Marktbericht 11:45 Uhr

Marktbericht positiv, Xi Jinping und Donald Trump
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Dax bei 10.900 Punkten Geht doch noch was zwischen den USA und China?

Stand: 12.12.2018, 11:45 Uhr

Die Bullen feiern derzeit an der Börse ein überraschendes Comeback. Das Band zwischen den USA und China scheint noch nicht völlig durchgeschnitten. Für einen anderen Hauptakteur der Börse wird es derweil immer enger.

Denn wie am Morgen bekannt wurde, muss sich die britische Premierministerin einem Misstrauensvotum stellen. Am Mittwoch sei die erforderliche Zahl an Anträgen konservativer Abgeordneten erreicht worden, teilte der zuständige Ausschussvorsitzende Graham Brady mit. Eine Abstimmung sei noch für den Abend geplant.

Das Brexit-Chaos nimmt damit seinen Lauf. Niemand weiß nämlich, wie es nach einer möglichen Niederlage von Theresa May weitergeht.

Das britische Pfund fährt im Anschluss an die Neuigkeit Achterbahn. Erst fiel es bis auf 1,2475 Dollar zurück, um danach bis auf 1,2548 Dollar zu steigen.

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / empics

"Wie auch immer die Abstimmung ausgeht, eine immense Verunsicherung wird bleiben", sagte Devisenexperte Neil Wilson vom Handelshaus Markets.com. Das Pfund könne sich in der Folge weiter abschwächen. "Die grundsätzliche Frage für das Pfund ist nicht, wer die Regierung anführt, sondern was das für den Brexit bedeutet."

Zollhoffnungen treiben den Dax

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 8.00 Uhr: China will Zölle absenken- Anleger begeistert

Während die Politik in London also im Chaos versinkt, scheint zwischen den USA und China im Handelsstreit doch noch Bewegung möglich. Präsident Trump hatte am Vorabend in einem Tweet Hoffnungen geweckt, nachdem Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He telefoniert hatten.

US-Präsident Trump hob in einem "Reuters"-Interview hervor, dass China "enorme Mengen" an US-Sojabohnen kaufe und Handelsgespräche mit Peking telefonisch bereits im Gange seien. China plant nach Angaben aus der US-Regierung auch eine drastische Absenkung der Importzölle auf US-Autos. Diese sollten auf 15 von derzeit 40 Prozent zurückgenommen werden.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ebenfalls positiv werteten Anleger die Freilassung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou auf Kaution. Sie war auf Betreiben der USA Anfang Dezember in Vancouver festgenommen worden. Dies hatte Sorgen ausgelöst, der Handelsstreit könnte sich deswegen zuspitzen.

Solche Töne kommen an der Börse gut an. Der Dax legt über ein Prozent zu und ist am Vormittag in der Spitze schon bis auf 10.919 Punkte gestiegen. Damit kommt auch die technische Widerstandsmarke bei 11.000 Punkten wieder in Sicht. "Die Stimmung der Anleger hellt sich auf", sagte Marktstratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. "Zumindest eine kleine Weihnachtserholung an den Börsen erscheint möglich."

Autoaktien gefragt

Zu den größten Gewinnern im Dax gehören nach den Nachrichten aus Amerika die Autoaktien. Kein Wunder, China ist der wichtigste Markt für die deutsche Schlüsselindustrie. Gefragt sind in einer Gegenbewegung auch Fresenius nach dem jüngsten Absturz sowie die beiden Versorger. Am Indexende steht die Aktie der Deutschen Post, die ihre schwache Tendenz des Vortages fortsetzt.

Euro leicht im Plus

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Kurs des Euro ist am Mittwoch etwas gestiegen. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1332 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Damit kann sich der Euro nach den Kursverlusten vom Vortag vorerst stabilisieren. Am Dienstag hatten Versprechungen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron für Verunsicherung gesorgt und den Euro deutlich belastet.

Im weiteren Tagesverlauf bleibt vor allem die weitere politische Entwicklung in Großbritannien im Fokus der Anleger. Außerdem könnten Konjunkturdaten für neue Impulse im Handel am Devisenmarkt sorgen. Die Anleger blicken vor allem auf neue Daten zur Preisentwicklung in den USA, die am Nachmittag auf dem Programm stehen.

DIW wird pessimistischer

B5-Moderatorin Yvonne Unger
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B5 Börse 10.15 Uhr: DIW senkt Wachstumsprognose

Die Senkung der deutschen Wachstumsprognose durch das DIW wirkt sich nicht negativ auf die Gemeinschaftswährung aus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung senkte seine Prognose für das Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent für dieses Jahr und um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent für das kommende Jahr. Die Gefahr einer Rezession sei aber gering, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen am Mittwoch in Berlin. Unter dem Strich stehe die deutsche Wirtschaft nach wie vor vergleichsweise gut da.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise knüpfen am Mittwoch an die Gewinne vom Vortag an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Mittag 61,15 Dollar, 1,6 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt um 2,2 Prozent auf 52,61 Dollar.

Neben der Entspannung im Handelsstreit blickt der Ölmarkt auf die am Nachmittag anstehende Entwicklung der US-Reserven. Am Nachmittag stehen die offiziellen Daten der amerikanischen Regierung zur Entwicklung der Lagerbestände an Rohöl auf dem Programm. Am Markt wird damit gerechnet, dass die Ölreserven in der vergangenen Woche gesunken sind. Es wäre der zweite Rückgang in Folge. Fallende Ölreserven können ein Hinweis für ein geringeres Angebot oder eine steigende Nachfrage sein und sorgen in der Regel für Auftrieb bei den Ölpreisen. Der Goldpreis legt leicht zu auf 1.244 Dollar je Feinunze.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Neues aus dem Unternehmenssektor

Im Fokus der Anleger stehen heute einige Investorentage. So gibt es Neues vom Dax-Konzern Vonovia, von Axel Springer aus dem MDax sowie der Schweizer Großbank Credit Suisse. Linde hält zudem eine a.o. Hauptversammlung ab. Dabei sollen die verbliebenen Aktionäre der alten Linde AG abgefunden werden.

Siemens und Alstom wollen die EU gnädig stimmen

Siemens und Alstom haben im Zusammenhang mit der geplanten Zugfusion der EU-Kommission Zugeständnisse zugesagt. Damit wollen die beiden Konzerne Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassten vor allem Aktivitäten im Bereich Signaltechnik aber auch Schienenfahrzeuge, teilten Siemens und Alstom am Mittwoch mit. Diese umfassten rund vier Prozent des Umsatzes des neuen Unternehmens.

Die beiden Unternehmen nannten das Paket "angemessen", es gebe jedoch keine Gewähr, dass die Maßnahmen ausreichten, um die Bedenken der Kommission auszuräumen, hieß es. Eine Entscheidung der Behörde sei bis zum 18. Februar 2019 zu erwarten.

HSBC erwärmt sich für Rational

Rational-Papiere sind im MDax gefragt. Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktie des Großküchenherstellers von "Hold" auf "Buy" hochgestuft, wenngleich das Kursziel von 620 auf 600 Euro gesenkt wurde. Nach einem Kursrutsch um ein Drittel seit dem Jahreshoch sieht Analyst Richard Schramm in einer am Mittwoch vorliegenden Studie eine gute Gelegenheit für langfristig orientierte Anleger. Es sei an der Zeit, um den Fokus wieder auf die einzigartigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens zu legen.

BVB-Aktie nach Gruppensieg gefragt

Borussia Dortmund zieht als Gruppensieger in das Achtelfinale der Champions League ein. Der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga gewann am Dienstag 2:0 (1:0) bei AS Monaco und sicherte sich damit Rang eins in der Gruppe A vor Atlético Madrid, das nur 0:0 beim FC Brügge spielte.

Zwar war der BVB bereits vor dem Spiel für die KO-Runde qualifiziert, als Gruppensieger kann die Dortmunder Mannschaft aber darauf hoffen, einen "leichteren" Gegener zugelost zu bekommen und damit länger im lukrativen europäischen Clubwettbewerb vertreten zu sein. Die BVB-Aktie im SDax schloss rund ein Prozent höher.

Norma gleich doppelt abgestuft

Norma Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im MDax gehören Norma-Aktien zu den schwächsten Papieren. Dies nach einem negativen Analystenkommentar durch SocGen-Experte Sebastian Ubert. Ubert senkte seine fundamentale Einschätzung von "Kaufen" auf "Verkaufen" und halbierte gleichzeitig sein Kursziel von bisher 71 auf 35 Euro. Als Grund führte er verschlechterte organische Wachstumsperspektiven und eine entsprechend niedrige Profitabilität an. Er bezeichnete es als eine Herausforderung, bei der bereinigten opeartiven Ebitda-Marge wieder auf einen Zielwert von 17 Prozent zu kommen.

Zara-Mutter trotzt der Modeflaute

Während deutsche Modehändler unter schwierigen Marktbedingungen leiden, läuft das Geschäft der spanischen Zara-Mutter Inditex weiter prächtig. Umsatz und Gewinn legten in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs zu. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Währungsbereinigt hätte das Plus sogar noch höher bei sieben Prozent gelegen. Auch das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich um drei Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 14 Prozent  | mehr

Credit Suisse gibt Milliarden zurück

Die Schweizer Großbank Credit Suisse will nach mehreren schwierigen Jahren Milliardensummen an ihre Aktionäre zurückgeben. In den Jahren 2019 und 2020 will das Institut dazu jeweils 1 bis 1,5 Milliarden Schweizer Franken in den Rückkauf eigener Aktien stecken, wie es am Morgen mitteilte. Zudem soll die Dividende ab 2019 jährlich um mindestens fünf Prozent steigen.

Für das laufende Jahr stellte Bankchef Tidjane Thiam einen Vorsteuergewinn von 3,2 bis 3,4 Milliarden Franken in Aussicht. Das ist weniger als von Analysten im Schnitt erwartet. Im Jahr 2017 hatte die Bank vor Steuern allerdings nur 1,8 Milliarden Franken verdient.

Tencent Music startet stark in New York

Die Musiksparte des chinesischen Online-Riesen Tencent ist beim Börsen-Debüt in New York auf reges Anlegerinteresse gestoßen. Die Anteilscheine der Tencent Music Entertainment Group eröffneten bei der Premiere am Mittwoch zum Einstandskurs von 14,10 Dollar und standen zuletzt mit über zehn Prozent im Plus.

Die Papiere waren zuvor allerdings nicht so teuer wie erhofft bei Investoren losgeschlagen worden - mit 13 Dollar lag der Ausgabekurs am unteren Ende der von Tencent anvisierten Preisspanne. Damit erlöste der Börsengang rund 1,1 Milliarden Dollar bei einer Gesamtbewertung von etwa 21,3 Milliarden Dollar (18,7 Mrd Euro).

Nvidia: Ankeraktionär hat die Faxen dicke

Der japanische Mischkonzern und Tech-Investor Softbank will laut Kreisen 2019 seinen Anteil am Grafikchip-Spezialisten Nvidia loswerden. Angesichts der starken Kursverluste der Aktien des US-Konzerns wollten die Japaner früh im neuen Jahr Kasse machen, berichtete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Softbank besitzt über seinen Technologiefonds Vision Fund rund 4,4 Prozent an Nvidia.

Seit dem Hoch Anfang Oktober haben die Titel jedoch auch in Folge der amerikanisch-chinesischen Handelsstreitigkeiten fast die Hälfte an Wert verloren. Softbank sei durch spezielle Handelsgeschäfte zum Teil gegen Kursverluste abgesichert, heißt es in dem Bericht. Diese Vereinbarungen liefen jedoch nach und nach aus. Nominell haben die Papiere derzeit einen Wert von rund 4 Milliarden US-Dollar, Nvidias aktueller Börsenwert liegt bei knapp 91 Milliarden Dollar.  | mehr

rm

Tagestermine am Freitag, 14. Dezember

Unternehmen:
Stabilus: Jahreszahlen (endg.), 07:00 Uhr
Isra Vision: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
KWS Saat: Hauptversammlung, 11:00 Uhr
Dr. Hoenle: Jahreszahlen

Konjunktur:
Japan: Tankan-Report Q4/18, 00:50 Uhr China: Einzelhandelsumsatz 11/18, 3:00 Uhr
China: Industrieproduktion 11/18, 3:00 Uhr
Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
EU: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 9:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz 11/18, 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion 11/18, 15:15 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung 11/18, 15:15 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/18 (vorl.), 15:45 Uhr
USA: Lagerbestände 10/18, 16:00 Uhr