Marktbericht 20:00

Gerade mal 9.100 Punkte Fed macht Investoren mürbe

Stand: 10.12.2013, 20:00 Uhr

Was wird aus der Jahresendrally? Der Dax büßte heute zeitweise mehr als ein Prozent ein. Die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Fed macht den Optimisten wieder mal einen Strich durch die Rechnung. Dafür haben Goldfreunde Grund zur Freude.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 0,9 Prozent bei 9.114,44 Punkten. Den tiefsten Stand erreichte er am Nachmittag bei 9.091,97 Zählern. Auch andere Aktienmärkte in Europa fielen zurück. Der EuroStoxx 50 schloss ebenfalls mit minus 0,9 Prozent. Der CAC 40 in Paris büßte ein Prozent ein. Der Londoner FTSE 100 sank um 0,6 Prozent. Der Late Dax gab um ein Prozent auf 9.104,04 Punkte nach.

Viele Marktteilnehmer rechnen zwar damit, dass die Fed ihre Anleihekäufe ab März reduzieren könnte. Vor der Zinssitzung der Fed in der kommenden Woche hatte Notenbanker James Bullard am späten Montagabend aber die Möglichkeit angedeutet, dass die Fed die geldpolitische Wende doch noch in diesem Jahr einläuten könnte.

Der Dow Jones notierte am Abend etwa 0,3 Prozent im Minus. So klein ist die Welt geworden, dass Marktteilnehmer überall die gleichen Sorgen haben: Die Furcht vor einem Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve habe die Anleger verunsichert, hieß es.

Gold glänzt heute wieder

Der Euro war heute sehr gefragt und stieg fast bis auf 1,38 Euro. "Fundamentale Faktoren kann ich nicht ausmachen", sagte ein Händler. Zwar stehe weiter die Geldpolitik der US-Notenbank Fed im Fokus. Doch gebe es keine neuen Erkenntnisse, die die Dollar-Schwäche erklären könnte.

Der angesichts der Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed schwache Dollar hat am Dienstag die Anleger beim Gold wieder zugreifen lassen. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 2,1 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1267,26 Dollar. Wenn der Euro steigt, wird das in Dollar gehandelte Gold für die Anleger aus dem Euro-Raum wieder attraktiver.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.212,44
Differenz relativ
+0,13%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.072,10
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+0,17%

Commerzbank schließt an der Dax-Spitze

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,17
Differenz relativ
-2,42%

An der Dax-Spitze setzte sich die Commerzbank-Aktie fest. Die Analysten von JPMorgan Cazenove haben ihr Kursziel von 8,87 auf 10,26 Euro hochgesetzt - was allerdings noch unterhalb des aktuellen Kurses liegt. Außerdem wurden Aussagen der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) positiv aufgenommen. S&P befürchtet im Zusammenhang mit dem anstehenden Bilanzcheck der größten Banken der Eurozone durch die Europäischen Zentralbank (EZB) keine größeren Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Finanzkonzerne.

BMW auf Rekordkurs

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
74,02
Differenz relativ
-0,86%

BMW hat im November 2,7 Prozent mehr Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce als im Vorjahr verkauft. "Unser geplanter Absatzrekord für 2013 ist damit in greifbare Nähe gerückt", erklärte Marketingvorstand Ian Robertson. "Trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen vor allem in einigen europäischen Märkten rechnen wir auch in den kommenden Monaten mit einer positiven Absatzentwicklung", fügte er hinzu.

Lufthansa besser ausgelastet

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,07
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-1,95%

Obwohl im November 3,2 Prozent weniger Flüge angeboten wurden, konnte die Lufthansa 1,1 Prozent mehr Passagiere befördern. Bei insgesamt 7,83 Millionen Fluggästen stieg die Zahl der verkauften Sitzkilometer um 2,1 Prozent. Nach elf Monaten liegt der Konzern nun mit 97,3 Millionen Passagieren um 0,8 Prozent im Plus. Die Frachtmenge wuchs im November um 2,6 Prozent. In den ersten elf Monaten wurde der Vorjahreswert dennoch um 0,9 Prozent verfehlt. Die Aktie notierte knapp in der Verlustzone.

Thyssenkrupp will sich neue Kapitalmaßnahmen genehmigen lassen

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
16,50
Differenz relativ
-0,99%

Der angeschlagene ThyssenKrupp -Konzern wird womöglich erneut den Kapitalmarkt anzapfen. Der Vorstand will sich auf der Hauptversammlung im Januar das Recht einräumen lassen, in den nächsten fünf Jahren mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch die Ausgabe von bis zu 144,5 Millionen neuen Aktien zu erhöhen. Dies entspricht einem Anteil von 25,5 Prozent. ThyssenKrupp hatte in der vergangenen Woche mit einer Kapitalerhöhung rund 882 Millionen Euro eingenommen.

Evotec erringt weiteren Erfolg

Evotec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,30
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+3,29%

Das im TecDax gelistete Biotech-Unternehmen Evotec hat einen weiteren Meilenstein in der Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim erreicht. Den Forschern gelang es, eine Onkologie-Substanz in die vorklinische Entwicklung zu bringen. Daher erhält Evotec nun vier Millionen Euro von Boehringer. Die Anleger sind entzückt.

EADS will Mitarbeiter einsparen

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS baut bis zum Jahr 2016 insgesamt 5.800 Stellen ab. Betroffen sind vor allem das Rüstungsgeschäft und die Raumfahrtsparte. "Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft steigern - und wir müssen jetzt damit beginnen", sagte Konzernchef Tom Enders. "Unsere traditionellen Märkte in diesen Bereichen schrumpfen, daher müssen wir dringend den Zugang zu internationalen Kunden verbessern und Wachstumsmärkte erschließen."

Springer noch immer auf der Einkaufsliste

Die Aktien setzten zeitweise den Höhenflug fort. Springer-Papiere stiegen in der Spitze um 4,4 Prozent auf 46,57 Euro und notierten damit so hoch wie seit März 2007 nicht mehr. Allerdings konnten sie das Niveau nicht halten. Händler verwiesen auf die positiven Analystenkommentare zur Übernahme des Nachrichtensenders N24. Ein Kaufpreis war zwar nicht genannt worden. Doch lobten mehrere Analysten die Entscheidung als logischen und konsequenten Schritt des Verlagshauses.

Celesio schwächer als der Markt

Der US-Investor Paul Singer verstärkt sein Störfeuer in der geplanten Übernahme des im MDax gelisteten Pharmahändlers Celesio. Singers Hedgefonds Elliott wird das Übernahmeangebot des US-Konzerns McKesson ablehnen. Das Angebot bewerte Celesio zu niedrig und sei nicht im Sinne der Aktionäre, hieß es. Damit erhöht Elliott den Druck für die geplante Übernahme. McKesson will bis Anfang Januar 75 Prozent der Celesio-Anteile einsammeln und bietet 23 Euro je Aktie

Kuka kommt in China voran

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat zum Produktionsstart seines neuen Werks in China praktischerweise gleich zwei Großaufträge erhalten. Ein nicht namentlich genannter chinesischer Autohersteller bestellte demnach für einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag 1125 Industrieroboter. Der Nutzfahrzeugbauer Foton orderte weitere gut 250 Roboter im einstelligen Millionenbereich.

Deutsche Annington vor Zukauf?

Das Immobilienunternehmen Deutsche Annington will laut einem Bericht von dpa-AFX den Konkurrenten Vitus Immobilien kaufen. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf Insider. Vitus könne mit rund 1,3 Milliarden Euro bewertet werden. Vitus ist ein deutscher Vermieter von Wohnimmobilien und befindet sich zum Teil im Besitz von Blackstone.

Tui Travel verdient weniger

Der britische Reisekonzern Tui Travel, eine 54-prozentige Tochter der Hannoveraner Tui AG, hat im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 einen Rückgang beim Überschuss von 57 Prozent auf 60 Millionen britische Pfund hinnehmen müssen. Grund waren Abschreibungen. Umsatz und operatives Ergebnis stiegen dagegen.

Muss Nokia Milliarden nachzahlen?

Indien fordert vom finnischen Telekommunikationskonzern Nokia einem Zeitungsbericht zufolge eine Steuernachzahlung in Höhe von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro. Seit 2006 seien Nach- und Strafzahlungen von 210 Milliarden Rupien aufgelaufen, berichtete die "Times of India" am Dienstag. Nokia und die indischen Finanzbehörden liegen seit Wochen über Kreuz: Im September hatten die Behörden die Guthaben des Konzerns eingefroren.

Mary Barra wird GM-Chefin

General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,01
Differenz relativ
-2,58%

Marry Barra wird neue Vorstandsvorsitzende bei General Motors (GM) und damit erste Frau an der Spitze des größten amerikanischen Autobauers. Die 51 Jahre alte bisherige Vize-Präsidentin folgt dem bisherigen Chef Dan Akerson. Der 65-Jährige werde am 15. Januar 2014 einige Monate früher als geplant in den Ruhestand gehen. Grund sei die Krebserkrankung seiner Frau. Bislang was Barra verantwortlich für die weltweite Produktentwicklung bei dem Autobauer.

Volcker-Regel kommt später - aber sie kommt

Zumindest das, was davon übrig ist. Die Fed hat der Einführung der in der Finanzbranche umstrittenen "Volcker-Regel" zur Begrenzung des Eigenhandels von Banken zugestimmt. Allerdings soll die neue Vorschrift mit zeitlicher Verzögerung eingeführt werden. Die Regel verbietet Banken Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung. Neben der Fed müssen aber weitere Behörden die Regel absegnen, die erst ab 2015 gelten soll. Zuvor war eine Einführung der neuen Vorschriften bereits 2014 vorgesehen gewesen.

ts

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr