon einen neuen Windpark bauen. Knapp 1,9 Milliarden Euro sollen Bau und Anschluss der Anlage kosten. Der Baubeginn sei für 2016 geplant, sagte ein Sprecher. Nach rund zwei Jahren sollen die 116 Windturbinen ans Netz gehen und jährlich rund 1.300 Gigawattstunden Strom erzeugen - das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 300.000 Haushalten. Lieferant der Turbinen ist der dänische Weltmarktführer Vestas.

Neue Siemens-Anleihe in Dollar

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
110,24
Differenz relativ
+0,15%

Zur Finanzierung der 7,6 Milliarden Dollar schweren Übernahme der US-Energietechnikfirma Dresser-Rand hat Siemens am Montag eine Dollar-Anleihe aufgelegt. Es ist nach Daten der Thomson-Reuters-Tochter IFR die erste Dollar-Anleihe des Unternehmens seit 2006. Um zu verhindern, dass die Euro-Schwäche die Pläne für den größten Zukauf in der Geschichte des Münchener Industriekonzerns verteuert, hatte Siemens eine Abwicklung in Dollar über seine US-Sparte angekündigt. Die EU-Wettbewerbshüter müssen der Übernahme übrigens noch zustimmen.

SMA Solar: Gefallener Engel versucht Turnaround

Im TecDax knüpften Aktien von SMA Solar an ihre jüngste Erholungsbewegung an. Seit der Zahlenvorlage in der Vorwoche hat die Aktie des stark gebeutelten Solartechnik-Herstellers rund 30 Prozent hinzugewonnen. Marktbeobachter sprechen von einem "Short Squeeze". Die Aktie schickt sich nun an, das Abwärtsgap vom Dezember zu schließen. Das macht Hoffnung auf Kurse jenseits der 20-Euro-Marke.

Fuchs kauft zu

Der Schmierstoff-Hersteller Fuchs Petrolub will mit einem Zukauf sein Geschäft mit der Automobilindustrie stärken. Das im MDax notierte Unternehmen übernimmt die in Wedel ansässige Deutsche Pentosin-Werke GmbH, wie Fuchs Petrolub am Montag mitteilte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Osram-Chef will Aufspaltung vorantreiben

Die Osram-Aktie gehörte ebenfalls zu den MDax-Gewinnern. Osram-Chef Olaf Berlien will die geplante Ausgliederung des traditionellen Lampen-Geschäfts entschieden vorantreiben. "In den kommenden zwölf Monaten wird der Bereich selbstständig, in einer eigenen Rechtsform sein", sagte Berlien der "Süddeutschen Zeitung" und bekräftigte damit frühere Aussagen.

Wacker geben nach

Schlusslicht bei den mittelschweren Werten waren Wacker Chemie. Eine sehr negative Merrill-Lynch-Studie belastet. Analyst Laurent Favre von der US-Investmentbank kappte seine Einstufung für die Aktie von "Buy" auf "Underperform" und reduzierte sein Kursziel von 123 auf 106 Euro. "Die Argumentation für die Senkung um gleich zwei Stufen liest sich doch sehr negativ", begründete ein Händler das dicke Minus bei den Papieren des Spezialchemiekonzerns.

Symrise weiter auf Shoppingtour

Symrise macht mit einem Zeitungsinterview auf sich aufmerksam. Demnach plant der Duft- und Aromahersteller weitere Zukäufe. "Aktuell haben wir fünf bis zehn Kandidaten in der Prüfung und schauen, ob es Sinn macht und eine Übernahme refinanzierbar wäre", sagte Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram der "Welt am Sonntag".

TAG Immobilien greift in Ostdeutschland zu

TAG Immobilien kauft weitere Wohnungen in Ostdeutschland. Für rund 18,6 Millionen Euro hat das MDax-Unternehmen in der vergangenen Woche 839 Wohnungen und 23 Gewerbeimmobilien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg erworben. Knapp die Hälfte davon sei im Großraum Leipzig, etwa ein Viertel in der Region Dresden.

Kabel Deutschland zurück in der Gewinnzone

Kabel Deutschland schreibt wieder schwarze Zahlen. Im Geschäftsjahr 2014/15 (Ende März) wurde ein Überschuss von 239 Millionen Euro erzielt nach einem Verlust von 68 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Minus im vergangenen Geschäftsjahr war vor allem wegen der Kosten für die Übernahme durch Vodafone entstanden.

Sixt bleibt auf Wachstumskurs

Im SDax macht Sixt mit Zahlen zum ersten Quartal auf sich aufmerksam. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) wuchs um 5,5 Prozent auf 28,1 Mio. Euro - trotz erheblicher Aufwendungen für strategische Expansionsmaßnahmen im Ausland. Die Tochter Sixt Leasing AG, die Anfang Mai den Sprung an die Börse wagte, hat ihren Vorsteuergewinn sogar verdoppelt.

Vossloh: "Großes Interesse"

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh führt erste Gespräche über den Verkauf des Lokomotivbaugeschäfts. "Das Interesse war von Anfang an sehr groß", sagte Finanzvorstand Oliver Schuster der "Börsen-Zeitung". Es gebe Interessenten für den ganzen Geschäftsbereich und solche, die nur Teile davon haben wollten. Die Sparte hatte zuletzt einen Umsatz von 455 Millionen Euro erzielt.

Air Berlin: Die wirklich allerletzte Chance

Bei der Sanierung von Air Berlin geht es aus Sicht des neuen Vorstandschefs Stefan Pichler um die Existenz der kriselnden zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. "Das hier ist unser letzter Schuss, wir müssen es jetzt schaffen, es gibt keinen zweiten Versuch mehr", sagte Pichler der "Süddeutschen Zeitung". "Air Berlin hat über Jahre Geld verbrannt."

Kommt die UBS besser davon?

Die UBS hat offenbar mit dem US-Justizdepartement im Fall um Devisenmanipulationen und auch im neu aufgerollten Libor-Skandal eine Einigung erreicht. Laut der "NZZ am Sonntag" dürfte sich die Gesamtstrafe auf höchstens 800 Millionen Dollar summieren. Die UBS käme somit finanziell besser weg als von Analysten vorausgesagt.

OMV mit Gewinneinbruch

Der Erdöl- und Gaskonzern OMV hat im ersten Quartal wegen des gesunkenen Ölpreises einen Gewinneinbruch verbucht. Das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 333 Millionen Euro, wie der in Wien ansässige Konzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 322 Millionen Euro gerechnet.

Fusionieren Intel und Altera?

Die Chip-Hersteller Intel und Altera führen einem Zeitungsbericht wieder Fusionsgespräche. Beide Firmen seien in Verhandlungen über einen Deal im Volumen von möglicherweise mehr als 13 Milliarden Dollar, berichtete die "New York Post" am Montag. Bis zu einer Entscheidung werde es aber wohl noch einige Wochen dauern. Beide Unternehmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Avon-Thriller ruft FBI auf den Plan

Die mysteriöse Übernahmeofferte für den Kosmetikkonzern Avon hat die US-Behörden alarmiert. Die Bundespolizei FBI bestätigte am Freitag, dass sie den Fall unter die Lupe nimmt. Die Avon-Aktie war am Donnerstag um bis zu 20 Prozent nach oben geschossen, nachdem bei der SEC ein Kaufangebot eingegangen war. Doch Avon gab an, kein Angebot erhalten zu haben. Die Bieterfirma soll zudem gar nicht existieren.

Apple auf dem richtigen Weg?

Apple stärkt seinen Kartendienst mit dem nächsten Zukauf. Der iPhone-Konzern übernimmt die Firma Coherent Navigation, die einen hochpräzisen Navigations-Service entwickelt hat. Apple bestätigte den Deal unter anderem dem "Wall Street Journal" am späten Sonntag mit der üblichen knappen Formulierung, dass man gelegentlich kleinere Technologie-Unternehmen kaufe.

Panasonic greift Tesla an

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic hat die neuen Tesla-Batterien für Haushalte und Firmen als einen "Marketingcoup" bezeichnet. Die Technologie von Tesla-Chef Elon Musk sei keineswegs neu, sagte eine Panasonic-Sprecherin der Branchenzeitung "Automobilwoche". "Seit drei Jahren stellen wir bereits solche Speicherbatterien her und haben damit in Japan großen Erfolg."

ts

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Tesla Motors - hier wird die Elektroauto-Vision wahr Galerie

Tesla Semi

Tesla Semi
Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen