Erfolgreicher Abendhandel

Mark Ehren

Stand: 26.06.2007, 20:07 Uhr

Der Dax hat im späten Handel auf dem Frankfurter Börsenparkett einen Teil seiner Kursverluste aufholen können. Rückenwind gab es aus den USA. Die Analysten wiederum werden zunehmend optimistisch.

So rechnen die Marktbeobachter bis zum Jahresende im Schnitt mit einem Stand von 8.100 Punkten, berichtet Reuters. Das sind 1.200 Zähler mehr als die befragten Analysten noch im Ende 2006 prognostiziert hatten. Die so genannten Experten laufen dem Dax also erneut hinterher und billigen dem Index vom aktuellem Niveau einen gewissen Kursaufschlag zu.

Der L-Index beendete den Handel bei 7.873 Punkten und holte damit dreizehn Zähler gegenüber dem Xetra-Schlussstand auf. Doch gegenüber dem Vortag lag das Börsenbarometer immer noch in der Verlustzone.

Der Markt erholte sich im späten Handel - trotz schwacher Konjunkturdaten aus den USA. So wurden im Mai noch weniger neue Häuser verkauft als ohnehin schon befürchtet. Und auch der April-Wert wurde nachträglich heftig nach unten korrigiert. Die neuesten Informationen zur Verbraucherstimmung enttäuschten ebenfalls. Der vom Forschungsinstitut Conference Board berechnete Index des Verbrauchervertrauens fiel auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten. Überraschenderweise zogen die Renditen am US-Rentenmarkt trotz der überraschend schwachen Daten wieder an.

An der Wall Street erwischte es selbst einen prominenten Neuzugang. So fiel die Aktie der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone unter ihren Ausgabepreis von 31 Dollar. Blackstone war am Freitag vergangenen Woche in den USA an die Börse gegangen und war dabei auf ein breites Medieninteresse gestoßen.

T-Aktie im Scheinwerferlicht

Aktien der Deutschen Telekom, an der Blackstone beteiligt ist, setzten sich im Dax noch vergleichsweise gut in Szene. Treibende Kraft war die Investmentbank Goldman Sachs. Deren Analysten setzten das Kursziel für die T-Aktie von 12,83 auf 14,36 Euro nach oben. Außerdem werde über Interessenten für die zum Verkauf stehende T-Systems-Sparte Media & Broadcast spekuliert, sagten Händler.

Doch am stärksten entwickelte sich die Tui-Aktie, nachdem erneut Spekulationen über einen Verkauf der Schifffahrtssparte am Markt rumgereicht wurden. Wieder einmal wurde die Oetker-Gruppe als ein möglicher Interessent genannt. Später folgte ein Dementi.

Die Aktien von Henkel verloren überdurchschnittlich stark. Die Deutsche Bank platzierte 11,2 Millionen Papiere oder 6,3 Prozent der Vorzugsaktien des Konsumgüterkonzerns. Die Aktie notiert fast drei Prozent schwächer.

MAN-Stammaktien gerieten ebenfalls stark unter Druck. Händler verwiesen auf ein charttechnisches Doppeltopp bei dem Papier. Das sei als Verkaufsignal zu interpretieren.

Eon wird konkret
Der Energiekonzern Eon beginnt am morgigen Mittwoch mit seinem bereits Ende Mai angekündigten Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende 2008 will der Konzern für insgesamt 7,0 Milliarden Euro eigene Papiere erwerben. Die Aktien sollen eingezogen und dadurch das Grundkapital der Gesellschaft gesenkt werden.

Riesen-Auftrag für Kontron
Im TecDax profitierte die Kontron-Aktie von einem Großauftrag aus den USA. Kontron fungiert als Zulieferer für die US-Armee. Das Volumen der Vereinbarung liegt bei 200 Millionen Dollar. Außerdem deutete Vorstandschef Hannes Niederhauser an, dass die Geschäftsprognosen übertroffen werden könnten.

Grammer verkauft
Der Autozulieferer Grammer hat wie bereits Ende Mai angekündigt seine italienische Tochter an deren Management verkauft. Der ausgehandelte Preis liegt bei 7,4 Millionen Euro.

Apple braucht Balda-Bildschirme
Die Papiere von Balda profitieren von einem Zeitungsbericht. Offenbar hat Apple seine Order für iPhone-Bildschirme bei dem Zulieferer deutlich erhöht. Das berichtet das Handelsblatt. Hintergrund sollen Lieferverzögerungen des zweiten Herstellers Sharp sein. Keines der drei Unternehmen nahm Stellung zu den Lieferengpässen. Die Nachricht beflügelt die Aktie. Balda selbst lehnte einen Kommentar ab.

Zehnmonatsbilanz von Porsche
Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche hat in den ersten zehn Monaten seines Geschäftsjahres den Umsatz um 20 Millionen auf 5,98 Milliarden Euro steigern. Den Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Euro aus dem Vorjahr will Porsche im Gesamtjahr klar übertreffen. Die Aktie verlor deutlicher. Möglicherweise litt sie auch unter der Ankündigung von Porsche-Chef Wiedeking keine kleinere Version seines Geländewagens Cayenne auf den Markt zu bringen.

SCM stürzt ab
Der IT-Sicherheitsspezialist SCM Microsystems hat seine Erwartungen für das laufende Jahr gesenkt. SCM begründete die gesenkte Prognose mit schwankender Nachfrage in Asien, Projektverzögerungen in Europa und der Budgetsperre einiger US-Regierungsbehörden. Die SCM-Aktie brach ein.

Wavelight denkt ans Verkaufen
Das Medizintechnikunternehmen Wavelight verhandelt über den Verkauf des Bereichs Ästhetik. Bis zum Vertragsabschluss seien nur noch wenige Details zu klären, teilte das Unternehmen mit. Die Wavelight-Aktie zog an.

Eurohypo wird ausgequetscht
Die Aktien der Hypothekenbank Eurohypo gerieten unter die Räder. Die Commerzbank will die restlichen Aktionäre abfinden. Der Preis im Rahmen des so genannten Squeeze-Out-Verfahrens liegt bei 24,32 Euro je Anteilsschein und damit deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs. Außerdem ist ein jährlicher Ausgleich von brutto 1,24 Euro je Stückaktie geplant.

Bio-Gate gefragt
Die Aktie des Nanotech-Unternehmens Bio-Gate profitierte von einem Entwicklungsvertrag. Bio-Gate wird mit einem nicht genannten Medizintechnikhersteller zusammenarbeiten und dabei antimikrobielle Beschichtungen für implantierbare Textilmaterialien entwickeln.

Tagestermine am Montag, 19. November

Unternehmen:
Grand City Properties: Q3-Zahlen
VW: Conference Call für Analysten, 14 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes 10/18, 08:00 Uhr
EU: Leistungsbilanz Eurozone 09/18, 10:00 Uhr

Sonstiges:
Frankfurt a.M.: Finanzminister Scholz spricht auf der Tagung "European Banking Regulation"