Gib mir ein K!

Karsten Leckebusch

Stand: 30.04.2007, 20:05 Uhr

Ein K für Kursgewinne: Fast 500 Dax-Punkte ging es im April aufwärts. Auch am Brückentag zog es den Dax nach oben, trotz eines sehr mageren Handelsvolumens und eher unambitionierter US-Konjunkturzahlen.

Zumindest sorgten die Wirtschaftsdaten aus den USA nicht für große Kursschwankungen. Die Statistik zum persönlichen Einkommen und Konsumausgaben, die aktuellen Bauausgaben und auch der Einkaufsmanagerindex Chicago fielen aus wie erwartet oder waren nur leicht schlechter als erwartet.

Die Meldung des Tages produzierte die Deutsche Börse. Der Frankfurter Handelsplatzbetreiber kündigte am Nachmittag an, die New Yorker Derivatebörse ISE kaufen zu wollen. Für 2,8 Milliarden Euro will sich der Konzern ein Standbein im wichtigen US-Optionshandel sichern, die Aktie der Deutschen Börse wurde vom Handel ausgesetzt.

Der Dax hatte sich am Vormittag ein kleines Plus erarbeitet und dieses nicht mehr abgegeben. Der Leitindex ging bei 7.409 Punkten aus dem Handel, einem Plus von 0,4 Prozent. Der L-Dax schloss noch sieben Punkte höher.

Im Dax profitierten viele Einzelwerte von vagen Gerüchten, Übernahmefantasien und Analystenbewertungen. Die Eon-Aktie gewann 2,8 Prozent. Merrill Lynch hat das Papier wieder auf die Beobachtungsliste genommen und als Kursziel 130 Euro festgelegt. Die Postbank verteuerte sich wegen der weiterhin vorhandenen Hedge-Fonds-Fantasien um 0,7 Prozent. Ende vergangene Woche hieß es, der Fonds TCI wolle ein Viertel der Post-Anteile übernehmen. Dass Goldman Sachs die Aktie auf "Neutral" herabstufte, hatte keinen Einfluss auf den Kurs.

Bayer verbilligte sich um ein Prozent, allerdings mit einem Dividendenabschlag von einem Euro. Um diesen Faktor bereinigt notierte die Aktie etwa ein Prozent im Plus.

MDax-News
Der Chemiekonzern Lanxess hat in seinen Chromerzminen zusätzliche 80 Millionen Tonnen dieses Rohstoffes entdeckt. Der Konzern meldete lapidar, die Versorgung mit Chrom sei nun "bis auf weiteres" gesichert, die Aktie verteuerte sich im Tagesverlauf um 6,9 Prozent.

Der Maschinenbaukonzern Gea hat eine ansprechende Quartalsbilanz veröffentlicht und die Prognose erhöht. Der Konzern schaffte es, das Ebit fast zu verdoppeln, die Gea-Aktie verteuerte sich um 0,8 Prozent.

Die Immobilienwerte Patrizia und Gagfah verloren jeweils mehr als zwei Prozent. Zuvor hatte die US-Investmenbank JP Morgan den europäischen Immobiliensektor herabgestuft.

Der Abfüllanlagenhersteller Krones ging mit einem Plus von 2,5 Prozent aus dem Handel. Die Citigroup hat das Kursziel für die Firma von 150 auf 175 Euro angehoben und die Aktie mit "Buy" bestätigt. Man erwarte einen weiterhin steigenden Marktanteil, hieß es.

TecDax und SDax
Im TecDax verloren Aktien des Netzwerkanbieters QSC 5,5 Prozent. Händler verwiesen auf einen Aktienverkauf des Finanzvorstands Markus Metyas. Dieser hatte vergangene Woche 77.500 QSC-Aktien verkauft, seitdem ist die Aktie deutlich unter Druck.

SDax-Wert Catoil verbilligte sich trotz einer guten Bilanz um 5,7 Prozent. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis stiegen im vergangenen Jahr um gut ein Drittel. Im Spätjahr ließ die Geschäftsdynamik beim österreichischen Öl- und Gasdienstleister allerdings deutlich nach, was die Anleger offenbar zu Verkäufen veranlasste.

Klöckner-Werke steigert Ergebnis
Der mehrheitlich zum MDax-Konzern Salzgitter gehörende Maschinenbauer Klöckner-Werke hat im ersten Quartal den Umsatz kräftig und das Ergebnis leicht gesteigert. Der Umsatz stieg um etwa ein Drittel auf 293 Millionen Euro, das Ebit verbesserte sich um 3,8 Prozent auf 9,5 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatten die Klöcknerwerke wegen der Insolvenz der früheren Muttergesellschaft WCM einen Rekordverlust von 347 Millionen Euro verbucht.

Wer ist Compugroup?
Sehr verhaltenes Interesse an Aktien des Börsenaspiranten Compugroup stellten heute die Graumarkthändler fest. Der Anbieter von Arztpraxissoftware will am Freitag an die Börse und hat 16,5 Millionen Aktien zum Kauf angeboten. Die Angebotsspanne reicht von 17 bis 21 Euro. Bei der DKM Wertpapierhandelsbank und beim Börsenmakler Schnigge notierten die Titel am Abend mit 17,50 Euro am unteren Ende der Angebotsspanne.

Yahoo kauft Right Media
Der Internetkonzern Yahoo hat die Online-Anzeigenbörse Right Media für 680 Millionen Dollar gekauft. Yahoo will mit der Übernahme wieder Boden im hart umkämpften Internetwerbemarkt gut machen. Der Marktanteil des New Economy-Urgesteins war zuletzt auf etwa 27 Prozent gesunken, Konkurrent Google kontrolliert fast die Hälfte.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 20. August

Konjunktur
Deutschland: Erzeugerpreise 07/18, 8 Uhr
Deutschland: Monatsbericht der Bundesbank 08/08, 12:00 Uhr

Sonstiges:
Treffen der Handelsberater von EU und USA zur Beilegung des Handelsstreits.