Die Laune leidet unter der Bankenkrise

Stand: 05.01.2012, 19:48 Uhr

Wieder einmal geriet die Situation des europäischen Bankensektors in den Fokus der Aufmerksamkeit. Selbst erfreuliche Daten vom US-Arbeitsmarkt lockten die Optimisten nur kurze Zeit zurück in den Markt.

Mit einem Abschlag von 0,3 Prozent ging der Dax bei 6.095,99 Punkten aus dem Handel. Die Euro-Krise drücke auf die Stimmung der Anleger, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. "Hinzu kommt, dass der Dax gut ins Jahr gestartet ist und nun einen Teil seiner Gewinne wieder abgibt."

Zeitweise hatten die aktuellen Arbeitsmarktdaten aus den USA den deutschen Leitindex in die Gewinnzone und über die Marke von 6.100 Zählern gehievt. Die Beschäftigung im Privatsektor stieg im Dezember dort erheblich stärker als erwartet.

Im Monatsvergleich sei die Zahl der Beschäftigten um 325.000 geklettert, teilte der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mit. Eine stärkere Zunahme habe es seit Beginn der Erhebung 2001 noch nicht gegeben. Volkswirte hatten lediglich mit einem Zuwachs um 178.000 Beschäftigte gerechnet.

Dow Jones dreht ins Plus
Die Signale von der amerikanischen Konjunkturfront fielen allerdings uneinheitlich aus, denn die Daten des ISM-Index für den Dienstleistungssektor enttäuschten. Zwar hellte sich die Stimmung weiter auf, Volkswirte hatten allerdings mehr erhofft, als die ermittelten 52,6 Punkte.

Der EuroStoxx 50 schloss mit Verlusten von 1,5 Prozent. In Paris ging es für den CAC 40 ebenfalls um 1,5 Prozent nach unten. Der britische FTSE 100 hielt sich indes mit Abschlägen von 0,8 Prozent einmal mehr etwas besser als die meisten anderen europäischen Indizes. Der Dow Jones notierte leicht über Vortagesniveau. Der Late Dax legte .

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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7,70
Differenz relativ
-0,09%
Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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6,82
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-0,18%

Bankensektor bleibt ein Sorgenkind
Belastend wirkte die Lage im Bankensektor. Die Sorge um angeschlagene Banken und verschuldete Staaten der Eurozone dominiere wieder das Geschehen, sagten Experten. Marktteilnehmern zufolge belastet der hohe Abschlag bei der geplanten Kapitalerhöhung der italienischen Großbank UniCredit.

Die Anleger machen sich Sorgen um den anhaltenden Kapitalbedarf von Banken, die auch deutsche Institute nochmal an den Kapitalmarkt zwingen könnten. Commerzbank und Deutsche Bank lagen geschlossen am Dax-Ende. Es hielten sich Gerüchte, wonach die Deutsche Bank vor einer Kapitalerhöhung stehe. Der deutsche Branchenprimus kommentierte die Spekulationen nicht. Der Banksektor des Stoxx 600 belegte im Branchenvergleich den letzten Platz.

FMC

FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
62,14
Differenz relativ
-0,16%
Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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41,01
Differenz relativ
+5,18%

Fresenius: Defensiv ist Trumpf
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care. Die Fachleute von JP Morgan hatten sich in einer Analyse optimistisch über den europäischen Medizintechnik-Sektor geäußert und das Kursziel von Fresenius angehoben. Auch die Citigroup hob das Kursziel für Fresenius an und empfahl, das Papier zu kaufen. Analystin Cora McCallum begründete die Zielkorrektur mit dem gestiegenen Aktienkurs der Konzerntochter FMC. Der Gesundheitskonzern überzeuge mit einer soliden Bilanz, sei in einem wirtschaftlich starken Land angesiedelt und biete defensives Wachstum.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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46,06
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-1,44%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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142,54
Differenz relativ
-0,66%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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70,74
Differenz relativ
-1,35%

Rekordjahr für Daimler
Daimler hat im vergangenen Jahr so viele Wagen abgesetzt wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Dax-Konzern verkaufte von Januar bis Dezember exakt 1 362 908 Fahrzeuge der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach. Gegenüber dem Vorjahr 2010 ergibt sich ein Plus von 7,7 Prozent. Alle drei Autobauer legten im Dax dank starker Absatzzahlen zu.

Technik spricht für Kuka
Deutlich fester als der MDax präsentierten sich die Titel des Anlagenbauers Kuka. Händler verwiesen vor allem auf technische Faktoren, nachrichtlich gebe es nichts Neues. Ein technisch orientierter Anleger sagte mit Blick auf den Chart: "Die Aktie ist nach mehreren erfolglosen Anläufen nun über den horizontalen Widerstand bei 15,15 Euro gesprungen und hat damit ein Kaufsignal gegeben." Das Tageshoch bei 15,50 Euro war der höchste Stand seit dem 16. August.

Weniger BC-Partners bei Brenntag
Die Aktie des Chemikalienhändlers Brenntag litt unter einer Verkaufsaktion durch den Großaktionär BC Partners. Dieser hat Aktien im Volumen von 315 Millionen Euro platziert. Der Preis lag bei 70 Euro je Anteilsschein. Die Beteiligung der britischen Private-Equity-Firma und ihrer Co-Investoren Bain Capital und Goldman Sachs an Brenntag sinkt mit dem Schritt um 8,7 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent.

Gagfah vor Rechtsstreit mit Dresden
Die Gagfah-Aktie bildete das Schlusslicht im MDax. Die Verunsicherung bei den Anlegern ist groß, denn im milliardenschweren Rechtsstreit mit der Stadt Dresden ist der Versuch einer gütlichen Einigung im Mediationsverfahren gescheitert. Die Stadt hat den Konzern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln auf eine Vertragsstrafe von mehr als einer Milliarde Euro verklagt. Gagfah wies die Vorwürfe, die im Frühjahr vergangenen Jahres bekannt wurden, wiederholt zurück und konterte mit einer Gegenklage.

Berg- und Talfahrt der Praktiker-Aktie
Die jüngst in den SDax abgestiegenen Aktien von Praktiker schlossen fast zweistellig, nachdem sie zunächst im Minus gelegen hatten. Dabei hält der Abwärtstrend bei der angeschlagenen Baumarktkette an: Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um fast acht Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro zurück. Ein Analyst reagierte eher positiv: "Das Deutschland-Geschäft hat sich besser entwickelt als befürchtet."

Frohes Fest für Ludwig Beck
Ein gutes Weihnachtsgeschäft hat beim Münchner Traditionskaufhaus Ludwig Beck am Rathauseck für ein Rekordjahr gesorgt. Das Ergebnis vor Steuern liege 2011 nach vorläufigen Zahlen bei rund elf Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Beck, das mehrheitlich der fränkischen Warenhausdynastie Wöhrl gehört, vor Steuern noch knapp zehn Millionen Euro verdient. Der Bruttoumsatz sei 2011 auf vergleichbarer Basis um knapp zwei Prozent auf 103,3 Millionen Euro gestiegen. Die Aktie legt zu.

Gewinnwarnung bei Eli Lilly
Das Patent-Aus für sein Top-Medikament macht dem amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly schwer zu schaffen. Das Unternehmen stellte für 2012 einen herben Gewinnrückgang in Aussicht. Dabei soll das Minus sogar stärker ausfallen als von Analysten zuletzt ohnehin erwartet wurde. Lilly-Chef John Lechleiter rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 3,10 bis 3,20 Dollar. Analysten hatten dagegen zuletzt 3,61 Dollar je Aktie erwartet.

Monsanto-Zahlen überzeugen
Der weltgrößte Agrar- und Biotechnikkonzern Monsanto profitiert im ersten Quartal von der anhaltend hohen Nachfrage nach Lebensmitteln. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 2,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich von 9 Millionen auf 126 Millionen Dollar. "Wir sind gut ins Jahr gestartet", sagte Firmenchef Hugh Grant. Er zeigte sich auch fürs Gesamtjahr zuversichtlicher. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Der Euro fällt tief
Die Gemeinschaftswährung rutschte unter die Marke von 1,28 Dollar und notierte so tief wie seit September 2010 nicht mehr. "Es besteht die Sorge, dass sich die Länder der Euro-Zone am Kapitalmarkt nicht zu annehmbaren Konditionen langfristig refinanzieren können", kommentierte DZ-Bank-Analystin Sandra Striffer. Händlern zufolge kauften auch einige Anleger angesichts der Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen die als sicher geltenden Dollar und Yen.

Tagestermine am Montag, 10. Dezember

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Japan: BIP Q3, zweite Schätzung, 00:50 Uhr
Deutschland: Außenhandel im Oktober, 08:00 Uhr
Italien: Industrieproduktion, Oktober, 11:00 Uhr
Deutschland: Sentix Konjunkturindex, Dezember, 10:30 Uhr
Großbritannien:Industrieproduktion, Oktober, 10:30 Uhr