Gute Woche, weiter so!

Mark Ehren

Stand: 07.12.2007, 20:01 Uhr

Die deutschen Standardwerte haben am Abend nicht ganz das Niveau des Xetra-Handels halten können. Denn an der Wall Street ging es ebenfalls leicht abwärts. Dennoch blicken die Anleger auf eine erfolgreiche Woche zurück.

Unter dem Strich legte der Index von Montag bis Freitag mehr als 100 Punkte zu. Dabei beendete der L-Dax den Freitagshandel auf dem Frankfurter Parkett bei 7.986 Zählern und damit acht Stellen unter dem Schlussstand des Xetra-Handels.

Auch am Freitag bewegte der Rettungsplan für den angeschlagenen US-Immobilienmarkt erneut die Gemüter. "Der Plan macht den Weg dafür frei, dass die USA nicht in eine Rezession schlittern", sagte ein Börsianer. "Die Marktteilnehmer erwarten jetzt zumindest für die nächste Zeit nicht mehr ganz so böse Überraschungen", erklärte ein Händler.

Die insgesamt nur durchwachsenen US-Konjunkturdaten bremsten dagegen den Aufwärtsdrang. Im November wurden außerhalb der Landwirtschaft 94.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Das waren fast 30.000 mehr als Volkswirte erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote lag bei blieb bei 4,7 Prozent - Analysten hatten im Schnitt 4,8 Prozent erwartet. Die Dezemberumfrage der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen sorgte dagegen für etwas Ernüchterung. Der entsprechende Index sank auf 74,5 Punkte von 76,1 Zählern im Vormonat. Hier hatten Experten mit 75 Punkten gerechnet.

Im Dax setzte sich die Aktie der Münchener Rück mit einem Kursgewinn von mehr als fünf Prozent ab. Der als aggressiv bekannte schwedische Cevian Fonds hat sich mit fast drei Prozent an dem weltweit zweitgrößte Rückversicherungskonzern beteiligt. Die Financial Times berichtet, dass Cevian Capital bei der Münchener Rück auf "operative, strategische und finanzielle Veränderungen" drängen werde.

Nach dem jüngsten Höhenflug lag die Aktie der Deutschen Börse dieses Mal mit weitem Abstand am Dax. Die Analysten der Credit Suisse stuften die Aktien herunter auf "Neutral". Eine Analystenstimme bremste auch die Aktie der Postbank. Die Experten der Deutschen Bank haben die Aktie von "Buy" auf "Hold" gesenkt.

RWE will auf Flüssiggas setzen

Der Energieriese RWE will bei seinem US-Partner Excelerate Energy einstiegen. Es liefen Verhandlungen über eine Beteiligung, sagte eine Konzernsprecherin. Excelerate Energy entwickelt Schiffe und Verladeterminals für den Transport von verflüssigtem Gas (LNG). In Wilhelmshaven will RWE mit Excelerate bis 2010 den ersten Flüssiggashafen in Deutschland bauen.

VW: Tiguan läuft wie geschmiert
Der Autobauer VW hat bestätigt, dass der Konzern wegen der starken Nachfrage nach dem neuen kleinen Geländewagen Tiguan Sonderschichten einlegt. Der Auftragsbestand soll bei 47.000 Einheiten liegen und damit dreimal so hoch wie erwartet.

Telekom erhöht Dividende
T-Aktionäre dürfen sich unterdessen freuen. Der Konzern schlägt wegen der erfreulichen Geschäftsentwicklung eine erhöhte Dividende von 0,78 Euro pro Aktie vor. Zuletzt hatte die Telekom 0,72 Euro pro Aktie gezahlt. Das bereinigte Ebitda soll nach Angaben der Telekom 2007 rund 19 Milliarden Euro betragen. Außerdem geht der Vorstand davon aus, dass der freie Cash-Flow 2007 und 2008 rund 6,5 Milliarden Euro erreichen wird.

BMW verkauft mehr Autos
BMW hat seinen Absatz im November kräftig gesteigert. Der Münchener Autokonzern lieferte über 129.000 Wagen ausgeliefert und damit gut 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis November waren es 1,34 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von gut acht Prozent. Vor allem Fahrzeuge der 1er- und 3er-Reihe sowie der Mini liefen gut.

Im TecDax zogen die Aktien von Morphosys stark an. Händler verwiesen darauf, dass die jüngste Konsolidierung fast genau an der charttechnischen 200-Tage-Linie geendet habe.

Vossloh erhöht Jahresprognose
Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh erhöht seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2008. Der Umsatz werde im kommenden Jahr bei 1,34 Milliarden Euro liegen und damit gut drei Prozent höher als bisher geplant. Das operative Ergebnis (Ebit) werde, so Vossloh, 142 Millionen Euro statt der bisher geplanten 134 Millionen Euro erreichen. Für 2007 bewegt sich Vossloh nach eigenen Angaben im Rahmen der eigenen Prognose. Die Aktie gewann bis Handelsschluss mehr als neun Prozent.

Sino und Comdirect
Die beiden Onlinebroker Sino und Comdirect haben im November von den Börsenturbulenzen profitiert. Der auf so genannte Heavy Trader spezialisierte Broker Sino wickelte im November 140.854 Aufträge ab, das waren 26,7 Prozent mehr als im Oktober.

Der im SDax notierte Onlinebroker Comdirect führte 912.168 Wertpapierorders aus, knapp 90.000 mehr als im Oktober. Das Kundenvermögen der Commerzbanktochter ging im November kursbedingt allerdings auf 20,12 Milliarden Euro zurück.

Immobilienkonzerne im Blick
Der im SDax notierte Immobilienkonzern Patrizia verteuerte sich ebenfalls erheblich. Marktbeobachter verwiesen hier auf die Kursverluste der vergangenen Monate: Die Aktie war seit Anfang des Jahres von über 23 Euro auf unter fünf Euro gefallen.

Der im SDax geführte Immobilienkonzern Vivacon hat 1.555 Wohn- und Gewerbeimmobilien gekauft. Wie die Kölner Firma mitteilte, beträgt der gesamte Bestand nun mehr als 6.900 Wohneinheiten. Ein Großteil davon werde bereits 2008 wieder verkauft werden. Vivacon bestätigte zugleich die Prognose und erwartet auch im nächsten Jahr einen Anstieg des Konzerngewinns sowie der Dividende.

Weitere außergewöhnliche Kursbewegungen
Im MDax stieg die Aktie des holzverarbeitenden Konzerns Pfleiderer überdurchschnittlich. Die Analysten von Equinet hatten am Morgen die Aktie von "Hold" auf "Buy" angehoben.

Land unter bei Statoil
Der norwegische Öl- und Gaskonzern StatoilHydro verfehlt in diesem Jahr seine Produktionsziele. Wegen geringerer Fördermengen auf drei Feldern werde die Produktion im laufenden Jahr leicht unter den angepeilten 1,735 Millionen Barrel Öläquivalenten liegen, teilte der Konzern mit. Die Aktie brach ein.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 16. Juli

Unternehmen:
United Continental: Q2-Zahlen
America Movil: Q2-Zahlen, 22 Uhr

Konjunktur:
China: BIP Q2, 4 Uhr
China: Industrieproduktion, Juni, 4 Uhr
EU:Euro Zone-Handelsbilanz, Eurostat, Mai, 11 Uhr
USA: Empire State Index, Juli, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz, Juni, 14:40 Uhr
Sonstiges:
Tokio Märkte wegen eines Feiertags geschlossen