Der Trend hält

Stand: 15.09.2010, 20:05 Uhr

Anleger bleiben guter Dinge. Trotz schwacher US-Konjunktursignale hielt sich der Dax am Mittwoch fast auf Vortagesniveau. Im späten Parketthandel gewann der Late-Dax sogar noch leicht hinzu - dank steigender Kurse in New York.

Bis zum Schluss des späten Handels auf dem Frankfurter Parkett hatten sich Dow Jones-Index und auch der Nasdaq Composite in der Pluszone behauptet. Damit zeigten Anleger trotz enttäuschender Daten von der US-Konjunktur Standfestigkeit. Denn der wichtige Empire State Index für die Industrieregion New York hatte am Nachmittag eigentlich für einen negativen Paukenschlag gesorgt. Er sank im September von 7,1 auf 4,1 Punkte, die Experten hatten mit einem Anstieg auf 8,0 Punkte gerechnet. Auch Daten zur US-Industrie fielen nur im Rahmen der Erwartungen aus.

Öl runter - Euro rauf

Der Ölpreis gab am späten Nachmittag weiter nach. Zwar fielen die Bestände an Öl in den US-Lagern um 2,5 Millionen Fass und damit stärker als erwartet. Doch Spekulationen um die Wiedereröffnung einer großen kanadisch-amerikanischen Pipeline drückten die Notierungen an den Warenterminmärkten.
Der Euro konnte sich gegenüber dem US-Dollar weiter steigern. Am Abend hielt sich die Gemeinschafswährung in der Nähe der Marke von 1,30 Dollar auf.

An den Aktienmärkten fehlten wesentliche Impulse. Am Nachmittag sorgte einzig der Kreditkarten-Konzern Mastercard für eine gewisse Belebung. Das Unternehmen hat ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm angekündigt und damit den US-Handel belebt.

Infineon an der Dax-Spitze

Am Nachmittag hatte der Dax es geschafft, seine Verluste deutlich zu verringern. Zu den Gewinnern zählte am Handelsende vor allem die Infineon-Aktie, die mehr als drei Prozent zulegte. Die Titel kletterten während des gesamten Tages, nachdem die Investmentbank Exane ihr Kursziel für den Titel weiterhin bei 6,80 Euro belassen hatte, Infineon notieren derzeit bei 4,45 Euro.

Adidas hat Nachholbedarf

Auch Adidas kann sich in der Pluszone behaupten. Vorstandschef Herbert Hainer hatte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung positiv zum Geschäftsjahr 2011 geäußert. Auch dieses soll im Zeichen eines "nachhaltigen Aufschwungs" stehen. Vor allem in den USA habe Adidas noch enormen Nachholbedarf, so Hainer.

Telekom-Aufsichtsrat stützt Obermann

Keine besonderen Bewegungen vollführte die Telekom-Aktie am Mittwoch. Dabei sorgen Ermittlungen gegen Telekom-Chef Rene Obermann für Schlagzeilen. Aus Unternehmenskreise wurde am Abend bekannt, dass der Aufsichtsrat den Vertrag des Managers verlängern will. Vom Unternehmen gab es dazu zunächst keinen Kommentar.

Bayer und der Milliardenmarkt

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
82,32
Differenz relativ
+1,91%

Die Bayer-Aktie drehte im Tagesverlust ins Plus und reagierte damit auf Aussagen des Vorstandschefs Werner Wenning zum Bereich Blutgerinnungsmittel. Dem Mittel "Xarelto" traut Wenning Milliardenumsätze zu. In Europa ist das Medikament für bestimmte Behandlungen bereits zugelassen.

Deutsche Bank und Merck am Ende

Größter Kursverlierer blieb am Mittwoch die Deutsche Bank-Aktie. Die Titel litten nach einem "Untergewichten"-Urteil durch die US-Investmentbank JP Morgan. Auch Papiere des Pharmakonzerns Merck reagierten auf ein negatives Urteil durch die australische Bank Macquarie. Außerdem hat US-Konkurrent Corning eine nachlassende Nachfrage nach LCD-Bildschirmen angedeutet, für die auch Merck Flüssigkristalle herstellt.

Lanxess legt Langzeitplanung vor

Einer der größten Kursgewinner war am Mittwoch die Aktie des Spezialchemie-Konzerns Lanxess. Das Unternehmen will in fünf Jahren sein Betriebsergebnis (Ebitda) um rund 80 Prozent steigern. Damit wird im Jahr 2015 ein Ebitda vor Sondereinflüssen von rund 1,4 Milliarden Euro anvisiert. Gleichzeitig bestätigt der Konzern seine Prognose von rund 800 Millionen Euro Ebitda vor Sondereinflüssen für das laufende Geschäftsjahr.

Praktiker praktisch mit neuem Finanzchef

Der Baumarktriese wechselt im Finanzressort die Manager: Auf Thomas Gabel folgt Markus Schürholz. Zugleich verlässt Personalvorstand Karl-Heinz Stroh das Unternehmen. Da seine Aufgaben von einem anderen Mitglied des Vorstands mit übernommen werden sollen, verkleinert sich das Führungsgremium von fünf auf vier Mitglieder. Die Praktiker-Aktie schloss zwei Prozent im Minus.

Singulus-Aktie dreht auf

Größter Gewinner im Technologieindex TecDax war am Mittwoch die Aktie des Maschinenbauers Singulus, die um zehn Prozent abhob. Laut Analyst Tobias Loskamp von Keppler Equities profitiert Singulus weiterhin von Umsatzhoffnungen im neuen Geschäftsfeld Solar.

Kurskapriolen bei SMA

SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,74
Differenz relativ
+1,08%

Am Ende des Handels rutschte die SMA-Aktie um mehr als fünf Prozent ab. Das Unternehmen hatte am Morgen zwar zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose 2010 angehoben und erwartet nun einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro, 200 Millionen mehr als bisher prognostiziert. Gleichzeitig dürfte die Ebit-Marge zwischen 26,5 Prozent und 28,5 Prozent steigen. Analysten kritisierten allerdings, dass der Ausblick auf das kommende Jahr nicht ganz so rosig ausgefallen sei.

Dialog Semi: Mehr als iPhone-Lieferant

Mehr als drei Prozent gewannen die Aktien von Dialog Semiconductor. Der Schaltkreis-Hersteller hat eine neue Einzelchiplösung für die neue Atom E6xx-Prozessorreihe von Intel angekündigt. "Dialog gelingt es immer mehr, sich von der hohen iPhone-Abhängigkeit zu lösen", sagte ein Marktteilnehmer. Ein anderer Börsianer wertete die Nachricht ebenfalls positiv, angesichts des recht geringen Umsatzpotenzials sei es allerdings kein "big deal".

Springer beschafft Frischgeld

Der Medienkonzern will in den kommenden Wochen 2,9 Millionen selbst gehaltener Aktien platzieren. Parallel dazu wird die Deutsche Bank ihren Anteil am Medienhaus von gut acht Prozent an den Markt bringen, sodass sich der Streubesitz des Konzerns bis spätestens Anfang Dezember auf über 40 Prozent fast verdoppeln dürfte. Die Aktie des demnächst in den MDax aufsteigenden Unternehmens büßte mehr als vier Prozent ein.

Air Berlin zielt auf Langstrecke

Der Ausbau des Langstrecken-Geschäfts ist nach Ansicht von Air Berlin-Chef Joachim Hunold eine natürliche Folge des Beitritts zur Airline-Allianz "Oneworld". Trotzdem werde das Geschäft mit den Reiseveranstaltern neben dem Linienfluggeschäft weiterhin ein Standbein für das SDax-Unternehmen bleiben, so Hunold. Die Aktie schloss am Mittwoch mehr als zwei Prozent tiefer.

Dax-Chart realtime

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