Marktbericht 20.30 Uhr

Alle warten auf Dezember! Die Fed hält den Dax in Schach

Stand: 12.10.2016, 20:30 Uhr

Schlägt das trübe Herbstwetter Anlegern aufs Gemüt? Wohl eher das Warten auf die Fed. Für den Dax bedeutete das heute: Rückwärtsgang. Und was gibt's jetzt Neues von der Fed?

Die Fed bleibt weiter das Maß aller Dinge. Die Frage bleibt: Wird die US-Notenbank nun im Dezember die Leitzinsen erhöhen? Ist dann Schluss mit der lustigen Börsenstimmung? Anleger sind da auch heute keinen Schritt weiter gekommen. In dem heute veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung ist zu lesen: Einige Fed-Mitglieder hätten eine Zinsanhebung "relativ bald" als angemessen betrachtet. Es seien vertretbare Gründe für eine Zinsanhebung gesehen worden. Eine substantielle Mehrheit der Mitglieder habe die Risiken weitgehend ausgeglichen gesehen. Unterschiedliche Ansichten habe es zum Arbeitsmarkt gegeben. Viele Fed-Mitglieder hätten wenige Signale für Inflationsdruck gesehen.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börsenbericht Audio 20.15 Uhr

Klingt doch stark nach Zinserhöhung im Dezember. Im Klartext heißt es aber: Das Warten geht weiter. Noch ist eine etwaige Zinserhöhung nicht zu 100 Prozent sicher, noch gilt sie als nicht vollständig eingepreist von den Börsen - aber irgendwie auch doch.

Wie stark steigt der Dollar noch?

Die Analysten der Rabobank bescheinigen dem Dollar bis zum Jahresende jedenfalls noch Aufwärtspotenzial. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, kletterte in den Stunden vor Veröffentlichung der Fed-Protokolle auf ein Sieben-Monats-Hoch von 97,83 Punkten. Der Euro verbilligte sich im Gegenzug zeitweise bis auf 1,1005 Dollar, erholte sich dann aber wieder. Nach dem Protokoll stieg er auf 1,1032 Dollar.

Dax kommt nicht vom Fleck

Auch wenn Export-Unternehmen von einem schwächeren Euro profitieren: der Dax tat es heute nicht. Er beendete den Handel mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 10.523 Punkten. Der L-Dax konnte ein paar Punkte Boden gut machen und notierte am Ende bei 10.538 Punkten.

Nach seinem Jahreshoch Mitte August ist der deutsche Leitindex unterm Strich kaum vom Fleck gekommen. Viele Marktteilnehmer fragten sich bereits, welches Ereignis eintreten müsse, damit endlich die Lethargie aus dem Markt weiche, schrieb Commerzbank-Analyst Christoph Geyer. Frische Wirtschaftsdaten aus Europa konnten die Tristesse heute nicht verscheuchen: Die Industrieproduktion in der Eurozone war im August stärker gestiegen als erwartet.

Zu verkraften ist zudem das enttäuschende Zahlenwerk von Alcoa gestern Nachmittag. Ein schlechtes Omen für die anlaufende Bilanzsaison. Da fehlten heute die Argumente für weitere Aktienkäufe. Auch die Wall Street wirkt lethargisch. Der Dow Jones gewinnt nach dem Fed-Protokoll ein paar Pünktchen, gibt sie aber wieder ab. Zur Stunde notiert er 0,2 Prozent im Plus bei 18.162 Punkten.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1766
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+0,18%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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26.743,50
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+0,32%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.395,44
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-0,29%

Pfund: Durchatmen - nur wie lange?

Das Pfund Sterling macht zum Dollar wieder Boden gut. Am Dienstag war die britische Währung angesichts von Sorgen über einen sogenannten harten Brexit ohne Zugang zum EU-Binnenmarkt bis auf 1,2086 Dollar gefallen. Nun keimt jedoch Hoffnung auf, weil Premierministerin Theresa May das Parlament bei den Brexit-Verhandlungen einbinden. Die Devisen-Experten der Commerzbank befürchten gleichwohl, dass die heutige Gegenbewegung nur "die allerletzte Verschnaufpause vor dem großen Rutsch" ist.

Kein Störfeuer von den Ölpreisen

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ARD-Börse: Sell or Hold - so ticken Anleger

Vom Rohstoffmarkt kommt Unterstützung für die Aktienmärkte. Die Ölpreise ziehen weiter an. Erst am Montag hatte Brent einen einjährigen Höchststand erreicht. Das Misstrauen von Marktbeobachtern gegenüber der Ankündigung der Opec, zusammen mit anderen großen Produzenten die Ölförderung zu kürzen, ist aber nach wie vor groß.

Der Goldpreis kann etwas Boden gut machen. Zur Stunde legt die Feinunze Gold leicht zu auf 1.256 Dollar.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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80,69
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+2,45%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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72,02
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+1,71%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.199,53
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Lufthansa: Von Analysten belobigt

Größter Dax-Gewinner zur Mittagszeit ist die Deutsche Lufthansa. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat den Luftfahrt-Titel von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 8,50 auf 9,50 Euro angehoben. Im dritten Quartal könnte die Lufthansa die eigenen Erwartungen etwas übertroffen haben und eine Einigung mit den Gewerkschaften in den nächsten Wochen erscheine wahrscheinlich.

BASF geht die Luft aus

Die am Mittwoch zunächst große Begeisterung der Marktteilnehmer über die vorläufigen Geschäftszahlen der BASF hat zum Handelsschluss spürbar nachgelassen. Am Ende des Tages stand die BASF-Aktie ohne Gewinn da. Zwar wurden die Zahlen des Chemieriesen trotz Umsatzrückgang von knapp einem Fünftel grundsätzlich positiv beurteilt, weil alles nicht so schlimm war wie befürchtet. Doch ist die große Frage, ob die Branche ihren Tiefpunkt wirklich schon erreicht hat.

Daimler: Zetsche bestätigt Prognose

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boerse vor acht vom 12.10.2016

Daimler sieht sich auf Kurs für seine Gewinnziele."Ich kann bestätigen, dass unsere Guidance gilt", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Daimler war heute auch Thema in boerse vor acht.

Millionenstrafe für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe: Mitten in die Verhandlungen um einen Milliardenvergleich wegen windiger Hypotheken-Deals platzt die US-Börsenaufsicht SEC mit einer weiteren Millionenstrafe. Wegen Regelverstößen im Zusammenhang mit der Aktienanalyse hat sie der Bank ein Bußgeld von 9,5 Millionen Dollar (umgerechnet 8,6 Millionen Euro) aufgebrummt. Wer traut der Bank eigentlich noch? Von Analysten hagelt es Negativkomentare. Und bei anderen Banken wächst das Misstrauen: Wenn sie der Deutschen Bank Geld leihen, verlangen sie höhere Zinsen als von italienischen Banken.

Eon/RWE: Es gibt weniger Geld

Die Versorgerwerte sind nach anfänglichen Kursgewinnen in die Minuszone gerutscht. Und das, obwohl der Milliardenpakt zwischen der Bundesregierung und den Energiekonzernen zur Entsorgung der Atom-Altlasten laut Insiderberichten steht. Allerdings gab es eine andere Hiobsbotschaft für Eon und die RWE-Tochter Innogy: Die Strom- und Gasnetzbetreiber bekommen weniger Geld für ihre Milliarden-Investitionen in die Leitungen. Die Bundesnetzagentur senkte die Sätze.

Bayer: Monsanto-Finanzierung steht

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
76,27
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-0,33%

Mehr als zwei Dutzend Banken teilen sich die Finanzierung von Bayer für die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. Die fünf Investmentbanken Bank of America Merill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JPMorgan haben den fast 57 Milliarden Dollar schweren Kredit zum Teil an mehr als 20 weitere Banken weitergereicht. Die Brückenfinanzierung ist damit die drittgrößte aller Zeiten. Zu den Konditionen und den beteiligten Banken äußerte sich Bayer nicht.

VW: Zeit für mehr Realismus

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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152,60
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-1,15%

Volkswagen verspricht, realistischere Werte für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid vorzulegen. Der Konzern habe entschieden, "zukünftig die gesetzlich zulässigen Toleranzwerte einzuengen und damit realitätsnähere CO2-Werte auszuweisen", teilte der Autobauer am Dienstagabend mit. Darüber hatten die "Süddeutsche Zeitung" sowie NDR und WDR berichtet.

Rocket Internet: Ab Freitag im SDax

Die Beteiligungsfirma Rocket Internet rückt in den SDax auf. Das Berliner Unternehmen ersetzt darin den Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy. Hintergrund ist die Übernahme von Chorus durch den Konkurrenten Capital Stage. Damit sank der Streubesitzanteil dem Börsenbetreiber zufolge auf 5,58 Prozent. Nötig wären für den Verbleib im Index wären 10,0 Prozent gewesen.

Aurubis: Aktie mit Analysten-Bonus

Im MDax zählt die Aurubis-Aktie zu den gefragten Werten. Der Kupferkonzern dürfte nach Einschätzung der Baader Bank bald die Früchte der Anstrengungen der vergangenen Jahre einfahren. Analyst Christian Obst rechnet mit einer starken Entwicklung des Free Cash Flow und stufte die Papiere in einer aktuellen Studie von "Halten" auf "Kaufen" hoch, das Kursziel hob er von 48 auf 60 Euro an.

Die neuen Deals von Kontron und S&T

Die österreichische IT-Firma S&T, die unter anderem Laptops der Marke "Maxdata" verkauft, will knapp 30 Prozent an Kontron übernehmen. Das nötige Kleingeld dafür holt sich der TecDax-Neuling aus Taiwan: von einer Tochter des taiwanesischen Apple-Auftragsfertigers Foxconn, die über eine Kapitalerhöhung bei den Österreichern einsteigt. An der Börse sorgte das für heftige Bewegungen: Kontron-Aktien schießen in einer ersten Reaktion rund zwölf Prozent in die Höhe bis auf 3,28 Euro. Die S&T-Aktie, die am Vormittag auf einen neuen Höchststand geklettert war, rutschte nach der Neuigkeit ins Minus. Kapitalerhöhungen hören Aktionäre gar nicht gern.

Wechsel bei CA Immo

Und noch ein Österreicher machte Schlagzeilen: der Immobilienkonzern CA Immo. Dort nehmen gleich drei Aufsichtsräte ihren Hut. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich nicht zu den Gründen für den Rücktritt äußern. Die Mandate wären noch bis 2019 beziehungsweise 2020 gelaufen.

Ahlers: Mehr Geld dank Einsparungen

Der Herrenausstatter Ahlers mit seinen Premiummarken Pierre Cardin, Baldessarini und Otto Kern hat in den ersten neun Monaten seinen Gewinn um 13 Prozent auf 5,1 Millionen Euro gesteigert. Was dabei half? Kostensenkungen und die Aufgabe der lange schwächelnden Marke Gin Tonic.

CropEnergies: Umsatzprognose angehoben

Nach einem positiven ersten Halbjahr hat CropEnergies die Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2016/17 angehoben und erwartet nun einen Umsatz in einer Bandbreite von 670 bis 720 (zuvor: 640 bis 700) Millionen Euro. Gleichzeitig bestätigte die Südzucker-Tochter die Ergebnisprognose.

Amadeus Fire: Da geht noch was

Für das SDax-Unternehmen scheint es 2016 doch besser zu laufen als bisher erwartet. Nach Börsenschluss am Dienstagabend erklärte der Frankfurter Personaldienstleister, dass man im laufenden Jahr nunmehr ein operatives Ergebnis (Ebita) auf Vorjahreshöhe erwarte. Bisher hatte Amadeus Fire mit einem Rückgang von fünf bis zehn Prozent gerechnet.

Pandora in China

Erstmals geht die dänische Schmuckfirma Pandora in China online auf Kundenfang, im Alibaba-Kaufportal Tmall.com. Das gefällt Anlegern. Denn China ist ein Riesenmarkt: Mit umgerechnet 90 Milliarden Dollar ist das Land laut Pandora der größte Schmuckmarkt der Welt. Die Aktien steigen um vier Prozent auf 827 Kronen.

Amazon: Lebensmittel-Läden "in echt"

Der weltgrößte Internethändler Amazon will laut dem "Wall Street Journal" künftig verstärkt auf Offline-Geschäfte setzen. Der Shopping-Riese aus Seattle plane die Eröffnung kleiner Läden für Lebensmittel. Zudem bereite der Konzern den Einsatz von Drive-In-Stationen vor, an denen Kunden mit dem Auto vorfahren und Lebensmittel-Lieferungen abholen könnten.

Samsung: Gewinnschätzung gekappt

Samsung muss wegen des Debakels mit seinem Smartphone Galaxy Note 7 seine Prognosen deutlich zurückschrauben. Dabei hatte der südkoreanische Konzern erst vorige Woche seine Jahresschätzung veröffentlicht.

Anlegerschreck Ericsson

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson schlittert immer weiter in die Krise - wegen der schwachen Nachfrage. Das brockt dem Mobilfunk-Ausrüster im dritten Quartal einen Gewinneinbruch von mehr als 90 Prozent ein. Da es dem Unternehmen an Produktneuheiten mangele, sei ein Ende der Talfahrt vorerst nicht in Sicht, sagte Finanzmarkt-Experte Jonathan Roy vom Vermögensverwalter Charles Hanover. Die Aktie brach in Stockholm mehr als 18 Prozent ein. Im Ericsson-Sog fiel auch die Aktie des Konkurrenten Nokia deutlich um bis zu acht Prozent, die damit das EuroStoxx-50-Schlusslicht war. Generell litten Technologiewerte heute darunter.

Shop Apotheke Europe: Ausgabepreis bei 28 Euro

Der Arzneimittel-Versender Shop Apotheke Europe hat den Ausgabepreis für seine Aktien auf 28 Euro je Anteilschein festgelegt. Insgesamt seien im Rahmen des Börsengangs gut vier Millionen Aktien bei Investoren platziert worden, teilte das Unternehmen am späten Dienstagabend mit. Dreieinhalb Millionen Papiere sind neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung, der Rest stammt von den alten Anteilseignern.

bs

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Vapiano-Schriftzug

Vapiano

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Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
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Sonstiges:
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