Durchgestartet nach kurzem Halt

Stand: 09.05.2007, 20:25 Uhr

Der Inflationsdruck wird wohl abnehmen. Diese Aussage der US-Notenbank hat Investoren aufatmen lassen. Jedenfalls setzte der Dow Jones - nach kurzer Unterbrechung - seine Klettertour fort.

Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 5,25 Prozent unverändert gelassen und von einem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum gesprochen. Der Euro rutschte vorübergehend ab.

Der L-Dax im Frankfurter Abendhandel war vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank auf 7.480 Punkte gestiegen: die Marke von 7.500 fest im Blick. Der Dax hatte zuvor bei 7.476 Punkten Feierabend gemacht, was ein Plus von 0,45 Prozent bedeutete.

Nasdaq lahmt

An der US-Technologie-Börse Nasdaq überwogen am Abend die Verluste. So standen beispielsweise Aktien des weltgrößten Computernetz-Ausrüster, Cisco-Systems, unter Druck. Cisco-Systems hatte dank der kräftigen Nachfrage in allen Regionen und Produktgruppen den Gewinn und Umsatz im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 kräftig erhöht. Allerdings scheint sich jetzt bei Cisco das deutlich schwächere US-Wirtschaftswachstum bemerkbar zu machen. Cisco erwartet für das Schlussquartal nur noch ein Umsatzwachstum von 15 bis 16 Prozent, nachdem es zuvor erheblich höhere Steigerungsraten gegeben hatte. Diese Ankündigung werteten Investoren als Verkaufssignal.

Tui und Commerzbank verteidigten Dax-Spitzenplätze
Unter den 30 Aktien im Dax hatten Tui und Commerzbank die Nase vorn. Händler führten die Tui-Kursgewinne insbesondere auf die positiven Zukunftsaussichten von Fracht-Wettbewerber Nippon-Yusen zurück. Dessen Gewinn fiel zwar aufgrund niedrigerer Frachtraten deutlich, Nippon-Yusen erwartet aber für das Gesamtjahr eine Erholung in diesem Bereich. Außerdem gab es eine Zeitlang Spekulationen, dass der ägyptische Großaktionär El Chiaty seinen Anteil an Tui von derzeit vier Prozent auf nahe 30 Prozent aufstocken wolle. Tui lehnte einen Kommentar ab.

Commerzbank lockte mit mehr Rendite
Die Frankfurter Großbank hatte ihre endgültigen Quartalszahlen bekannt gegeben. Interessiert zeigten sich Beobachter vor allem am Ausblick auf das Gesamtjahr 2007. Nach eigenen Angaben will die Bank ihre Nachsteuerrendite im Jahr 2007 auf zwölf Prozent hochschrauben.

SAP im Visier
Ein Thema auf der SAP-Hauptversammlung am Donnerstag dürften die neuen Übernahme-Gerüchte aus Fernost sein. Der japanische Fujits-Konzern könne gemeinsam mit Finanzinvestoren 48 Euro je SAP-Aktie bieten. So die Spekulationen. Damit läge das Angebot rund 34 Prozent über dem derzeitigen Kursniveau. Es würde Europas größten Software-Konzern mit rund 50 Milliarden Euro bewerten. Ein SAP-Sprecher wollte die Gerüchte nicht kommentieren. Im Abendhandel bauten SAP-Papiere ihre Gewinne aus.

Eon trotzte dem milden Winter
Aktien des Dax-Schwergewichts Eon sprangen nach Vorlage von Zahlen nur kurzfristig bis auf 112,70 Euro hoch. Anschließend gab das Papier des Versorgers einen Teil der Gewinne wieder ab. Händler beurteilten das Zahlenwerk als insgesamt relativ gut. Eon hatte trotz des milden Winters ein deutlich gestiegenes Quartalsergebnis verbucht. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) wuchs um 21 Prozent auf 3,32 Milliarden Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 2,92 Milliarden Euro gerechnet. Der Konzernumsatz kletterte um sechs Prozent auf 21,1 Milliarden Euro und blieb damit unter den von den Experten erwarteten 21,73 Milliarden Euro.

Neuer Ärger für Deutsche Börse?
Der größte Aktionär der Deutschen Börse hat sich Aufsichtsratskreisen zufolge vehement gegen die Übernahme der US-Optionsbörse International Securities Exchange (ISE) ausgesprochen. Der mit insgesamt 11,68 Prozent an der Deutschen Börse beteiligte Hedgefonds Atticus habe an das Management und den Aufsichtsrat geschrieben, "alle Optionen zu prüfen", um gegebenenfalls gegen die Entscheidung zum Kauf der ISE vorzugehen, hieß es aus dem Aufsichtsrat gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch in Frankfurt. Die Deutsche Börse war für einen Kommentar zunächst nicht erreichbar. Die Aktie der Deutschen Börse legte danach weiter zu.

Post-Aktie dividendengeschwächt
Deutlich im Minus rangierte die Post-Aktie. Die Titel wurden ex Dividende gehandelt und wären ansonsten nur leicht im negativen Terrain. Ähnlich wie am Vortag standen auch Altana unter Druck. Die Schweizer Großbank UBS hatte ihre Empfehlung von "buy" auf "neutral" zurückgestuft.

Fraport mit Rückenwind
Die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport gehörte zu den stärksten MDax-Titeln. Das Unternehmen hat im ersten Quartal auch dank eines Sondereffekts seine Umsätze um 15,1 Prozent auf 561,2 Millionen Euro gesteigert. Der Nettogewinn legte um ein Drittel auf 36,5 Millionen Euro zu.

Kaum schlechter lagen Aktien des Holzverarbeiters Pfleiderer im Markt. Pfleiderer hat seinen Nettogewinn von 3,5 auf 12,4 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz legte um 28 Prozent auf 427,6 Millionen Euro zu. Das Unternehmen aus dem MDax hatte kürzlich den Laminatboden-Hersteller Pergo übernommen. 2007 will Pfleiderer einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 270 Millionen Euro erreichen.

ProSiebenSat.1 floppt
Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat vor der geplanten Milliardenübernahme der europäischen Senderkette SBS mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Vor allem Sat.1 habe wegen einiger Flops Zuschauer verloren, räumte Vorstandschef Guillaume de Posch in München ein. "Damit muss man beim Fernsehen leben." Der Start ins neue Jahr sei insgesamt trotzdem gut gelungen. Umsatz und Ergebnis legten spürbar zu. Auch für das Gesamtjahr ist de Posch zuversichtlich. Die Marktanteilsverluste sollen mit neuen Programmen möglichst wieder wettgemacht werden.

United Internet setzt auf DSL
Die United-Internet- Aktie verteidigte bis zum Xetra-Schluss ihre frühen Kursgewinne. Das starke Kundenwachstum bei den schnellen Internet-Anschlüssen hat die Umsätze und Ergebnisse bei Deutschlands zweitgrößtem Internet-Anbieter erwartungsgemäß nach oben gehievt. Die Erlöse legten um 29,4 Prozent auf 337 Millionen Euro zu. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente das TecDax-Schwergewicht 63,4 Millionen Euro.

Grüezi-Aktie hielt sich über Ausgabepreis
Das Immobilien-Unternehmen Grüezi Real Estate startete am Mittwoch mit einem ersten Kurs von 25,50 Euro in den Handel im Entry Standard. Die Aktie war zu 24 Euro zugeteilt worden. Sie beschlossen den Xetra-Handel mit 25,10 Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 16,6 Millionen Euro erreicht und dabei ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 4,9 Millionen Euro erzielt.

Tagestermine am Montag, 17. Dezember

Unternehmen:
Hennes & Mauritz: Q4-Umsatz, 08:00 Uhr

Konjunktur:
EU: Handelsbilanz 10/18, 10:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 11/18 (vorl.), 11:00 Uhr
USA: Empire-State-Index 12/18, 14:30 Uhr
USA: NAHB-Index 12/18, 16:00 Uhr