Marktbericht 17:50 Uhr

Marktbericht positiv
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Dax steigt über 11.000 Punkte Erholung auf wackligen Füßen

Stand: 11.02.2019, 17:50 Uhr

Der Dax hat sich am Montag von den jüngsten Rückschlägen etwas erholt, ein Befreiungsschlag war das heute aber nicht. Im Gegenteil, viele Sorgen bleiben den Investoren erhalten.

Allen voran natürlich der weitere Fortgang des Brexit sowie der Zollstreit zwischen den USA und China. Beim letzteren Thema gab es heute immerhin ein Fünkchen Hoffnung.

B5-Moderator Rigobert Kaiser
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B5 Börse 16.14 Uhr: Hoffen auf Ende des Zollstreits

US-Präsident Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway sagte am Montag dem Sender Fox News, es sehe "absolut" nach einer Annäherung beider Seiten aus. Zuvor hatte sich bereits eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums hoffnungsvoll geäußert.

Sollten beide Staaten bis Anfang März keine Einigung erzielen, drohen neue Sonderzölle der USA und die Erhöhung schon bestehender Zölle. "Die Erwartungen an den Börsen gehen nun immer mehr dahin, dass die Frist verlängert wird", sagte Analyst James Hughes vom Broker Axitrader.

Dax legt rund ein Prozent zu

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schnäppchenjäger haben derweil den heimischen Dax gestützt und den Leitindex wieder knapp über die Marke von 11.000 Punkten getrieben. Am Ende eines freundlichen Handelstages schloss der Index bei 11.014 Punkten, ein Tagesgewinn von fast genau einem Prozent.

Gute Vorgaben gab es schon am Morgen aus China, wo die Börsen nach einer ganzen Woche Feiertagspause kräftig zugelegt hatten. Der Bluechip-Index CSI300 legte um 1,8 Prozent zu, der Index der Börse in Shanghai gewann 1,3 Prozent. Hintergrund waren Hoffnungen auf eine Einigung im Zollstreit mit den USA. In Tokio war der Markt heute wegen eines Feiertages geschlossen.

Wirecard wieder im Mittelpunkt

Unter den heimischen Einzelaktien stand erneut das Wirecard-Papier im besonderen Fokus. Die Aktie, die zuletzt nach mehreren Presseberichten über Unregelmäßigkeiten im Büro des Unternehmens in Singapur schwer unter Druck geraten war, legte heute 6,55 Prozent zu auf 103,20 Euro. Damit war sie Tagessieger im Dax.

Gefragt waren im Dax auch Deutsche Post, hier setzen die Anleger auf eine saftige Portoerhöhung für den Standardbrief. Ansonsten gingen die Gewinne quer durch den ganzen Index, lediglich Merck und BMW gaben moderat nach.

New Yorker Börse dreht ins Minus

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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An der Wall Street sind anfängliche Gewinne mittlerweile wieder verloren gegangen. Der Leitindex Dow Jones steht leicht im Minus. Topthema der Street sind die Handelsgespräche in China.

"Es herrscht zwar noch eine Menge Unsicherheit, aber die Gespräche werden positiv gesehen", sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. "Größere Kursbewegungen sind jedoch erst dann zu erwarten, wenn es eine Lösung gibt."

Im Gegenzug belasten die Aussichten auf einen erneut drohenden Regierungsstillstand wegen des Streits zwischen Präsident Trump und dem Kongress um den von Trump gewünschten Bau einer Grenzmauer zu Mexiko. Bis Freitag (15.2.) herrscht lediglich ein Burgfrieden zwischen dem Weißen Haus und dem Parlament - zuvor waren die Bundesbehörden bereits im Januar lange Zeit geschlossen gewesen.

"Zwei Regierungsschließungen in so kurzer Zeit führen mit Gewissheit zu Kollateralschäden bei der wirtschaftlichen Entwicklung", sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Euro sackt unter 1,13 Dollar

Der Euro ist am Montag unter 1,13 US-Dollar gefallen. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1281 US-Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,1330 Dollar notiert und in der Vorwoche über 1,14 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1309 (Freitag: 1,1346) US-Dollar fest.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1293
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Händler sprachen von einer Dollar-Stärke, die den Euro im Gegenzug unter Druck gesetzt habe. Die US-Währung profitiere derzeit von vielen weltpolitischen Risiken. Die US-Währung wird üblicherweise als sicherer Hafen gesucht. Wichtige Konjunkturdaten wurden in der Eurozone und den USA nicht veröffentlicht.

Pfund unter Druck

Derweil gab das britische Pfund ebenfalls nach. Aus Großbritannien wurde die erste Schätzung des BIP für das vierte Quartal gemeldet. Danach wuchs die britische Wirtschaft im Jahresvergleich lediglich um bescheidene 0,2 Prozent.

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / empics

Am Donnerstag will das Parlament in London erneut über den von Premierministerin Theresa May vorgelegten Brexit-Plan abstimmen. Eine Mehrheit zeichnet sich nicht ab, so dass ein "No-Deal-Brexit" immer wahrscheinlicher wird - mit womöglich gravierenden negativen Folgen für die Wirtschaft. Morgen schon will sich Theresa May zum Thema äußern.

Sorgen um die Konjunktur

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Imago

Zu den politischen (Dauer)-Themen kommt noch die Furcht vor einer weltweiten Konjunktureintrübung hinzu. Diese wurden heute weiter angefacht. Denn eine Ifo-Umfrage bei 1,293 Experten kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Konjunktur in den USA und in Europa auf Talfahrt befindet.

Der vom Ifo-Institut nach einer weltweiten Umfrage ermittelte Weltwirtschaftsklima-Index fiel im ersten Quartal von minus 2,2 auf minus 13,1 Punkte - das ist der schlechteste Wert seit 2011. "Die Weltkonjunktur schwächt sich zunehmend ab", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag in München.

Bund-Renditen ziehen leicht an

Bundeswertpapiere profitieren als sicherer Hafen schlechthin von diese Ängsten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe nähert sich bedrohlich der Nullzinsmarke, auch wenn sie heute von 0,08 Prozent am Freitag auf 0,12 Prozent anzieht. Der Stand vom Freitag war der niedrigste seit Oktober 2016 - und drohende Nullzinsen nun auch für zehnjährige Laufzeiten ein ganz heißes Thema.

Konjunkturängste drücken den Ölpreis

Die Ölpreise haben am Nachmittag deutlicher nachgegeben. Ein Fass der Nordseesorte Brent verliert 1,1 Prozent, der preis für das US-Leichtöl WTI sackt um 1,8 Prozent ab.

Händler sprachen von anhaltenden Konjunktursorgen. Zahlreiche Wirtschaftsindikatoren haben sich in den vergangenen Wochen eingetrübt, namhafte Organisationen haben infolge dessen ihre Wachstumserwartungen reduziert.

Das spricht für eine perspektivisch schwächere Rohölnachfrage, was auf den Preisen lastet. Hinzu kommt die große Ungewissheit, wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter entwickelt. Beide Länder sind die größten Ölverbraucher der Welt. Der Goldpreis fällt mit dem etwas stärkeren US-Dollar zurück auf 1.308 Dollar je Feinunze.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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55,33
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Darf die Post das Porto doch kräftig erhöhen?

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einer der stärksten Werte im Dax, gemeinsam mit Wirecard und der Deutschen Bank, ist die Post-Aktie. Grund ist eine Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wonach die geplante Erhöhung des Briefportos von Anfang April auf den Sommer verschoben wird, dafür aber deutlich stärker ausfallen soll als bisher erwartet. Das ergebe sich aus einer Rechtsänderung, die das Bundeswirtschaftsministerium in dieser Woche auf den Weg bringen werde. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte, dass die Bundesregierung eine neue Portoverordnung plane.  | mehr

EU-Kommission macht Druck auf Thyssenkrupp und Tata Steel

Die EU-Kommission erhöht womöglich in Kürze den Druck auf Thyssenkrupp und Tata Steel für das geplante Stahl-Joint-Venture. Die Wettbewerbshüter würden wohl noch in dieser Woche eine Abmahnung schicken, wenn die Firmen nicht zuvor Zugeständnisse machten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur "Reuters".

Die EU-Kommission hatte bereits mehrere Bereiche genannt, die sie als kritisch betrachtet. Dazu gehören der Stahl für die Autoindustrie und Verpackungen sowie Elektrostahl.

Wirecard: Anleger bleiben vorsichtig

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktien von Wirecard erholen sich am Montag von ihrem tiefsten Niveau seit dem Frühjahr 2018. Für die Papiere des Zahlungsabwicklers geht es um gut fünf Prozent nach oben. Die hohe Schwankungsbreite zeigt die Nervosität der Anleger, die gebannt auf die nächsten Nachrichten zu der von der "Financial Times" in Gang gebrachten Frage nach dem Geschäftsgebaren in Singapur warten.

Am Freitag war der Dax-Titel, belastet von den Vorwürfen, unter 100 Euro gefallen. Ausgelöst wurde der neuerliche Kursrutsch von einer Meldung über behördliche Untersuchungen in den Büroräumen von Wirecard in Singapur. Das Unternehmen hatte den Vorfall eingeräumt, aber betont, dass sich in einer internen Untersuchung schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens nicht ergeben haben.

Daimler: Modellwechsel belastet Absatz

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ein schwaches Geschäft in Europa und den USA hat dem Daimler-Konzern einen mauen Jahresstart beim Autoverkauf eingebrockt. Weltweit verkaufte die Hausmarke Mercedes-Benz im Januar 180.539 Wagen und damit 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

"Der vergangene Monat lag unter dem starken Vorjahreswert, was jedoch aufgrund wichtiger Modellwechsel unseren Erwartungen entspricht", sagte Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger. "2019 wird ein herausforderndes Jahr für die gesamte Branche", sagte die Managerin. Vor allem in Europa (minus 11,2 Prozent) sowie in Nordamerika (minus 11,1 Prozent) stockte der Absatz. In China nahm er um 4,8 Prozent zu.

DMG Mori mit Rekordjahr

Der Werkzeugmaschinenbauer hat 2018 erneut Rekordwerte erzielt. Der Auftragseingang stieg nach ersten Berechnungen um acht Prozent auf 2,98 Milliarden Euro und der Umsatz um 13 Prozent auf 2,66 Milliarden. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 21 Prozent auf 217,1 Millionen Euro zu. Dies entspricht einer Ebit-Marge von 8,2 Prozent. Mit Blick auf das laufende Jahr erklärte DMG-Chef Christian Thönes zu Reuters: "Ich bin vorsichtig zuversichtlich für 2019. Wir hatten einen sehr guten Januar und die zweitbeste Hausmesse in Pfronten."

Die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft seien aber nicht klein zu reden und sicherlich werde die Wachstumsdynamik nachlassen. Mehr zur Geschäftsentwicklung in diesem Jahr will das Unternehmen auf der Bilanz-Pressekonferenz am 12. März sagen.

Xing will sich umbenennen

Das Online-Karrierenetzwerk Xing will sich in "New Work" umbenennen. Ein entsprechender Vorschlag werde den Aktionären auf der Hauptversammlung Anfang Juni unterbreitet, gab das Hamburger Unternehmen am Montag bekannt. "Durch die Umfirmierung machen wir New Work zur weithin sichtbaren Klammer um all unsere Aktivitäten", sagte Firmenchef Thomas Vollmoeller.

Die Produktnamen Xing, aber auch vom Bewerbermanagementsystem Prescreen und dem Netzwerk InterNations, das sich auf im Ausland lebende Arbeitskräfte konzentriert, bleiben erhalten.

Während sich Xing in seiner Anfangszeit nach der Gründung 2003 (noch unter dem Namen "OpenBC") hauptsächlich auf die Vernetzung von Arbeitnehmern und -gebern konzentrierte, hat es sich inzwischen breiter aufgestellt. Zu den neueren Angeboten gehören das E-Recruiting und Veranstaltungen zum Thema "Zukunft der Arbeit".

Carl Zeiss Meditec hat den Durchblick

Wie bereits aus den vorläufigen Zahlen hervorgegangen ist, hat Carl Zeiss Meditec in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 seinen Umsatz um knapp zehn Prozent auf 323,6 Millionen Euro gesteigert. Deutliche Zuwächse gab es insbesondere
in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Südeuropa. Das Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 48,1 Millionen Euro nach 38,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Ebit-Marge stieg auf 14,9 Prozent.  | mehr

BVB-Aktie bricht ein

So schnell gehet es im Fußball. Die Aktie des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins Borussia Dortmund kam heute im SDax heftig unter die Räder. Das Papier verlor über sieben Prozent und stand damit am Indexende.

Nach dem Auscheiden im DFB-Pokal unter der Woche folgte am Samstag mit dem 3:3 gegen Ligakonkurrent TSG Hoffenheim der nächste Rückschlag.

Der BVB brachte nämlich eine 3:0 Führung nicht über die Zeit. Gleichzeitig verkürzte Verfolger Bayern München durch einen 3:1-Sieg gegen Schalke 04 den Rückstand auf die in der Bundesliga-Tabelle immer noch an der Spitze stehenden Dortmunder auf fünf Punkte.

Euronext will Osloer Börse unbedingt

Der Pariser Börsenbetreiber Euronext lässt beim Übernahmekampf um die Osloer Börse nicht locker. Nachdem das Management den Aktionären empfohlen hat, das Angebot der Nasdaq anzunehmen, legen die Franzosen nach und erhöhen ihr Angebot von 145 norwegischen Kronen je Aktie auf jetzt 158. Die US-Börse Nasdaq bot zuletzt 152 Kronen je Aktie. Die Aktionäre können sich nun bis zum 11. März dem erhöhten Euronext-Angebot anschließen, ursprünglich lief die Frist bis zu diesem Montag.

rm

Tagestermine am Montag, den 18. Februar

Unternehmen:
Reckitt Benckiser: Q4-Zahlen, 08:00 Uhr
Patrizia Immobilien: Jahreszahlen
Faurecia: Q4-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Kernmaschinenaufträge im Dezember, 00:50 Uhr
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht im Februar, 12:00 Uhr

Sonstiges:
USA: Börsen wegen Feiertags geschlossen