Erst einmal durchatmen

von Robert Minde

Stand: 11.08.2011, 20:06 Uhr

Die Wall Street musste es richten. Die Schützenhilfe aus New York hat Europa beflügelt und auch unserem Dax geholfen. Der lieferte erneut eine Achterbahnfahrt, dass es einem schwindlig werden konnte - und schloss nach elf Verlusttagen wieder im Plus.

Beflügelt von einer festeren Wall Street hat der Dax in einer starken Schlussrally um 3,3 Prozent besser geschlossen. Zum Xetra-Handelsschluss stand das Börsenbarometer bei 5.784 Punkten, ein Zugewinn von 3,3 Prozent oder 184 Zählern. Das ist nahe am Tageshoch, das bei 5.825 Punkten lag. Die Schwankungsbreite war damit erneut extrem hoch. Der L/E-Dax legte im späten Geschäft weiter zu und beendete den Parketthandel noch einmal 80 Punkte besser bei 5.877 Zählern. Noch am frühen Nachmittag hatte der deutsche Leitindex ein Bild des Jammers abgegeben, seine gesamten Tagesgewinne von über drei Prozent verloren und mit 5.487 Punkten ein neues Tages- und Jahrestief aufgestellt.

Aber dann ging alles sehr schnell. Die freundliche Eröffnung in New York sowie deutliche Erklärungen aus Frankreich führten dann zu einer rasanten Erleichterungsrally. Sorgen um mögliche Schieflagen im Bankensektor hatten zuvor die Ängste der Finanzkrise wieder heraufbeschworen und für teilweise dramatische Schwankungen gesorgt.

Einfach nur irrational
Händler beklagten, dass keine Zeit bliebe, solche Gerüchte überhaupt nachzuprüfen. "Erst verkaufen, dann denken", erklärte ein Aktienhändler. Da die Gerüchte nicht mehr über das Telefon, sondern über Chatrooms und Twitter gestreut werden, könnten sie gar nicht nachgeprüft werden. Zudem zeige sich einmal mehr, dass der größte Teil der Kursbewegungen durch den sogenannten algorithmischen Handel bestimmt werde, also automatisch generierte Dispositionen.

Frankreich schießt aus allen Rohren
Die Gerüchte über Probleme französischer Banken haben heute in Paris hohe Wellen geschlagen. Mittlerweile hat die französische Börsenaufsicht vor der Verbreitung falscher Gerüchte gewarnt und sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht. Auch Zentralbankchef Christian Noyer trat in Erscheinung. Er betonte in einer Stellungnahme, die Solidität der französischen Banken sei nicht gefährdet. Auch die Nachricht über ein außerplanmäßiges Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatschef Sarkozy am kommenden Dienstag kam an der Börse gut an.

Erst kürzlich noch hatte sich der Chef der Societe Generale in einem ungewöhnlich scharfen Ton gegen Spekulationen verwahrt, sein Institut sei in finanziellen Schwierigkeiten. Entsprechende Gerüchte seien "absoluter Müll", sagte Frédéric Oudea im Sender CNBC.

Wall Street auf Klettertour
Die US-Indizes behaupten sich deutlich im Plus. Am Spätnachmittag Ortszeit steht der Dow Jones Index der 30 führenden Industriewerte sogar über der charttechnisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten, ein Zugewinn von 3,9 Prozent. Auch der S&P-500-Index und die Nasdaq rücken vor.
Die heutigen Konjunkturdaten waren uneinheitlich, wurden aber am Markt positiv aufgenommen. Denn die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten waren mit 395.000 Neuanträgen besser ausgefallen als erwartet und lagen zudem unter der psychologisch wichtigen "Rezessionsschwelle" von 400.000 Anträgen. Das Defizit in der Juni-Handelsbilanz lag hingegen mit 53 Milliarden Dollar höher als die prognostizierten 48 Milliarden Dollar.

Hohe Anspannung auch am Rentenmarkt
Berg- und Talfahrt auch am Rentenmarkt. Deutsche Staatsanleihen hatten zunächst in einem von hoher Nervosität gekennzeichneten Handel ihre anfänglichen Verluste größtenteils wieder aufgeholt. Einhergehend mit den steigenden Aktienmärkten rutschte der Bund-Future dann aber wieder ab und notiert etwas mehr als einen ganzen Punkt leichter bei 133,06 Prozent.

Zur Kasse hatte der Markt noch sehr fest tendiert fest. Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere fiel auf 1,99 Prozent nach 2,09 Prozent am Vortag. Damit lag die Umlaufrendite erstmals seit Oktober 2010 wieder unter zwei Prozent. Die Rendite der marktführenden zehnjährigen Bundesanleihe lag zwischenzeitlich bei 2,22 Prozent.

Die als besonders krisenfest geltenden deutschen Staatsanleihen bleiben nach Händlerangaben gesucht. Nach Meinung der Commerzbank befinden sich die Märkte aber in "Eskalationsstimmung". Investoren würden sich zunehmend um ihren Kapitalerhalt statt um die Rendite ihrer Anlagen sorgen.

Euro legt zu, Franken fällt
Der Euro hat am Donnerstag ebenfalls eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Am Mittag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,4141 Dollar festgesetzt, aktuell steht die Gemeinschaftswährung mehr als zwei Cent höher bei 1,4367 Dollar. Händler verwiesen auf eine spiegelbildliche Entwicklung zu den Aktienmärkten.

Der Schweizer Franken hat unterdessen seinen Höhenflug der vergangenen Wochen abrupt beendet. Sowohl zum Euro als auch zum Dollar gab er im Tagesverlauf um rund fünf Prozent nach. Händler verwiesen auf Äußerungen aus den Reihen der Schweizer Notenbank SNB, wonach eine zeitweise Anbindung des Franken an den Euro grundsätzlich möglich sei. Devisenspezialist Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen gab zu bedenken, dass eine Kursanbindung an den Euro wohl nur in Zusammenarbeit mit der EZB erfolgversprechend wäre.

Auch die Ölmärkte haben im Fahrwasser der festeren Aktienmärkte zugelegt. Die Nordsee-Sorte Brent steig um sieben Prozent auf 106,75 Dollar, WTI legten am späten Nachmittag um 55 Cents auf 83,44 Dollar je Barrel zu.

Gewinnwarnung bei der Allianz Deutschland
Schlechte Nachrichten für den Allianz-Konzern. Beim Geschäft auf dem deutschen Heimatmarkt, das für immerhin 25 Prozent des gesamten Volumens steht, sieht es wegen der heftigen Unwetter sowie den Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht mehr so gut aus. Das Management der deutschen Tochter hat jetzt die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen. Man erwarte nunmehr, dass das operative Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres liege. Bisher war von einem Zuwachs ausgegangen worden.

Im ersten Halbjahr fielen das operative Ergebnis um zehn Prozent und der Nettogewinn um zwölf Prozent. Allianz-Aktien, die im Dax notierte Holding, schließen zum Handelsschluss mit einem versöhnlichen Plus von 2,4 Prozent bei 72,65 Euro. Zwischenzeitlich war die Aktie unter 70 Euro gefallen. Damit hat die Aktie seit der Dividendenzahlung Anfang Mai mehr als dreißig Prozent an Wert eingebüßt.

K+S-Aktie erholt sich
Die Aktie führte nach den quartalszahlen lange Zeit die Verliererliste im Dax an, schließt aber doch noch mit einem Plus von 3,5 Prozent. Zwar profitierte der Salz- und Düngemittelhersteller im zweiten Quartal von der starken Nachfrage der Landwirte angesichts anhaltend hoher Getreidepreise. Weniger erfreulich war dagegen der hohe Buchverlust von 97,6 Millionen Euro, der aus dem Verkauf des Herstellers von Blumenerde und Dünger, Compo, resultiert.

Salzgitter: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,74
Differenz relativ
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Salzgitter lässt auch ThyssenKrupp jubeln
Dagegen verbuchen ThyssenKrupp-Papiere einen Tag vor Vorlage des Quartalsberichts ein deutliches Kursplus von mehr als drei Prozent. Sie profitieren von positiven Nachrichten des Konkurrenten Salzgitter.

Nach einem überraschend hohen Gewinnsprung im zweiten Quartal stellte der MDax-Konzern für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn von rund 200 Millionen in Aussicht. Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann hatte die Messlatte bereits nach einem überraschend hohen Gewinnanstieg zu Jahresbeginn auf bis zu 150 Millionen Euro angehoben. Die Salzgitter-Aktie schießt mit einem Plus von satten 21 Prozent einsam an der MDax-Spitze.

Lanxess erhöht Prognose
Auch Lanxess hat Erfreuliches zu berichten. Der Spezialchemiekonzern erhöht nach einem Rekordquartal seine Prognose für das Gesamtjahr. Mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal übertraf Lanxess die Erwartungen der Analysten, die Aktie steigt um knapp acht Prozent.

Bilfinger Berger nicht gut gelitten
Dagegen kann Bilfinger Berger mit seiner Bilanz die Anleger nicht begeistern. Ein schwacher Auftragseingang und eine Jahresprognose unterhalb der Konsensschätzung der Analysten drücken den Titel ins Minus.

Deutsche Euroshop legt zu
Die Zahlen von Deutsche Euroshop waren hingegen "in line" mit den Erwartungen der Analysten. Der Betreiber von Einkaufszentren hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verblieb ein Plus von 16,3 Millionen Euro nach 13,2 Millionen im Vorjahr. Für das verbleibende Jahr gibt sich das Unternehmen zuversichtlich und bestätigte die Prognosen sowie die geplante, stabile Dividende von 1,10 Euro je Aktie.

Stada profitiert von Auslandsgeschäft
Der Generikahersteller Stada hat wegen des anhaltenden Preis- und Margendrucks in seinem Kerngeschäft mit Nachahmermedikamenten (Generika) erneut einen rückläufigen Umsatz für Deutschland ausgewiesen. Doch dank anziehender Geschäfte im Ausland kletterte der Konzernumsatz um sieben Prozent auf 829,7 Millionen Euro. Unterm Strich wiesen die Bad Vilbeler einen Gewinn von 56,1 Millionen Euro aus - ein Plus von zwölf Prozent.

Tui in der Verlustzone
Bei Tui liefen die Geschäfte zuletzt weit weniger profitabel. Die Unruhen in Nordafrika und hohe Treibstoffkosten bei Hapag-Lloyd haben Europas größten Reisekonzern überraschend tief in die roten Zahlen getrieben. Unter dem Strich stand im dritten Geschäftsquartal ein Verlust von rund 41 Millionen Euro nach einem Gewinn von vier Millionen Euro ein Jahr zuvor. Vor diesem Hintergrund schraubte der MDax-Konzern seine Jahresprognose leicht nach unten.

Krisenstimmung bei Celesio
Zudem legte am Morgen bereits Celesio seinen Bericht zum zweiten Quartal vor. Der Pharmahändler ist wegen staatlicher Sparprogramme und der Schuldenkrise in Europa tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich betrug der Verlust 84,9 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 53,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Evotec überzeugt
Im TecDax liegt Evotec mit Kurszuwächsen von gut zehn Prozent an der Spitze. Sprudelnde Einnahmen aus Allianzen mit großen Pharmafirmen sorgen für gute Stimmung. Das Biotech-Unternehmen schraubte bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Umsatzprognose nach oben und strebt 2011 neue Bestwerte beim operativen Ergebnis und Überschuss an.

Nordex-Sparkur begeistert
Die Nordex-Aktie war ebenfalls stark gefragt. Der Windkraftanlagenbauer kündigte ein drastisches Sparprogramm, Nordex will die Kosten kurzfristig um 50 Millionen Euro senken. Für einzelne Geschäftsfelder sucht Nordex zudem Partner für strategische Allianzen. Der TecDax-Konzern hatte es im vergangenen Quartal wider Erwarten nicht aus der Verlustzone geschafft und musste zudem seine Ergebnisprognose kappen.

Solarworld überraschend im Plus
Auch die Solarworld-Aktie ligete 4,6 Prozent zu. Dabei verfehlte der Konzern bei Umsatz und Gewinn klar die Markterwartungen. Netto brach der Überschuss um deutliche 66 Prozent ein auf 9,9 Millionen Euro. Beim Ebit schnitt Solarworld indes rund zwölf Millionen Euro besser ab als erwartet. Konzernchef Frank Asbeck fürchtet Überkapazitäten und versieht die Jahresziele mit einem kleinen Fragezeichen.

Phoenix Solar enttäuscht
Das Photovoltaik-Unternehmen Phoenix Solar verbuchte unterdessen im ersten Halbjahr einen herben Verlust von 21,1 Millionen Euro nach einem Plus von 18,74 Millionen Euro vor Jahresfrist. Vor dem Hintergrund der bisher aufgelaufenen Verluste werde es herausfordernd sein, im Gesamtjahr ein positives Ergebnis zu erzielen, hieß es aus dem Konzern. Die Aktie drehte trotzdem im Handelsverlauf ins Plus.

Jenoptik besser als gedacht
Dagegen kann Jenoptik die Markterwartungen übertreffen: Der Technologiekonzern hat im ersten Halbjahr vor allem dank starker Nachfrage aus der Halbleiter- und Automobilindustrie kräftig verdient. Das operative Ergebnis schoss um 170 Prozent in die Höhe auf 24,0 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 22, 0 Millionen Euro erwartet. Unter dem Strich betrug der Gewinn 14,5 Millionen Euro, nach nur 2,0 Millionen Euro im Vorjahr.

Jungheinrich nimmt Fahrt auf
Im SDax zählt die Jungheinrich-Aktie mit einem Zugewinn von 8,8 Prozent zu den großen Gewinnern. Dank des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs hat sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2011 um 24 Prozent erhöht. Die Umsätze stiegen um 18 Prozent, der Gewinn verdoppelte sich auf rund 49 Millionen Euro. Aufgrund der dynamischen Marktentwicklung hob der Gabelstapler-Hersteller zudem seine Jahresprognosen an.

Gesco auf Rekordkurs
Die Gesco-Aktie ist ebenfalls unter den ganz großen SDax-Gewinnern. Im zweiten Quartal erreichte der Auftragseingang das Rekordniveau von 117,6 Millionen Euro - eine Steigerung um 29 Prozent. Der Umsatz kletterte gar um rund 40 Prozent auf 111,5 Millionen Euro. "Dies sind die höchsten Werte, die in der Gesco-Gruppe je in einem einzelnen Quartal erzielt wurden", berichtete der Konzern stolz.

Halbe Miete für Dic Asset
Auch Papiere von Dic Asset können ein weit überproportionales Kursplus einfahren. Das in der Branche maßgebliche operative Ergebnis (FFO) lag per Ende Juni bei 20 Millionen Euro, teilte die auf Gewerbeflächen spezialisierte Immobilienfirma mit. Das sind zwar neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch die Hälfte des angepeilten Jahresergebnisses von 40 bis 42 Millionen Euro hat Dic Asset damit schon eingefahren.

Cewe Color hofft auf Weihnachten
Auch Cewe Color hält wieder etwas positivere Nachrichten für Anleger parat. Der Fotoentwickler hat seinen Betriebsverlust dank einer höheren Nachfrage nach Fotobüchern im ersten Halbjahr verringert. Der Konzern bekräftigte zudem seine Jahresprognose und hofft auf ein starkes Weihnachtsgeschäft.

Biotest-Aktie mit Bremsspuren
Zu den SDax-Verlierern zählt die Biotest-Aktie. Der anhaltende Preisverfall bei Schlüsselprodukten hat in der Halbjahresbilanz des hessischen Pharmaunternehmens deutliche Bremsspuren hinterlassen. Vor allem außerhalb Europas und den USA seien die Preise deutlich unter Druck gewesen, so Biotest. Das Resultat: Ein rund zwölfprozentiger Gewinneinbruch.

Manz schreibt wieder schwarz
Der Maschinenbauer hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 2,9 Millionen Euro verbucht nach einem Verlust im Vorjahr von 0,7 Millionen Euro. Der Umsatz hat sich auf 129 Millionen Euro fast verdoppelt. Das auf die LCD- und Solarindustrie spezialisierte Unternehmen bestätigte zwar sein Umsatzziel von 250 Millionen Euro, blickt aber aufgrund der jüngsten Turbulenzen nicht mehr so optimistisch nach vorne wie zuletzt. Die Aktie schließt 4,4 Prozent leichter.

Sunways wagt keine Prognose mehr
Schwach berichtet hat die Solarfirma Sunways. Nur durch einen Beteligungsverkauf konnte im zweiten Quartal ein Minigewinn von 0,2 Millionen ausgewiesen werden. Grund für die schlechte Entwicklung sind massive Preisrückgänge für die Produkte im Frühjahr. Eine Prognose trauen sich die Konstanzer jetzt gar nicht mehr zu.

GFT auf Wachstumskurs
Der auf IT-Lösungen für Banken und große Unternehmen spezialisierte IT-Berater GFT hat im ersten Halbjahr den Umsatz um knapp ein viertel auf 142 Millionen Euro gesteigert. Der Überschuss steig um zwei Prozent auf 3,63 millionen Euro. Nach Angaben von Firmenchef Ulrich Dietz profitiert das Unternehmen von der dringenden Suche der Kunden nach Ingenieuren. "Der zunehmende Fachkräftemangel wird auch im zweiten Halbjahr für Wachstumsimpulse sorgen", sagte Dietz.

Gewinneinbruch bei Cisco
Auf dem Frankfurter Parkett erfahren zudem zwei US-Werte besondere Beachtung: Cisco und NewsCorp hatten nach US-Börsenschluss ihre Quartalsberichte vorgelegt. Die Cisco-Aktie profitiert von den unerwartet guten Umsatzzahlen: Dank der anhaltend hohen Investitionen von Unternehmen in die Aufrüstung ihrer Technologie kletterten die Erlöse um drei Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Die massiven Sparmaßnahmen sorgten allerdings vorerst für einen heftigen Gewinneinbruch. Der Überschuss ging um rund 36 Prozent zurück auf 1,2 Milliarden Dollar.

Gewinnschub für "Skandalfirma" News Corp
Dagegen hat der US-Medienkonzern News Corp seinen Gewinn vor allem dank eines guten Kinogeschäfts mit Filmen wie "Black Swan" und "Die Chroniken von Narnia" seinen Gewinn um knapp neun Prozent gesteigert auf 982 Millionen Dollar. Zuletzt stand News Corp vor allem wegen des britischen Abhörskandals in der Öffentlichkeit, An der Wall Street gehört die Aktie mit einem Anstieg von fast 18 Prozent zu den größten Gewinnern.

Zürich-Versicherungen auf Kurs
Das international tätige Versicherungsunternehmen hat über ein gutes zweites Quartal berichtet. Gestützt durch Beteiligungsverkäufe trotzten die Schweizer den hohen Schäden im Quartal und legten einen um 88 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar gestiegenen Gewinn vor. Die Gesellschaft profitierte auch von der Schwäche der Konzernwährung Dollar.

Finanzchef Wemmer stellte eine feste Dividende in Aussicht. "Derzeit wirft Zürich eine Dividendenrendite von fast zwölf Prozent brutto ab. Das tröstet über so manches hinweg", sagte ein Händler. An der Züricher Heimatbörse sind die Aktien heute gesucht, der Kurs legte zwischenzeitlich um über acht Prozent zu.

Deutsche Biertrinker stützen AB Inbev
Auch die weltgrößte Brauerei legte Zahlen vor. Demnach hat Anheuser-Busch Inbev zwischen April und Juni von einem guten Geschäft in Deutschland und einer hohen Nachfrage im asiatisch-pazifischen Raum profitiert. Dort konnte der Konzern deutlich mehr Bier verkaufen und damit die Schwäche in den USA und Europa ausgleichen. Im hart umkämpften deutschen Markt konnte der Brauer, der hierzulande unter anderem mit den Marken Beck's, Franziskaner, Hasseröder und Löwenbrau vertreten ist, den eigenen Angaben zufolge den Marktanteil ausbauen.

Tagestermine am Mittwoch, 14. November

Unternehmen:
Merck KGaA: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
RWE: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Eon: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Wirecard: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Linde: Q3-Zahlen, 19:00 Uhr
BMW: Absatzzahlen für Oktober, 09:00 Uhr
Salzgitter: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bechtle: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ado Properties: Q3-Zahlen
Patrizia Immobilien: Q3-Zahlen
Deutsche Wohnen: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Adler Real Estate: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Deutsche Euroshop: Q3-Zahlen, 16:00 Uhr
ProSiebenSat.1: Kapitalmarkttag
Leoni: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr Uhr
Sixt Leasing: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
MLP: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Biotest: Q3-Zahlen
Shop Apotheke: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Indus: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Tele Columbus: Q3-Zahlen
Leifheit: Q3-Zahlen
Maersk: Q3-Zahlen, 08:00 Uhr
Raiffeisen Bank Internationa: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Alstom: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Pirelli: Q3-Zahlen
Philip Morris: Pk zu Zahlen und Daten von Iqos, 10:00 Uhr
Cisco Systems: Q1-Zahlen, nach US-Börsenschluss

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, 00:50 Uhr
China: Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion im Oktober, 03:00 Uhr
Deutschland: BIP Q3, 08:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise im Oktober, 10:30 Uhr
Deutschland: Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank, 11:00 Uhr
EU: BIP Euro-Zone Q3, 11:00 Uhr
EU: Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr
USA: Realeinkommen und Verbraucherpreise im Oktober, 14:30 Uhr
USA: Rede des stellvertretenden Fed-Vorsitzenden Quarles vor dem House Financial Services Committee, 16:00 Uhr

Sonstiges:
IEA: World Energy Outlook, PK mit IEA-Chef Birol, 09:00 Uhr
Euro Finance Week: (bis 16. November): mit Rede von Bundesbank-Vorstand Balz