Marktbericht 20:05 Uhr

Dax nimmt 10.000 Punkte ins Visier Die Kurse steigen immer weiter

Stand: 26.11.2014, 20:05 Uhr

Immer mehr rückt die magische Marke von 10.000 Punkten und damit das Jahreshoch vom Sommer ins Blickfeld der Anleger. Aktien bleiben bei den Investoren weiter gefragt, keiner will den fahrenden Zug verpassen. Beste Aussichten für eine Fortsetzung der Rally am Aktienmarkt.

Bis auf 9.942 Punkte war es schon bergauf gegangen, am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 9.915 Zählern, ein Tagesgewinn von 0,55 Prozent. Die psychologische Marke von 10.000 Punkten bleibt damit weiter nur einen Wimpernschlag entfernt. Das Rekordhoch hatte im Juni bei 10.050 Punkten gelegen. "Die Jahresendrally ist in vollem Gange", sagte ein Börsianer.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.721,67
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-0,47%

Nachdem der Dax lange eher lustlos tendierte und dabei zwischenzeitlich auch deutlicher unter die Marke von 9.900 Punkten gefallen war, gab es am Nachmittag dann doch noch Kaufinteresse. Seit Mitte Oktober hat der Aktienmarkt damit fast 20 Prozent zugelegt, seit Monatsbeginn allein 5,7 Prozent. Eine beeindruckende Statistik. Im Späthandel tat sich nicht mehr viel, der L/E-Dax ging bei 9.918 Punkten fast unverändert zum Xetra-Schluss aus dem Handel.

Wall Street tritt auf der Stelle

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.798,42
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+2,17%

Trotz einer wahren Flut von Konjunkturdaten geht es an der New Yorker Börse vor dem morgigen Thanksgiving-Feiertag ruhig zu. Der Dow-Jones-Leitindex tendiert aktuell wenig verändert, auch beim S&P-500-Index und an der Nasdaq gibt es keine größeren Ausschläge. Vor dem von vielen Marktteilnehmern traditionell zum Kurzurlaub genutzten langen "Truthahn-Wochenende" halten sich die Akteure zurück.

Robuste US-Konjunktur

Die zahlreichen Konjunkturdaten, die feiertagsbedingt teilweise auf heute vorgezogen wurden, bestätigen zwar das insgesamt robuste Bild der amerikanischen Wirtschaft, von Euphorie kann aber keine Rede sein.

Die Daten fielen überwiegend leicht schwächer als erwartet aus. So die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten mit 313.000 Neuanträgen, die Auftragseingänge langlebiger Güter und die Konsumausgaben im Oktober oder der an der Börse traditionell vielbeachtete Chicagoer Einkaufsmanagerindex (für den November). Das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan für den November fiel mit 88,8 Punkten zwar ebenfalls leicht schwächer aus als erwartet, liegt aber absolut auf dem höchsten Niveau seit 2007.

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.809,92
Differenz relativ
+2,15%

"Die Auftragszahlen sind per saldo als robust einzustufen und stellen das positive Wachstumsszenario grundsätzlich nicht in Frage. Dies gilt auch bezüglich der Konsumtätigkeit. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind zwar stärker gestiegen als erwartet, das Niveau ist aber weiterhin sehr niedrig", kommentierte Marktanalyst Johannes Jander von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Euro im Aufwind

Die Gemeinschaftswährung hat nach den US-Zahlen ihre Gewinne ausgebaut und ist mittlerweile über die Marke von 1,25 Dollar gestiegen. Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung der Fed haben die Daten nicht geschürt, was den Dollar drückt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2475 (Dienstag: 1,2424) Dollar fest.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1572
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-0,01%

Mittelfristig sieht es für die Gemeinschaftswährung aber nicht so gut aus. EZB-Vizepräsident Vitor Constancio hat auf einem Bankenkongress in London Ankäufe von Staatsanleihen im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Man werde prüfen, ob die bisherigen Maßnahmen der Bank ausreichten, um die Bilanz wie gewünscht weiter auszudehnen. Kritiker werfen der EZB mit dem Aufkauf eine versteckte Staatsfinanzierung vor, vorbei an den nationalen Parlamenten. Damit würde die Bank ihr Mandat überschreiten.

Der Rentenmarkt tendierte nach den Konjunkturzahlen aus den USA freundlich. Der Bund-Future legte 17 Ticks zu auf 152,49 Prozent, die zehnjährige Rendite für Bundesanleihen lag bei 0,73 Prozent.

Ölpreis bleibt unter Druck

Im Vorfeld der Opec-Konferenz am Donnerstag bleibt der Preis für das schwarze Gold auf niedrigem Niveau. Es geht bei dem Zusammentreffen darum, ob das Ölkartell beschließen wird, seine Fördermengen zu kürzen. Damit soll der zuletzt stark gefallene Preis wieder stabilisiert werden. Viele Kartellmitglieder, wie etwa Venezuela oder der Iran, aber auch Nichtmitglied Russland, leiden erheblich unter der Preisschwäche, denn die Ölerlöse sind in der Regel der größte Einnahmeposten im Haushalt.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
81,17
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-0,49%

Eine Schlüsselrolle fällt dabei Saudi-Arabien zu, dem größten Produzenten. Es mehren sich aber die Hinweise, dass die Saudis keine Förderkürzung beschließen wollen. Im Tief sank der Preis für die Nordseesorte Brent heute um bis zu 1,3 Prozent auf 77,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Aktuell hat er sich wieder etwas erholt. Im Sommer lag der Preis noch bei 113 Dollar je Barrel.

Aufstand der Verlierer

Zu den größten Dax-Gewinnen gehörte die RWE-Aktie. Ein Zeitungsbericht, wonach eine Senkung der Dividende geplant sei, basiere auf überholten Dokumenten, zitierten die Analysten von Bernstein aus der Präsentation des RWE-Chefs. Mit Branchenkollege Eon und Lanxess standen zwei weitere Aktien an der Spitze, die ihren Besitzern zuletzt wenig Freude bereitet hatten. Nachholpotenzial bescheinigen Händler auch der Deutsche-Bank-Aktie, die ebenfalls zulegte.

Deutsche Telekom bleibt im Gespräch

Hingegen konstant nach oben entwickelte sich mal wieder die Telekom-Aktie. Das Papier, das seit Mitte Oktober rund 30 Prozent zugelegt hat, markierte ein neues Sechs-Jahres-Hoch. Die Bonner verhandeln derzeit über einen Verkauf ihres britischen Mobilfunkablegers EE mit British Telecom (BT). Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium und es sei nicht sicher, dass es zu einer Transaktion kommen werde, so die Telekom.

BASF in Investitionslaune

Der Welt größter Chemiekonzern will in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 500 Millionen Euro in die Produktion von Superabsorbern stecken. Dies sind extrem saugfähige Kunststoffe, die das Zigfache ihres Eigengewichts an Flüssigkeit speichern können. Aus ihnen werden beispielsweise Windeln hergestellt.

Gleichzeitig muss sich BASF zusammen mit drei Banken in Amerika mit einer Klage wegen angeblicher Manipulationen von Rohstoffpreisen auseinandersetzen. Kläger ist eine Firma aus Florida, die angeblich seit 2007 zu viel bezahlt hat.

Stühlerücken im Stoxx Europe 600

Im MDax richten sich die Augen auf Sky Deutschland. Der Medienkonzern muss seinen Platz im Stoxx Europe 600 räumen, wie Dienstagabend nach Börsenschluss bekannt wurde. Zu den Aufsteigern gehören Dialog Semiconductor, BB Biotech und Deutsche Annington. Die Änderungen werden zum 22. Dezember umgesetzt.

KWS Saat dreht ins Minus

KWS Saat konnte dagegen nur kurzfristig von der Vorlage der Quartalsbilanz profitieren, danach drehte die Aktie ins Minus. Das Saatzuchtunternehmen ist mit einem Umsatzwachstum von 7,8 Prozent auf 105,3 Millionen Euro in das neue Geschäftsjahr 2014/15 gestartet. Unterm Strich weitete sich der Verlust von 13,5 auf 17,6 Milionen Euro aus.

Nordex-Auftrag aus Amerika

Der Windkraftanlagenbauer aus dem TecDax erhält einen Auftrag für einen Windpark im Bundesstaat Nord Dakota. Nordex liefert 43 Turbinen mit einer Kapazität von 107 Megawatt. Der Auftragswert liegt bei rund 100 Millionen Euro. Baubeginn ist nächsten Sommer, am Netz soll der Park dann Ende des Jahres sein. Nordex übernimmt auch für fünf Jahre die Wartung. Die Aktie gehörte im TecDax zu den größten Gewinnern.

CTS Eventim mit guter Performance

Die Aktie des Ticket-Vermarkters gehörte im SDax nach den Neun-Monats-Zahlen zu den größten Gewinnern. Zwar wurden wegen der Fußball-WM in Brasilien im dritten Quarrtal weniger Veranstaltungen angeboten, bedingt durch Zukäufe und organisches Wachstum stieg der Umsatz jedoch um 5,7 Prozent auf 469 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (Ebitda) stieg um 5,2 Prozent auf 90 Millionen Euro. Die DZ-Bank sprach von soliden Zahlen.

Deutsche Fortfait-Aktie kommt unter die Räder

Der Forderungsfinanzierer aus dem Prime Standard hat im Rahmen seines Restrukturierungskonzeptes eine ganze Reihe von Kapitalmaßnahmen bekannt gegeben. Untere anderem soll das Kapital erhöht werden, es gibt ein Angebot an die Anleiheinvestoren, ihre Papiere gegen Aktien einzutauschen, zudem soll der Nominalzins der Anleihe auf zwei Prozent gesenkt werden. Das Konzept muss von den Gläubigern noch abgesegnet werden. Gleichzeitig wurde der Jahresabschluss für 2013 nach unten korrigiert. Die Aktie kam dramatisch unter Druck und verlor prozentual zweistellig.

Schaltbau: Verluste und kein Ende in Sicht

Unterdessen setzte die Schaltbau-Aktie ihren Abstieg fort und war schwächster SDax-Wert. Seit der Gewinnwarnung am Wochenende – die BaFin ist alarmiert – hat der Titel rund 18 Prozent seines Wertes verloren. Mit dem Rutsch unter das Oktober-Tief sendet der Titel ein technisches Verkaufssignal.

Zalando-Hausse

Zalando: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
34,24
Differenz relativ
+1,66%

Jenseits der großen Indizes sorgte Zalando mit seinen Zahlen zum dritten Quartal für Begeisterung, die Aktie haussierte um 15,8 Prozent. Der Online-Modehändler hat seinen Verlust deutlich verringert von 52,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,5 Millionen Euro. Der Konzern rechnet nun damit, das Geschäftsjahr 2014 mit einem leicht positiven bereinigten Betriebsergebnis abzuschließen.

Umbau bei Samsung

Südkoreas größter Mischkonzern Samsung trennt sich im Zuge des Konzerumbaus von vielen Unternehmensteilen. Samsung ist nicht nur einer der weltweiten Marktführer für Elektronikgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs, sondern hat auch zahlreiche andere industrielle Aktivitäten unter seinem Dach. Die Gruppe lässt fünf Töchter - darunter den börsennotierten Eletronikhersteller Samsung Electronics - Anteile für rund 1,9 Billionen Won (1,4 Millarden Euro) an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha Group verkaufen, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Apple-Mania erreicht neuen Höhepunkt

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
192,80
Differenz relativ
+1,10%

Unter den ausländischen Titeln lohnt einmal mehr ein Blick auf die Apple-Aktie: Als erstes US-Unternehmen überhaupt war der Technologiekonzern am Dienstag vorübergehend über 700 Milliarden Dollar wert. Seit Jahresbeginn hat der Kurs der Apple-Aktie um fast 50 Prozent zugelegt, aktuell steht sie an der Nasdaq knapp ein Prozent höher.

Rückschlag für Hewlett-Packard

Auch Hewlett Packard-Papiere steigen in New York, obwohl der PC-Hersteller am Vortag nach Börsenschluss für Ernüchterung gesorgt hatte. Im abgelaufenen Quartal gab es in fast allen Geschäftsbereichen Einbußen. Der Nettogewinn ging um sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zurück. Firmenchefin Meg Whitman, die einen radikalen Umbau für nächstes Jahr plant, gerät damit wieder stärker unter Druck.

Thomas Cook: Aktie bricht ein

Die Aktien von Thomas Cook stürzten nach einem überraschend angekündigten Chefwechsel um fast 18 Prozent ab. Der bisherige Leiter des Tagesgeschäfts, Peter Fankhauser, übernimmt mit sofortiger Wirkung die Unternehmensführung von Harriet Green, wie der Reiseveranstalter bei der Vorlage der Jahreszahlen mitteilte. Green hatte zuvor ein umfangreiches Umbauprogramm beim defizitären Reisenabieter auf den Weg gebracht.

SBO krallt sich Ölfelddienstleister

Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann hat die lange angekündigte Ausweitung seiner Geschäftsaktivitäten in Angriff genommen. In einem ersten Schritt übernehmen die Österreicher 67 Prozent des kanadischen Ölfelddienstleisters Resource Well Completion Technologies mit einem erwarteten Jahresumsatz von knapp 29 Millionen Euro. Der Kaufpreis beträgt bis zu 63 Millionen Euro.

Twitter, Justin Bieber und ein zwitscherfreudiger CFO

Laut Medienberichten will Twitter das auf Selfies spezialisierte Foto-Start-up Shots kaufen, zu dessen Investoren Justin Bieber gehört. Twitter-Finanzchef Anthony Noto hatte Spekulationen über mögliche Zukäufe ausgelöst, nachdem er aus Versehen öffentlich einen Tweet sendete, in dem er sich für die Übernahme einer nicht näher genannten Firma aussprach.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Mittwoch, 17. Oktober

Unternehmen:
ASML: Q3-Zahlen, 7:00 Uhr
Roche: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Zooplus: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Danone: Q3-Umsatz, 07:30 Uhr
Abbott: Q3-Zahlen, 13:45 Uhr
US Bancorp: Q3-Zahlen, 14:00 Uhr
Carrefour: Q3-Umsätze, 17:45 Uhr
Alcoa: Q3-Zahlen, 22:10 Uhr

Konjunktur:
Acea-Kfz-Neuzulassungen 09/18, 08:00 Uhr
EU: Verbraucherpreise 09/18, 11:00 Uhr
USA: Baubeginne- und genehmigungen, 09/18, 14:30 Uhr
USA: Ölbericht (Woche), 16:30 Uhr
USA: FOMC-Sitzungsprotopoll 26.9., 20:00 Uhr