Die Reise nach unten geht weiter

Stand: 25.02.2009, 20:05 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt kann sich dem Sog nach unten nicht entziehen. Nach viel versprechendem Handelsstart zog die schwache Wall Street den Dax am Nachmittag nach unten.

Schwache Konjunkturzahlen aus Amerika belasteten den Handel an der Wall Street enorm. 4,49 Millionen Eigenheime wurden in den USA im Januar verkauft, deutlich weniger als die erwarteten 4,79 Millionen.

Auf schlechte Nachrichten aus dem Immobiliensektor reagieren Anleger seit dem Beginn der Hypothekenkrise allergisch, die Wall Street-Indizes begannen den Handel mit Verlusten und zogen den deutschen Aktienmarkt damit in's negative Terrain. Der elektronische Handel endete für den Dax mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 3.846 Punkten, auf dem Parkett machte der Index noch 17 Zähler gut.

Deutsche Post mit Milliardenverlust
Die Deutsche Post gab am Abend überraschend ihr Jahresbilanz bekannt. Vor allem sehr hohe Ausgaben für die Restrukturierung des Konzern bescherten der Post einen Verlust von 1,69 Milliarden Euro. Allein im vierten Quartal fiel ein Verlust von 3,157 Milliarden Euro an. Der Umsatz schrumpfte im vierten Quartal wegen dem durch die Wirtschaftskrise "spürbaren Nachfragerückgang" um drei Prozent auf 14 Milliarden Euro. Für 2009 zeigte sich die Post pessimistisch, eine Prognose gab es nicht. Die Aktie der Deutschen Post baute auf dem Parkett ihre Verluste aus.

Deutsche Börse mit Milliardengewinn
2008 war ein hervorragendes Jahr, zumindest für die Deutsche Börse. Der Konzern legte Rekordzahlen vor. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg um ebenfalls zwölf Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. 2009 soll allerdings keine Rekorde bringen, sagte Börsenchef Reto Francioni. Die Aktie schloss dennoch deutlich fester und notierte am Ende mit 5,6 Prozent Kursplus an der Dax-Spitze.

Deutsche Bank darf Postbank übernehmen
Gewinne verzeichnet auch die Aktie der Deutschen Bank. 5,5 Prozent ging es im Tagesverlauf nach oben. Der Konzern darf nach einer Entscheidung des Kartellamtes die Postbank übernehmen. Dementsprechend meldete die Deutsche Bank, dass sie die Übernahme des ersten 22,9-prozentigen Anteiles an der Postbank bereits abgeschlossen habe.

Henkel trotzt der Krise
Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel gewannen fünf Prozent. Die Firma hat im vierten Quartal ihren Umsatz trotz Konsumrückhaltung und Wirtschaftskrise um elf Prozent auf 3,54 Milliarden Euro verbessert. Beim Ebit (379 Millionen Euro) übertraf Henkel die Prognosen der Analysten. Eine eigene Prognose für das laufende, schwierige Jahr, gab Henkel nicht ab.

Telekom fusioniert sich selbst
Die Deutsche Telekom will offenbar ihre beiden wichtigsten Konzernsparten zusammenlegen. Festnetz und Mobilfunk sollten bald eine Einheit bilden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Umbau könnte schon in der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz, verhandelt werden, hieß es.

Solar lief 2008 noch sehr gut
Der Solar- und LCD-Maschinenbauer Manz Automation hat im vergangenen Jahr so viel umgesetzt und verdient wie nie zuvor. Der Umsatz verdreifachte sich auf 236,5 Millionen Euro. Das Ebit wuchs von 10,0 auf 28,6 Millionen Euro. Außerdem gab Manz eine recht zuversichtliche Prognose für das laufende Jahr ab. Die Aktie gewann acht Prozent.

Auch der Solarkonzern Roth&Rau, der ebenfalls im TecDax notiert ist, verbuchte im vergangenen Jahr steigende Umsatz- und Gewinnzahlen. Die Erlöse stiegen um 86 Prozent auf 272 Millionen Euro und war damit besser als Analysten gedacht hatten. Das operative Ergebnis verdoppelte sich auf 28 Millionen Euro. Die Aktie stieg um drei Prozent.

Q-Cells sichert Finanzierung
Der Solarkonzern Q-Cells hat seine Unternehmensfinanzierung für die kommenden Jahr sichergestellt. Mit den Banken einigte sich die Firma auf einen Brückenkredit über 500 Millionen Euro bis Ende des Jahres. Außerdem will sich Q-Cells über ein Schuldscheindarlehen frisches Kapital besorgen und damit die Finanzierung bis Mitte 2011 sicher stellen. Q-Cells-Aktien gaben neun Prozent ab.

SGL ist optimistisch
Der im MDax notierte Grafitspezialist SGL hat sich leicht optimistisch zum Start in das Jahr geäußert. Man peile einen Gewinn im ersten Quartal an, sagte SGL in einem Interview. Außerdem gebe es Anzeichen für eine Erholung der Stahlkonjunktur im zweiten Halbjahr. Dennoch könne es notwendig sein, die Elektrodenproduktion zeitweise um bis zu 30 Prozent zu drosseln und Arbeiter zu entlassen, hieß es. Die Aktie legte 2,7 Prozent zu.

IVG verkauft Bürogebäude
Der Immobilienkonzern IVG hat in den vergangenen Wochen 140 Millionen Euro durch den Verkauf von Bürogebäuden eingenommen. Es handele sich um Immobilien in Berlin, München und Paris, teilte die Firma mit. Die IVG-Aktie stieg um 3,1 Prozent.

Springer mit Rekordgewinn
Der Medienkonzern Axel Springer hat das vergangene Jahr trotz Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Nach einem Verlust von 288,4 Millionen Euro im Jahr 2007 verdiente Springer 2008 571,1 Millionen Euro. Der Umsatz stieg derweil leicht auf 2,73 Milliarden Euro. Die Dividende erhöhte der Konzern um 0,4 auf 4,4 Euro je Aktie. Die Aktie ging mit einem Plus von 4,2 Prozent aus dem Handel.

Sixt unter Prognose
Mit einem Vorsteuergewinn von 86 Millionen Euro hat der im SDax notierte Autovermieter Sixt sein angepeiltes Ziel von 100 Millionen verfehlt. Der Umsatz stieg zwar um zehn Prozent auf 1,53 Milliarden Euro, doch zufrieden war die Firma nicht. Es sei nicht gelungen, die Preise wie erhofft anzuheben, begründete Sixt den schwachen Gewinn. Immerhin will die Firma das laufende Jahr mit einem deutlich positiven Vorsteuergewinn abschließen. Die Aktie legte 0,2 Prozent zu.

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