Marktbericht 20:20 Uhr

Marktbericht neutral

Dax in enger Bandbreite Die Fed ist am Zug

Stand: 16.09.2020, 20:20 Uhr

Erwartungsgemäß hat die US-Notenbank am Abend ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Der Markt blickt jetzt mit Spannung auf weitere Erklärungen. Die heimischen Anleger hatten zuvor ihr Pulver trocken gehalten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vor dem Hintergrund des anstehenden US-Zinsentscheids verwundert es nicht, dass der deutsche Leitindex heute lange Zeit auf der Stelle trat. Gegen Handelsschluss gab es dann aber doch noch eine leichte Aufwärtsbewegung, so dass der Index bei 13.255 Punkten aus dem Handel ging, ein Tagesgewinn von 0,3 Prozent.

Lediglich am Vormittag hatten sich die Bullen noch etwas weiter vorgewagt, der Index konnte das Niveau aber nicht halten. Die Anleger wollten sich nicht aus dem Fenster lehnen, ehe die Fed die Karten womöglich neu mischt, was aber nicht ungewöhnlich ist vor wichtigen geldpolitischen Terminen.

Nullzinsen bleiben bis zur Vollbeschäftigung

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: picture alliance / newscom

Am Abend betonte die Notenbank in ihrem Statement, was bereits als ausgemachte Sache gilt. In den USA bleiben die Nullzinsen so lange, bis am Arbeitsmarkt wieder Vollbeschäftigung erreicht sei. Weiterhin betrachtet die Notenbank vor allem die Gesundheitskrise als größte Herausforderung für den wirtschaftlichen Ausblick. Entsprechend hatte sich die Bank auch schon bei der vorherigen Sitzung Ende Juli geäußert. Bankchef Jerome Powell wird am Abend in einer Pressekonferenz weitere Erklärungen geben, auf die die Märkte warten.

Denn vom Vorgehen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve hängt viel ab. Mit einer Änderung der Leitzinsspanne von 0,0 bis 0,25 Prozents rechnete zwar niemand, wohl aber mit weiteren Erläuterungen der Fed zu ihrer zukünftig pragmatischeren Inflationssteuerung.

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Börse 20.00 Uhr: Das war der Tag

Im Ergebnis könnte dies zu einer anhaltenden Liquiditätsschwemme führen, was bekanntlich die Börsenkurse antreibt. Dies zumindest so lange, wie der Arbeitsmarkt durch die Corona-Krise weiter belastet bleibt. In diesem Zusammenhang wird auch dem wirtschaftlichen Ausblick der Fed besondere Bedeutung beigemessen werden.

Konkrete Schritte werde Fed-Chef Jerome Powell wohl nicht verkünden, prognostizierte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Impulse könnten seine Aussagen aber dennoch liefern. "Die Anleger wollen wissen, was der jüngste Strategieschwenk der Fed zu bedeuten hat."

Fresenius an der Dax-Spitze

Tagessieger im Dax war heute das Papier des Gesundheitskonzerns Fresenius, auch Adidas legten trotz einer Verkaufsempfehlung der DZ Bank weiter zu. Das Papier des Herzogenauracher Sportausrüsters war schon zuletzt gut gelaufen.

"Die zu erwartenden Nachholeffekte im Geschäftsjahr 2021 - nach den erfolgten Umsatz- und Ergebniseinbußen im laufenden Jahr infolge der Coronavirus-Pandemie - sind auf dem jetzt erreichen Kursniveau nach unserer Einschätzung mehr als hinreichend antizipiert", schrieb Analyst Herbert Sturm in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Essenslieferant Delivery Hero und Börsenbetreiber Deutsche Börse zierten das Ende des Auswahlindex. Einen großen Aufreger aus der zweiten Reihe gab es aber trotz des insgesamt lahmen Handelstages.

Attacke gegen Grenke - BaFin ermittelt

Grenke : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktien von Grenke Leasing kamen am Mittwoch schwer unter die Räder. Das MDax-Papier verlor dramatische 40 Prozent, nachdem es gestern schon um 19 Prozent abgesackt waren. Grund ist eine Leerverkaufs-Attacke des berüchtigten Shortsellers Viceroy. Dieser wirft der Firma unter anderem Geldwäsche vor. Grenke wies die Vorwürfe vehement zurück. Die Finanzaufsicht BaFin und die Bilanzkontrolleure der DPR schauen sich die Vorgänge bei Grenke genauer an. Viceroy gehört dem für umstrittene Börsengeschäfte bekannten Investor Fraser Perring, der in den vergangenen Jahren mit kritischen Analysen zu Wirecard, ProSiebenSat.1 oder Steinhoff für Aufsehen gesorgt hatte.  | mehr

Wall Street kommt in die Gänge, Snowflake-IPO geht durch die Decke

In New York reagiert der Markt derzeit mit leichten Kusrgewinnen auf die ersten Statements der Fed. Der Leitindex Dow Jones, der sich bisher besser hält als die Technologiebörse Nasdaq, legt rund 1,0 Prozent zu und steht damit am Tageshoch.

Gestützt wird der Markt durch gute Ergebnisse des Logistikers FedEx, des Software-Unternehmens Adobe sowie dem gelungenen Börsengang der Cloud-Plattform Snowflake. Mit einem Volumen von 3,36 Milliarden Dollar ist es der bisher größte IPO in diesem Jahr. Der erste Kurs lag bei 245 Dollar, der Ausgabepreis bei 120 Dollar.

Über allem steht aber auch an der Weltleitbörse nun mal die Notenbank Federal Reserve. Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit auf Signale zu einer möglichen weiteren Lockerung der Geldpolitik, sagte Analyst Tapas Strickland von der National Australia Bank. "Am Markt herrscht die Einschätzung, dass der US-Kongress unwillig oder unfähig ist, sich auf neue Konjunkturhilfen zu einigen und dass die Notenbank diese Lücke füllen muss."

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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Euro-Gewinne bröckeln

Der Euro gerät im Nachmittagshandel unter Druck und fällt bei Redaktionsschluss zurück bis auf 1,1837 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1869 (Dienstag: 1,1892) US-Dollar fest.

Starke Impulse durch Konjunkturdaten blieben im Vormittagshandel aus. Am Nachmittag nahmen die Märkte zunächst US-amerikanische Konjunkturdaten in den Blick. Die Umsatzdaten aus dem Einzelhandel, die wegen der hohen Bedeutung des privaten Verbrauchs für die US-Wirtschaft stets Beachtung finden, lagen ohne Autos im August im Vergleich zum Vormonat 0,7 Prozent höher. Erwartet worden war mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent mehr.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Ein Grund für die geringere Ausgabenfreude dürfte sein, dass Ende Juli für Millionen Amerikaner die wöchentliche Arbeitslosenunterstützung in Höhe von 600 Dollar auslief. Diese wurde auf 300 Dollar halbiert, war aber nicht in allen Bundesstaaten erhältlich. "Die zweite Coronawelle hatte die Erholung der US-Wirtschaft gedämpft", machte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf einen weiteren Bremsfaktor aus.

OECD ist für Deutschland zuversichtlicher

B5-Moderator Stephan Lina
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B5 Börse 13.40 Uhr: IWH erwartet BIP-Minus von 5,7 Prozent

Fundamental wurde der Euro durch etwas optimistischere Konjunkturszenarien der OECD und des IWH-Wirtschaftsinstituts gestützt. Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch fällt nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation in Europa und in den USA weniger dramatisch aus als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas dürfte sogar um 1,8 Prozent wachsen. Die deutsche Wirtschaft kommt nach Prognose der OECD vergleichsweise gut durch die Corona-Krise. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 5,4 Prozent einbrechen.

Auch nach Ansicht des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die deutsche Wirtschaft einen erheblichen Teil des schweren Corona-Einbruchs vom Frühjahr wettgemacht. Erwartet wird für 2020 ein Minus von 5,7 Prozent und damit genau so viel, wie bei der Finanzkrise 2009. Kommendes Jahr sei mit einer teilweisen Erholung um 3,2 Prozent zu rechnen.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise knüpfen am Mittwoch an ihre Vortagesgewinne an. Zuletzt wurden die Ölpreise durch mehrere Entwicklungen gestützt. Zum einen fielen Konjunkturdaten aus China und den USA überwiegend positiv aus, was Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung weckte. Dies käme auch der Rohölnachfrage zugute. Hinzu kam der etwas schwächere US-Dollar, der die Nachfrage aus Länder außerhalb des Dollarraums antrieb.

Unterstützung kam zudem von neuen Lagerdaten aus den USA. Am Mittwochnachmittag gab das US-Energieministerium seine Daten bekannt. Danach sanken die Rohölbestände im Wochenvergleich um 4,4 Millionen Barrel, erwartet worden war ein Aufbau von 2,1 Millionen Barrel. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend einen deutlichen Rückgang der landesweiten Erdölvorräte gemeldet.

Commerzbank-Experte Eugen Weinberg verweist zudem auf einen neuen Hurrikan, der gerade im Golf von Mexiko wüte. Hurrikan "Sally" werde zwar voraussichtlich die meiste Ölinfrastruktur verschonen. Dennoch sei in der Golfregion ein Teil der Produktion geschlossen worden.

Der Goldpreis steigt leicht auf 1.959 Dollar je Feinunze.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Heidelbergcement wird wieder mutiger

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement legt die Latte bei Klimaschutz und Profitabilität höher. Das Ziel zur Reduktion von CO2-Emissionen bei der Baustoff-Herstellung um 30 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 1990 werde um fünf Jahre auf 2025 vorgezogen, hieß es am am Mittwoch auf dem Kapitalmarkttag des Dax-Konzerns.

Bis 2050 will HeidelCement zudem CO2-neutralen Beton anbieten. Der neue Vorstandschef Dominik von Achten nimmt sich auch ein neues Renditeziel vor. Bis 2025 soll die operative Rendite vor Abschreibungen um 300 Basispunkte auf 22 Prozent steigen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) werde dann klar über acht Prozent liegen.

Mit Blick auf das laufende Jahr erklärte der Vorstandschef, der Konzern sei dank Einsparungen und stabiler Preise sehr gut ins dritte Quartal gestartet. "Unser Ergebnis im Juli und August lag deutlich über den jeweiligen Vorjahresmonaten", sagte von Achten. Die Aktie legt im Dax zu.

Steigt VW bei Sixt ein?

Volkswagen will sich einem Magazinbericht zufolge an dem Autovermieter Sixt beteiligen. Der Wolfsburger Autobauer plane mit einem Anteil von 15 Prozent, wohl gesplittet in Stamm- und Vorzugsaktien, berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des Konzerns. Sixt plane eine Kapitalerhöhung. Volkswagen lehnte einen Kommentar ab. "Wir äußern uns nicht zu Spekulationen", sagte ein Sprecher. Sixt-Papiere legen nach der Meldung zu.  | mehr

Delivery Hero: Zukauf in Lateinamerika

Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der in Berlin ansässige Essenslieferdienst erwirbt sämtliche lateinamerikanische Geschäftstätigkeiten von dem auf On-Demand-Lieferungen spezialisierten Start-Up-Unternehmen Glovo. Der Gesamtkaufpreis könne einschließlich einer leistungsabhängigen Komponente bis zu 230 Millionen Euro betragen, teilte Delivery Hero am Mittwoch mit. Ein Abschluss der Transaktion werde innerhalb der nächsten Wochen erwartet.

Die Transaktion beinhalte alle lateinamerikanischen Länder, in denen Glovo tätig sei. Dazu zählten Argentinien, Peru, Ecuador, Panama, Costa Rica, Honduras, Guatemala und die Dominikanische Republik. Delivery Hero ist bereits in Argentinien, Panama und der Dominikanischen Republik vertreten. Mit der Übernahme von Glovos Geschäftstätigkeiten erweitere Delivery Hero seine Präsenz in Lateinamerika um fünf neue Länder.

Delivery Hero stellt ein

Delivery Hero: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Essenslieferdienst Delivery Hero, seit drei Wochen im Deutschen Aktienindex vertreten, plant in seiner Konzernzentrale in Berlin einen deutlichen Mitarbeiteraufbau. "Berlin ist ein guter Platz für uns, hier bekommen wir viele hervorragende Talente, das ist wichtig. Wir haben rund 2.000 Mitarbeiter in Berlin, bis Ende kommenden Jahres werden es etwa 3.000 sein", sagte der Vorstandsvorsitzende von Delivery Hero, Niklas Östberg, der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe). Die Firma mit Sitz in der deutschen Hauptstadt ist weltweit in mehr als 40 Ländern tätig und hat insgesamt rund 25.000 Mitarbeiter.

Merck legt Übernahme-Pause ein

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGAA will nach den milliardenschweren Zukäufen im Halbleitergeschäft zunächst eine Pause einlegen. Bis 2022 liege der Fokus auf organischem Wachstum bei gleichzeitig "zügigem Schuldenabbau", teilte der Dax-Konzern am Mittwoch anlässlich seines Kapitalmarkttags in Darmstadt mit. Ab dem Jahr 2022 seien zwar größere Zukäufe nicht ausgeschlossen, "aber angesichts unseres starken Geschäftsportfolios ist es derzeit wahrscheinlicher, dass wir unsere Geschäfte dann eher gezielt durch vermehrte kleinere bis mittelgroße Übernahmen ergänzen", erklärte Konzernchef Stefan Oschmann.

Comdirect-Chefin wirft hin

Die Online-Bank Comdirect steht bald wieder führungslos da. Die bisherige Chefin der Commerzbank-Tochter, Frauke Hegemann, hat gekündigt. Die 44-Jährige werde "das Unternehmen nach der Verschmelzung auf die Commerzbank verlassen und eine neue berufliche Herausforderung annehmen", teilte Comdirect mit. Hegemann sollte im Zuge der Integration der Comdirect in den Frankfurter Mutterkonzern eigentlich Bereichsvorständin bei der Commerzbank werden. Hegemann ist seit April 2018 im Management der Comdirect und seit Anfang 2020 Vorstandsvorsitzende. Auch die Commerzbank sucht einen neuen Chef.

Osram wird optimistischer

Osram: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der angeschlagene Lichtkonzern Osram wagt kurz vor Ende des Geschäftsjahrs 2019/2020 (Ende September) eine neue Prognose und wird wegen zuletzt besser laufender Geschäfte in China und den USA optimistischer. Demnach rechnet das MDax-Unternehmen nun mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei rund acht Prozent liegen. Vor allem die Geschäftsbereiche Automotive und Opto Semiconductors hätten von einer verbesserten Geschäftslage in den Kernmärkten profitiert, hieß es.

Bislang hatte Osram für das laufende Geschäftsjahr mit einem Erlösrückgang von 15 bis 19 Prozent gerechnet. Als bereinigte Ergebnismarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnete der Konzern mit drei bis sechs Prozent vom Umsatz. Eine frühere Prognose hatte Osram im März wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen.

Tui steht vor Kapitalerhöhung

Tui

Tui: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Reisekonzern Tui will sich in der Coronakrise offenbar Geld beschaffen. 700 Millionen bis eine Milliarde Euro plant der Reisekonzern bei einer Kapitalerhöhung aufzutreiben, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Tui-Aktie geht nach der Meldung auf Talfahrt.

Der russische Großaktionär Alexej Mordaschow wolle sich mit bis zu 300 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung beteiligen, schreibt das Handelsblatt. Chef Fritz Joussen will demzufolge bis Ende September die Bedingungen für die Kapitalerhöhung festlegen. Der Konzern äußerte sich dem Handelsblatt gegenüber nicht.

Neue Smartwatch von Apple

Apple hat eine neues Modell seiner Smartwatch vorgestellt, das auf zusätzliche Gesundheitsfunktionen setzt. So kann die Uhr etwa den Sauerstoffgehalt im Blut messen, wie der Konzern am Dienstag ankündigte. Das Betriebssystem ermöglicht demnach unter anderem eine automatische Erkennung des Händewaschens. Apple dürfte nicht zuletzt auf Nutzer abzielen, die in der Corona-Pandemie zunehmend zu Hause bleiben, etwa um von dort zu arbeiten. Daneben verpasst das Unternehmen seinem iPad-Basismodell einen schnelleren Chip. Die Apple-Aktie notierte in New York zwei Prozent höher.

Zara-Konzern zieht wieder Kunden an

Der Textilhändler Inditex ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem die Zara-Mutter zum Start in das Geschäftsjahr erstmals seit vielen Jahren wegen der Pandemie und Rückstellungen für den Konzernumbau in die roten Zahlen gerutscht waren, entspannte sich die Situation bis Ende Juli wieder etwas. Unter dem Strich verdiente Inditex 214 Millionen Euro. Der Konzern, zu dem Marken wie Zara, Bershka und Pull & Bear gehören, hatte wegen der Pandemie zeitweise mehrere tausend Filialen schließen müssen. Die meisten Geschäfte sind inzwischen wieder geöffnet. Zum Handelsstart legt die Aktie über vier Prozent zu.

FedEx im Corona-Boom

Der florierende Onlinehandel und Paketversand während der Corona-Pandemie haben dem US-Logistikriesen Fedex kräftige Geschäftszuwächse beschert. In den drei Monaten bis Ende August kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 13,5 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, wie der Deutsche-Post-Konkurrent am Dienstag nach US-Börsenschluss in Memphis mitteilte. Der Nettogewinn legte von 745 Millionen auf 1,25 Milliarden Dollar zu. Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen gut an, die Aktie legte nachbörslich zunächst stark zu.

GM lernt fliegen

Eine Reuters-Meldung über Pläne zum Einstieg in den Markt für Flugtaxis beflügelte General Motors (GM). Die Aktien des Autobauers stiegen um 1,3 Prozent. Insidern zufolge denkt der Konzern über den Bau elektrisch betriebener "Fliegender Autos" und über Kooperationen in diesem Bereich nach.

Snowflake-Börsengang: Sogar Buffett ist an Bord

Snowflake hat nach dem fulminantes Debüt an der Wall Street am Mittwoch heute konsolidiert. Die Aktie und verlor rund zehn Prozent auf 227,54 Dollar. Es ist der bislang größte US-Börsengang des Jahres. Der Einstandskurs lag gestern mit 245 Dollar schon um mehr als das Doppelte über dem Ausgabepreis von 120 Dollar. Mit einem Plus von 111 Prozent auf knapp 254 Dollar ging das Papier aus dem Handel. Der Höchstkurs des Debüt-Tages hatte bei 319 Dollar gelegen.

Am Montag hatte Snowflake noch angekündigt, 28 Millionen Papiere zwischen 100 und 110 Dollar verkaufen zu wollen. Bisher war Royalty Pharma der größte Börsengang des Jahres in den USA. Sogar Staranleger Warren Buffett mischte im großen Stil mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway beim Börsengang mit.  | mehr

rm

Tagestermine am Mittwoch, den 23. September

Firmen:
Traton SE: Hauptversammlung, 10:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: GfK Verbrauchervertrauen 10/20, 10:00 Uhr
Deutschland: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 09:30 Uhr
Deutschland: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 09:30 Uhr
EU: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 10:00 Uhr
EU: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 10:00 Uhr
USA: FHFA Hauspreisindex 07/20, 15:00 Uhr
USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe 09/20, 15:45 Uhr
USA: Markit PMI Dienstleistungen 09/20, 15:45 Uhr