Die Hoffnung ist wieder da

Stand: 17.11.2010, 20:01 Uhr

Nach dem raschen Kursverlust am Dienstag erholten sich die Börsen am Mittwoch wieder. Der Dax legte immerhin ein halbes Prozent zu, die Anleger scheinen die Krisennachrichten aus Irland und China vergessen zu haben. Nachrichten aus Amerika trugen nicht zur Begeisterung bei.

Die Konjunkturzahlen aus den USA erfüllten am Mittwoch nur halbwegs die Erwartungen. Die Teuerungsrate im Oktober fiel mit 0,6 Prozent schwächer aus als erwartet, die Daten von Immobilienmarkt waren aber durchweg enttäuschend. Die Kurse an der Wall Street kamen deshalb am Mittwoch nicht in Gang, der Dow Jones notierte bei Beendigung des Parketthandels in Frankfurt minimal im Plus.

In Deutschland hingegen machte sich am Mittwoch wieder Hoffnung breit. Dies lag zum einen daran, dass Investoren offenbar beginnen, die beginnende Straffung der Geldpolitik in China als gutes Zeichen zu sehen. "Dies wird wohl eher als Maßnahme verstanden, Blasen zugunsten nachhaltiger Aufwärtsbewegungen zu verhindern", sagte Robert Halver von der Baader Bank. Auch die Irlandkrise wurde am Mittwoch erheblich entschärft. Man werde nun doch möglicherweise Hilfen durch den Euro-Schutzschirm in Anspruch nehmen, sagte Ministerpräsident Brian Cowen. Eine konkrete Anfrage aus Dublin gibt es bisher aber noch nicht.

Nach der Bilanzsaison, die für den Dax am Dienstag mit den Quartalszahlen von Infineon zu Ende ging, beginnt nun eine eher nachrichtenarme Zeit. Verschiedene Kursbewegungen im Dax wurden durch schlichte Neubewertungen ausgelöst. Um 1,4 Prozent verbesserte sich die Infineon-Aktie. Die gute Bilanz und die Ankündigung einer Dividende brachten mehrere Analysten dazu, sich am Mittwoch freundlich zur Aktie zu äußern.

Auch das Papier des Baustoffkonzerns HeidelbergCement profitierte am Mittwoch von einer Analystenempfehlung. Die Fachleute von Goldman Sachs hatten Aktien des Dax-Konzerns zum Kauf empfohlen. Im TecDax legte die Aktie des Elektronikkonzerns Dialog Semiconductor 4,9 Prozent zu, nachdem die Commerzbank sich freundlich äußerte und solides Wachstum erwartet.

Smartrac wird durch Stratec ersetzt
Bereits am Freitag zieht das Medizintechnikunternehmen Stratec in den TecDax ein. Die Firma ersetzt den Funkchiphersteller Smartrac. Der schnelle Wechsel wurde erforderlich, weil Smartrac von dem Finanzinvestor One Equity Partner übernommen wird.

Dirk Roßmann kauft bei DBAG zu
Im SDax war die Aktie der Beteiligungsgesellschaft DBAG gefragt. Der Großaktionär Dirk Roßmann, Besitzer der gleichnamigen Drogeriekette, hat seinen Anteil bei DBAG aufgestockt. Investoren gehen jetzt davon aus, dass Roßmann weiter Anteile erwerben könnte.

CTS legt leicht zu, Highlight wächst stark
Der Ticketvermarkter CTS Eventim aus dem SDax hat die ersten neun Monate des Jahres mit einem nur minimal gesteigerten Ergebnis abgeschlossen. Das Ebit stieg, belastet von Übernahmekosten, um 0,4 Prozent auf 44,2 Millionen Euro. Der Umsatz entwickelte sich mit einem Plus von 13 Prozent deutlich besser. Der Medienkonzern Highlight Communications verbesserte in den ersten neun Monaten sein Ergebnis um ein Drittel auf 26,8 Millionen Franken. Die Firma bestätigte ihre Prognose für 2010.

Bilanzen kleinerer Firmen
Außerhalb der großen Indizes (und außerhalb des großen Interesses) legten die beiden Softwareunternehmen Magix und Compugroup ihre Zahlen vor. Magix, Hersteller von Telespielen, steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um sieben Prozent, das Ebit kletterte um 87 Prozent. Das laufende Geschäftsjahr soll noch besser werden. Compugroup meldete für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg um ebenfalls sieben Prozent, der Nettogewinn legte um acht Prozent zu. Der Ärztesoftwarehersteller bestätigte seine Ziele für 2010.

IQ Power verringert Verluste
Der Batteriehersteller IQ Power gab am Abend seine Neunmonatsbilanz bekannt. Der Umsatz sei auf 5,8 Millionen Euro gestiegen, teilte die Firma mit. Der Nettoverlust schrumpfte auf 4,2 Millionen Euro, für das vierte verbleibende Quartal erwartet IQ Power weiteres Umsatzwachstum.

GM stockt IPO-Volumen auf
Der amerikanische Autokonzern General Motors will bei seinem Börsengang mehr Aktien ausgeben als bisher geplant. Bisher wollte die Gesellschaft 365 Millionen Stammaktien verkaufen, jetzt sollen es 478 Millionen werden, die zu einem Preis von 32 bis 33 Dollar angeboten werden. Erst am Dienstag hatte GM den geplanten Ausgabepreis angehoben.

Roche entlässt, Glaxo im Glück
An den europäischen Börsen sorgen Meldungen der Pharmakonzerne Roche und Glaxo Smith Kline für Kursbewegungen. Die Glaxo-Aktie legte zwei Prozent zu, weil sich ein Gutachterausschuss der amerikanischen Gesundheitsbehörde für ein Medikament gegen eine Autoimmunkrankheit ausgesprochen hat. Und Roche sorgte für Gesprächsstoff, weil der Konzern angekündigt hatte, sich von fast 5.000 Mitarbeitern trennen zu wollen, um Milliarden einsparen zu können.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Freitag, 17. August

Unternehmen:

Grand City Properties: Q2-Zahlen, 7:00 Uhr
Volkswagen: Absatz 07/18
Maersk: Halbjahreszahlen
Schindler: Halbjahreszahlen, 6:30 Uhr

Konjunktur
Deutschland: Verarbeitendes Gewerbe 06/18, 8 Uhr
EU: Verbraucherpreise 07/08 endgültig, 11:00 Uhr
USA: Frühindikatoren 07/18, 16 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 08/18 vorläufig, 16 Uhr