Marktbericht 14:40 Uhr

Marktbericht neutral

Dax im Seitwärtstrend Gespanntes Warten

Stand: 16.09.2020, 14:40 Uhr

Vor der Bekanntgabe des Zinsentscheids der US-Notenbank am Abend schieben sich die Anleger lustlos die Positionen zu. Mehr Vorfeude auf den Handelstag gibt es in New York, wo die Vorbörse auf weiter steigende Kurse hindeutet.

Die großen US-Aktienindizes liegen vorbörslich allesamt moderat im Plus. Damit deutet sich eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung an der Wall Street an. Gestützt wird der Markt zudem durch gute Ergebnisse des Logistikers FedEx, des Software-Unternehmens Adobe sowie der Aussicht auf einen großen Börsengang der Cloud-Plattform Snowflake.

Jerome Powell im Fokus

Über allem aber steht mal wieder die Notenbank Federal Reserve. Denn am Abend wird Fed-Chef Powell ab 20:00 Uhr MEZ die Ergebnisse der Zinssitzung verkünden, die für das weitere Börsengeschehen von großer Bedeutung sein dürften. Mit einer Änderung der Leitzinsspanne von 0,0 bis 0,25 Prozents rechnet indes niemand, wohl aber mit weiteren Erläuterungen der Fed zu ihrer zukünftig pragmatischeren Inflationssteuerung.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: picture alliance / CNP

Im Ergebnis könnte dies zu einer kaum endenden Liquiditätsschwemme führen, zumindest so lange, wie der Arbeitsmarkt durch die Corona-Krise weiter belastet bleibt. In diesem Zusammenhang wird auch dem wirtschaftlichen Ausblick der Fed besondere Bedeutung beigemessen werden. Die Weltbörsen werden schon seit Monaten im Zuge der Corona-Krise primär durch billionenschwere Konjunktur- und Hilfspakete der Regierungen und Notenbanken angeschoben.

Dax ohne Impulse

Vor dem Zinsentscheid tut sich hierzulande nicht viel, was aber nicht ungewöhnlich ist. Auch in Asien haben sich die Anleger heute zurückgehalten. Der Dax handelt am Nachmittag etwas über der Marke von 13.200 Punkten, kaum verändert zum Vortag. Etwas stärkere Avancen am Vormittag konnte der Index im Verlauf nicht behaupten.

Unter den Einzelwerten führen Deutsche Post und Adidas den Dax an, letztere trotz einer Verkaufsempfehlung der DZ Bank. MTU und Allianz stehen am Ende. Einen Aufreger aus dem Unternehmenssektor aber gibt es heute trotzdem.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.594,39
Differenz relativ
+0,41%
Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
271,80
Differenz relativ
+0,22%
Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
165,58
Differenz relativ
-1,92%

Attacke gegen Grenke - BaFin ermittelt

Grenke : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,14
Differenz relativ
+7,25%

Die Aktien von Grenke Leasing kamen am Mittwoch schwer unter die Räder. Das MDax-Papier verlor dramatische 40 Prozent, nachdem es gestern schon um 19 Prozent abgesackt waren. Grund ist eine Leerverkaufs-Attacke des berüchtigten Shortsellers Viceroy. Dieser wirft der Firma unter anderem Geldwäsche vor. Grenke wies die Vorwürfe vehement zurück. Die Finanzaufsicht BaFin und die Bilanzkontrolleure der DPR schauen sich die Vorgänge bei Grenke genauer an. Viceroy gehört dem für umstrittene Börsengeschäfte bekannten Investor Fraser Perring, der in den vergangenen Jahren mit kritischen Analysen zu Wirecard, ProSiebenSat.1 oder Steinhoff für Aufsehen gesorgt hatte.  | mehr

Euro leicht höher

Der Euro legt zur Wochenmitte vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank etwas zu. Am Mittwochnachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1873 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1708
Differenz relativ
-0,53%

Starke Impulse durch Konjunkturdaten blieben im Vormittagshandel aus. Am Nachmittag nehmen die Märkte zunächst US-amerikanische Konjunkturdaten in den Blick nehmen. Die Umsatzdaten aus dem Einzelhandel, die wegen der hohen Bedeutung des privaten Verbrauchs für die US-Wirtschaft stets Beachtung finden, lagen ohne Autos im August im Vergleich zum Vormonat 0,7 Prozent höher. Erwartet worden war mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent mehr.

OECD ist für Deutschland zuversichtlicher

B5-Moderator Stephan Lina
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B5 Börse 13.40 Uhr: IWH erwartet BIP-Minus von 5,7 Prozent

Fundamental wird der Euro durch etwas optimistischere Konjunkturszenarien der OECD und des IWH-Wirtschaftsinstituts gestützte. Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch fällt nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation in Europa und in den USA weniger dramatisch aus als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas dürfte sogar um 1,8 Prozent wachsen. Die deutsche Wirtschaft kommt nach Prognose der OECD vergleichsweise gut durch die Corona-Krise. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 5,4 Prozent einbrechen.

Auch nach Ansicht des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die deutsche Wirtschaft einen erheblichen Teil des schweren Corona-Einbruchs vom Frühjahr wettgemacht. Erwartet wird für 2020 ein Minus von 5,7 Prozent und damit genau so viel, wie bei der Finanzkrise 2009. Kommendes Jahr sei mit einer teilweisen Erholung um 3,2 Prozent zu rechnen.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise knüpfen am Mittwoch an ihre Vortagesgewinne an. Zuletzt wurden die Ölpreise durch mehrere Entwicklungen gestützt. Zum einen fielen Konjunkturdaten aus China und den USA überwiegend positiv aus, was Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung weckte. Dies käme auch der Rohölnachfrage zugute. Hinzu kam der etwas schwächere US-Dollar, der die Nachfrage aus Länder außerhalb des Dollarraums antrieb.

Unterstützung kam zudem von neuen Lagerdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend einen deutlichen Rückgang der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Am Mittwochnachmittag gibt das US-Energieministerium seine Daten bekannt. Commerzbank-Experte Eugen Weinberg verweist zudem auf einen neuen Hurrikan, der gerade im Golf von Mexiko wüte. Hurrikan "Sally" werde zwar voraussichtlich die meiste Ölinfrastruktur verschonen. Dennoch sei in der Golfregion ein Teil der Produktion geschlossen worden.

Der Goldpreis steigt leicht auf 1.966 Dollar je Feinunze.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
41,61
Differenz relativ
+0,82%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
39,42
Differenz relativ
+1,05%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.900,20
Differenz relativ
-0,63%

Delivery Hero stellt ein

Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
93,70
Differenz relativ
+4,51%

Der Essenslieferdienst Delivery Hero, seit drei Wochen im Deutschen Aktienindex vertreten, plant in seiner Konzernzentrale in Berlin einen deutlichen Mitarbeiteraufbau. "Berlin ist ein guter Platz für uns, hier bekommen wir viele hervorragende Talente, das ist wichtig. Wir haben rund 2.000 Mitarbeiter in Berlin, bis Ende kommenden Jahres werden es etwa 3.000 sein", sagte der Vorstandsvorsitzende von Delivery Hero, Niklas Östberg, der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Die Firma mit Sitz in der deutschen Hauptstadt ist weltweit in mehr als 40 Ländern tätig und hat insgesamt rund 25.000 Mitarbeiter.

Merck legt Übernahme-Pause ein

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGAA will nach den milliardenschweren Zukäufen im Halbleitergeschäft zunächst eine Pause einlegen. Bis 2022 liege der Fokus auf organischem Wachstum bei gleichzeitig "zügigem Schuldenabbau", teilte der Dax-Konzern am Mittwoch anlässlich seines Kapitalmarkttags in Darmstadt mit. Ab dem Jahr 2022 seien zwar größere Zukäufe nicht ausgeschlossen, "aber angesichts unseres starken Geschäftsportfolios ist es derzeit wahrscheinlicher, dass wir unsere Geschäfte dann eher gezielt durch vermehrte kleinere bis mittelgroße Übernahmen ergänzen", erklärte Konzernchef Stefan Oschmann.

Comdirect-Chefin wirft hin

Die Online-Bank Comdirect steht bald wieder führungslos da. Die bisherige Chefin der Commerzbank-Tochter, Frauke Hegemann, hat gekündigt. Die 44-Jährige werde "das Unternehmen nach der Verschmelzung auf die Commerzbank verlassen und eine neue berufliche Herausforderung annehmen", teilte Comdirect mit. Hegemann sollte im Zuge der Integration der Comdirect in den Frankfurter Mutterkonzern eigentlich Bereichsvorständin bei der Commerzbank werden. Hegemann ist seit April 2018 im Management der Comdirect und seit Anfang 2020 Vorstandsvorsitzende. Auch die Commerzbank sucht einen neuen Chef.

Osram wird optimistischer

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
43,40
Differenz relativ
-0,28%

Der angeschlagene Lichtkonzern Osram wagt kurz vor Ende des Geschäftsjahrs 2019/2020 (Ende September) eine neue Prognose und wird wegen zuletzt besser laufender Geschäfte in China und den USA optimistischer. Demnach rechnet das MDax-Unternehmen nun mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei rund acht Prozent liegen. Vor allem die Geschäftsbereiche Automotive und Opto Semiconductors hätten von einer verbesserten Geschäftslage in den Kernmärkten profitiert, hieß es.

Bislang hatte Osram für das laufende Geschäftsjahr mit einem Erlösrückgang von 15 bis 19 Prozent gerechnet. Als bereinigte Ergebnismarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnete der Konzern mit drei bis sechs Prozent vom Umsatz. Eine frühere Prognose hatte Osram im März wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen.

Neue Smartwatch von Apple

Apple hat eine neues Modell seiner Smartwatch vorgestellt, das auf zusätzliche Gesundheitsfunktionen setzt. So kann die Uhr etwa den Sauerstoffgehalt im Blut messen, wie der Konzern am Dienstag ankündigte. Das Betriebssystem ermöglicht demnach unter anderem eine automatische Erkennung des Händewaschens. Apple dürfte nicht zuletzt auf Nutzer abzielen, die in der Corona-Pandemie zunehmend zu Hause bleiben, etwa um von dort zu arbeiten. Daneben verpasst das Unternehmen seinem iPad-Basismodell einen schnelleren Chip. Die Apple-Aktie notierte in New York zwei Prozent höher.

Zara-Konzern zieht wieder Kunden an

Der Textilhändler Inditex ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem die Zara-Mutter zum Start in das Geschäftsjahr erstmals seit vielen Jahren wegen der Pandemie und Rückstellungen für den Konzernumbau in die roten Zahlen gerutscht waren, entspannte sich die Situation bis Ende Juli wieder etwas. Unter dem Strich verdiente Inditex 214 Millionen Euro. Der Konzern, zu dem Marken wie Zara, Bershka und Pull & Bear gehören, hatte wegen der Pandemie zeitweise mehrere tausend Filialen schließen müssen. Die meisten Geschäfte sind inzwischen wieder geöffnet. Zum Handelsstart legt die Aktie über vier Prozent zu.

FedEx im Corona-Boom

Der florierende Onlinehandel und Paketversand während der Corona-Pandemie haben dem US-Logistikriesen Fedex kräftige Geschäftszuwächse beschert. In den drei Monaten bis Ende August kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 13,5 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, wie der Deutsche-Post-Konkurrent am Dienstag nach US-Börsenschluss in Memphis mitteilte. Der Nettogewinn legte von 745 Millionen auf 1,25 Milliarden Dollar zu. Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen gut an, die Aktie legte nachbörslich zunächst stark zu.

GM lernt fliegen

Eine Reuters-Meldung über Pläne zum Einstieg in den Markt für Flugtaxis beflügelte General Motors (GM). Die Aktien des Autobauers stiegen um 1,3 Prozent. Insidern zufolge denkt der Konzern über den Bau elektrisch betriebener "Fliegender Autos" und über Kooperationen in diesem Bereich nach.

Snowflake-Börsengang: Sogar Buffett ist an Bord

Snowflake hat nach dem fulminantes Debüt an der Wall Street am Mittwoch heute konsolidiert. Die Aktie und verlor rund zehn Prozent auf 227,54 Dollar. Es ist der bislang größte US-Börsengang des Jahres. Der Einstandskurs lag gestern mit 245 Dollar schon um mehr als das Doppelte über dem Ausgabepreis von 120 Dollar. Mit einem Plus von 111 Prozent auf knapp 254 Dollar ging das Papier aus dem Handel. Der Höchstkurs des Debüt-Tages hatte bei 319 Dollar gelegen.

Am Montag hatte Snowflake noch angekündigt, 28 Millionen Papiere zwischen 100 und 110 Dollar verkaufen zu wollen. Bisher war Royalty Pharma der größte Börsengang des Jahres in den USA. Sogar Staranleger Warren Buffett mischte im großen Stil mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beim Börsengang mit.  | mehr

rm

Tagestermine am Mittwoch, den 23. September

Firmen:
Traton SE: Hauptversammlung, 10:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: GfK Verbrauchervertrauen 10/20, 10:00 Uhr
Deutschland: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 09:30 Uhr
Deutschland: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 09:30 Uhr
EU: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 10:00 Uhr
EU: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 10:00 Uhr
USA: FHFA Hauspreisindex 07/20, 15:00 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 15:45 Uhr
USA: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 15:45 Uhr