Die Musik spielt im MDax

Stand: 04.04.2011, 20:02 Uhr

Nach dem kräftigen Plus in der vergangenen Woche halten die Anleger heute inne. Nach leichten Verlusten im elektronischen Handel schafft der Dax am Abend ein leichtes Plus. Kräftiger zulegen kann dagegen der MDax.

Angetrieben von zahlreichen Übernahmegerüchten steigt der MDax um 0,69 Prozent auf 10.562 Punkte. Der Dax schafft am Abend nur ein bescheidenes Plus von fünf Punkten und schließt bei 7.176. Nach dem Ende der Bilanzsaison und vor der für Donnerstag erwarteten Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) halten die Anleger inne. Nach dem Ende der Bilanzsaison mangele es an neuen Impulsen, so dass die weltweiten Krisenherde wieder in den Mittelpunkt der Anleger rückten, so ein Händler.

Auch an der Wall Street kommt der Dow Jones-Index kaum voran. "Wir haben gerade viele Widerstandslinien und im Moment gibt es keinen Grund sie zu durchbrechen", sagt Analyst Frank Lesh von FuturePath Trading. Am Markt gehe sogar die Sorge um, dass der derzeitige Aufwärtstrend ins Stocken geraten könnte. Es gebe genügend Händler, die den Anstieg zu Gewinnmitnahmen nutzen und zu einem besseren Zeitpunkt wieder einsteigen wollten, hieß es. Bei Börsenschluss in Frankfurt notiert der Dow Jones-Index praktisch unverändert bei 12.377 Zählern.

Euro stabil, Öl rauf
Der Euro hält sich über der Marke von 1,42 Dollar. Bei Börsenschluss notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,4200 Dollar und damit leicht unter dem Niveau vom Freitagabend. In der Spitze war der Euro bis auf 1,4268 geklettert. Die EZB hat den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4240 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7023 Euro.

Derweil ist Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent erstmals seit August 2008 über die Marke von 120 US-Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im Mai stieg kostete am Abend 120,03 Dollar und damit 1,33 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um drei Cent auf 107,97 Dollar. Zuvor war er bis auf 108,78 gestiegen, dem höchsten Stand seit September 2008. Grund für den Anstieg ist die Fortdauer des Krieges in Libyen.

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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19,24
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+0,39%

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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9,18
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UBS hilft Versorgern
Ein positiver Branchenkommentar der UBS hat den Versorgern Auftrieb gegeben. RWE ist mit Kursgewinnen von 1,4 Prozent zweitgrößter Gewinner im Dax, knapp hinter Infineon, die 1,5 Prozent dazugewinnt. Auch die Titel von Eon legen zu. Die mögliche Abschaltung mehrerer europäischer Atomkraftwerke dürfte zu steigenden Strom-Preisen und anziehenden Margen führen, schreibt Analyst Alberto Gandolfi in einer Studie. Er rechnet mit einem Anstieg auf bis zu 75 Euro je Megawattstunde. Dies würde die Gewinne der Strom-Konzerne um 20 Prozent in die Höhe treiben.

FMC auf Expansionskurs
Seinen Platz ganz oben auf der Gewinnerliste der Dax-Werte muss der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) bis zum Börsenschluss zwar abgeben. Doch das Papier kann seinen Platz unter den fünf größten Gewinnern behaupten. Die Aktie profitiert von der Absicht des Unternehmens, in Abu Dhabi das Management von sechs Dialysekliniken zu übernehmen. Zudem rechnet FMC in diesem Jahr mit zusätzlichen 35 Millionen Dollar beim Nettoergebnis.

Deutsche Börse bleibt ruhig
Die Deutsche Börse hält ihr Pulver im Kampf um die Nyse Euronext vorerst trocken. "Abwarten und Tee trinken heißt die Devise", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Technologiebörse Nasdaq OMX und die Rohstoffbörse ICE wollen die Frankfurter übertrumpfen und bieten für den Kauf der Nyse über elf Milliarden Dollar. Dadurch lasse sich der Frankfurter Börsenbetreiber aber nicht unter Druck setzen, sagte ein weiterer Insider. Das Unternehmen hoffe vielmehr darauf, am Ende sein Gebot gar nicht erhöhen zu müssen, weil die andere Offerte in sich zusammenfalle. Die Anleger bleiben skeptisch und setzen die Aktie der Deutschen Börse unter Druck. Sie ist der größte Verlierer im Dax und muss 1,4 Prozent abgeben.

Vossloh: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
41,25
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-0,12%

Vossloh zeitweise auf Allzeithoch
Deutlich mehr Bewegung als im Dax gibt es am Montag im MDax. So klettert die Aktie des Bahnspezialisten Vossloh um 3,3 Prozent. Der Grund: der Eigentümer des Technologie-Konzerns Knorr-Bremse, Heinz Herrmann Thiele hat Vossloh-Aktien zugekauft und hält inzwischen fast zehn Prozent der Anteilsscheine. Nun soll es noch vor Ostern einen Gesprächstermin mit Thiele geben. Denn bisher weiß Vossloh nicht, was der neue Großaktionär mit seinem Engagement beabsichtigt. Steht Vossloh etwa vor einer Übernahme?

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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82,22
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+0,27%
Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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50,90
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+1,80%

Merrill befeuert Stada
Um fast sechs Prozent legt die Stada-Aktie zu. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat das Papier von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 29,00 auf 34,00 Euro angehoben. Die Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr hätten das Vertrauen gesteigert, dass trotz sinkender Generika-Umsätze in Deutschland eine Margenausweitung möglich sei und dass sich das Geschäft in Serbien zu erholen beginne, schrieb Analyst Jamie Clark in einer Studie.

Lanxess im Übernahmefieber
Die Aktie des ebenfalls im MDax notierten Chemiekonzerns Lanxess erreicht ein Sieben-Wochen-Hoch. Der "Platow-Brief" hat mehrere internationale Konzerne als mögliche Käufer ins Spiel gebracht. Zudem profitiert der Titel von der geplanten Übernahme des französischen Chemiekonzerns Rhodia durch die belgische Solvay.

Pfleiderer im freien Fall
Aktien von Pfleiderer brechen um mehr als 40 Prozent ein. Der angeschlagene Oberpfälzer Holzverarbeiter hatte am Freitagabend eine Einigung mit seinen Kreditgebern über eine Verlängerung des Stillhalteabkommens bis zum 9. Mai 2011 bekanntgegeben. Dabei dürften die Aktionäre allerdings wohl fast leer ausgehen und entsprechend breche der Kurs ein. Equinet beließ die Einstufung auf "Sell" mit einem Kursziel von 1,00 Euro. Die Pläne dürften für die Aktionäre nicht günstig sein, schrieb Analyst Ingbert Faust.

Suzlon will Repower ganz
Der Windkraftkonzern Suzlon will seine Hamburger Tochter Repower komplett übernehmen. Der indische Konzern habe angezeigt, inzwischen mehr als 95 Prozent der Anteile zu halten, teilte Repower mit. Suzlon habe zudem angekündigt, die Minderheitsaktionäre mit einer Barabfindung auszukaufen (Squeeze out). Die Repower-Aktie schnellte nach der Ankündigung um 4,5 Prozent auf das Jahreshoch von 151 Euro. Davon profitiert auch die Aktie von Nordex. Sie ist einer der Favoriten im TecDax.

Qiagen-Zukauf gefällt
Nach oben geht es auch mit der ebenfalls im TecDax notierten Aktie von Qiagen. Das Biotech-Unternehmen kauft für 355 Millionen Dollar die Diagnostikfirma Cellestis. Damit will Qiagen das Spektrum der Testverfahren erweitern, die das Unternehmen entwickelt. Die WestLB hat die Einstufung für Qiagen auf "Buy" mit einem Kursziel von 16,20 Euro belassen. Der geplante Zukauf der australischen Diagnostikfirma Cellestis sorge bei dem Biotechunternehmen für innovative Technologie und geographische Expansion, schrieb Analystin Cornelia Thomas.

Deutz bald wieder schwarz
Im SDax geht für die Aktie des Motorenbauers Deutz aufwärts. Finanzvorstand Margarete Haase hat gegenüber der "Börsen-Zeitung" gesagt, dass das Unternehmen im ersten Quartal sowohl operativ als auch beim Nettogewinn wieder schwarze Zahlen geschrieben hat. Für das Gesamtjahr 2011 stellte sie einen Gewinn von 50 Millionen Euro in Aussicht.

Tagestermine am Donnerstag, 22. November

Unternehmen:
RemyCointreau: Halbjahreszahlen, 7.30 Uhr
Jost Werke: Neun-Monats-Zahlen
Siemens Healthineers: Geschäftsbericht.

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise 10/18, 00:30 Uhr
EU: Acea, Nutzfahrzeugzulasssungen 10/18, 8:00 Uhr
EU: EZB-Sitzungsprotokoll v. 25.10.2018
EU: Verbrauchervertrauen 11/18 (vorab), 16:00 Uhr.

Sonstiges:
USA: Feiertag (Thanksgiving), Börse geschlossen.