Marktbericht 20:20 Uhr

10.000 erreicht und wieder verloren Durchatmen unter der runden Marke

Stand: 21.03.2016, 20:20 Uhr

Ein holpriger Börsen-Montag endete ohne nennenswerten Terraingewinn. Der Dax schwankte heftig um die 10.000er Marke, konnte sich aber nicht darüber behaupten. Signale von der Fed belasteten am Nachmittag.

Äußerungen zu Zinsanhebungen in den USA sorgten für absackende Notierungen an den Aktienmärkten. John Williams, Mitglied der US-Notenbank und Chef der regionalen Notenbank von San Francisco, hatte sich zuversichtlich zu einer baldigen Fortsetzung der Zinswende in den USA geäußert. "Ermutigende Daten" zur US-Wirtschaft machten baldige Zinsschritte möglich, so Williams.

Euro-Stärke belastet

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 20.15 Uhr

Als Belastungsfaktor entpuppte sich auch erneut der robuste Euro-Kurs gegenüber dem Dollar. Die Gemeinschafts-Währung widersetzt sich derzeit dem Durck, den die EZB eigentlich aufbauen wollte. Trotz der Zinssenkung auf "null" Anfang März und der Beteuerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, alle geldpolitischen Mittel zu nutzen, um die Euro-Konjunktur zu stärken (und den Euro zu schwächen) hält sich dieser wacker gegenüber dem "Greenback".

Apple zündet nicht

Auch an der Wall Street ließen es die Anleger am Montag ruhig angehen. Bis zum Ende des Parketthandels in Frankfurt hatte sich der Dow-Jones-Index immerhin leicht ins Plus geschoben und damit dem Late-Dax noch ein paar Punkte Zuwachs beschert.

Kauflaune entfachte auch eine neue Produktpräsentation des iPhone-Herstellers Apple am Abend deutscher Zeit nicht. Erwartungsgemäß stellte Apple-Chef Tim Cook eine kleinere und günstigere Version des Smartphones vor - auch der Preis für die Apple Watch soll gesenkt werden. Die Apple-Aktie kam durch die Neuerungen aber nicht wirklich in Gang.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Nicht zuletzt hatten auch eher schwache Daten vom Häusermarkt in den USA die Anleger in Wartestellung gelassen. Der Verkauf bestehender Häuser sank im Februar um rund sieben Prozent.

Bayer vor dickem Sparten-Verkauf?

Die Zahl der klaren Kursgewinner im deutschen Leitindex reduzierte sich bis zum Handelsschluss auf einen: Nur die Bayer-Aktie konnte mit rund drei Prozent klare Kursgewinne verbuchen. Spekulationen, wonach der Agrar-Chemiekonzern Monsanto Interesse an der Bayer-Agrarchemiesparte CropScience hat, sorgten für den Kursausschlag. Nach Reuters-Informationen hat sich der US-Konzern bereits mit Bayer in Verbindung gesetzt. Laut Bloomberg könnte Monsanto aber auch an der Agrarchemie-Sparte von BASF interessiert sein, die BASF-Aktie gewann ebenfalls.

Eon und RWE mal wieder verschmäht

Am Dax-Ende rangierten mit mehr als drei Prozent Kursverlusten die beiden Energieaktien RWE und Eon. Laut Händlern bewegen sich die Titel weiter in einer engen Handelsspanne. Nach den Gewinnen der vergangenen Woche setzten noch bereits wieder Gewinnmitnahmen ein. Größere Verluste ohne aktuelle Nachrichten verbuchen auch die Aktien der Deutschen Börse, der Lufthansa und von ThyssenKrupp.

ProSiebenSat.1 nach dem Dax-Aufstieg

Dax-Neuling ProSiebenSat.1 schloss den ersten Handelstag in der "ersten Reihe" mit einem Minus von rund einem halben Prozent ab. Die Medienaktie hatte die Titel des Düngemittel-Herstellers K+S im Dax beerbt.

Indizes neu sortiert

Auch in den anderen Indizes gab es mit dem heutigen Montag eine Reihe von Änderungen. Mit deutlichen Kursgewinnen wurde die Aktie des Immobilienkonzerns Alstria Office im MDax begrüßt. Leicht im Plus schoss der zweite Neuzugang Steinhoff. Der südafrikanische Betreiber der Poco-Märkte ist erst seit wenigen Monaten an der deutschen Börse notiert.

Im TecDax ersetzen seit heute der 3D-Drucker-Anbieter SLM Solutions und der Halbleiterexperten Süss Microtec den Telekomanbieter QSC und LPKF Laser.

Den SDax verlassen müssen der Finanzdienstleister MLP, Sixt Leasing, Hornbach Baumarkt und der Verkehrstechnikanbieter Schaltbau. Ihre Plätze übernehmen der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische, die Reederei Hapag-Lloyd und Washtec. Letzerer kletterte gleich mit plus sechs Prozent an die SDax-Spitze.

Darf Airbus Sparte verkaufen?

Kaum verändert schloss die Airbus-Aktie. Das Unternehmen will seine Verteidigungselektronik-Sparte an den Finanzinvestor KKR verkaufen, es winkt ein Erlös von rund 1,1 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich alledings das Bundeswirtschaftsministerium zu Wort gemeldet, das auf den "Schutz der betroffenen Sicherheitstechnik" Wert legt.

Talanx besser als gedacht

Talanx: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
32,20
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-0,43%

Die Aktie des Versicherungs-Konzerns schloss am Montag drei Prozent höher. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei Talanx zog um rund 15 Prozent an auf 2,18 Milliarden Euro. Unterm Strich schrumpfte der Gewinn allerdings um knapp fünf Prozent auf 734 Millionen Euro. Dennoch erhöhte die Hannover-Rück-Mutter die Dividende auf 1,30 Euro je Aktie.

Nordex-Ausblick gefällt nicht

Nach dem rasanten Wachstum der beiden vergangenen Jahre zeigt sich der Windturbinenbauer nun zurückhaltender. Zusammen mit der neuen Tochter aus Spanien peilt das Unternehmen 2016 einen Umsatz von insgesamt 3,4 Milliarden Euro an und damit einen Zuwachs im einstelligen Prozentbereich. Nordex-Aktien gewannen sieben Prozent.

Deutsche Bank mag Wacker Neuson nicht

Mit Abstand größter SDax-Verlierer war die Aktie von Wacker Neuson. Die Deutsche Bank hat den Baumaschinenherteller von "Hold" auf "Sell" herabgestuft und das Kursziel von 13 auf 11 Euro gesenkt. Wacker habe langfristig attraktive Wachstumsaussichten, sei aber auch stark von Konjunkturzyklen abhängig.

Tele Columbus erkundet die Pluszone

Die Aktie des TecDax-Mitglieds zog um fast sieben Prozent an. Tele Columbus hat nach der Akquisition von Primacom und Pepcom 2015 ein starkes Wachstum verzeichnet. Laut vorläufigen Zahlen erzielte die Unternehmensgruppe Umsätze in Höhe von 278,7 Millionen Euro und ein um Sondereffekte bereinigtes Ebitda von 140,9 Millionen Euro.

AB

Tagestermine am Dienstag, 13. November

Unternehmen:
Fraport: Verkehrszahlen 10/18, 7:00 Uhr
Grammer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Bauer: Neun-Monats-Zahlen, 7:00 Uhr
1&1 Drillisch: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Cewe Stifung: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Evotec: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr (Call: 14:00 Uhr)
Innogy: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Tom Tailor: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
United Internet: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Ströer: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Areal Bank: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Hello Fresh: Q3-Zahlen, 7:15 Uhr
Medigene: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
VTG: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
HHLA: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Uniper: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Jenoptik: Neun-Monats-Zahlen, 7:30 Uhr
Nordex: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr
Bayer: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
Bilfinger: Q3-Zahlen, 7:30 Uhr (Call: 10:00 Uhr)
OHB: Neun-Monats-Zahlen, 8:00 Uhr
Vodafone: Halbjahreszahlen, 8:00 Uhr
Home Depot: Q3-Zahlen, 15:00 Uhr
Wüstenrot & Württembergische: Q3-Zahlen
Nemetschek: Kapitalmarkttag

Konjunktur:
Italien: Frist der EU-Kommission zur Überprüfung des Haushaltsentwurfs läuft aus
Deutschland: Verbraucherpreise 10/18 (endgültig), 8:00 Uhr
Deutschland: Insolvenzen 8/18, 8:00 Uhr
Deutschland: Erwerbstätigkeit Q3/18, 8:00 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenzahl 10/18, 10:18
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen 10/18, 11:00 Uhr