Die 6.000 hält

Stand: 05.01.2010, 20:02 Uhr

Auch am zweiten Handelstag des neuen Jahres verteidigte der Dax die wichtige runde Marke von 6.000 Punkten. Zwar verzeichnete der deutsche Leitindex einen leichten Verlust, doch amerikanische Konjunkturdaten deuten weiterhin auf eine nachhaltige Wirtschaftserholung hin.

Die Verschnaufpause hat sich der Aktienmarkt nach Ansicht von Börsianern verdient. Am Montag hatte der Dax mehr als ein Prozent zugelegt und die 6.000-Punktemarke durchbrochen. Am Dienstag hielt sie, der Leitindex schloss allerdings mit leichtem Verlust, bei 6.032 Zählern, minus 0,3 Prozent.

Auch die amerikanischen Börsen gönnten sich eine Pause. Die drei großen Wall Street Indizes tendieren etwas schwächer, trotz guter Konjunkturnachrichten: Die amerikanischen Auftragseingänge fielen im November besser aus als erwartet. Sie stiegen um 1,1 Prozent und damit um 0,6 Prozent stärker als erwartet.

Die am Abend bekannt gegebenen Autoabsatzzahlen hatten keinen Einfluss mehr auf die Kurse. Im Dezember verzeichneten die Mehrzahl der großen Hersteller wieder steigende Absatzzahlen in den USA, auch Daimler, Volkswagen und BMW legten zu, um 8, 16 beziehungsweise 9,2 Prozent. Wie am Montag auch waren vor allem konjunktursensible Titel gefragt, wie K+S, Adidas, Infineon, ThyssenKrupp. Defensive Aktien verzeichneten hingegen Verluste. Die Fresenius-Familie verbilligte sich deutlich, auch Bayer, Henkel und die Telekom gaben nach.

Bankenwerte legten im späteren Nachmittagshandel zu. Papiere der Deutschen Bank und Commerzbank stiegen um bis zu 3,4 Prozent. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die britische Bank Barclays ihre Prognose anheben wolle. Barclays-Aktien legten um mehr als sechs Prozent zu.

Doppelschub für K+S
Aktionäre des Düngemittelherstellers K+S konnten sich über ein Kursplus von 6,7 Prozent freuen. Die Firma, die auch Streusalz herstellt, zieht ihren Nutzen aus dem strengen Frost und der hohen Nachfrage nach Streusalz. Außerdem hat Merrill Lynch Kursziel und Bewertung von K+S untersucht und erheblich bessere Ziele ausgegeben. Statt "Underform" bewerten die Analysten K+S nun mit "Buy", das Kursziel wurde gleich von 36 auf 50 Euro angehoben. K+S dürfte vor allem von der Erholung der Agrarmärkte profitieren, hieß es.

Vom Adidas-Sorgenkind zum Turnaround
Ebenfalls einen guten Gewinn, nämlich 3,2 Prozent, fuhr die Adidas-Aktie ein. Die Verlust bringende Tochter Reebok dürfte den Turnaround geschafft haben, sagte Reebok-Chef Uli Becker dem "Handelsblatt". Das Produkt sei derzeit so attraktiv, dass damit höhere Margen zu erzielen seien. Adidas hatte Reebok vor vier Jahren für rund drei Milliarden Euro gekauft.

Solarworld macht eine Milliarde Umsatz
Der im TecDax notierte Solarkonzern Solarworld hat das Jahr 2009 mit einem Rekorderlös beendet. Mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden übertraf der Konzern zugleich seine eigene Prognose leicht. Das endgültige Jahresergebnis wird Solarworld am 25. März veröffentlichen, die Aktionäre griffen aber zu, die Aktie kletterte um 3,5 Prozent, und mit ihr auch andere, im TecDax notierte Branchenpapiere. SMA Solar, deren Aktie um 4,7 Prozent zulegt, profitierte zudem von einer einer Kaufempfehlung von Merrill Lynch.

Goldman verkauft, Freenet verliert
Aktien des Internetdienstleisters Freenet verloren 4,1 Prozent. Als Auslöser des Kursverlustes machten Händler einen Großverkauf von Freenet-Aktien aus. Die Bank Goldman Sachs habe 4,5 Millionen Freenet-Papiere zum Preis von 9,30 Euro platziert, hieß es vom Parkett.

Airbus stellt A400M zur Disposition
Die EADS-Tochter Airbus ist offenbar fest entschlossen, das Militärflugzeugprojekt A400M einzustellen, sollten die Käuferstaaten sich nicht über die Verteilung der Mehrkosten einigen. Bis Ende Januar erwarte Airbus-Chef Thomas Enders daher eine Entscheidung -vor allem von den Hauptabnehmern Deutschland und Frankreich, schreibt das "Handelsblatt". Bereits ab Anfang Februar könnten für den A400M tätige Ingenieure zum A350-Projekt wechseln. Bei einem Abbruch der Entwicklung müsste EADS Anzahlungen in Milliardenhöhe zurück zahlen. Die EADS-Aktie verlor 0,7 Prozent.

Grenkeleasing belebt
Die Aktie des im SDax notierten Hard- und Softwarevermieters Grenkeleasing legte angesichts einer erfreulichen Nachricht leicht zu. Im vierten Quartal habe sich das Geschäft wieder belebt, teilte die Firma mit. Das Neugeschäft habe im vergangenen Jahr 497,1 Millionen Euro betragen, hieß es weiter. Außerdem habe man erfolgreich an der Profitabilitäts- und Risikosteuerung gearbeitet.

Nestle kauftt Cadbury kauf Kraft
Die beiden Nahrungsmittelkonzerne Nestle und Kraft haben sich im Bieterwettstreit um Cadbury geeinigt. Nestle übernimmt von Kraft das nordamerikanische Tiefkühlpizzageschäft und zieht sich dafür aus dem Bieterwettkampf zurück. Kraft hingegen bietet weiterhin umgerechnet elf Milliarden Euro für Cadbury.

Impfstoffhersteller leiden unter Stornierung
Die Aktien von Pharmafirmen, die den Impfstoff für die H1N1-Grippe herstellen, notierten europaweit schwächer. Die französische Regierung hatte eine Bestellung über 50 Millionen Impfdosen bei Sanofi-Pasteur storniert. Das Gemeinschaftsunternehmen von Sanofi-Aventis, GlaxoSmithKline, Novartis und Baxter erklärte, die monetären Auswirkungen seien "minimal". Die Impfstoffe würden nun an andere Länder verkauft. Die Aktien der beteiligten Unternehmen verlorn bis zu zwei Prozent, auch im Dax gaben Bayer und Merck nach.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 23. Juli

Unternehmen:
Daimler: Weltpremiere des ersten Elektroautos der neuen Marke EQ in Stockholm
Ryanair: Q1-Zahlen, 07:00 Uhr
Philips: Q2-Zahlen, 07:00 Uhr
Julius Bär: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Hasbro: Q2-Zahlen, 12:30 Uhr
Halliburton: Q2-Zahlen, 12:45 Uhr
Kering: Q2-Zahlen, 16:00 Uhr
Michelin: Q2-Zahlen, 17:45 Uhr
Luxxotica: Halbjahreszahlen, 17:45 Uhr
Alphabet (Google): Q2-Zahlen, nach US-Börsenschluss
Amgen: Q2-Zahlen
AMD: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Bundesbank-Monatsbericht Juli, 12:00 Uhr
USA: CFNA-Index für Juni, 14:30 Uhr
USA: Wiederverkäufe Häuser im Juni, 16:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli, 16:00 Uhr