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Dax bekommt keinen Schwung Handelsabkommen sorgt nicht für Kursschub

Stand: 15.01.2020, 09:20 Uhr

Unter dem Vortagsschluss startet der deutsche Leitindex in den Mittwochshandel. Die Vorgaben aus Übersee sind für Dax & Co. am Morgen nicht begeisternd. Anleger zweifeln am Handelsabkommen zwischen den USA und China, das heute unterzeichnet werden soll.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13.526,13
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Zwar soll am Mittwoch ein erster Teil dieses Abkommens unterzeichnet werden. Die Zölle für in die USA exportierte Waren aus China werden laut Medienberichte aber zunächst nicht gestrichen. Diese blieben bis nach den Wahlen zur US-Präsidentschaft in Kraft, berichtete etwa die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zeremonie in Washington

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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29.339,15
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US-Präsident Donald Trump plant im Weißen Haus zur Unterzeichnung am späten Vormittag (Ortszeit) eine Zeremonie zusammen mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He, der den Deal mit ausgehandelt hat.

Entsprechend gedämpft ist die Begeisterung an der Börse. An der Wall Street konnte sich der Dow-Jones-Index am Abend nur 0,1 Prozent im Plus halten. Die Technologiebörse Nasdaq sackte dagegen leicht um 0,2 Prozent ab, genau wie der marktbreite S&P 500-Index. Auch an Asiens Märkten ist von Aufbruchsstimmung am Morgen noch keine Spur. An der Tokioter Börse sinkt der Nikkei-Index um rund ein halbes Prozent. Die Börse in Shanghai verliert 0,7 Prozent.

Deutsche Wirtschaft ausgebremst

Bleiben die Zölle zwischen den USA und China bestehen, dann dürften auch die Belastungen für die Weltwirtschaft weiter andauern. Auch um die deutsche Wirtschaft steht es derzeit nicht allzu rosig. Der Export schwächelt und die Industrie steckt in der Flaute: Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft haben 2019 die deutsche Konjunktur ausgebremst. Erste Daten gibt das Statistische Bundesamt heute um 10.00 Uhr bekannt.

Euro hält sich, Gold teurer

Am Devisenmarkt kann sich der Euro weiterhin in einer engen Spanne oberhalb der Marke von 1,11 Dollar halten. Am Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1135 Dollar. Leicht rückläufig sind am Morgen die Ölpreise. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet zur Stunde 58,10 Dollar, ein Fass der Nordseesorte Brent notiert bei 63,94 Dollar. Die Feinunze Gold ist mit 1.552 Dollar etwas teurer geworden.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.557,30
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Dax dreht sich im Kreis

Im Dax starten die Titel von Merck, Fresenius und der Lufthansa am deutlichsten im Plus. Kleine Verluste verbuchen zum Handelsstart Linde, Wirecard und die Deutsche Bank. Die Kursausschläge halten sich aber auch bei den Einzelwerten in Grenzen.

T-Mobile-Fusion auf der Kippe?

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der US-Prozess um die kartellrechtlich umstrittene Fusion der Tochter T-Mobile mit dem kleineren Rivalen Sprint wird für die Telekom zur Zitterpartie. An diesem Mittwoch wollen die Streitparteien vor Gericht in New York ihre abschließenden Statements halten. Für die Telekom steht viel auf dem Spiel, sollte der über 26 Milliarden Dollar (23,4 Mrd Euro) schwere Mega-Deal platzen, wäre dies eine herbe Schlappe für den Konzern. Am Montag warnten die Unternehmen erneut eindringlich vor einem Scheitern.

13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington wollen den im April 2018 vereinbarten Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint verhindern. Die Kläger fürchten, dass die Fusion der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker dem Wettbewerb schadet, was Jobverluste und Preiserhöhungen verursachen könne.

Metro macht mehr Umsatz

Der Handelskonzern hat im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres zugelegt. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft stieg im Ende Dezember beendeten Quartal um 2,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei profitierte Metro auch von positiven Währungseffekten. In den Zahlen nicht enthalten sind das China-Geschäft sowie die Supermarktkette Real, für die beide ein Verkauf vereinbart ist. Auf vergleichbarer Fläche verbesserten sich die Erlöse in lokaler Währung um 1 Prozent.

Fraport: Erste Spuren von Flugscham?

Der Frankfurter Flughafen hat 2019 erstmals über 70 Millionen Passagiere abgefertigt. Allerdings haben die gekappten Winterflugpläne vieler Airlines das Passagierwachstum gebremst. Im abgelaufenen Jahr zählte der Betreiber Fraport an Deutschlands größtem Flughafen rund 70,56 Millionen Fluggäste und damit 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Allerdings hatte sich Fraport-Chef Stefan Schulte schon von seinem ursprünglichen Plan verabschiedet, die Zahl der Fluggäste 2019 um zwei bis drei Prozent zu steigern.

Im Dezember zählte Fraport in Frankfurt sogar 1,2 Prozent weniger Passagiere als ein Jahr zuvor. Auch das Cargo-Aufkommen schrumpfte weiter. Nach einem Minus von 7,4 Prozent im Dezember steht für das Gesamtjahr ein Rückgang um 3,9 Prozent auf rund 2,1 Millionen Tonnen zu Buche.  | mehr

Nordex heimst mehr Aufträge ein

Der Windanlagenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Aufträge eingeworben als im Vorjahr. Den weiterhin schwachen deutschen Markt konnten die Hamburger dabei durch Aufträge aus anderen Ländern mehr als ausgleichen. Insgesamt stieg das Neugeschäft 2019 um 31 Prozent auf 6,2 Gigawatt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Knapp über die Hälfte der Aufträge entfielen dabei auf Europa mit einer hohen Nachfrage aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden. Im vierten Quartal sank das Neugeschäft indes. Das Auftragsvolumen betrug knapp 1,5 Gigawatt, nach knapp 1,7 Gigawatt im Vorjahresquartal.

Fedex profitiert von Amazon-Kooperation

FedEx: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Die Aktien von Fedex haben am Abend an ihren zuletzt guten Lauf angeknüpft und das höchste Niveau seit Mitte Dezember erreicht. Zuletzt stand ein Plus von 2,83 Prozent auf 163,79 US-Dollar zu Buche. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, untersagt Amazon seinen Händlern nicht mehr den Versand von Prime-Sendungen mit "Fedex Ground", einer Tochter von Fedex. Fedex Ground erfülle nunmehr die Voraussetzungen für eine pünktliche Liefeurng, hieß es.

Trump macht Druck auf Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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Im Streit über die Verschlüsselung von Smartphones und Zugriffsmöglichkeiten für Ermittlungsbehörden hat Präsident Donald Trump den Druck auf den US-Technologieriesen Apple erhöht. Trump schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Belangen "die ganze Zeit". Dennoch weigere sich der Konzern, Behörden den Zugang zu verschlüsselten Telefonen zu ermöglichen.  | mehr

Tagestermine am Montag, den 20. Januar

Firmen:
BHP Group: Halbjahres-Produktionsbericht, 22:30 Uhr

Konjunktur:
Japan: Industrieproduktion im November, 05:30 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im Dezember, 08:00 Uhr
Deutschland: Januar-Monatsbericht der Bundesbank, 12:00 Uhr
Schweiz: IWF-Ausblick mit Präsidentin Georgiewa und Chefvolkswirtin Gopinath vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 14:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Wall Street wegen Martin-Luther-King-Day geschlossen