Marktbericht 20:00 Uhr

Dax zeigt sich robust Halbwegs freundlicher Wochenausklang

Stand: 21.02.2014, 20:00 Uhr

Zu einem Plus für die gesamte Woche hat es zwar nicht gereicht, trotzdem haben sich einige Investoren wieder zum Kauf entschlossen. Dabei gab es hinreichend Gründe für Pessimismus.

Trotz einer Woche voller Störfeuer präsentiere sich der deutschen Aktienmarkt erstaunlich robust, kommentiert Gregor Kuhn von IG Markets. "Weder schwache Konjunkturdaten aus Fernost, den Vereinigten Staaten oder Europa, noch das Fed-Sitzungsprotokoll nebst angeschlagenen Schwellenländern vermögen das deutsche Börsenbarometer nachhaltig aus der Bahn zu werfen", so Kuhn.

Für den Volkswirt Alan McQuaid von Merrion Stockbrokers erhöhten die enttäuschenden Zahlen aus der Euro-Zone und China die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Erstickte Zinserhöhungs-Diskussion

Der Dax schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 9.656,95 Punkten. Auf Wochensicht gab der deutsche Leitindex um 0,1 Prozent nach. Der Late-Dax stieg um 0,3 Prozent auf 9.640,58 Zähler.

Wegen ihrer Zweifel am Zustand der US-Konjunktur hatten sich die Investoren zuletzt beim Aktienkauf zurückgehalten. Aber die Schwäche hat auch gute Seiten, wie Daniel Saurenz von Feingold Research findet: Das nur moderate Wachstum in den USA ersticke eine Zinserhöhungsdiskussion im Keim, sagte der Marktexperte. "Das ist genau das, was die Investoren sehen wollen."

Schwache Daten vom Immobilienmarkt

Deshalb passen die aktuellen Daten zu den US-Eigenheimverkäufen ganz gut in dieses Szenario: Im Januar wurden 4,62 Millionen Eigenheime verkauft , das entspricht einem Minus von 5,1 Prozent zum Vormonat. Für den Helaba-Fachmann Johannes Jander bleibt der übergeordnete positive Trend am Immobilienmarkt aber intakt.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Während der Dax nur leicht anstieg, legte der Euro im Vergleich zum Dollar nach den wenig überzeugenden US-Daten kräftig zu. Zeitweise kletterte er bis auf 1,3754 Dollar, halten konnte er das Niveau aber nicht. Der Immobilienmarkt ist nach Einschätzung von Experten sehr wichtig für die Wirtschaftsentwicklung in den USA. Der Dow Jones trat am Abend auf der Stelle.

Wochensieger RWE

Mehr als zwei Prozent legten die Titel der Deutschen Börse zu. Nach zwei schwierigen Jahren soll es bei der Deutschen Börse 2014 wieder aufwärtsgehen, hatte das Unternehmen gestern mitgeteilt. Dank des Anziehens der Wirtschaft und der Expansion in Asien rechnet Börsen-Chef Reto Francioni im laufenden Jahr mit deutlich mehr Gewinn.

Aktien von Infineon waren ebenfalls gefragt. Ein Händler verwies auf unerwartet gut ausgefallene Zahlen des Computerherstellers Hewlett-Packard. Ganz oben schlossen die Aktien von RWE, die auch auf Wochensicht mit einem Plus von 6,1 Prozent an der Spitze lagen.

BHF-Kauf durchgewunken

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Deutsche Bank hat noch eine Baustelle weniger. Die Finanzaufsicht BaFin genehmigte den Erwerb durch ein Käuferkonsortium, das von der Beteiligungsgesellschaft RHJI angeführt wird. Die BHF wird von der britischen Bank Kleinwort Benson übernommen, an der RHJI 65 Prozent hält. RHJI telte mit, die Deutsche Bank erhalte 354 Millionen Euro in bar und in Aktien.

RAG: Thema ThyssenKrupp ist "gegessen"

Die milliardenschwere RAG-Stiftung wird dem ThyssenKrupp-Miteigner Krupp-Stiftung nicht mehr mit einer Kapitalspritze zur Seite stehen. Wie Stiftungschef Werner Müller erklärte, sei die Stiftung dazu zwar bereit gewesen, das Angebot sei aber von ThyssenKrupp nicht akzeptiert worden. "Das Thema ist damit gegessen", unterstrich Müller.

Die ThyssenKrupp-Stiftung, die stets 25 Prozent und damit die Sperrminorität an ThyssenKrupp hielt, hat an der jüngsten Kapitalerhöhung nicht teilgenommen. Ihr Anteil ist dadurch auf 23 Prozent gesunken. Bisher galt die Stiftung als unüberwindliches Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme.

Pfeiffer verdient weniger

Trotzdem hat der Hersteller von Spezialpumpen seine im Januar gesenkte Prognose nach vorläufigen Zahlen erreicht und stellt für 2014 Verbesserungen in Aussicht. Der Umsatz sank um elf Prozent auf 408,7 Millionen Euro, vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente Pfeiffer 50,5 Millionen Euro nach 68,5 Millionen im Vorjahr.

SGL sieht keine Aussicht auf Besserung

Im Blick des Marktes steht weiter die Aktie der SGL Group, nachdem diese bereits am Vorabend nachbörslich deutlich gefallen war. Nach einem ernüchternden Geschäftsjahr 2013 streicht der Kohlenstoffspezialist aus dem MDax die Dividende. Auch für das neue Geschäftsjahr ist das MDax-Unternehmen skeptisch. Die Aktie verlor kräftig.

Auftrieb für Aareal

Gestern hatte die Bank über einen Rekordgewinn berichtet und die erste Dividende seit sechs Jahren in Aussicht gestellt, heute folgen einige positive Analysen von Warburg und Kepler. Mit einem Plus von mehr als vier Prozent schloss das Papier an der Spitze der mittelschweren Werte.

Singulus wieder in der Gewinnzone

Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 nach vorläufigen Zahlen den Umsatz kräftig um 23 Prozent auf rund 134 Millionen ausgeweitet. Operativ werden zudem wieder schwarze Zahlen geschrieben, das Ebit lag bei zwei Millionen Euro nach einem Verlust von 16,6 Millionen Euro im Vorjahr. Die Investoren waren erfreut.

Analysen treiben Dialog

Die im TecDax gelisteten Aktien von Dialog Semiconductor haben am Freitag von positiven Analystenkommentaren stark profitiert. Mehrere Investmentbanken erhöhten nach den Quartalszahlen des Halbleiterunternehmens ihre Kursziele.

Facebook auf Allzeithoch

Zwar sind sich die Fachleute nicht vollkommen einig darüber, ob 19 Milliarden Dollar für den Anbieter der populären Kurznachrichten-App WhatsApp nun gerechtfertigt sind oder nicht. Die Investoren mögen das Geschäft aber: Das Papier gewann gestern mehr als zwei Prozent und markierte ein frisches Allzeithoch. Seit Jahrestart hat sich der Börsenwert von Facebook um mehr als ein Viertel erhöht.

Axa erhöht die Dividende

Der Allianz-Rivale aus Frankreich hat sein Nettoergebnis im vergangenen Jahr von 4,15 auf 4,48 Milliarden Euro gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber trotzdem verfehlt. Die Aktionäre werden eine um rund zehn Prozent höhere Dividende von 0,81 Euro erhalten. Die Gesamteinnahmen der Axa stiegen 2013 um zwei Prozent auf 91 Milliarden Euro.

Kering macht kaum noch Gewinn

Wenig begeistert sind die Anleger nach dem jüngsten Zahlenwerk von Kering. Der französische Luxusgüterkonzern, früher unter dem Namen PPR bekannt, leidet unter der Krise bei der deutschen Tochter Puma sowie dem Ausstieg aus dem Einzelhandel. Das Unternehmen verdient nur noch 50 Millionen Euro, 95 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch beim Herzogenauracher Adidas-Erzrivalen Puma sackte der Gewinn um 90 Prozent auf nur noch 5,3 Millionen Euro ab.

Millionenstrafe für Credit Suisse

Unerlaubte Dienstleistungen für US-Kunden kommen die Credit Suisse teuer zu stehen. Die SEC brummt der Schweizer Großbank eine Strafe von 196 Millionen Dollar auf. Die Credit Suisse habe eingeräumt, dass sie Wertpapiergesetze verletzt habe. Experten gehen davon aus, dass für eine noch laufende Untersuchung des US-Justizministerium weitere Millionen-Zahlungen auf die Bank zukommen.

Kahlschlag bei der RBS

Angeblich plant die Royal Bank of Scotland, zwischen 20.000 bis 30.000 Stellen abzubauen, bis zu ein Viertel der Gesamtbelegschaft. Die Bank werde das Investmentbanking und das internationale Geschäft zurückfahren, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. RBS wurde in der Finanzkrise mit umgerechnet rund 55 Milliarden Euro Staatsgeld vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Erholung bei Hewlett-Packard

Der US-Hersteller hat in seinem ersten Geschäftsquartal den Umsatz mit Notebooks, Desktop-Rechnern, Tablet-Computern und Zubehör um vier Prozent gesteigert. Das war eine Überraschung, denn Marktforscher waren bis zuletzt von einem schlechter laufenden PC-Geschäft bei dem kalifornischen Konzern ausgegangen.

Fannie Mae zahlt Milliarden zurück

Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Fannie Mae gibt dank der Erholung am Häusermarkt 7,2 Milliarden Dollar an Rettungsgeldern über Dividenden an die Regierung zurück. Der Nettogewinn lag im vierten Quartal 2013 bei 6,5 Milliarden Dollar. Dies war der achte Quartalsgewinn in Folge. Im vergangenen Jahr fuhr der Konzern einen Rekordüberschuss von 84 Milliarden Dollar ein, nicht nur dank des anziehenden Immobilienmarktes, sondern auch wegen eines Steuereffektes. Im Jahr davor waren es 17,2 Milliarden Dollar.

Groupon bleibt in den roten Zahlen

Das Schnäppchenportal hat im vergangenen Jahr mit 81 Millionen Dollar genauso viel Verlust gemacht wie im Vorjahr. Zumindest im laufenden Quartal sei auch keine Besserung zu erwarten, wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss erklärte. Damit konnte Groupon nicht von einem um 20 Prozent auf 768 Millionen Dollar gesteigerten Umsatz profitieren, denn gleichzeitig schnellten auch die Kosten in die Höhe. Die Aktie stürzt um mehr als 16 Prozent ab.

UMS verfehlt eigene Prognose

Die UMS United Medical Systems International AG hat nach vorläufigen Zahlen das Geschäftsjahr 2013 mit einem bereinigtem Ergebnis je Aktie von 52 Cent abgeschlossen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2013 sank von 41,9 Millionen Euro im Vorjahr um 5,1 Prozent auf 39,8 Millionen Euro.

Esprit zurück in der Gewinnzone

Der Modekonzern Esprit ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nach einem Verlust von 465 Millionen Hongkong-Dollar (43,7 Millionen Euro) im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnte Esprit nun einen Reingewinn von 95 Millionen HKD (8,93 Millionen Euro) erwirtschaften.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 16. Juli

Unternehmen:
United Continental: Q2-Zahlen
America Movil: Q2-Zahlen, 22 Uhr

Konjunktur:
China: BIP Q2, 4 Uhr
China: Industrieproduktion, Juni, 4 Uhr
EU:Euro Zone-Handelsbilanz, Eurostat, Mai, 11 Uhr
USA: Empire State Index, Juli, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsatz, Juni, 14:40 Uhr
Sonstiges:
Tokio Märkte wegen eines Feiertags geschlossen