Marktbericht 20:02 Uhr

Die Fed im Blick Es geht wieder aufwärts

Stand: 18.12.2013, 20:02 Uhr

Immer mehr Stimmungsindikatoren deuten auf einen Aufschwung im kommenden Jahr hin - auch das Ifo-Konjunkturbarometer. Grund genug für die Anleger bei den Aktien wieder zuzugreifen. Dabei hilft auch die geschwundene Angst vor der am Abend verkündeten Drosselung der US-Geldpolitik.

Der Dax kletterte in der Spitze bis auf 9.190 Zähler, gut 100 Punkte mehr als am Dienstag. Einen Zugewinn, den der deutsche Leitindex fast bis zum Handelsende halten kann. Schließlich geht der Dax bei 9.182 Punkten aus dem Handel, ein Plus von 1,06 Prozent oder 96 Punkten.

Hauptgrund für die Freude der Anleger war der am Vormittag veröffentlichte Ifo-Konjunkturindex. Er ist im Dezember wie erwartet um 0,2 Zähler auf 109,5 Punkte gestiegen. Die rund 7.000 befragten Manager schätzen ihre Geschäftslage zwar etwas ungünstiger ein als zuletzt. Sie beurteilen ihre Aussichten für die kommenden sechs Monaten aber erneut besser.

An der Wall Street gehen die Anleger im Tagesverlauf in Deckung. Nach anfänglichen Kursgewinnen um 0,3 prozent auf 15. 939 Punkte dreht der Dow Jones-Index knapp eine Stunde vor der Fed-Entscheidung ins Minus auf 15.863. Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der New Yorker Leitindex bei 15.817 Punkten, ein Minus von 0,4 Prozent.

Fed beschließt Tapering

Zum Thema Fed blieb die Meinung der Experten bis zuletzt gespalten. Analysten der Metzler-Bank erwarteten die Ankündigung einer Drosselung der milliardenschweren Anleihenkäufe bereits im Januar. Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM, äußerte sich dagegen skeptisch: "Es gibt keinen ungünstigeren Zeitpunkt für diesen Schritt als eine Woche vor Weihnachten. Historisch niedrige Handelsumsätze erhöhen die Gefahr großer Schwankungen und damit auch Verwerfungen an den Finanzmärkten. Dieses Risiko wird die Fed nicht eingehen."

Um 20:00 Uhr gab die Fed bekannt, dass sie ihre monatlichen Anleihekäufe um zehn Milliarden auf 75 Milliarden Dollar verringern wird..

Euro wenig verändert

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1385
Differenz relativ
+0,14%

Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch vor den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank in einer engen Bandbreite bewegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss in Frankfurt zu 1,3768 Dollar gehandelt und damit ungefähr auf dem Niveau des frühen Handels. Zwischenzeitliche Verluste machte der Euro im Nachmittagshandel wett. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,3749 (Dienstag: 1,3749) Dollar fest.

Ford mit hohen Kosten

Papiere von Ford sind am Mittwoch nach einem enttäuscht aufgenommenen Ausblick auf das kommende Jahr im frühen Handel mit mehr als 5 Prozent abgerutscht. Der zweitgrößte US-Autobauer rechnet 2014 mit einem Vorsteuerergebnis von sieben bis acht Milliarden Dollar und damit weniger als im laufenden Jahr, in dem das Ergebnis vor Steuern bei 8,5 Milliarden Dollar liegen soll. Hohe Kosten für die Markteinführung neuer Modelle sind nach Konzernangaben der Grund für den sinkenden Gewinn.

Fedex liefert weniger

Der Post-Konkurrent hat am frühen Nachmittag seine Bilanz zum zweiten Geschäftsquartal veröffentlicht. Der Gewinn je Aktie bei dem Konzern lag mit 1,57 Dollar leicht unter den Schätzungen der Analystengilde. Beim Umsatz erreichte das Unternehmen mit 11,43 Milliarden Dollar so eben die Marktprognosen.

Conti und Henkel vorn

Im Dax sind der Autozulieferer Continental und der Konsumgüterkonzern Henkel die stärksten Werte. Beide Papiere profitieren von positiven Analystenkommentaren. So hat die NordLB den fairen Wert von Henkel auf 90 Euro angehoben. Und für die Baader Bank gehört Conti zu den Werten mit dem besten Kurspotenzial im kommenden Jahr.

Banken droht die Bankenunion

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,64
Differenz relativ
-0,21%

Aktien der Deutschen Bank gehören dagegen zu den wenigen Verlierern im Dax. Die Anleger reagieren reserviert auf die absehbare Einigung bei der Etablierung einer Bankenunion. Durch einen europäischen Bankenabwicklungs-Mechanismus sollen Steuerzahler künftig besser vor den Folgen von Bankenpleiten geschützt werden. Zudem sieht die Großbanken-Aufseherin Frauke Menke keine Notwendigkeit für eine "Regulierungspause" bei den Banken.

Lufthansa ordnet Zuschläge neu

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
19,26
Differenz relativ
+1,88%

Deutlich schlechter als der Gesamtmarkt schlägt sich auch die Aktie der Deutschen Lufthansa. Die Nachricht von einem Todesfall durch die neue Vogelgrippe in China machte am Morgen die Runde. Die Lufthansa will laut eigenen Angaben ab Januar seine Flugzuschläge neu zusammenfassen. Der Zuschlag soll neben Steuern, Emssionsabgaben und Sprit-Kosten nun zusätzlich Versicherungskosten und Flugsicherungsgebühren enthalten.

Fresenius angeschoben - RWE gedrückt

Aktien des Energieversorgers RWE verlieren ebenfalls leicht. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" liegen die Gebote für die zum Verkauf stehende Sparte Dea unter den Erwartungen. RWE hat selbst mit fünf Milliarden Euro als Erlös gerechnet. Papiere des Gesundheitskonzerns Fresenius profitieren von einer Kurszielerhöhung durch die US-Bank Merrill Lynch. Diese hält auf Jahressicht 124 Euro bei dem Titel für erreichbar.

Goldener Handschlag für SAP-Ex-Chef

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
87,75
Differenz relativ
-1,03%

Bis zu 15 Millionen Euro soll Jim Hagemann Snabe bei seinem geplanten Wechsel vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat erhalten. Die Meldung des "Manager Magazin" wurde inzwischen von einem Unternehmenssprecher bestätigt. Die Summe stammt aus verschiedenen Anrerizprogrammen, die zum Teil an die Kursentwicklung der SAP-Aktie gekoppelt sind. Der Wechsel Snabes in den Aufsichtsrat soll im Mai 2014 von der Hauptversammlung abgesegnet werden.

Aareal Bank und Tui an MDax-Spitze

Die Aktien der Aareal Bank gehören auch am Mittwoch zu den stärksten Werten im MDax. Sie profitieren von Aufholeffekten sowie einer Heraufstufung durch equinet. Überdurchschnittlich zulegen können auch die Papiere des Reisekonzerns Tui. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (bis Ende September) einen Nettogewinn von 4,3 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 15 Millionen Euro angefallen.

Metro mit Etappensieg

Die Metro-Aktie gehört dagegen zu den Verlierern im MDax. Dabei hat das Unternehmen im Machtkampf bei dem Elektrofachhändler Media-Saturn einen Etappensieg errungen. Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts München kann die Metro ab sofort eine ganze Reihe von Entscheidungen bei Media-Saturn auch ohne den Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals treffen. Kellerhals hält 22 Prozent an Media-Saturn und damit eine Sperrminorität in der Gesellschafterversammlung. Die Metro-Aktie gehört trotzdem zu den wenigen Verlierern im MDax.

Dialog legt die Latte höher

Im TecDax sind der Mini-Computerhersteller Kontron sowie der Halbleiterproduzent Dialog Semiconductor die stärksten Werte. Dialog hat seine Umsatz-Prognose für das vierte Quartal angehoben. Dank guter Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PCs, für die der Chip-Spezialist Halbleiter-Lösungen anbietet, soll im, Schlussquartal 2013 ein Umsatz von mindestens 310 Millionen Dollar erreicht werden.

Blackberry holt sich SAP-Manager

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Blackberry will die Wende mit aller Macht schaffen. Nachdem ein Verkauf des Konzerns in letzter Minute abgesagt und der deutsche Chef Thorsten Heins gefeuert wurde, heuert der CEO nun einen Manager von SAP an. John Sims, bisher Leiter der Sparte Mobile Services bei SAP, wechselt laut Blackberry im Januar zu dem Unternehmen. Dort soll er mit dem Software-Bereich für Geschäftskunden einen der wichtigsten Bereiche für die Neuausrichtung von Blackberry führen.

lg

Tagestermine am Mittwoch, 19. Dezember

Unternehmen:
Softbank: IPO der Mobilfunktochter in Tokyo
Ceconomy: Q4-Zahlen, 07:00 Uhr, und Bilanz-PK, 10:00 Uhr
General Mills: Q2-Zahlen, 13:00 Uhr

Konjunktur:
USA: Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr, PK mit Fed-Chef Powell, 20:30 Uhr
Japan: Außenhandel im November, 00:50 Uhr
Deutschland: Erzeugerpreise im November, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im November, 10:30 Uhr
USA: Leistungsbilanz Q3, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im November, 16:00 Uhr
USA: Wöchentlicher Ölbericht, 16:30 Uhr