Marktbericht 20:00

Wieder über 9.600 Punkten EZB schiebt den Dax an

Stand: 08.05.2014, 20:00 Uhr

EZB-Chef Mario Draghi hat dem Aktienmarkt einen Gefallen getan: Die Aussicht auf ein weitere Lockerung der Geldpolitik im Juni lässt die Investoren heute frohlocken.

"Der EZB-Chef Mario Draghi hielt fest, der EZB-Rat hätte expansive Schritte für den kommenden geldpolitischen Entscheid diskutiert. Bereits im Juni könnte die EZB somit Maßnahmen ergreifen, falls dies nötig erscheint", kommentierte Niall Delventhal, Marktanalyst bei DailyFX. Was den Euro belastet habe, habe sich als rettender Anker für den Dax erwiesen, so der Fachmann.

"Draghi verstärkt die Erwartung, dass im Juni etwas passiert", sagte Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank. Er sage aber auch, dass die Entscheidung von den dann zur Veröffentlichung anstehenden EZB-Projektionen für die wirtschaftliche Entwicklung abhänge.

Draghi: "Wir sind bereit, im Juni zu handeln"

Der Dax schloss nach einem turbulenten Handel zwischen Plus und Minus mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent bei 9.607,40 Punkten. Für die Gemeinschaftswährung ging es dagegen in die andere Richtung. Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als würde der Euro heute bereits über die Marke von 1,40 Dollar springen. Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Juni zog ihn wieder nach unten.

Positive Nachrichten gab es aus den USA. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche sind überraschend deutlich gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche fielen sie um 26.000 auf 319.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Der Dow Jones lag am Abend knapp ein halbes Prozent im Plus. Der Late Dax schloss mit plus 0,8 Prozent auf 9.595,53 Punkten.

Telekom wächst schneller

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,06
Differenz relativ
-0,30%

Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal ihren Umsatz um acht Prozent auf 14,9 Milliarden Euro verbessern können. Grund war die boomende US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Allerdings war das Wachstum teuer erkauft. Denn das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um knapp vier Prozent auf 4,12 Milliarden Euro. Der Gewinn konnte wegen des teilweisen Verkaufs der Internet-Anzeigentochter Scout 24 auf 1,82 verdreifacht werden.

Lanxess steht unter Druck

Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
43,80
Differenz relativ
-1,95%

Die Aktie des Chemiekonzerns Lanxess steht auch im Xetra-Handel unter Druck. Bereits am Mittwochabend während des Frankfurter Parketthandels war das Papier unter Druck geraten, nachdem das Unternehmen eine Kapitalerhöhung um mehr als 400 Millionen Euro angekündigt hatte. Inzwischen wurden die neuen Aktien in Höhe von zehn Prozent des Grundkapitals für je 52 Euro platziert. Im ersten Quartal war der Umsatz zudem stärker als erwartet gesunken.

MüRü schwächer

Münchener Rück: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
186,05
Differenz relativ
-0,45%

Die Münchener Rück hat von Januar bis März weniger als vor einem Jahr verdient. Trotz geringer Katastrophenschäden sank das Konzernergebnis von 970 auf 924 Millionen Euro. Hintergrund ist der zunehmende Preiskampf im Markt durch neue Anbieter. Immerhin schnitt das Unternehmen etwas besser ab, als Vorstandschef Nikolaus von Bomhard vor wenigen Tagen angedeutet hatte.

Beiersdorf besser als gedacht

Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf hat zum Jahresauftakt von guten Geschäften in Amerika und Asien profitiert. Allerdings bremsten Währungsverluste in Schwellenländern, so dass der Umsatz insgesamt nur um gut ein Prozent zulegte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um neun Prozent auf 235 Millionen Euro. Insgesamt schnitt der Konzern besser als erwartet ab.

MDax im Blick: Von Bilfinger bis Stada

Im MDax erreicht die Berichtssaison am Mittwoch derweil einen vorläufigen Höhepunkt: Gleich neun Konzerne haben Rechenschaft gegenüber ihren Aktionären abgelegt. Mehr dazu in unserer Chartserie.

Telefonica Deutschland leidet unter Konkurrenz

Dem Mobilfunk-Unternehmen Telefonica Deutschland bescherte der harte Konkurrenzkampf in der Branche Probleme. Der Umsatz des durch die Marke O2 bekannten Unternehmens sank im ersten Quartal um neun Prozent auf 1,12 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Oibda) fiel um knapp ein Sechstel auf 234 Millionen Euro.

Freenet: Finde den Fehler!

Aktien des Mobilfunkanbieters Freenet stehen deutlich unter Druck. Das Unternehmen hatte Mittwochabend von höheren Kundenzahlen berichtet. Das operative Ergebnis stagnierte allerdings und der Umsatz sank sogar.

Compugroup verdient deutlich weniger

Der Ärztesoftwarehersteller Compugroup aus dem TecDax muss wegen bereits durchgeführter Zukäufe Ergebniseinbußen hinnehmen. Im ersten Quartal fiel der Gewinn mit 4,7 Millionen Euro weniger als halb so hoch wie ein Jahr zuvor aus. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 122 Millionen Euro.

SMA lieber nicht mehr verkaufen

Der mit Abstand größte Gewinner im TecDax ist die SMA-Aktie. Die Analysten von Equinet haben den Titel von "Sell" auf "Hold" hochgesetzt. und begründeten den Schritt mit den zuletzt deutlichen Kursverlusten der Aktie. Dennoch habe sich die Position des Unternehmens im Vergleich mit Wettbewerbern massiv verschlechtert.

Capital Stage verdoppelt Gewinn

Der Solarpark- und Windkraftbetreiber Capital Stage bleibt auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 42,4 Prozent auf 12,1 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte auf 15,8 (Vorjahr: 11,0) Millionen Euro. Unter dem Strich konnte Capital Stage den Gewinn auf 5,3 (Vorjahr: 2,3) Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Baywa dankt Petrus

Der Agrarhändler Baywa hat vom milden Winter profitiert. Normalerweise weist das SDax-Mitglied im ersten Quartal operativ ein Minus aus. Dieses Mal gab es vor Zinsen und Steuern ein Plus von 4,3 Millionen Euro.

Jungheinrich traut sich mehr zu

Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich hat seine Prognose nach einem guten ersten Quartal für das Gesamtjahr angehoben. Der Umsatz soll nun 2,4 und 2,5 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis 175 und 185 Millionen Euro erreichen. Bislang lagen die Werte bei 2,3 bis 2,4 Milliarden bzw. 170 bis 180 Millionen. Im ersten Quartal lagen die Zuwächse jeweils bei knapp zwölf Prozent.

Kion hält an Zielen fest

Deutlich schwächer schnitt der Gabelstapler-Konkurrent Kion ab. Das Betriebsergebnis sank im ersten Quartal um knapp sechs Prozent auf 87,4 Millionen Euro. Der Umsatz stagnierte. Dennoch bestätigte das Unternehmen seine Jahresziele.

TAG profitiert vom Immobilien-Boom

Der Immobilienkonzern TAG hat seine Mietumsätze im ersten Quartal um 3,8 Prozent auf 60 Millionen Euro verbessert. Die operative Kennzahl FFO stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel auf 20,7 Millionen Euro. Fürs laufende Geschäftsjahr plant das SDax-Mitglied eine Dividende von 50 Cent je Aktie.

Tom Tailor wächst

Tom Tailor: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
2,49
Differenz relativ
-0,24%

Der Modekonzern Tom Tailor ist mit einem Umsatzzuwachs um sechs Prozent auf 209 Millionen Euro ins neue Jahr gestartet. Das bereinigte Ebitda kletterte um zwölf Prozent auf 11,1 Millionen Euro. "Das erste Quartal hat gezeigt, dass wir mit unserer Strategie, die Profitabilität unserer Marken nachhaltig zu steigern, auf dem richtigen Weg sind", sagte Unternehmenschef Dieter Holzer. "Die Marke Tom Tailor war erneut klarer Wachstumsmotor. Bei Bonita hingegen geht es 2014 um die Umsatzqualität, entsprechend blieb das Umsatzwachstum wie erwartet zurück, die Rohertragsmarge ist aber erfreulich gestiegen."

Verbio erhöht Prognose

Der Biosprithersteller Verbio steigert erneut seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr (30. Juni). Die Erwartungen der Verbio AG für die bisherige Geschäftsentwicklung seien übertroffen worden, sagte Vorstandschef Claus Sauter bei der Vorstellung der 9-Monats-Zahlen. Er rechnet jetzt wegen der günstigen Geschäftsentwicklung mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern zwischen 10 und 14 Millionen Euro. Bisher lagen die Erwartungen bei 3 bis 8 Millionen Euro.

R. Stahl mit starkem Auftragseingang

Der Explosionsschutz-Spezialist R. Stahl blickt trotz Rückschlägen zum Jahresbeginn optimistisch in die Zukunft. "R. Stahl tritt 2014 in eine Phase dynamischen Wachstums ein", kündigte Vorstandschef Martin Schomaker an. Im ersten Quartal des Jahres war der Auftragseingang mit 88,4 Millionen Euro um 7,1 Prozent höher als noch im Vorjahreszeitraum - ein neuer Bestwert. Der Umsatz ging allerdings um mehr als sechs Prozent auf 67,6 Millionen Euro zurück. Der Gewinn brach sogar um rund 79 Prozent ein und lag nur noch bei 700 000 Euro.

Phoenix Solar bricht ein

Das Solar-Systemhaus Phoenix Solar hat dramatische Geschäftszahlen bekannt gegeben. Von Januar bis März brach der Umsatz um 78,4 Prozent auf 6,6 Millionen Euro ein. Erstaunlicherweise konnte das im Prime Standard notierte Unternehmen seinen Verlust dabei sogar auf 3,6 Millionen Euro reduzieren.

Toyota so gut wie nie

Der weltgrößte Autokonzern Toyota hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 einen Rekordgewinn erzielt. Das operative Ergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Viertel auf 2,29 Billionen Yen (16,2 Milliarden Euro).

Repsol ohne Drive

Der spanische Ölkonzern Repsol hat zum Jahresauftakt trotz einer positiven Branchentrends seinen bereinigten Gewinn nur minimal um 1,5 Prozent auf 532 Millionen Euro verbessert. Ausfälle in den Produktionsstätten in Libyen sowie Trinidad und Tobago konnten durch neue Förderstätten wie in Peru zum Teil ausgeglichen werden.

Barclays: Investmentbanker zittern

Die britische Großbank Barclays will in den nächsten drei Jahren 19.000 Jobs streichen und damit 7.000 mehr als zunächst geplant. Ende 2013 beschäftigte die Bank knapp 140.000 Menschen.

Toshiba auf Rekordkurs

Toshiba hofft dank florierender Geschäfte in der Stromnetz-Sparte auf einen Rekordgewinn. Das operative Ergebnis werde im Geschäftsjahr bis Ende März 2015 um 14 Prozent auf die neue Bestmarke von 330 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) steigen, kündigte der japanische Technologiekonzern an. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2014 stieg das operative Ergebnis fast um die Hälfte auf 291 Milliarden Yen (knapp 2,1 Milliarden Euro).

Nintendo kann Super Mario gut gebrauchen

Nintendo schrieb in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Verlust von 23,2 Milliarden Yen (164,4 Millionen Euro). Hauptgrund dafür ist der schwache Absatz der Wii U, von der im vergangenen Quartal nur 310 000 Geräte verkauft wurden. Neue Konsolen der Konkurrenz wie Sonys Playstation 4 oder Microsofts Xbox One verkaufen sich gerade millionenfach.

ts

Tagestermine am Montag, 10. Dezember

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, zweite Schätzung, 00:50 Uhr
Deutschland: Außenhandel im Oktober, 08:00 Uhr
Italien: Industrieproduktion, Oktober, 11:00 Uhr
Deutschland: Sentix Konjunkturindex, Dezember, 10:30 Uhr
Großbritannien:Industrieproduktion, Oktober, 10:30 Uhr