Marktbericht 15:09 Uhr

Marktbericht positiv

Dax über 10.900 Punkte Die Bullen schwingen das Zepter

Stand: 18.05.2020, 15:09 Uhr

Alles grün an der Börse - der Dax legt zum Wochenauftakt eine kräftige Schippe auf die Gewinne vom Freitag drauf. Gleich mehrere Kurstreiber beflügeln die Fantasie der Anleger.

Der Dax hat am Nachmittag seine Gewinne ausgebaut und gewinnt derzeit über 4,0 Prozent hinzu. Damit nimmt der deutsche Leitindex bei aktuell etwas mehr als 10.900 Punkten die Marke von 11.000 Punkten wieder ins Visier. Auch die Vorbörse in Amerika signalisiert eine feste Eröffnung. Der Future auf den Dow Jones steigt um rund 3,2 Prozent ebenfalls kräftig.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.391,28
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+2,87%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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24.755,74
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S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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2.993,13
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+1,29%

Powell heizt die Börse an

Zahlreiche Lockerungsmaßnahmen in der EU bei gleichzeitig immer geringeren Corona-Fallzahlen, aber auch ein Interview von Fed-Chef Jerome Powell sorgen für mächtig Dampf an der Börse. "Wetten Sie nicht gegen die amerikanische Wirtschaft", betonte Powell in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS am Sonntag.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: picture alliance / CNP

Die US-Notenbank habe noch jede Menge Munition, um gegen die durch das Coronavirus verursachte Rezession zu kämpfen. Solche Worte kommen immer gut an bei den Investoren, zumal Powell noch erklärte, dass er bei einer ausbleibenden zweiten Pandemie-Welle mit einer Erholung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte rechne.

Bitcoin, Öl und Japan...

Bei der Aufzählung der heutigen Kurstreiber darf zum einen die stabile Verfassung der Kryptowährung Bitcoin nicht fehlen. Die älteste Digitalwährung hat nämlich die zeitweisen Gewinnmitnahmen nach der Halbierung der Belohnung für das Schürfen von Bitcoins („Halving“) gut verkraftet und zugelegt. Zwar sind die Tagesgewinne bis fast 10.000 Dollar mittlerweile wieder abgeschmolzen, aber die positive Reaktion gilt als Indikator für die Risikofreude der Anleger.

Zudem legt der Ölmarkt weiter zu und BIP-Zahlen für das erste Quartal in Japan fielen besser aus als erwartet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Montagmittag 34,23 Dollar. Das waren 1,49 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg in ähnlichem Ausmaß auf 31,43 Dollar. Damit lag der Preis erstmals seit Mitte März wieder über der Marke von 30 Dollar. Zur von der Opec+ beschlossenen Förderkürzung kommt derzeit eine weitere Verknappung des Angebots, nachdem zahlreiche US-Schieferölfirmen ihre Bohrlöcher zuletzt schließen mussten, da sie nicht mehr rentabel waren.

Bundesbank dämpft die Erholungsfantasie

Die Bundesbank rechnet noch im Frühjahr mit einer beginnenden Belebung der deutschen Konjunktur. Ausmaß und Geschwindigkeit blieben aber ungewiss, heißt es im neuesten Monatsbericht.

"Es besteht eine sehr hohe Unsicherheit über die weitere Wirtschaftsentwicklung", warnte die Bundesbank. "Diese hängt unter anderem vom weiteren Verlauf des globalen Infektionsgeschehens und der Eindämmungsmaßnahmen ab, aber auch von davon beeinflussten Veränderungen des Konsum- und Investitionsverhaltens." Das Bruttoinlandsprodukt brach im ersten Quartal um 2,2 Prozent ein - der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Vereinigung.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.729,55
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Auch andere Experten äußern sich trotz der Kursgewinne eher vorsichtig. Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba muss "in den kommenden Wochen davon ausgegangen werden, dass sich der Kampf zwischen den Bullen und Bären fortsetzen wird". Auch die Entwicklung des Goldpreises zeige, dass bei den Investoren noch immer Sicherheit gefragt ist. Das Edelmetall ist mittlerweile mit 1.761 Dollar je Feinunze so teuer wie seit Jahren nicht mehr.

"Die Erholung, die Powell beschreibt, ist alles andere als ein V", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Bislang hätten die Börsen eine rasche Erholung eingepreist. "Im Fall eines lang gezogenen U halte ich die Kurse aktuell für zu hoch."

Alle 30 Dax-Aktien im Plus

Die Anleger ficht das aber alles nicht an. Es gibt am Nachmittag keinen Verlierer auf dem Kurszettel. Gesucht sind besonders die zyklischen Autoaktien, aber auch Deutsche Bank und die zuletzt stark verprügelte Wirecard-Aktie legen stark zu. Als defensiv geltende Aktien wie Beiersdorf, Vonovia oder die Telekom gewinnen zwar auch, aber nur unterdurchschnittlich.

Euro im Seitwärtstrend

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0897
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Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Mittag mit 1,0840 US-Dollar gehandelt. Sie kostete damit geringfügig mehr als im asiatischen Handel. Der Euro hat sich zuletzt in der Nähe der Marke von 1,08 Dollar eingependelt. "Insgesamt setzt sich die seit Mitte März zu beobachtende Konsolidierung fort und daran dürfte sich heute in Anbetracht des leeren Datenkalenders kaum etwas ändern", erwarten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). In der Eurozone wurden am Vormittag keine Konjunkturdaten veröffentlicht und auch in Amerika ist der Datenkranz heute übersichtlich.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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107,72
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+0,11%

Der japanische Yen gab gegenüber den meisten wichtigen Währungen nach. Die japanische Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im ersten Quartal in die Rezession gerutscht, wenngleich weniger deutlich als von Analysten erwartet. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent. Viel schlimmer dürfe es im zweiten Quartal kommen. Einer Umfrage des Japan Center for Economic Research (JCER) unter Ökonomen zufolge dürfte Japans Wirtschaft im Quartal April bis Juni drastisch um weitere 5,8 Prozent zum Vorquartal schrumpfen.

Verkauft Softbank seine Anteile an T-Mobile US?

Der japanische Mischkonzern Softbank befindet sich einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge in Gesprächen über den Verkauf "eines signifikanten Anteils" seiner T-Mobile US-Beteiligung an die Deutsche Telekom. Bei einem Verkauf würde die Telekom ihren Anteil an der US-Tochter auf über 50 Prozent steigern. Sowohl bei SoftBank als auch bei der Deutschen Telekom war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Anfang April hatte T-Mobile US ihre Megafusion mit dem US-Rivalen Sprint im dritten Anlauf unter Dach und Fach gebracht. Ursprünglich sollte die Deutsche Telekom an der neuen T-Mobile rund 43 Prozent der Anteile halten.  | mehr

Deutsche Bank vereinigt IT-Systeme

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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6,90
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+3,12%

Die Deutsche Bank hat den Umbau der Privatkundensparte abgeschlossen und sieht damit einen wichtigen Meilenstein ihrer neuen Strategie erreicht. Über das Wochenende verschmolz sie die Systeme der DB Privat- und Firmenkundenbank AG auf die des Konzerns, wie der stellvertretende Vorstandschef Karl von Rohr am Montag zu "Reuters" sagte.

Mit der Integration senke die Bank die Kosten und schaffe zahlreiche praktische Erleichterungen. "Wir haben weniger organisatorische Einheiten, weniger Komplexität und weniger Aufwand", sagte der Manager. Zudem erleichtere sich nun die geplante Verschmelzung der Postbank-IT auf die Systeme der Deutschen Bank.

Thyssenkrupp wird umgebaut

Beim kriselnden Industriekonzern Thyssenkrupp hat heute der Aufsichtsrat getagt. Der MDax-Konzern soll mit einem weiteren Umbau zurück in die Erfolgsspur geführt werden. Die Geschäfte werden dazu in zwei Kategorien unterteilt: Solche, die alleine oder mit Partnern fortgeführt werden und solche, außerhalb der Gruppe, hieß es am Abend nach Börsenschluss.

Im Stahlgeschäft und bei Marine Systems will Thyssenkrupp sich besser aufstellen, parallel aber auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungen verfolgen. Gespräche für eine Stahlpartnerschaft wurden bestätigt. Für Geschäfte mit einem Umsatz von sechs Milliarden Euro strebt der Konzern vorrangig Lösungen außerhalb des Unternehmens an.

Steinhoff: Aufsichtsrats-Chefin geht

Der südafrikanisch-deutsche Möbel- und Handelskonzern braucht einen neuen Chef für seinen Aufsichtsrat. Aufsichtsratschefin Heather Sonn, die bei der Aufarbeitung des Bilanzskandals eine wichtige Rolle gespielt hatte, hat ihren Rücktritt erklärt. Eine Investmentfirma, an der Sonn beteiligt ist, habe Geschäfte mit einem Unternehmen gemacht, das offenbar heimlich indirekt von Steinhoff finanziert worden sei, so Sonn. Sie habe von den Geschäften nichts gewusst, habe aber versprochen, hohe Maßstäbe an sich anzulegen, und lege daher alle ihre Ämter nieder.

Ado Properties bekommt Berliner Mietendeckel zu spüren

Die Erträge aus Vermietung sind im ersten Quartal aufgrund von Veräußerungen und wegen des Berliner Mietendeckels um 17 Prozent auf 29,4 Millionen Euro gesunken, so der auf Berlin spezialisierte Immobilienkonzern Ado Properties. Das operative Ergebnis (FFO1) sank entsprechend in den ersten drei Monaten auf 11,5 Millionen Euro, nach 16,7 Millionen Euro vor einem Jahr. Allerdings hat Ado durch den Zusammenschluss mit Adler Real Estate Anfang April den Anteil seiner Wohnimmobilien in Berlin deutlich reduziert und rechnet daher künftig mit deutlich geringeren finanziellen Auswirkungen durch den Mietendeckel. Den Einfluss der Corona-Pandemie schätzt der Vorstand gering ein.
 

Ryanair warnt vor höherem Verlust und Lauda-Air-Ende

Europas größter Billigflieger Ryanair wird im ersten Geschäftsquartal 2020/21 einen noch höheren Verlust einfliegen als befürchtet. So dürfte zwischen April und Juni unter dem Strich ein Verlust von über 200 Millionen Euro anfallen. Bisher hatten die Iren einen Verlust von 100 Millionen Euro erwartet. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 verdiente Ryanair noch rund eine Milliarde Euro.

Am härtesten könnte es die österreichische Ryanair-Tochter Lauda Air treffen. Ihr droht das Aus. Lauda stehe vor einer "existenziellen Krise", und die Basis in Wien dürfte Ende Mai schließen, warnte Konzernchef Michael O'Leary am Montag.

Knapp 100 Apple-Läden wieder offen

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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295,60
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+1,08%

Der US-Technologiekonzern hat einem Medienbericht zufolge knapp 100 Geschäfte weltweit wieder geöffnet. Mit einer reduzierten Kundenanzahl, Einzelbetreuung im Kundendienst sowie Gesichtsmasken für Angestellte und Kunden soll die Sicherheit in den Apple-Stores gewährleistet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung. Kunden würden Masken zur Verfügung gestellt bekommen, falls sie keine vorweisen könnten. Zudem biete das Unternehmen die Abholung und Rückgabe reparierungsbedürftiger Produkte von zu Hause an. Apple kündigte zudem an, in dieser Woche mehr als 25 seiner Filialen in den USA wieder zu öffnen.

Goldman Sachs: Liebesentzug aus Omaha

Die US-Investmentfirma Berkshire Hathaway der Investorenlegende Warren Buffett hat ihre Beteiligung an der Großbank Goldman Sachs deutlich verringert. Aus einer Mitteilung der Firma, die das Porfolio per 31. März aufzeigt, geht hervor, dass Berkshire ihren Anteil an dem Geldaus um 84 Prozent auf rund 1,9 Millionen Aktien von zwölf Millionen Aktien drei Monate zuvor reduziert hat. Die verbleibenden 1,9 Millionen Papiere sind noch 330 Millionen Dollar wert. Auch stutzte Berkshire seinen Anteil an Amerikas größter Bank, JP Morgan Chase, um drei Prozent.  | mehr

Huawei nach US-Sanktionen im Überlebenskampf

Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphonehersteller Huawei hat die Exportbeschränkungen der USA als "willkürlich" und geschäftsschädigend bezeichnet. Chairman Guo Ping sagte, für Huawei gehe es um das "Überleben". Huawei habe alle Regeln und Vorschriften der US-Regierung eingehalten.

Am Freitag hatte das US-Handelsministerium erklärt, Chiphersteller dürften keine Halbleiter an den weltweit zweitgrößten Smartphoneproduzenten liefern, sofern diese auf Software und Technologie aus den USA beruhten. Huawei benötigt die Chips für seine Smartphones und Netzwerk-Ausrüstung. US-Geheimdienste werfen dem Marktführer Huawei und ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen.

Milliardärsfamilie plant Mega-Kaffeebörsengang

Ein möglicher Börsengang des Kaffeekonzerns JDE Peet's an der Amsterdamer Börse soll laut einem Bericht der "Financial Times" bis zu zwei Milliarden Euro einbringen. Er wäre damit der größte Börsengang in Europa in diesem Jahr. Die Emission soll laut Insidern noch in dieser Woche offiziell angekündigt werden. Der größte Konkurrent von Nestlé im Kaffee-Geschäft gehört mehrheitlich der Holding JAB der deutschen Milliardärsfamilie Reimann, die selbst bei der Emission der "FT" zufolge keine Aktien verkaufen wolle. JAB hatte zur Vorbereitung auf den Börsengang den weltweit zweitgrößten Kaffeeröster Jacobs Douwe Egberts (JDE) mit der US-Kaffeekette Peet's zusammengelegt.  | mehr

 rm

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr