Marktbericht 20:15

Dax fällt nachbörslich unter 9.000 Punkte Fed-Entscheid kommt nicht gut an

Stand: 30.10.2013, 20:15 Uhr

Die Anleger haben sich im Vorfeld der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank nach gutem Beginn immer weiter zurückgezogen. Nach der Entscheidung der Notenbanker sackte der Dax nachbörslich ab.

Die Anleger sind vom kritischen Unterton der amerikanischen Notenbanker wenig angetan. Vor allem der Hinweis auf die negativen Folgen des jüngsten Etatstreits für das Wirtschaftswachstum kommt nicht gut an.

Allerdings belässt die Fed die Geldschleusen weit offen, so dass die Börsen auch in Zukunft mit reichlich Liquidiität rechnen können. Trotzdem fällt der L/E-Dax unter die Marke von 9.000 Punkten und schließt bei 8.984 Zählern knapp dreißig Punkte unter dem Xetra-Schluss.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1438
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Dieser lag bei 9.010 Punkten, ein leichter Tagesverlust von 0,13 Prozent. Am Vormittag hatte der Dax mit 9.070 Punkten noch einen neuen Verlaufsrekord zu vermelden. Die Parkettbörse konnte wegen der in Amerika noch bis zum Wochenende gültigen Sommerzeit reagieren. Der Euro geriet ebenfalls unter Druck und liegt nur noch knapp über der Marke von 1,37 Dollar.

Zurückhaltung auch in New York

Auch der Dow Jones liegt im Minus, der amerikanische Leitindex gibt aktuell 0,37 Prozent ab. Die heutigen Daten zur Beschäftigung im privaten Sektor des Marktforschungsinstitutes ADP hatten bereits nicht auf eine baldige geldpolitische Wende hingedeutet. Im Oktober wurden 130.000 neue Stellen in der Privatwirtschaft geschaffen und damit weniger als die 150.000 neuen Jobs, die erwartet worden waren.

VW stellt Anleger zufrieden

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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138,74
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Unter den Einzelaktien stach der der Quartalsbericht von Volkswagen hervor, der allgemein für Erleichterung sorgte. Insbesondere die bestätigten Gesamtjahresziele kamen gut an. "Es bleibt dabei: In dem überaus harten wirtschaftlichen Umfeld sind die Ziele, die wir uns für das laufende Jahr gesetzt haben, sehr ambitioniert. Aber wir stehen unverändert zu diesen Zielen", sagte Konzernchef Martin Winterkorn. Mit einem satten Zuwachs von 4,95 Prozent lag die VW-Vorzugsaktie an der Spitze im Dax.

BASF-Chef will Fracking testen

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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77,57
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Kurt Bock fordert zumindest einen Test der umstrittenen Fördermethode in Deutschland. Er würde dabei gerne die Sicherheit und Umweltverträglichkeit unter Beweis stellen, erklärte der Firmenchef und verwies auf das große Potenzial. Deutschland würde unabhängiger in der Energieversorgung, denn mit Schiefergas könnte für zehn Jahre der gesamte Gasverbrauch gedeckt werden. Er sieht zunehmend Produktionsnachteile zu den USA, wo das Schiefergas in großem Umfang gefördert wird, was den Gaspreis kräftig gedrückt hat.

Kurs der T-Aktie gedrosselt

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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13,94
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Die Deutsche Telekom litt unter einer Entscheidung des Kölner Landgerichts und verlor über zwei Prozent. Nach dem Richterspruch darf der Konzern Internet-Anschlüsse im Rahmen von Internet-Flatrates im Festnetz nicht drosseln. Mit dem Urteil erklärte das Gericht eine Vertragsklausel für unzulässig, laut der die Geschwindigkeit erheblich reduziert wird, sobald ein bestimmtes Übertragungsvolumen überschritten wird. Die Telekom erwägt nach der Urteilsprüfung den Gang in die Revision.

Deutsche Börse belastet

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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111,80
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Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal wegen Rückstellungen für einen Rechtsstreit einen heftigen Ergebniseinbruch verbucht. Der Gewinn sank um mehr als 60 Prozent auf 61,6 Millionen Euro. Auch sonst war die Entwicklung wenig erbaulich. Trotzdem behauptet sich die Aktie und legt sogar zu.

Beim Thema Dividende hat das Management noch keine Entscheidung getroffen. Wie Finanzchef Gregor Pottmeyer erklärte, werde erst im Februar 2014 die Höhe bekannt gegeben, zusammen mit den Jahreszahlen. Pottmeyer betonte aber, er wisse um die Bedeutung einer kontinuierlichen Dividendenzahlung. Zuletzt wurden 2,10 Euro ausgeschüttet.

Deutsche Bank kommt beim BHF-Verkauf voran

Der US-Finanzinvestor Blackrock zieht sich aus dem Bieterkonsortium Kleinworth Benson Group (KBG) für die BHF-Bank zurück. Dies teilte die belgische Finanzgruppe RHIJ mit, der Alleingesellschafter der KGB. Damit dürften die Chancen steigen, dass es mit dem mittlerweile über zwei Jahre dauernden Verkauf der Privatbank zumindest voran geht, denn Blackrock hatte bisher der Bafin wichtige Prüfunterlagen nicht zukommen lassen.

Das Bieterkonsortium muss nach Angaben der Bafin jetzt zunächst einen ganz neuen Antrag stellen. Die Deutsche Bank soll 354 Millionen Euro bekommen und macht damit Abstriche beim Preis, ursprünglich waren 384 Millionen Euro vorgesehen. Die Aktie gehörte heute zu den schwächsten Werten im Dax mit einem Abschlag von 1,7 Prozent.

Qiagen auf gutem Weg

Die Qiagen-Aktie blieb Tagessieger im TecDax und gewann knapp drei Prozent. Das Biotech-Unternehmen hat im Sommerquartal seinen Umsatz um sechs Prozent auf 324 Millionen Dollar verbessert. Das bereinigte Ergebnis wuchs um zehn Prozent auf 68,4 Millionen Dollar. Qiagen profitierte von guten Geschäften mit Analysegeräten und Tuberkulose-Tests.

Wirecard ist auf Kurs

Der Zahlungsabwickler Wirecard hat von Juli bis September vom wachsenden Internetgeschäft profitiert. Der Umsatz wuchs um 23 Prozent auf 125 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 17 Prozent auf 33,8 Millionen. Grund waren hohe Investitionen. Die Aktie aus dem TecDax gab leicht um 0,3 Prozent nach.

Stratec verdient weniger

Leicht nach oben im deutschen Technologieindex ging es hingegen für das Papier von Stratec. Das Medizintechnikunternehmen aus dem TecDax hat in den ersten neun Monaten seinen Umsatz um sieben Prozent auf 90,4 Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis je Aktie sank allerding um drei auf 90 Cent. Grund war die unstete Entwicklung des Serviceteilegeschäfts und Wasserschäden.

Vossloh holt viele neue Aufträge rein

Der Bahntechnikkonzern Vossloh ist gut im Geschäft. Im dritten Quartal verbuchte das SDax-Mitglied neue Aufträge von mehr als einer halben Milliarde Euro, so dass nun ein Auftragsvolumen von mehr als 1,7 Milliarden abzuarbeiten ist - so viel wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Das kam gut an, die Aktie war mit Abstand Tagessieger im SDax.

Gewinnsprung bei SHW

Der Autozulieferer, dessen Produkte hauptsächlich zur Abgasreduzierung gebraucht werden, hat im dritten Quartal das operative Ergebnis (Ebit) um ein Drittel auf 7,38 Millionen Euro gesteigert. Auch der Umsatz legte um 12,8 Prozent auf 96,61 Millionen Euro kräftig zu. Die SHW-Aktie steigt und setzt damit ihre beeindruckende Klettertour in diesem Monat fort. Der SHW-Kurs ist seit Monatsanfang von rund 33 auf 46 Euro gestiegen.

Klopp bleibt beim BVB

Der Erfolgstrainer des westfälischen Bundesligisten hat seinen Vertrag überraschend vorzeitig bis zum 30. Juni 2018 verlängert. "Das ist für alle Borussen eine großartige Nachricht", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Watzke. Der Verein habe nun Planungssicherheit, hieß es weiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte der einzige börsennotierte deutsche Fußballverein einen Rekordumsatz von über 300 Millionen Euro und ein Rekordgewinn von mehr als 50 Millionen Euro. Die Aktie legte ein dreiviertel Prozent auf 3,80 Euro zu.

SKW Stahl bestätigt den Ausblick

Das Spezialchemieunternehmen hat nach Börsenschluss Quartalszahlen veröffentlicht. Während der Umsatz angesichts einer rückläufigen Stahlproduktion in den wichtigsten Märkten in Europa, Nordamerika und Brasilien von 95,4 im Vorjahr auf 86,7 Millionen Euro im Quartal nachgab, legte das Unternehmen aus dem geregelten Markt beim Ergebnis zu. Das Ebitda stieg im Quartal auf 7,9 nach 4,1 Millionen Euro, unter anderem wegen hoher Kostenflexibilität.

"Unsere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung greifen und werden durch das gerade initiierte umfassende Ertragssteigerungsprogramm bis Ende 2014 noch beschleunigt", erklärte die Vorstandsvorsitzende der SKW Metallurgie, Ines Kolmsee. Der Ausblick wurde bestätigt. Der Umsatz wird den Vorjahreswert von 404 Millionen Euro nicht erreichen, dass Ebitda soll mindestesn auf Vorjahresniveau von 19,5 Millionen Euro liegen.

General Motors sieht sich in Europa auf Kurs

Die GM-Aktie liegt in New York vorne, nachdem der Konzern im dritten Quartal ohne Sondereffekte die Markterwartungen erfüllt hat. Dabei sieht es für die Gesellschaft mittlerweile auch in Europa wieder besser aus, die Konzerntochter Opel konnte den Verlust deutlich auf 214 nach 487 Millionen Dollar vor Jahresfrist reduzieren. Die Anleger in New York sind zufrieden, das GM-Papier liegt aktuell drei Prozent im Plus.

Auch Chrysler macht Fortschritte

Fiat Chrysler: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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13,68
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Ähnlich gut sieht es beim Konkurrenten Chrysler aus, der mehrheitlich zur italienischen Fiat-Gruppe gehört. Die Nummer vier auf dem US-Automarkt steigerte den Gewinn im Quartal um ein Fünftel auf 464 Millionen Dollar. Fiat will das Unternehmen ganz übernehmen und dazu die restlichen 41,5 Prozent der Anteile vom Gewerkschaftsfonds Veba übernehmen. Da sich beide Seiten aber bisher nicht auf einen Preis einigen konnten, könnte es bald zu einer Notierung der Veba-Anteile an der Börse kommen. Dann bestimmt der Markt den Preis.

Schlechter sieht es beim Mutterkonzern Fiat aus. Das Betriebsergebnis (Ebit) fiel im Quartal um neun Prozent auf 816 Millionen Euro. Vor allem in Lateinamerika lief das Geschäft überraschend schwach, so dass das Management die Jahresziele senkte. Die Börse reagierte verschnupft, die Fiat-Aktie verlor an der Mailänder Börse drei Prozent.

Kodak kehrt zurück

Damit wäre der Autobauer in guter Gesellschaft, denn mit Kodak kehrt ein alter Bekannter am Freitag an die New Yorker Börse zurück. Der Fotopionier, der das Digitalzeitalter verpennt hatte und deshalb Anfang 2012 in Konkurs gegangen war, will sich zukünftig auf Druck-Dienstleistungen für Unternehmen konzentrieren. Von den meisten früheren Tätigkeitsbereichen hat man sich getrennt. Aber der hohe Bekanntheitsgrad der Marke Kodak bleibt.

rm

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Tagestermine am Montag, 20. August

Konjunktur
Deutschland: Erzeugerpreise 07/18, 8 Uhr
Deutschland: Monatsbericht der Bundesbank 08/08, 12:00 Uhr

Sonstiges:
Treffen der Handelsberater von EU und USA zur Beilegung des Handelsstreits.