Marktbericht 20:02 Uhr

Dax im Aufwind Deutsche Bank gut, alles gut

Stand: 04.10.2016, 20:02 Uhr

Die Lage um die Deutsche Bank entspannt sich etwas und mit ihr auch die Anleger. Der Dax setzt seine Erholung nach der Feiertagspause fort. Derweil werden die Zinsgerüchte in Amerika immer lauter. Das hilft dem Dollar.

Denn die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung durch die Notenbank Fed sowie gute Konjunkturdaten stützen den Greenback. Diee US-Währung legte heute gegen alle wichtigen westlichen Währungen zu, besonders aber gegenüber dem Pfund.

Letzeres ist jedoch eher der Schwäche der britischen Währung als der Stärke des Dollars geschuldet. Denn Premierministerin Teresa May hat schwierige Verhandlungen mit der EU zum Thema Brexit in Aussicht gestellt. Die Angst vor einem "harten" Brexit drückte das Pfund im Tagestief auf 1,3725 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit 1985 - und sogar noch unter die Kurse nach dem Brexit-Votum vom 23. Juni.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
112,53
Differenz relativ
+0,01%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1748
Differenz relativ
+0,02%
FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.478,55
Differenz relativ
+1,35%
ARD-Börsenstudio: Jan Plate
Audio

Börse 17.00 Uhr

Der Euro fiel gegen den Dollar unter die Marke von 1,12 Dollar, hat sich mittlerweile aber wieder erholt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1161 (Montag: 1,1236) Dollar fest. Gegen den japanischen Yen kletterte der Dollar auf fast 103 Yen. Positive Nebenwirkung am Londoner Aktienmarkt: Der Leitindex Footsie 100 stieg auf den höchsten Stand seit April 2015, denn durch das billige Pfund werden britische Exporte begünstigt.

Dax im Erholungsmodus

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.430,88
Differenz relativ
+0,85%

Der deutsche Leitindex Dax schloss unter Tageshoch ebenfalls freundlich. Am Ende des Handels ging der Index bei 10.619 Punkten aus dem Markt, ein Tagesgewinn von 1,03 Prozent. Am Nachmittag orientierte sich der Index an einer uneinheitlich tendierenden New Yorker Börse und übersprang die Marke von 10.600 Punkten. In der Spitze wurden 10.646, im Tagestief 10.492 Punkte erreicht. Im Späthandel gab der L/E-Dax dann aber wieder nach und schloss bei 10.560 Punkten.

Besonders im Blick war die Aktie der Deutschen Bank. Das Papier, das noch am Freitag für ein wahres Wechselbad der Gefühle gesorgt hatte, setzte seine Erholung fort und schloss 1,51 Prozent im Plus. Die Anleger hoffen darauf, dass Bankchef Cryan in den USA bessere Konditionen aushandelt als die bisher von den US-Behörden geforderten 14 Milliarden Dollar. Eine solche Strafe hätte das Zeug, die Bank in ihren Grundfesten zu erschüttern, was dann auch das gesamte Bankensystem schwächen würde.

Nach Börsenschluss vermeldete der meist gut informierte Börsendienst "Platow-Brief" dann, dass im Hypothekenstreit in den USA eine Starfe von vier bis fünf Milliarden Dollar im Raum steht. Die US-Notierung der Deutschen bank-aktie steigt derzeit knapp zwei prozent.

Autoaktien gefragt - BMW Tagessieger

Im Dax waren Autoaktien nach einer positiven Studie des französischen Bankhauses Exane BNP Paribas gefragt. Damit trotzten sie auch schwächeren Verkaufszahlen aus den USA, die am Morgen bekannt wurden. BMW stand an der Dax-Spitze, war allerdings in den ersten neun Monaten auch der schwächste Autowert im Dax. Größter Verlierer war die Lufthansa-Aktie nach einer negativen Studie der US-Investmentbank Raymond James. Analyst Julien Richer stufte die Papiere auf "Underperform" ab und signalisiert mit 9,00 Euro weitere Rückschlagsrisiken. Auch die Versorger gaben nach.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
85,77
Differenz relativ
+0,53%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
57,61
Differenz relativ
+0,70%
Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23,25
Differenz relativ
-0,09%

Dow kann sich nicht entscheiden

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.743,50
Differenz relativ
+0,32%

Der Leitindex Dow Jones hat bisher schon mehrmals das Vorzeichen gewechselt. Die Anleger in den USA warten auf neue Zinssignale und dabei natürlich besonders auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag. Zudem meldete sich Fed-Banker Jeffrey Lacker zu Wort, der Zinserhöhungen für ratsam hält, um eine höhere Inflation vorbeugend zu bekämpfen. Lacker gilt allerdings ohnehin als "Falke" und ist darüber hinaus im FOMC-Ausschuss der Fed momentan nicht stimmberechtigt.

In Kürze erwartet die Börse dann noch die Produktpräsentation von Google, das jetzt Alphabet heißt. Erwartet wird unter anderem ein neues Smartphone. Dieses wird unter dem Namen "Pixel" erwartet. Auch ein für vernetzte Sprachbefehle empfänglicher Lautsprecher wird wohl kommen, der unter dem Namen "Home" bereits im Mai angekündigt worden war.

Commerzbank frühestens 2019 mit Dividende

Die Commerzbank hielt heute einen Investorentag in London ab. Nach den Worten von Bankchef Martin Zielke kann wohl frühestens für 2019 wieder mit einer Dividende gerechnet werden. 2017 und 2018 werden zwei Umbaujahre mit hohen Kosten. Nicht nur die Restrukturierungskosten von gut zwei Milliarden Euro, auch die nach wie vor katastrophale Situation beim Kreditbuch für Schiffskredite und gewerbliche Immobilien dürfte weiter ins Kontor schlagen. Die Anleger waren trotzdem einigermaßen zuversichtlich, die Aktie stieg um 1,29 Prozent.

Morphosys erringt schönen Erfolg

Das Biotech-Unternehmen Morphosys ist der Marktreife seines ersten Antikörper-Medikaments einen großen Schritt näher gekommen. Der belgische Partner Janssen legte positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie für das Medikament Guselkumab vor. Das Mittel soll zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt werden. Die Morphosys-Aktie sprang um 18,44 Prozent kräftig nach oben und führte den TecDax mit großem Vorsprung an.

Osram-Spekulationen halten an

Stärkster Wert im MDax war die Osram-Aktie. "Es gibt am Markt die Fantasie, dass ein chinesischer Investor zuerst den Anteil von Siemens kauft und dann für weitere Teile von Osram bietet", sagte ein Händler. Zudem habe die Aktie ein neues Hoch erreicht und ziehe dadurch weitere Investoren an.

Drillisch wird abgebremst

Drillisch-Aktien standen hingegen im TecDax am Ende. Die Citigroup hält beim Anstieg des Aktienkurses eine Pause für angebracht. Der Markt habe sehr positiv auf die Belebung der Umsatzdynamik und den hervorragenden Barmittelumschlag des Mobilfunkers reagiert. Für das zweite Halbjahr sieht die Bank jedoch Ernüchterungsrisiken, wenn der Markt diese Trends zu stark hochrechne.

Zalando hat große Pläne

Der Online-Modehändler Zalando will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. In einigen Jahren soll der Umsatz 20 Milliarden Euro erreichen. Im laufenden Jahr liegt das Ziel bei 3,7 Milliarden Euro. Statt heute 150.000 bis 200.000 Artikel werde Zalando seinen Kunden in Zukunft fast eine Million Waren anbieten, sagte Finanzchef Rubin Ritter der "Börsen-Zeitung".

OfficeFirst geht an die Börse

Der Büroimmobilienkonzern OfficeFirst will an die Börse gehen. Die Tochter der vor drei Jahren in die Pleite gerutschten IVG bietet ihre Aktien in einer Preisspanne von 21 bis 23 Euro an. Die Papiere können bis zum 13. Oktober gezeichnet werden. Der erste Handelstag ist für den 14. Oktober geplant.

Will Disney Netflix kaufen?

Am Nachmittag dürfte die US-Börsen ein frisches Gerücht bewegen. Laut Medienberichten ist der Unterhaltungskonzern Disney am Streaming-Dienst Netflix interessiert.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 24. September

Unternehmen:
Lonza Group: Kapitalmarkttag
Deutsche Börse: Regeländerungen für die Indizes MDax, TecDax und SDax sowie die Indexänderungen werden wirksam

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimindex 9/18, 10:00 Uhr
USA: CFNA-Index 8/18, 14:30 Uhr

Sonstiges:
Japan/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen