Marktbericht 11:50 Uhr

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Zeitweise unter 11.000 Die Aktionäre verlässt der Übermut

Stand: 19.05.2020, 11:50 Uhr

Nach einem rasanten Handelsstart hat der Dax deutlich an Boden verloren. Dennoch bleibt der Index auf einem hohen Niveau.

Zu Handelsbeginn gewann der deutsche Leitindex zunächst weitere 1,3 Prozent auf 11.201 Punkte. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass angesichts des rasanten Anstiegs schon wieder eine Euphorie spürbar sei, die gewisse Gefahren mit sich bringe. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners warnte vor Illusionen, "denn es wird lange dauern, bis wir alle Folgen dieser Krise hinter uns lassen".

Als ob der Dax diese mahnenden Worte gehört hätte, rutschte er im Laufe des Vormittags bis auf 10.985 Punkte ab. Bereits gestern hatte der Dax um 5,7 Prozent auf 11.058 Punkte zugelegt und sich damit aus einer brenzligen charttechnischen Situation befreien können. Noch vergangenen Donnerstag hatte der Dax zeitweise über 1.000 Punkte niedriger notiert.

Konjunkturerwartungen verbessert

Trotz der schweren Rezession blicken Börsen-Profis überraschend optimistisch auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im Mai um 22,8 auf plus 51 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 202 Analysten und Anlegern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 32 Zähler gerechnet.

An der japanischen Börse ging es heute kräftig nach oben. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann heute bis Handelsschluss 1,5 Prozent auf 20.433 Punkte. Allerdings herrscht weiter Unsicherheit über die genauen Auswirkungen der Pandemie auf das weltweite Wirtschaftswachstum. "Es kann der Fall sein, dass die Liquidität der Zentralbanken die Märkte betäubt, die dann Risiken wie überschuldete Unternehmens- und Staatsbilanzen, steigende Infektionszahlen und eine schleppende Erholung übersehen", schrieben die Analysten von Perpetual in einer Mitteilung.

Am Devisenmarkt versucht sich der Euro bisher erfolgreich über der Marke von 1,09 US-Dollar zu halten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11.391,28
Differenz relativ
+2,87%
Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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20.741,65
Differenz relativ
+1,73%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0897
Differenz relativ
-0,00%

Ölpreise weiter stark

Am Ölmarkt setzt sich der Aufwärtstrend weiter fort. Für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zu Lieferung im Juni wurden am Morgen 34,88 US-Dollar bezahlt - ein Plus von sieben Cent. Bei der US-Sorte WTI geht es noch stärker nach oben. Hier liegt der Preis bei 32,25 Dollar - plus 43 Cent.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,57
Differenz relativ
+1,98%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
33,75
Differenz relativ
+2,12%

Dramatischer Einbruch bei neuen Autos

In der Corona-Krise ist der Automarkt in der Europäischen Union fast zum Erliegen gekommen. Im April kamen lediglich rund 271.000 Neuwagen auf die Straßen, 76 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das gab der europäische Herstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel bekannt. Dies sei der schärfste monatliche Rückgang seit Beginn seiner Aufzeichnungen, so der Verband. Grund war der fast vollständige Stillstand sowohl der Autoproduktion als auch des Autohandels zur Eindämmung der Pandemie.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,29
Differenz relativ
+0,42%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,88
Differenz relativ
+1,71%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
133,96
Differenz relativ
+0,89%

Deutsche Börse: Krisengewinner mit Einschränkungen

Deutsche Börse : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
153,55
Differenz relativ
+1,99%

Auf der virtuellen Hauptversammlung der Deutschen Börse kassierte der Vorstand einen Dämpfer. Das neue Vergütungssystem wurde zwar verabschiedet, doch stimmten nur gut 65 Prozent der Anleger dafür. Wichtige Investoren wie DWS und Union Investment kritisierten, dass es nicht transparent genug sei. Mehr als 99 Prozent der Aktionäre sprachen sich dagegen für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat aus. Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer will seinen Vertrag erfüllen, hält sich aber einen Wechsel an die Spitze des Deutsche-Bank-Aufsichtsrats offen.  | mehr

Thyssenkrupp-Neuausrichtung kommt gut an

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,60
Differenz relativ
+4,95%

Die Kursgewinne von Thyssenkrupp setzten sich heute fort. Die geplante Neuausrichtung wird am Markt positiv gesehen. Der Konzern soll weiter schrumpfen. Behalten wollen die Essener den Werkstoffhandel sowie das Geschäft mit Industrie- und Automobilkomponenten. Für die Stahlsparte prüft Thyssenkrupp mehrere Optionen - sowohl einen Verbleib des Geschäfts im Konzern als auch eine mögliche Fusion - zum Beispiel mit Salzgitter. Gleiches gelte für die Marine-Sparte.  | mehr

Corona-Gewinner verlieren

Bei den zu den Krisengewinnern gehörenden Papieren von Hellofresh und Delivery Hero scheint die Luft erst einmal raus zu sein. Bereits zum Wochenauftakt hatten beide Aktien in einem starken Gesamtmarkt nachgegeben. Auch heute setzen sich die Verluste fort. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt starken Lauf. In der Vorwoche hatte beide Titel noch Rekordhöhen erreicht.

Tui: Werden Verlustbringer fallengelassen?

Laut einem Medienbericht zieht der Reisekonzern eine Trennung von Verlustbringern in Erwägung. Zunächst wolle Tui aber versuchen, die entsprechenden Unternehmenssparten wieder fit zu machen. Welche Bereiche genau von der Trennung betroffen sein würden, stehe noch nicht fest. Derzeit verliert das Unternehmen jeden Monat eine dreistellige Millionensumme. Die jüngste Nachricht kam am Markt aber gut an, die Tui-Aktie legte zwischenzeitlich um 8,5 Prozent zu.  | mehr

Hornbach: Yippie jaja yippie yippie yeah!

Der Baumarktkonzern Hornbach rechnet trotz der coronabedingten vorübergehenden Schließung vieler Filialen mit einem insgesamt guten ersten Geschäftsquartal. Umsatz und Ertrag dürften in dem bis 31. Mai laufenden ersten Geschäftsjahresviertel "signifikant über den Vorjahreswerten liegen", teilte das Unternehmen mit. Die durch die Schließung bedingten Einbußen seien dank der hohen Umsätze in den geöffneten beziehungsweise wiedereröffneten Baumärkten, Onlineshops und Baustoffhandelsniederlassungen "mehr und mehr überkompensiert" worden.  | mehr

KWS: Corona bremst erst später

Der Saatgutkonzern KWS Saat stellt sich nach einem kräftigen Wachstum auf verzögerte Folgen der Corona-Krise ein. Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2020/21 seien gedämpft. Für das laufende Geschäftsjahr ist die KWS-Führung allerdings etwas optimistischer. Der Vorstand peilt nun den oberen Bereich der Zielspannen für Umsatz und operative Marge an. Totz der Covid-19-Pandemie habe KWS Saat die Landwirte rechtzeitig zum Frühjahr mit Saatgut versorgen können. Die KWS-Aktien gehörten zu den Topverlierern im SDax.

Sixt beschleunigt weiter

Die Commerzbank hat die im SDax notierten Vorzugsaktien von Sixt von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 47 auf 57 Euro angehoben. Die von Bundesaußenminister Heiko Maas avisierte schrittweise Lockerung der Reisebeschränkungen sei für die von der Corona-Krise am stärksten betroffene Branche eine enorme Erleichterung, schrieb Analyst Adrian Pehl in einer Studie.

Scout24 steigt auf Rekordhoch

Topgewinner im MDax war Scout24. Die Aktie stieg auf über 67 Euro und damit den höchsten Stand seit dem Börsengang. Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel von 63,50 auf 69 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analyst Richard Eary lobte in einer Studie eine qualitativ sehr gute Aktie mit deutlichem Wachstumspotenzial. Das erste Quartal habe das starke Geschäftsmodell des Online-Marktplatzbetreibers unterstrichen.

Dermapharm profitiert von Corona

Das Arzneiunternehmen Dermapharm ist mit zweistelligen Wachstumsraten in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um 17,7 Prozent auf 192,5 Millionen Euro. Die Corona-Pandemie habe dabei in einzelnen Therapiegebieten zu verstärkter Nachfrage geführt, hieß es. Dermapharm geht jedoch davon aus, dass sich dieser Effekt im Jahresverlauf wieder ausgleichen wird. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut ein Fünftel auf 49,2 Millionen Euro.

Teslas Absatz in China bricht ein

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
760,90
Differenz relativ
+0,49%

Der Elektroautobauer Tesla hat im April einen Dämpfer in China erlitten. Die Zahl der Zulassungen, einschließlich importierter Autos, fiel von 12.709 im März um 64 Prozent auf 4.633 Fahrzeuge, wie das Beratungsunternehmen LMC Automotive mitteilte. Nach Angaben der China Passenger Car Association verkaufte Tesla im vergangenen Monat 3.635 Elektroautos des Modells 3. Der Autobauer rechnet damit, im Juni 4.000 Einheiten pro Woche herzustellen und im ersten Quartal 2021 mit der Massenproduktion von Geländewagen des Modells Y zu beginnen, sagte Tesla-Vizepräsident Tao Lin.

Foot Locker schließt Runners Point

Foot Locker: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
Kurs
26,83
Differenz relativ
-8,49%

Der amerikanische Handelskonzern Foot Locker schließt seine Laufschuhkette Runners Point und nimmt die Marke vom Markt. "Alle Filialen werden geschlossen", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Dies gelte auch für die Filialen in Österreich und der Schweiz. Anfang Februar gab es in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut Geschäftsbericht insgesamt 81 Filialen. Im Internet listet Runners Point aktuell 73 Filialen in Deutschland auf, vor allem in den alten Bundesländern und in Berlin.  | mehr

TikTok besser als Disney?

Walt Disney: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
110,00
Differenz relativ
+1,59%

Disneys Streaming-Chef Kevin Mayer wechselt zur chinesischen Videoplattform TikTok. Mayer wird Chef bei TikTok und soll zugleich das operative Geschäft beim chinesischen Mutterkonzern Bytedance führen.

TikTok mit seinen kurzen Videoclips ist besonders bei jungen Nutzern populär. Mayer war zuletzt für den Aufbau des im vergangenen Jahr gestarteten Streamingdienstes Disney+ zuständig. Deshalb wurde er auch als aussichtsreicher Nachfolger des langjährigen Disney-Chefs Robert Iger gehandelt. Den Spitzenposten bekam aber im Februar der bisherige Chef der Themenpark-Sparte, Bob Chapek.

ME/dpa/rtr

Tagestermine am Dienstag, den 26. Mai

Firmen:
Fraport: Verkehrszahlen, 21.KW, 07:00 Uhr
Suzuki: Jahreszahlen, 08:00 Uhr
Hella: Telefonkonferenz, 09:00 Uhr
Fraport: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Nordex: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Dr. Hönle: Hauptversammlung (online), 10:00 Uhr
Siemens: Abspaltungsbericht für Siemens-Energy, 10:00 Uhr
Basler: Hauptversammlung (online), 13:30 Uhr
Air France-KLM: Hauptversammlung, 14:30 Uhr
Merck & Co.: Hauptversammlung, 15:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: All Industry Acitivity Index 03/20, 06:30 Uhr
EU: Acea Nfz.-Zulassungen 04/20, 08:00 Uhr
Deutschland: GfK-Verbrauchervertrauen 06/20, 08:00 Uhr
USA: CFNA-Index 04/20, 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 05/20, 16:00 Uhr
USA: Verkauf neuer Häuser, 16:00 Uhr