Marktbericht 20:00 Uhr

Dax solide über der 10.000 Ein gut verdauter Ölpreis-Schock

Stand: 18.04.2016, 20:00 Uhr

Trotz eines kräftigen Störfeuers vom Ölmarkt verteidigte der Dax die wichtige 10.000er-Marke. Geholfen hat unter anderem die relative Gelassenheit an der Wall Street.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.430,88
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Der Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf 10.120,31 Punkten. Dabei hatte es zum Handelsstart noch nach einem verpatzten Wochenbeginn ausgesehen. Im Sog stürzender Ölpreise sackte der Dax bis auf 9.920,90 Zähler. Der L-Dax stieg um 0,9 Prozent auf 10.126,45 Punkte. Das Scheitern der Gespräche über eine Förderbremse hatte die Investoren nervös gemacht. "Die Enttäuschung über das Ausbleiben einer Deckelung der Ölförderung war anfänglich zu groß", kommentierte Christian Henke von IG Markets.

"Gedämpftes Wachstum"

Warum ist der sinkende Ölpreis überhaupt ein negativer Faktor? Die Fachleute der Deutschen Bank meinen: "Das Ende der goldenen Ära der Ölstaaten wird das Wachstum deutscher Exporte 2016 dämpfen." Und nicht nur das: Banken, die als Finanziers im Ölgeschäft aktiv sind, müssen sich vorsehen. Die Absicherung von Risiken werde die Ertragskraft der Institute in Europa beeinflussen, schätzt die Ratingagentur Moody's.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 1 Jahr
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26.743,50
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+0,32%

Als sich der Ölpreis wieder von den Tiefstständen entfernte und der Dow Jones zumindest solide im Plus notierte, zog der Dax wieder an. "Einige Anleger haben das Knacken der 10.100er Marke als Kaufsignal genommen", sagte ein Händler. Der US-Leitindex lag am Abend 0,5 Prozent im Plus. Erstmals seit Juli 2015 überwand er zeitweise wieder die Marke von 18.000 Punkten.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,3 Prozent auf 3.064,03 Punkte. Der Pariser CAC 40 schloss 0,3 Prozent im Plus bei 4.506,84 Punkten und der FTSE 100 in London gewann 0,2 Prozent auf 6.353,52 Punkte.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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70,81
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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78,76
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Ein Zeichen der Stärke?

Aus technischer Sicht haben sich die Chancen für den Dax wohl etwas verbessert. "Solange der Dax im fünfstelligen Bereich notiert, bleibt der auf Oberseite ein nachhaltiger Bruch der Marke von 10.100 Punkten das Ziel. Eine Folgebewegung könnte dann auf 10.400 Punkte führen", meint Niall Delventhal von DailyFX. Auch Andreas Paciorek von CMC Markets sieht die heutige Stärke positiv: Dass der Dax die 10.000 Punkte vor dem Hintergrund eines wieder stärkeren Euro hinter sich gelassen habe, sei ein gutes Zeichen für die kommenden Handelstage.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 19.00 Uhr

Allerdings ist die Berichtssaison erst ziemlich am Anfang. Und obwohl der Markt die bislang eher bescheidenen Ergebnisse gut weggesteckt hat, könnte die entspannte Stimmung jederzeit umschwenken. Auch der Ölpreis wird als wichtiger Faktor weiterhin eine Rolle spielen.

BMW an der Dax-Spitze

Im Dax standen Autotitel im Fokus. Eine Branchenstudie von Goldman Sachs sorgt für Aufregung. Die Goldmänner haben die BMW-Aktie von "Sell" auf "Buy" hochgestuft, das Kursziel allerdings leicht von 95 auf 93 Euro gesenkt.

Auch Daimler ist für die Experten von Goldman Sachs weiterhin ein Kauf, doch das Kursziel wurde auch hier nach unten korrigiert – von 87 auf 83 Euro. Weit krasser fällt die Reduzierung des Kursziels bei VW aus: 108 statt bislang 129 Euro, die Einstufung beließ Goldman Sachs auf "Sell".

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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154,38
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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57,61
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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85,77
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Neuer starker Mann für VW USA

VW verzichtet auf dem schwierigen US-Markt überraschend auf einen direkten Ersatz für den im März zurückgetretenen Landeschef Michael Horn. Stattdessen soll der Leiter der Region Nordamerika, der frühere BMW-Manager Hinrich Woebcken, den Posten in Personalunion übernehmen.

Deutsche Börse: keine betriebsbedingten Kündigungen

Die Deutsche Börse will einen Stellenabbau im Fall einer Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) sozialverträglich gestalten. "Unser Ziel ist es, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen", sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

Lufthansa fällt zurück

Bei den zuletzt im Verborgenen geführten Tarifverhandlungen für mehr als 5.000 Lufthansa-Piloten droht neuer Zoff. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat ein Gehaltsangebot der Geschäftsführung als deutlich zu niedrig abgelehnt, bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft eine Vorabmeldung des "Spiegel".

Deutsche Bank: Machtkampf in München?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10,54
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Im Strafprozess gegen die Deutsche Bank findet laut "FAZ" hinter den Kulissen ein heftiger Machtkampf statt. Die Staatsanwaltschaft betreibe einen Putsch gegen den Vorsitzenden Richter Noll und wolle einen Freispruch für die (Ex-)Manager des Konzerns verhindern.

Siemens und Valeo bündeln Kräfte

Ein neues Gemeinschaftsunternehmen soll den Unternehmen eine "führende Marktposition" in diesem Geschäft verschaffen. Das Joint Venture solle Hochspannungskomponenten und -systeme für Elektrofahrzeuge aller Art anbieten - für Hybridautos, Plug-in-Hybride und reine Elektrofahrzeuge. Siemens und Valeo sollen jeweils die Hälfte der Anteile an der neuen Gesellschaft halten.

Dem Industriekonzern Siemens winkt außerdem laut "WamS" nach vier Jahren erstmals wieder ein großer Auftrag zum Bau eines Kraftwerks in Deutschland. Für etwa eine halbe Milliarde Euro solle im schwäbischen Leipheim ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk errichtet werden.

Osram erhöht Prognose

Der Leuchtmittelhersteller Osram stockt zum zweiten Mal seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr auf. Angesichts guter Geschäfte im zurückliegenden Quartal erwarte der Vorstand in dem Ende September auslaufenden Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg sowie eine operative Rendite (bereinigte Ebita-Marge) von mehr als zehn Prozent. Im zweiten Quartal seien der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um drei Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und die operative Rendite auf 12,2 Prozent gestiegen. Detaillierte Quartalszahlen des MDax-Konzerns sollen am 27. April folgen.

Symrise mit Analysten-Malus

Im MDax gehörte Symrise zu den schwächeren Aktien. Das ist sicherlich eine technische Gegenreaktion auf den starken Freitag mit dem höchsten Kurs seit Anfang März. Eine negative Analystenstimme tut ihr Übriges. Die Experten von MainFirst sehen Enttäuschungsrisiken für die Ergebnisse des ersten Quartals.

Bauer rechnet mit Gewinnrückgang

Der Tiefbau-Spezialist Bauer stellt sich trotz eines dicken Auftragspolsters nur auf stabile Umsätze und einen Gewinnrückgang im laufenden Geschäftsjahr ein. Das Ergebnis nach Steuern dürfte von 29 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 20 bis 25 Millionen Euro zurückgehen.

Kurssprung bei Stratec

Eine Empfehlung von Kepler Cheuvreux hat die Aktien des MDax-Konzerns Stratec Biomedical beflügelt. Analyst Oliver Reinberg empfahl Stratec zum Kauf und signalisierte mit seinem Ziel von 54 Euro weitere knapp 13 Prozent Spielraum nach oben. Nach der Gewinnwarnung im März und entsprechend gesenkten Prognosen rechtfertigten die Übernahme von Diatron und weitere Zukaufpläne einen neuen Blick auf die Aktie, so der Experte.

Caixa will Banco BPI übernehmen

Das spanische Geldhaus CaixaBank hat ein Übernahmeangebot für die portugiesische Banco BPI angekündigt. Wie das Unternehmen am Montag in Barcelona mitteilte, soll die Offerte für die 55,9 Prozent der BPI-Aktien gelten, die sich nicht im Besitz der Spanier befinden.

GM: Neuer Rückruf

Der größte US-Autohersteller General Motors (GM) beordert wegen möglicher Defekte an den Sicherheitsgurten in großem Stil Pick-up-Trucks in die Werkstätten. Über eine Million Pritschenwagen der Marken Chevrolet Silverado und GMC Sierra 1.500 sollen repariert werden.

Reckitt: Gute Geschäfte in Emerging Markets

Der Umsatz des britischen Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser ist im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis dank guter Geschäfte in Schwellenländern um fünf Prozent auf rund 2,3 Milliarden Pfund gestiegen. Unter anderem Durex-Kondome und Nurofen-Kinderschmerzmittel waren gefragt.

Halber Gewinn bei Morgan Stanley

Die Marktturbulenzen zu Jahresbeginn haben die US-Investmentbank Morgan Stanley hart getroffen. Der Überschuss stürzte im ersten Quartal um 54 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar ab.

PepsiCo schwach

PepsiCo hat das sechste Quartal in Folge einen Umsatzrückgang erlitten. Belastet vom starken Dollar sowie schwächelnden Geschäften in Europa und Lateinamerika sanken die Erlöse des Coca-Cola-Erzrivalen um rund drei Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach um 24 Prozent auf 931 Millionen Dollar ein.

Apple: Geheimes iCar-Labor in Berlin?

Laut "FAZ" betreibt Apple in Berlin ein geheimes Labor zur Entwicklung eines Elektroautos. Derweil verkauft sich das iPhone laut der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" weiterhin nicht wie erhofft. Apple werde daher auch im laufenden Quartal reduzierte Stückzahlen produzieren.

ts

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen