Ins Wochenende mit schalem Beigeschmack

Stand: 28.05.2010, 20:02 Uhr

Die vergangene Börsenwoche war keine für zartbesaitete Anleger. Die Volatilität war beachtlich, immerhin rettete der Dax einen Kursgewinn ins Wochenende. Der Freitagabend indes wurde überschattet von der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens und schwachen amerikanischen Konjunkturzahlen.

Für den Dax endete die Woche deutlich besser als die vorangegangene. Nach zwei Verlust- und drei Gewinntagen schloss der deutsche Leitindex bei 5.946 Punkten, einem kleinen Tagesplus von 0,2 Punkten. Im späten Handel, nach Beendigung des Computerhandels um 17:30 Uhr, gab es auf dem Parkett allerdings noch deutlich sichtbare Verluste. Und diese nicht ohne Grund.

Am Abend meldete die amerikanische Ratingagentur Fitch, dass sie die Kreditwürdigkeit Spaniens heruntergestuft habe. Die Bonität des Landes sei ab sofort mit der Note AA+ zu bewerten, urteilte Fitch und verunsicherte damit die Finanzmärkte. Zwar blieb ein Kursschock wie vor einigen Wochen bei der Herunterstufung Griechenlands aus, doch Dow Jones und Euro bewegten sich danach scharf abwärts.

Amerikanische Konjunkturdaten waren am Freitag ebenfalls nicht dazu angetan, die Stimmung zu retten. Verbraucherausgaben und der Einkaufsmanagerindex aus Chicago waren beide leicht schwächer als erwartet. Besser als prognostiziert kam der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan, wenngleich nur minimal.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,64
Differenz relativ
-1,05%

Größter Verlierer im Dax war die Aktie der Deutschen Börse, die um 5,4 Prozent fiel. Ebenso wie die Deutsche Bank notierte sie am Freitag ex Dividende, das heißt, die Ausschüttung an die Aktionäre, die immerhin 2,10 Euro je Aktie betrug, wurde am Morgen vom aktuellen Kurs abgezogen. Die Deutsche Bank schüttete nach ihrer Hauptversammlung 0,75 Euro aus.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,98
Differenz relativ
-2,51%

Daimler will höhere Rendite
Langfristige Gewinnziele hat der Autokonzern Daimler mit seiner Marke Mercedes Benz vor. Ab dem Jahr 2012 soll die Sparte wieder die zuletzt nicht mehr erreichte Umsatzrendite von zehn Prozent schaffen. "Vorausgesetzt, es gebe keinen weiteren weltweiten Konjunktureinbruch", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche in Peking.

MAN setzt auf die Wirtschaftserholung
Der Lastwagenhersteller MAN aus München will den Verkauf seiner Produkte in diesem Jahr deutlich forciert sehen. Ein Viertel mehr Lkw als noch im vergangenen Jahr wolle man verkaufen, sagte Finanzdirektor Frank Lutz in einem Zeitungsinterview. Das ist etwas mehr als die bisher prognostizierten 20 Prozent gegenüber einem für die Lkw-Branche wahrhaft grottenschlechten Krisenjahr 2009. Die Aktie legte 0,7 Prozent zu.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,59
Differenz relativ
+0,10%

JP Morgan empfiehlt die Post, Deutsche Bank warnt vor K+S
Die im Dax notierte Aktie der Deutschen Post gewann ein Prozent hinzu. Die Fachleute von JP Morgan hatten sich die Aktie angesehen und mit "Overweight" zum Kauf empfohlen. Kursziel ist 19,50 Euro. Potenzial gebe es vor allem dank der Bemühungen der Post, Konzern und Geschäft schlanker zu gestalten. Papiere des Düngemittelkonzerns K+S hingegen verloren ein Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Verkaufsempfehlung erneuert hatte und das Kursziel auf 33 Euro senkte.

Freenet empfohlen
Im TecDax gewann die Aktie des Internetkonzerns Freenet 2,4 Prozent. Beobachter verwiesen auf den Bericht eines Börsenblattes, dass Freenet möglicherweise seine Dividende anheben könnte. Außerdem hat die Berenberg-Bank ihr Anlageziel für Freenet-Aktien auf elf Euro angehoben, die Aktie wird zum Kauf empfohlen.

Die letzten Bilanzen
Als einer der letzten Nachzügler legte der im SDax notierte Saatguthersteller KWS seine Quartalsbilanz vor. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009/2010 habe man den Umsatz leicht auf 587 Millionen Euro verbessert, teilte die Firma mit. Der Gewinn stieg dabei von 71 auf 82 Millionen Euro.

Die endgültigen Zahlen gab es vom Solarunternehmen Systaic. Anleger schienen vor allem auf ein Großprojekt in Spanien zu reagieren, das mehr als 17 Millionen Euro in die Kassen der kleinen Firma spült. Die Aktie legte kräftig zu.

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr