Frohen Mutes Richtung Bilanzsaison

Stand: 26.04.2011, 20:00 Uhr

Die dieswöchige Quartalsberichtsaison im Dax kommt zwar erst am Mittwoch richtig auf Touren, doch ein paar amerikanische Berichte gaben schon am Dienstag einen Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Die Anleger reagierten angetan.

Gleich sieben Dax-Unternehmen berichten in dieser Woche über ihre Geschäfte im ersten Quartal. Ab Mittwoch legen VW, Daimler und Co. ihre Zahlen vor. Am Dienstag herrschte allerdings noch äußerste Nachrichtenflaute, und dennoch legte der Dax 0,8 Prozent auf 7.357 Punkte zu.

Dass die Anleger frohgemut zu Aktien griffen, lag an guten Konjunktur- und Unternehmenszahlen aus Amerika. Zahlen vom Häusermarkt blieben zwar weiterhin schlecht, wie der Case-Shiller-Hauspreisindex zeigte, der im Februar 1,1 Prozent nachgab. Das Verbrauchervertrauen des Forschungsinstitutes Conference Board jedoch übertraf mit 65,4 Punkten die Erwartungen leicht.

Bilanzen von vier amerikanischen Großunternehmen gaben ebenfalls Anlass für Optimismus. Dem Autokonzern Ford gelang es, im ersten Quartal seinen Gewinn um etwa ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Dollar zu verbessern. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 33,1 Milliarden Dollar. Der Logistikkonzern UPS verfehlte im ersten Quartal seine Umsatzprognose leicht. Der Post-Konkurrent erreichte einen Erlös von 12,58 Milliarden Dollar, der Nettogewinn 0,88 Dollar je Aktie. 2011 soll der Gewinn je Aktie zwischen 4,15 und 4,40 Dollar liegen, was in das Mittelfeld der Analystenprognose tendiert.

Der Getränkekonzern Coca Cola hingegen verbesserte seinen Umsatz im ersten Quartal vor allem wegen einer Großübernahme um 40 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg von 1,6 auf 1,9 Milliarden. Und schließlich schaffte es auch der Mischkonzern 3M, im ersten Quartal Umsatz und Gewinn zu verbessern, auf 7,3 Milliarden beziehungsweise 1,1 Milliarden Dollar. "Wir hatten einen kolossalen Start ins Jahr", fasste 3M-Chef George Buckley dies zusammen und hob flugs die Jahresprognose an.

Gewinner und Verlierer im Dax
Die Commerzbank führte am Dienstag die Liste der "echten" Kursverlierer an, mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Nach ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung Mitte des Monats hat die Aktie damit fast ein Drittel ihres Werts verloren. Das Papier des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf verlor 1,7 Prozent. Nach der Hauptversammlung am vergangenen Donnerstag wird die Aktie nun ex Dividende geführt, also abzüglich der Ausschüttung von 70 Cent je Aktie.

Die Dax-Spitze eroberte Infineon. 3,2 Prozent legte der Titel zu, Händler verwiesen auf einen so genannten charttechnischen Rebound. Etwas handfester ging es bei Merck-Papieren zu, die 3,1 Prozent gewannen. Die Commerzbank hatte Merck auf "Add" hochgestuft und das Kursziel auf 75 Euro angehoben. Die Bank erwartet, dass Merck durch die anstehende Restrukturierung der recht neuen Tochter Merck Serono bessere Ergebnisse erzielt.

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
122,65
Differenz relativ
-2,35%

Puma verkauft mehr, Michelin erfreut Conti-Aktionäre
Im MDax legten Puma-Aktien 5,8 Prozent zu. Firma hat im ersten Quartal ihren Umsatz um etwas mehr als ein Zehntel auf 773 Millionen Euro verbessert, der Nettogewinn erreichte 77,7 Millionen Euro und damit etwa sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. 2011 will Puma rund drei Milliarden Euro umsetzen, die Aktie gewinnt fast sieben Prozent. Ebenfalls gefragt waren Aktien des Reifenherstellers Continental, die von den guten Geschäftszahlen des Konkurrenten Michelin profitierten.

Kleine Bilanzen
Das Softwareunternehmen PSI legte am Morgen seine Zahlen vor: Der Umsatz im ersten Quartal kletterte leicht auf 38,8 Millionen Euro, das Ebit legte um ein Fünftel auf 2,1 Millionen Euro zu. Für 2011 gab sich PSI optimistisch. Die Anleger honorierten die guten Zahlen aber nur am Vormittag, die Aktie schloss drei Prozent schwächer. Das Softwareunternehmen Syzygy profitierte nicht von der anziehen Nachfrage und meldete für das erste Quartal einen um rund ein Zehntel verschlechterten Umsatz von 18,9 Millionen Euro. Das Ebit legte jedoch um 17 Prozent auf 821.000 Euro zu.

Erfolgreich: UBS buhlt um vermögende Kunden
Die Schweizer Großbank UBS hat im ersten Quartal nicht unbedingt eine Glanzbilanz erreicht. Mit 1,8 Milliarden Franken gab die Bank ihren Dreimonatsgewinn an, was fast ein Fünftel weniger war als im ersten Quartal 2010. Das nach der Finanzkrise von Vielen gemiedene Vermögensveraltungsgeschäft entwickelte sich jedoch prächtig. Im ersten Quartal legten Kunden 22,3 Milliarden Franken an und damit mehr als dreimal soviel wie vor einem Jahr.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr