Marktbericht 20:00 Uhr

Das zweite Quartal beginnt Ein freundlicher Monatsstart

Stand: 01.04.2014, 20:00 Uhr

Der Dax hüpfte wieder über die runde Marke von 9.600 Punkten und schaffte es sogar knapp, sie zu verteidigen. Jetzt wird von der 10.000 geträumt, aber dazu müssten wohl auch die Notenbanken mitspielen.

Der Dax schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 9.603,71 Punkten. Richtig schwungvoll verlief der Tag aber nicht gerade. Die Marktteilnehmer seien nach den Kursanstiegen der vergangenen Tage skeptisch, meint Jens Klatt von FXCM. "Der Aktienmarkt bleibt weiter ein deutliches Signal schuldig, dass der Anstieg von den Vorwochentiefs in einem Zug um nahezu fünf Prozent nachhaltig ist und die Bullen ausreichend Stärke haben, die 10.000er Marke anzulaufen."

Die Äußerungen Janet Yellens hatten zunächst für Erleichterung gesorgt. Die Fed-Chefin hatte die Märkte gestern wissen lassen, dass die US-Wirtschaft trotz des Aufschwungs noch länger auf Hilfe der Geldpolitik angewiesen sei. Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK begründete die insgesamt freundliche Stimmung am Markt mit den Nachwirkungen ihrer Aussagen. Am Donnerstag wird zunächst die EZB ihre Leitzinsentscheidung verkünden. Der Markt rechne nicht damit, dass die Währungshüter eine Lockerung der Geldpolitik bekanntgeben, sagte Anlagestratege Patrick Jacq von der BNP Paribas.

"Freundliche Indikationen"

Die US-Konjunkturdaten des Tages fielen zufriedenstellend aus. Der ISM-Einkaufsmanagerindex kletterte im März auf 53,7 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings einen etwas besseren Wert von 54,0 Zählern erwartet. "Für Produktion und Arbeitsmarkt sind dies freundliche Indikationen", kommentiert Helaba-Experte Ralf Umlauf. Die Fed dürfte seiner Einschätzung nach an den avisierten QE3-Kürzungen festhalten: "Wie lange es der Fed gelingen wird, die Zinserhöhungsdiskussion zu deckeln, ist fraglich", meint Umlauf. Die Bauausgaben kletterten um 0,1 Prozent. Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet.

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
2.630,04
Differenz relativ
-0,09%

Im Anschluss an die Daten erreichte der S&P 500 ein Rekordhoch. Auch der Dow Jones ist nicht mehr weit davon entfernt. Am Abend lag er etwa 0,4 Prozent im Plus bei rund 16.520 Zählern. Der EuroStoxx 50 stieg unterdessen auf den höchsten Stand seit Herbst 2008. Der Leitindex der Eurozone zog am Ende um 0,8 Prozent auf 3186,34 Punkte an. So hoch hatte er zuletzt im September 2008 gestanden. Der Late Dax schloss mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent bei 9.612,03 Zählern.

Die Coba ist Tagessieger

Im Dax notierten fast alle Aktien im Plus, besonders beliebt waren die Titel von Commerzbank und ThyssenKrupp. Die Deutschen Bank legt ebenfalls zu trotz Medienberichten im Zusammenhang mit Untersuchungen zu Devisen-Manipulationen. Die Bank beurlaubte eine Londoner Devisenhändlerin. Und in den USA hat eine Gruppe von Investoren und Pensionsfonds zwölf große Banken verklagt, darunter den deutschen Branchenprimus.

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
6,86
Differenz relativ
+0,40%
Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,72
Differenz relativ
+0,19%
Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
123,15
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-1,64%

Air Berlin erholt sich leicht

Selbst die Lufthansa legt trotz des dreitägigen Piloten-Streiks ab diesem Mittwoch um zwei Prozent zu. Dabei ist es einer größten Streiks in der Geschichte der Fluggesellschaft.

Deutschlands zweitgrößte Airline Air Berlin schaffte es mit mehr als sieben Prozent Plus an zweite Stelle im SDax. Die Aktie hat einige Turbulenzen in den letzten Tagen auszustehen. Zweimal wurde die Bilanz-Veröffentlichung verschoben. Daher munkelte man über die Fusion mit Alitalia und einen Abschied von der Börse. Danach machten Gerüchte über eine Insolvenzgefahr die Runde, die Air Berlin aber bestritt. Die Airline musste sich zudem den Vorwurf anhören, sie verstoße wegen der Verschiebung der Bilanz gegen Berichtspflichten, doch das nahm die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) dann wieder zurück.

Linde und Shell arbeiten zusammen

Linde: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
222,40
Differenz relativ
-0,58%

Der Industriegase-Hersteller Linde will zusammen mit dem Mineralölkonzern Shell petrochemische Basisanlagen bauen. "Für künftige Projekte auf diesem Gebiet haben wir eine Rahmenvereinbarung geschlossen", sagte ein Sprecher. Zu den Petrochemie-Anlagen, die beide künftig weltweit zusammen errichten wollten, zählten Ethan-Crackeranlagen. Die Kooperation sei zunächst auf zehn Jahre beschränkt, könne aber verlängert werden. Finanzielle Einzelheiten waren nicht zu erfahren.

Software AG sagt sich von SAP los

Im TecDax macht die Software AG Schlagzeilen. Sie trennt sich vom Rest seines SAP-Beratungsgeschäfts und muss daher die Jahresprognose kappen. Das operative Ergebnis werde 2014 nicht so stark zulegen wie zunächst erwartet. Die Aktie gewann über zwei Prozent.

Analyse hilft SMA Solar

SMA Solar legte 2,7 Prozent zu nach einer Kurszielanhebung durch die Citigroup. Zu den wenigen Verlierern gehörte Xing. Die Berenberg Bank zog ihre Kaufempfehlung zurück und hat nur noch ein "Hold" für die Aktie übrig. Das Kursziel liegt bei 96 Euro. Xing war im ersten Quartal zweitbester Titel im TecDax.

Im MDax stiegen Rational nach einer Hochstufung durch die Baader-Bank. Die Bank strich ihre Verkaufsempfehlung und empfiehlt nun, die Aktie zu halten.

Gea sehr gefragt

Gea

Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
22,24
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-0,13%

MDax-Kollege Gea war ebenfalls gefragt, was an Alstom liegen könnte. Die Franzosen verkaufen ihr Wärmetauschergeschäft an die Investmentfirma Triton. Laut Commerzbank-Analyst Sebastian Growe ein positives Signal für Gea, weil dessen Wärmetauschergeschäft derzeit geringer bewertet wurde. Außerdem äußerten sich die Fachleute der Commerzbank, von HSBC und von Equinet in aktuellen Analysen positiv über das Unternehmen.

Fielmann hängt zurück

Die im MDax gelisteten Aktien von Fielmann gingen mit einem Abschlag von 0,4 Prozent aus dem Handel. Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black sieht vor allem technische Gründe für den Rücksetzer. Er sprach von weiteren Gewinnmitnahmen, nachdem zum Wochenauftakt der Angriff auf die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro fehlgeschlagen sei. Fielmann war im ersten Quartal drittstärkster Wert im MDax.

Investor verkauft Gagfah-Aktien

Der US-Finanzinvestor Fortress wirft erneut Aktien des Wohnimmobilienkonzerns Gagfah auf den Markt. Im Auftrag des Investors soll die Deutsche Bank bis zu 30 Millionen Papiere platzieren. Gemessen am Xetra-Schlusskurs könnten Fortress 336 Millionen Euro zufließen. Einem Insider zufolge wird bei der Platzierung ein Preis von 11,00 bis 11,20 Euro je Aktie angepeilt, nachdem die Papiere den Xetra-Handel bei 11,20 Euro beendeten. Durch die Platzierung könnte der Anteil von Fortress auf rund 27 Prozent von zuletzt gut 41 Prozent sinken.

Alno macht Verlust

Jetzt ist die Berichtssaison eigentlich zu Ende, aber es gibt noch immer etliche Nachzügler, die nun erst über ihre Geschäfte 2013 berichten. Energiekontor sorgt mit seinem Zahlenwerk für wahre Begeisterungsstürme. Der Entwickler und Betreiber von Windparks steigerte seine Gesamtleistung um 69 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich mehr als verdreifacht.

Einige Zahlen von gestern Abend finden heute noch Beachtung. Küchenhersteller Alno meldete einen Verlust von elf Millionen Euro und einen Umsatzrückgang um zwölf Prozent auf 395 Millionen. Das lässt auch den Aktienkurs bröckeln. Teles rückt dagegen den schwarzen Zahlen näher, im operativen Geschäft war 2013 bereits ein Mini-Plus drin.

Ergebnissprung bei Sygnis

Auch die Sygnis-Zahlen wurden gestern mit einem deutlichen Kursplus honoriert, heute im Xetra-Handel ging es aber abwärts. Die Bilanz ist wegen des Zusammenschlusses mit X-Pol Biotech Ende 2012 nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Bereinigt man diesen Effekt, ist das operative Ergebnis aber um 55 Prozent gestiegen.

Abwärts für Osram

Osram präsentiert sich auf seinem heutigen Capital Markets Day nach dem Geschmack der Investoren zu skeptisch. Der Lichttechnikkonzern spricht von der Belastung das Wachstum durch den fortgesetzten Rückgang im Geschäft mit traditionellen Lampen. Das sei zwar grundsätzlich nichts Neues, sagte ein Händler, doch dürften viele Investoren vor der Veranstaltung auf positivere Aussagen gesetzt haben.

UBS verliert Verwaltungsrat Frey

Bei der UBS ist auch einiges los, Rainer-Marc Frey tritt auf der Generalversammlung vom 7. Mai nicht mehr zur Wiederwahl an. Die Schweizer Großbank begründete die Entscheidung des Investors mit anderen beruflichen Verpflichtungen. Frey ist seit Oktober 2008 UBS-Verwaltungsrat und Mitglied der Ausschüsse für Risiko sowie für Personal und Kompensation.

ts

Tagestermine am Montag, 10. Dezember

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, zweite Schätzung, 00:50 Uhr
Deutschland: Außenhandel im Oktober, 08:00 Uhr
Italien: Industrieproduktion, Oktober, 11:00 Uhr
Deutschland: Sentix Konjunkturindex, Dezember, 10:30 Uhr
Großbritannien:Industrieproduktion, Oktober, 10:30 Uhr