Marktbericht 20:02 Uhr

Dax knackt neue Höchstmarke In Trippelschritten zum Rekord

Stand: 25.10.2013, 20:02 Uhr

Die ungebrochene Geldflut der Notenbanken hat den Aktienmärkten auch in dieser Woche zu neuen Höchstständen verholfen. Der Dax knackte am Freitag sogar kurzzeitig die 9000er-Marke. Gemischt ausgefallene Konjunkturmeldungen wurden ignoriert.

Am frühen Nachmittag war es endlich soweit: der Dax übersprang die magische Marke von 9.000 Punkten und markierte bei 9.010 Zählern ein neues Allzeithoch. Danach bröckelten die Gewinne wieder ab, so dass de Leitindex schließlich unter der neuen Rekordmarke aus dem Handel ging mit einem Tagesplus von 0,06 Prozent bei 8985,74 Punkten. Auf Wochensicht legte der Dax aber 1,36 Prozent zu.

Dass sich die Stimmung in der Wirtschaft sowohl in Deutschland als auch in den USA zuletzt etwas eingetrübt hat, ließ die Anleger kalt. Tatsächlich sank das von der Universität Michigan veröffentlichte Konsumklima im Oktober von 77,5 Punkten im Vormonat auf 73,2. Ökonomen hatten mit 75,0 Punkten gerechnet.

Auch in Deutschland hat sich das Klima in der Wirtschaft im Oktober nach fünf Anstiegen in Folge erstmals wieder verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima ist von 107,7 Punkten im Vormonat auf 107,4 Punkte gefallen. Bankvolkswirte hatten hingegen einen Anstieg auf 108,0 Punkte erwartet.

In New York kommt der Dow Jones-Index am Freitag kaum voran. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert er bei 15.531 Punkten, 0,2 Prozent mehr als am Donnerstag.

Analysten bleiben optimistisch

Analysten rechnen mit einer Fortsetzung der Rally. "Die Börsenampeln bleiben auf Grün und auch angesichts der besser als befürchtet angelaufenen Berichtssaison mit überraschend guten Daten von Dax-Schwergewichten wie BASF, Daimler und SAP sollte der Leitindex sein erhöhtes Niveau noch ausbauen können", sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Tobias Basse, Analyst bei der NordLB erwartet gar, dass der Dax bis auf 10.000 Punkte steigt. "Die Investoren wollen für den Dax die 10.000 sehen", sagt er. Schon in den nächsten drei bis sechs Monaten könnte sich der Leitindex 25 Jahre nach seinem Start der magischen Zahl nähern, prognostiziert der Stratege.

Euro wird allmählich zum Problem

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1454
Differenz relativ
-0,41%

Nachdem der Euro am Freitagmorgen bis auf 1,3832 Dollar geklettert ist und damit immer mehr exportoriente Unternehmen unter Druck setzt, fällt die Gemeinschaftswährung am Nachmittag etwas zurück, notiert aber bei Börsenschluss wieder bei 1,38 Dollar - sehr zum Unmut unserer französischen Nachbarn und anderer EU-Staaten. Sie fordern, wie jüngst der französische Industrieminister Arnaud Montebourg, die Europäische Zentralbank auf, die Zinsen weiter zu senken, um den Euro zu schwächen.

Procter & UPS bestätigen Jahresziele

Gute Nachrichten kommen von den beiden US-Schwergewichten Procter & Gamble siwue UPS. Nach einem soliden Auftakt in das neue Geschäftsjahr sieht sich der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble auf bestem Weg zu seinen Jahreszielen. Zwischen Juli und Ende September stieg der Nettogewinn um knapp acht Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern sogar einen kräftigen Gewinn-Schub. Auch der Paketdienst UPS steigerte seinen bereinigten Quartalsgewinn um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar und bestätigte seine Jahresprognose.

BASF-Zahlen machen den Anlegern Freude

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
68,18
Differenz relativ
-1,22%

Im Dax erobern die Papiere der BASF schließlich die Spitzenstellung. Starke Geschäfte mit Kunststoff und Katalysatoren für die Autoindustrie haben den Chemieriesen im dritten Quartal in der Spur gehalten. Auch sein laufendes Sparprogramm half dem Weltmarktführer, die flaue Konjunktur und zusätzliche Belastungen durch einen starken Euro zu verkraften. BASF baute seine Gewinne deutlich aus und bestätigte seine Jahresziele.

ThyssenKrupp und Telekom schwach

Zu den größten Verlierern gehören dagegen die Papiere von ThyssenKrupp und der Telekom. Der Stahlkonzern leidet unter Herabstufung von "Kaufen" auf "verkaufen" durch das Düsseldorfer Bankhaus Lampe. Deren Analyst senkte zudem das Kursziel von 19 auf 18 Euro. Noch stärker unter Druck geraten ist die Aktie der Telekom. Sie verliert gut zwei Prozent, ohne dass Händler zunächst eine Erklärung dafür fanden.

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,15
Differenz relativ
-0,89%
Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,55
Differenz relativ
+1,08%

Software AG kauft zurück

Im TecDax schaffen es die Papiere der Software AG an die Spitze. Das Unternehmen will eigene Aktien für bis zu 110 Millionen Euro erwerben, um den zuletzt stark unter Druck geratenen Kurs zu stützen. Der Rückkauf soll mit bestehenden Barmitteln finanziert werden. Die Aktie des Darmstädter Softwareherstellers gab im bisherigen Jahresverlauf gegen den Markttrend deutlich nach.

Morphosys ist zuversichtlich

Überdurchschnittlich zulegen kann auch die Aktie von Morphosys. Das Biotechunternehmen blickt nach einer positiven Umsatzentwicklung und überraschend niedrigen Kosten optimistischer auf das Gesamtjahr. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei nun mit sieben bis zehn Millionen Euro zu rechnen. Bisher war Morphosys von zwei bis sechs Millionen Euro ausgegangen. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen nun das Erreichen des oberen Endes der ursprünglich veröffentlichten Spanne von 74 bis 78 Millionen Euro.

Jenoptik am TecDax-Ende

Bergab geht es mit Jenoptik-Papieren. Die DZ Bank hat die Titel von "Kaufen" auf "Verkaufen" abgestuft und den fairen Wert bei 11 Euro belassen. Die im TecDax notierte Aktie des Technologiekonzerns sei mittlerweile zu teuer, schrieb Analyst Dirk Schlamp in einer Studie vom Freitag. Das Risiko eines Kursrückschlages sei nach dem massiven Wertzuwachs um 80 Prozent im bisherigen Jahresverlauf hoch. Daher empfiehlt der Experte Gewinnmitnahmen.

ElringKlinger und Wacker Chemie

Im MDax stehen die Papiere von ElringKlinger und Wacker Chemie unter starkem Verkaufsdruck. Bei Elring habe vor allem die Warnung vor weiteren Wechselkursbelastungen überrascht, sagte ein Händler. Der Automobilzulieferer schließt nicht aus, dass Umsatz und operatives Ergebnis im laufenden Jahr nur am unteren Ende der angestrebten Bandbreiten wachsen werden, falls der Euro weiter aufwertet. Eine Herabstufung hat dagegen die Aktien von Wacker Chemie auf Talfahrt geschickt. Die Chemietitel zählen zu den schwächsten Werten im MDax. In der Spitze waren die Aktien knapp eine Woche vor den Zahlen für das dritte Quartal auf 69,05 Euro und damit den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen.

Microsoft auf Kurs

In New York legt die Microsoft-Aktie um gut sechs Prozent zu, nachdem der Konzern am Donnerstagabend mit seinen Quartalszahlen für eine Überraschung gesorgt hatte. Mircosoft steigerte seinen Gewinn um 17 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz belief sich auf 18,53 Milliarden Dollar.

Amazon begeistert Investoren

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.548,60
Differenz relativ
-2,60%

Auch Amazon kommt bei den Anlegern gut an. Der weltgrößte Internethändler wächst dank eines aggressiven Expansionskurses überraschend schnell und hat trotzdem seinen Verlust deutlich eingegrenzt auf 41 Millionen Dollar. Vor einem Jahr stand jedoch noch ein Minus von 274 Millionen Dollar unter dem Strich.

Milliardenauftrag für Boeing

Gute Nachrichten kommen auch vom Airbus-Konkurrenten Boeing. Der US-Flugzeughersteller habe von der Staatsholding China Aviation Supplies Holding Zusagen für Bestellungen im Volumen von insgesamt 20,7 Milliarden Dollar zu Listenpreisen erhalten, sagten am Freitag zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dabei gehe es um 200 Mittelstreckenflieger vom Typ 737-Max.

Zynga sorgt für Freudensprung

Zynga-Aktien springen am Freitag um mehr als 11 Prozent in die Höhe, weil es der neue Chef Don Mattrick im dritten Quartal geschafft hat, die Verluste drastisch auf 68.000 Dollar zu reduzieren. Im Vorjahreszeitraum hatte die Firma noch annähernd 53 Millionen Dollar verloren.

lg

Tagestermine am Freitag, 19. Oktober

Unternehmen:
Procter & Gamble: Q1-Zahlen
Villeroy&Boch: Neunmonatszahlen
Schlumberger: Q3-Zahlen
Software AG: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Remy Cointreau: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
London Stock Exchange: Trading Update, 08:00 Uhr
State Street Corp: Q3-Zahlen, 14:30 Uhr
Honeywell: Q3-Zahlen, 14:30 Uhr

Konjunktur:
China: Industrieproduktion, September, 04:00 Uhr