Dow mit kleinem Durchhänger

Stand: 08.05.2007, 19:56 Uhr

Nach seinem Rekordhoch vom Vortag, gönnte sich der Dow eine Pause. Bis zum Abend verlor er 0,2 Prozent. In Frankfurt ging's deutlicher zur Sache. Der L-Dax gab ein Prozent nach.

Er schloss den Abendhandel in Frankfurt mit 7.458 Punkten ab. Der Dax hatte den Xetra-Handel freilich noch tiefer beendet. Nämlich mit 7.442 Punkten. Abwarten hieß die Parole, denen Investoren folgten: Warten auf die Zinsentscheidungen von US-Notenbank und Europäischer Zentralbank. Bis Mittwoch Abend müssen Investoren noch abwarten, ehe klar sein wird, ob die US-Notenbank tatsächlich - wie vermutet - die Leitzinsen unverändert lassen wird. Also bei 5,25 Prozent.

In den USA Zinssenkung im Blick

Uneins sind sich Volkswirte, wann die US-Notenbank Fed nach ihren 17 Zinserhöhungen seit Mitte 2004 die geldpolitischen Zügel wieder lockern wird. Die jüngsten überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten deuten eher auf einen früheren Zeitpunkt hin. Die meisten Experten erwarten bislang die erste konjunkturstützende Zinssenkung zu Beginn der zweiten Jahreshälfte. Auch die Finanzmärkte setzen dann fest auf niedrigere Zinsen.

Die EZB hebt an
Die Europäische Zentralbank EZB wird nach Überzeugung von Volkswirten am Donnerstag die Leitzinsen mit 3,75 Prozent zunächst unverändert lassen, aber für Juni eine Zinserhöhung auf dann vier Prozent auf ihre Art "ankündigen".

Hewlett-Packard legen zu.....
In New York gehörten die Papiere des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard zu den Gewinnern. Das Unternehmen schraubte seine Erwartungen für das abgelaufene zweite Quartal nach oben. Der Umsatz werde in einer Spanne von 25,50 bis 25,55 Milliarden Dollar liegen, teilte HP am Dienstag vor US-Börsenbeginn mit. HP-Titel legten bis zum Abend 1,85 Prozent zu.

.....und Motorola knicken ein
Überdurchschnittlich verloren dagegen die Anteilsscheine von Motorola. Die Aktionäre des US-Handyherstellers hatten bei der Hauptversammlung dem US-Milliardär Carl Icahn einen Sitz im Führungsgremium verweigert, wie das Unternehmen mitteilte. Icahn übt bei Firmen oft massiven Druck auf das Management aus, mehr für den Aktienkurs zu tun. Motorola-Papiere fielen um über zwei Prozent.

Im Dax lenkten Aktien der Deutschen Bank die Blicke auf sich. Denn die größte deutsche Geschäftsbank hatte mit einem Nettogewinn von 2,12 Milliarden Euro im ersten Quartal nicht nur das beste Vierteljahres-Ergebnis eingefahren, sondern auch die Erwartungen vieler Analysten übertroffen. Die hatten der Bank lediglich einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro zugetraut. Während das Investmentbanking florierte, lag die Deutsche Bank beim Provisionsüberschuss unter den Schätzungen. Aktien der Deutschen Bank lagen am Ende des Tages 0,32 Prozent tiefer.

Altana im freien Fall
Die Aktien des Chemieanbieters Altana brachen zweistellig und damit am stärksten ein. Händler erklären den Kurseinbruch mit Gewinnmitnahmen nach den übertriebenen Kursgewinnen der letzten beiden Tage. Nicht gut zu sprechen waren Investoren auch auf Bayer. Dabei hat der Leverkusener Konzern sich weiter zuversichtlich für das Gesamtjahr gezeigt. Umsatz und der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen um jeweils mehr als zehn Prozent zulegen. Zudem bestätigte Bayer die Ende April bekannt gegebenen Quartalszahlen.

April beschert BMW Rekordabsatz
Dank neuer Modelle beim 3er und des starken Absatzes beim Mini hat der Münchener Autokonzern im April weltweit 118.500 Wagen verkauft: drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aber auch dieses Rekordergebnis schlug sich nicht in Kursgewinnen nieder. Im Gegenteil. BMW-Aktien reihten sich bei den Verlierern ein.

Allianz- Tochter Dresdner Bank mit Gewinnsprung
Genau so wie Allianz. Europas größter Versicherungskonzern konkretisierte die Angaben zum ersten Quartal, insbesondere zu den einzelnen Sparten. Die Tochter Dresdner Bank hat demnach im ersten Quartal zwar operativ deutlich mehr verdient als vor einem Jahr. Am Markt drückte allerdings laut Händlern ein abermals schlechtes Ergebnis beim Investmentbanking auf die Stimmung.

Auch die "Aktie Gelb" der Deutschen Post kam unter die Räder. Dabei hatte Konzernchef Klaus Zumwinkel auf der Hauptversammlung in Köln den Aktionären einen guten Kaufgrund geliefert. Klaus Zumwinkel versprach nämlich weitere Dividendenerhöhungen. Für 2006 sollen 0,75 Euro ausgeschüttet werden - fünf Cent mehr als im Jahr zuvor. "Ich gehe davon aus, dass das in dieser Richtung weitergehen wird", so Zumwinkel.

Zu den wenigen Dax-Gewinnern zählten Papiere des Sportartikelherstellers Adidas. Ihr Kurs sprang um über sieben Prozent hoch. Adidas hatte zwar wie erwartet im ersten Quartal 2007 wegen einer neuen Werbekampagne weniger verdient als noch ein Jahr zuvor. Dabei wurden aber die Prognosen der Analysten übertroffen.

In der zweiten Reihe, im Mdax, ließen sich Anleger von den Quartalsberichten der Wacker Chemie und IWKA beeindrucken. Bei Wacker hoben Händler positiv hervor, dass der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern seine Prognosen für das Gesamtjahr konkretisiert hat. Bei IWKA fiel der außergewöhnliche Auftragseingang positiv auf. Zudem wurde der Ausblick betätigt.

Die Aktie des Handelskonzerns Douglas verspielte erst am Nachmittag ihre Kursgewinne. Die Douglas Holding hatte im ersten Quartal vom besseren Konsumklima profitiert und trotz der Mehrwertsteuererhöhung Umsatz gesteigert. Die Markterwartungen wurden übertroffen. Zudem hob Douglas sein Umsatzziel für das Gesamtjahr an.

Im TecDax brachen die Titel von Drägerwerk ein. Aus gutem Grund. Denn nach Meinung von Händlern sind die Quartalszahlen schlechter als erwartet ausgefallen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn vor Zinsen und Steuern und beim Nachsteuergewinn blieb der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller hinter den Markterwartungen zurück. Außerdem sank das Auftragsvolumen.

Im SDax gehörten Jungheinrich zu den Favoriten. Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich erzielte dank der anhaltend hohen Nachfrage im ersten Quartal ein deutliches Ergebnis- und Umsatzplus. Für das Gesamtjahr stellte das Hamburger Unternehmen eine deutliche Steigerung von Auftragseingang und Konzernumsatz in Aussicht.

Der Online-Broker Comdirect hat im April trotz der Börsen-Hausse deutlich weniger Wertpapieraufträge abgewickelt als im Vormonat, schnitt aber immer noch besser ab als der Gesamtmarkt. Das war zu wenig, um Anleger bei der Stange zu halten. Nach anfänglichen Kursgewinnen rutschte auch die Aktie von Air Berlin ins Minus. Die Fluggesellschaft hat im April bei gesunkener Auslastung mehr Fluggäste befördert als ein Jahr zuvor. Wegen des guten Wetters hierzulande und des Regens im Mittelmeerraum hätten viele Deutsche von kurzfristigen Reisen nach Südeuropa abgesehen, erklärte das Unternehmen die schwächere Belegung der Sitzplätze. Die Zahl der Fluggäste legte im Vergleich zum Vorjahresmonat dennoch um 8,1 Prozent auf 1,685 Millionen zu. Die Auslastung der Flotte ging um 2,9 Prozentpunkte auf 74,9 Prozent zurück.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 18. Juli

Unternehmen:
NovartisVW: Q2-Zahlen, 6:45 Uhr
Cassiopea: Halbjahreszahlen, 7 Uhr
Software: Q2-Zahlen, 7 Uhr
ASML: Q2-Zahlen, 7 Uhr
Akzo Nobel: Q2-Zahlen, 7:30 Uhr
Ericsson: Q2-Zahlen, 8 Uhr
Easyjet: Q3-Zahlen, 8 Uhr
Morgan Stanley: Q2-Zahlen, 13 Uhr
Abott Laboratories: Q2-Zahlen, 13:45 Uhr
American Express: Q2-Zahlen, 22 Uhr
Alcoa: Q2-Zahlen, 22:05 Uhr
Ebay: Q2-Zahlen, 22:15 Uhr
IBM: Q2-Zahlen, 22:30 Uhr

Konjunktur:
EU: Verbraucherpreise (endgültig), 06/18, 11 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen 06/18, 14:30 Uhr
USA: Kapazitätsauslastung im Juni, 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index Juli, 16:00 Uhr
USA: Rede von Fed-Chef Powell vor dem Bankenausschuss des Senats, 16:00 Uhr