Die 7.000 bleiben im Blick

Stand: 15.02.2007, 20:12 Uhr

Fusionspläne des Stahlherstellers Salzgitter liefern die nötige Schubkraft. So könnte der Dax am Freitag die Marke von 7.000 Punkten knacken. Vom Dow Jones kam wenig.

Der Dow Jones lag zum Geschäftsschluss in Frankfurt 0,2 Prozent höher, bewegte sich aber weiterhin auf Rekordhöhe. Der Dax hatte den Xetra-Handel mit 6.958,62 Punkten beendet. Der Ldax ging mit 6.958,96 aus dem Rennen.

Der Stahlhersteller Salzgitter will seinen kanadischen Konkurrenten Algoma Steel übernehmen. Es würden bereits Übernahme-Gespräche geführt. Die Verhandlungen befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium. Die Salzgitter-Aktie lag am Abend gut drei Prozent im Plus.

Die Aktie des deutsch-amerikanischen Autokonzerns DaimlerChrysler verlor im Laufe des Tages an Fahrt, lag bei Xetra-Schluss aber immer noch an der Dax-Spitze. DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche bekräftigte noch einmal, dass er auch an eine "Trennung" denke. "Tatsache ist, dass wir die Optionen, die wir haben, untersuchen", sagte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart. Sowohl für Mercedes als auch für DaimlerChrysler müsse ein besserer Weg gefunden werden. Für ihn wäre eine mögliche Trennung aber eine schwierige Entscheidung, sagte Zetsche. Der Manager stand fünf Jahre an der Spitze von Chrysler.

Zetsche verteidigte den geplanten Abbau von 13.000 Stellen bei der US-Tochter als notwendigen Schritt. Die am Mittwoch vorgestellten Maßnahmen stärkten Chrysler und brächten das Unternehmen nach vorne. Dabei kosteten sie "leider Gottes" Arbeitsplätze.

Telelom und Post hinken hinterher

Am Dax-Ende standen Telekom- und Post-Aktien. Im Falle Telekom machten Wertpapierhändler den anhaltenden Preisverfall im Mobilfunk-Geschäft als Schwäche-Grund aus. Links liegengelassen wurden auch Papiere des Chipherstellers Infineon. Der Halbleiter-Konzern hatte seine Renditeziele am Tag der Hauptversammlung für die nächsten Jahre präzisiert. "Für das laufende Geschäftsjahr werden wir alles tun, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen", erklärte Konzernchef Wolfgang Ziebart. Das Ziel beziehe sich auf das operative Ergebnis (Ebit) ohne die Beiträge der Speicherchiptochter Qimonda, ergänzte ein Konzernsprecher. Auf dem Weg zu einer Ebit-Marge von zehn Prozent ohne Qimonda werde Infineon bereits im kommenden Geschäftsjahr die halbe Wegstrecke hinter sich haben, hieß es weiter. "Und im darauf folgenden Jahr sollten wir unserem Ziel dann schon nahe gekommen sein", erklärte Ziebart. Er bekräftigte, Infineon werde in den kommenden Jahren jeweils um mindestens zehn Prozent wachsen.

Lanxess auf Einkaufstour
Im M-Dax lagen Aktien des Chemiekonzerns Lanxess am Ende. Dabei hatte Lanxess-Chef Axel Heitmann Optimismus verbreitet. "Da wir eine Reihe von Projekten in der Hinterhand haben, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, bin ich optimistisch, was das Abschneiden von Lanxess im Jahr 2007 betrifft", sagte Vorstandschef Axel Heitmann der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in Bombay. Lanxess hat auch Zukäufe im Blick. Die Bilanz des Unternehmens sei inzwischen gestärkt, sagte der Manager. "Unsere Flexibilität für Akquisitionen hat sich erheblich erhöht. "Dabei könne Lanxess, ohne das Kreditrating zu riskieren, zusätzliche Mittel von bis zu 1,5 Milliarden Euro aufnehmen. Lanxess könne auch innovative Finanzinstrumente einsetzen wie etwa Hybridkapital. "Wir könnten auch weitere Aktien ausgeben", sagte der Vorstandschef.

Das alte Lied: sell on good news
Schlecht zu sprechen waren Anleger auch auf Wacker Chemie. Und dies obwohl der Spezialchemiekonzern sein operatives Ergebnis im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel gesteigert hat. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) kletterte nach vorläufigen Zahlen im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 785 Millionen Euro Der Umsatz legte um gut ein Fünftel auf 3,33 Milliarden Euro zu. Dennoch haben die Analysten von Sal. Oppenheim mit einer "Reduce"-Empfehlung darauf reagiert. Die Aktie erscheine aber auf dem derzeitigen Niveau überbewertet.

Bilfinger hat noch Luft nach oben
Beim Blick auf den zweitgrößten deutschen Baukonzern, Bilfinger Berger, sieht die US-Investmentbank Merrill Lynch noch Kursspielraum nach oben. Merrill Lynch hat das Kursziel für den Bautitel auf 74 Euro erhöht. Am Nachmittag kostet eine Bilfiger-Berger-Aktie knapp 69 Euro.

Solar-Aktien auf Schattenseite
Die im TecDax gelisteten Aktien der Solarwerte Solarworld und Solonverbuchten empfindliche Verluste. Analysten der Citigroup hatten für beide Papiere die Einschätzung von "Buy" auf "Hold" gesenkt und ihre Kursziele gesenkt.

Wachstumsschub bei Takkt
Im SDax hatte sich die Aktie von Takkt bis zum Xetra-Schluss auf über vier Prozent hochgearbeitet. Der Versandhändler hat 2006 durch einen Zukauf in den USA einen deutlichen Wachstumsschub verzeichnet und seine eigenen Prognosen übertroffen. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um gut 18 Prozent auf 105,2 Millionen Euro zu. Den Umsatz konnte das Stuttgarter Unternehmen um 24 Prozent auf 958,5 Millionen Euro steigern. Takkt hatte Anfang 2005 den Büromöbelversender NBF mit einem Jahresumsatz von mehr als 130 Millionen Dollar übernommen

Intershop mit herbem Abschlag
Die wirtschaftlichen Probleme des Software-Anbieters Intershop Communications haben sich im vergangenen Jahr verschärft. Der Nettoverlust des Spezialisten für Internet-Handelsprogramme verdoppelte sich auf 6,8 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht von 17,8 auf 19,8 Millionen Euro, teilte Intershop mit. Vorstandschef Jürgen Schöttler begründete den Verlust unter anderem mit Anlaufkosten für das neue Komplett-Servicegeschäft für den Online-Handel von Mittelständlern sowie Investitionen in den Vertrieb. Intershop-Aktien brachen um fast 10 Prozent ein.

Tagestermine am Donnerstag, 15. November

Unternehmen:
K+S: Q3-Zahlen, 07:00 Uhr
Sixt: Q3-Zahlen (endg.), 07:30 Uhr
Henkel: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Bouygues: Q3-Zahlen, 07:30 Uhr
Ferratum: Neunmonatszahlen, 07:30 Uhr
LPKF: Neunmonatszahlen (endg.), 08:00 Uhr
Singulus: Neunmonatszahlen (endg.), 08:15 Uhr
Walmart: Q3-Zahlen, 13:00 Uhr
Vallourec: Q3-Zahlen, 17:45 Uhr
Vivendi: Q3-Zahlen, 18:00 Uhr
Mayr-Melnhof: Q3-Zahlen
Applied Materials: Q4-Zahlen
Nvidia: Q3-Zahlen
Sonos: Q3-Zahlen
Acea: Kfz-Neuzulassungen 10/18, 08:00 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Beschäftigte Verarb. Gewerbe 09/18, 08:00 Uhr
EU: Handelsbilanz 09/18, 11:00 Uhr
USA: Empire State Index 11/18, 14:30 Uhr
USA: Im- und Exportpreise 10/18, 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche), 14:30 Uhr
USA: Lagerbestände 09/18, 16:00 Uhr
USA: Ölbericht (Woche) Industrieproduktion Euro-Zone im September, 11:00 Uhr