Marktbericht 20:12 Uhr

Dax schließt deutlich höher "Happy Day" an den Börsen

Stand: 08.09.2015, 20:12 Uhr

Ein neuer deutscher Export-Rekord hat am Dienstag dem Dax kräftige Kursgewinne beschert. Auch die Ankündigung eines chinesischen Konjunkturprogramms sorgte für gute Laune an den Börsen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ist der September doch besser als sein Ruf? Der Dax hat binnen zwei Tagen die Verluste zu Anfang des Börsenmonats wieder wettgemacht. Am Dienstag ging es um 1,7 Prozent nach oben auf 10.271 Punkte. Zeitweise überwand das deutsche Börsenbarometer die Marke von 10.300 Zählern.

Europas Börsen und Wall Street auf Erholungskurs

Etwas moderater fiel das Kursplus an den anderen europäischen Börsenplätzen aus. Der EuroStoxx50 rückte um gut 1,1 Prozent auf 3.233 Punkte vor. Der französische Cac40 schloss rund ein Prozent höher.

Unterstützung kam von der Wall Street. Die US-Börsen zeigten sich nach dem gestrigen Feiertag Labor Day gut erholt. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss 1,9 Prozent im Plus. Der marktbreite S&P gewann 1,8 Prozent.

Konjunktur-Kontast zwischen China...

Die Ankündigung der Regierung in Peking, mit Investitionen von knapp zehn Milliarden Euro die Infrastruktur anzukurbeln, wurde positiv aufgenommen. Da ließen sich auch erneut schwache Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte verschmerzen. Die Exporte schrumpften dort um 5,5 Prozent, die Einfuhren brachen sogar um fast 14 Prozent ein.

... und Deutschland

ARD-Börsenstudio Hörfunk: Alexander Schmitt
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Börse 20.15 Uhr

Dagegen überraschten die Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone positiv. Die Exporte der deutschen Industrie stiegen im Juli um 2,4 Prozent auf 103,4 Milliarden Euro an. Volkswirte hatten lediglich mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent gerechnet. Das zeigt, dass die nachlassende Dynamik in einzelnen Schwellenländern von der europäischen Konjunktur aufgefangen wurde. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone wuchs im zweiten Quartal stärker als erwartet um 0,4 Prozent. Der Kontrast zwischen der deutschen und chinesischen Handelsbilanz sei schon sehr interessant und spreche für die europäische Wirtschaft, meinte KBC-Aktienstratege Piet Lammers.

Euro knapp unter 1,12 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro zog leicht an. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Abend bei 1,1185 Dollar. In der Nacht hatten wachsende Sorgen um China den Euro auf über 1,12 Dollar getrieben. Die Ölpreise stiegen ebenfalls leicht. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Abend über 48 Dollar.

Später Kurssprung von K+S

Im Dax gab es am Dienstag nur Gewinner. Zum Spitzenreiter mauserte sich K+S. Die Aktie schoss um neun Prozent in die Höhe. Laut einem Vorab-Bericht des "Handelsblatt" bereitet Potash ein feindliches Übernahmeangebot für den Kasseler Düngemittel- und Salzhersteller vor. Die hessische Landesregierung wies den Bericht aber zurück.

Analysten-Lob beflügelt Commerzbank

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zweitgrößter Gewinner war die Commerzbank mit einem Plus von fast sieben Prozent. Zwei wohlwollende Studien der US-Banken Merrill Lynch und JP Morganb gaben den Titeln Auftrieb. JPMorgan sieht in der Aktie eine günstige Möglichkeit, auf ein Engagement in Kerneuropa zu setzen und Risiken in den Schwellenländern zu vermeiden. Die US-Bank hat die Titel von Deutschlands zweitgrößter Bank von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft, aber das Kursziel auf 13 Euro belassen.

RWE wird hochgestuft

Ebenfalls von Analystenlob getrieben sprang die Aktie von RWE um knapp sechs Prozent nach oben. Das ist der größte Tagesgewinn seit vier Jahren. Die Experten von Kepler Cheuvreux haben die Papiere des Versorgers auf "hold" hochgestuft und RWE von der Liste der "Least preferred Stock" gestrichen. In den vergangenen Wochen waren die RWE-Aktien um gut 30 Prozent abgestürzt.

Lufthansa-Aktie trotzt dem Streik

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch die Lufthansa-Aktie konnte stärker als der Markt um über zwei Prozent zulegen. Dabei müssen sich die Passagiere der Airline auf immer härtere Streiks der Piloten einstellen. Zum Start des 13. Arbeitskampfes in der aktuellen Tarifrunde am Dienstag hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) dem Unternehmen mit weiteren Streiks gedroht. "Bis auf weiteres ist es jede Woche möglich, dass es neue Ausstände gibt", sagte ein VC-Sprecher.

Metro-Artikel bei Alibaba

Im MDax waren die Aktien von Metro gefragt. Sie stiegen um über zwei Prozent. Der Handelskonzern schmiedet ein Bündnis mit dem chinesischen Alibaba-Konzern. Metro eröffnet einen eigenen Internet-Shop auf einer Plattform des chinesischen Online-Händlers. Über diesen sollen Eigenmarken-Produkte der Metro und deutsche Markenartikel im Reich der Mitte vertrieben werden. In einerr ersten Phase können die Chinesen aus rund 100 Artikeln wählen- von Schogetten über Konserven bis hin zu Kosmetikartikeln von Real.

Rheinmetall macht die Luft sauber

Rheinmetall hat sich Großaufträge von zwei Automobilherstellern gesichert. Das Umsatzvolumen der beiden Aufträge belaufe sich insgesamt auf über 300 Millionen Euro, teilte der Konzern mit. Die Automobil-Zuliefersparte des Konzerns solle Abgasklappen für einen europäischen Autohersteller sowie Abgasrückführmodule für einen Abnehmer in den USA liefern. Die Produkte dienten unter anderem zur Emissionsreduzierung. Die Aktie schloss knapp zwei Prozent fester.

RTL ex Dividende

Der Quoten-Erfolg mit dem EM-Qualkifikationsspiel Schottland gegen Deutschland konnte am Dienstag den RTL-Aktien nicht helfen. Sie verloren über ein Prozent- auf den ersten Blick. Tatsächlich aber wurden sie heute ex Dividende gehandelt. Der Medienkonzern schüttet 1,00 Euro je Anteil aus.

Morphosys gibt mehr für Forschung aus

Die Biotechnologiefirma aus dem TecDax erwartet für 2016 höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Auch in den Folgejahren dürften höhere Kosten anfallen als bisher. Die Nachricht belastete die Morphosys-Aktie ein bisschen. Der Biotech-Titel legte nur 0,5 Prozent zu.

Zumtobel enttäuscht

Bergab ging es mit der Aktie des österreichischen Lichtspezialisten Zumtobel. Sie büßte 2,5 Prozent ein. Zumtobel hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Vorsteuerergebnis von 13,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Analysten hatten mit 19,4 Millionen gerechnet. Der Umsatz erreichte rund 342 Millionen Euro. Das Unternehmen bestätigte aber seinen Ausblick für 2015/16.

Fusionitis in der Zocker-Branche

In der Online-Glücksspielbranche entsteht ein neuer Branchenriese: Der britische Anbieter Betfair und der irische Rivale Paddy Power schließen sich in einer über acht Milliarden Euro schweren Fusion zusammen. In der vergangenen Woche hatte bereits GVC Bwin.party geschluckt. Höhere Steuern und eine strenge Regulierung forcieren die Konsolidierung in der Online-Glücksspielbranche.

Brüssel genehmigt Alstom-Übernahme

Am Abend gab die EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme von Alstom durch General Electric (GE) - unter Auflagen. So machte GE das Zugeständnis, Kernelemente der Hochleistungsgasturbinen-Sparte von Alstom an das italienische Unternehmen Ansaldo weiterzuverkaufen, teilte die EU-Kommission mit. Ansaldo werde somit als Konkurrent gestärkt. GE-Aktionäre jubelten: Die Papiere gewannen als bester Wert im Dow rund 4 Prozent.

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Donnerstag, 19. Juli

Unternehmen:
Volvo Car: Halbjahreszahlen, 6:00 Uhr
Volvo AB: Q2-Zahlen, 7:20 Uhr
Kuehne & Nagel: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
Givaudan: Halbjahreszahlen, 6:45 Uhr
ABB: Q2-Zahlen, 6:50 Uhr
Adva Optical: Q2-Zahlen, 7 Uhr
SAP: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Amadeus Fire: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Villeroy & Boch: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
Unilever: Halbjahreszahlen, 8 Uhr
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Bank of New York: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Blackstone: Q2-Zahlen
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Konjunktur:
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USA: Frühindikatoren, 06/18, 16 Uhr