Der Markt kommt zurück

Stand: 12.05.2011, 20:02 Uhr

Nach teilweise heftigen Verlusten im Tagesverlauf kommt es am Abend zu einer Trendwende. Die Kurse an der Wall Street drehen sogar ins Plus.

Auch in Frankfurt drehen die Kurse am Abend ins Plus. Der Dax notiert leicht höher bei 7.463 Punkten. Zuvor hatten Sorgen um eine Abschwächung der Weltwirtschaft wegen sinkender Rohstoffpreise die Aktien auf Talfahrt geschickt. Der Dax beendete den elektronischen Handel bei 7.444 Punkten, 0,7 Prozent oder 51 Punkte tiefer als gestern. Im tagesverlauf war er in der Spitze bis auf 7.356 Punkte abgerutscht. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Dax seit Jahresbeginn gut sieben Prozent zugelegt hat.

Befeuert wird die Trendwende am Abend von der Wall Street. Dort ist der Dow Jones-Index kräftig ins Plus gedreht und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt 0,5 Prozent höher bei 12.697. Eine leichte Erholung der Rohstoffpreise hat die anfänglichen Verluste ausgeglichen und den Blick der Anleger wieder auf die überwiegend glänzenden Quartalszahlen gelenkt. Zudem wurden die US-Einzelhandelsumsätze im Februar und März deutlich nach oben korrigiert. Diese Korrekturen ließen vermuten, dass der private Verbrauch im März und Februar stärker gestiegen sei

Von der Erholung an den Aktienmärkten kann auch der Euro profitieren. Die Gemeinschaftswährung klettert am Abend auf 1,427 Dollar, fast ein Cent mehr als am frühen Nachmittag.

Eon

Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,93
Differenz relativ
-0,72%

RWE und Eon unter Druck
Als einziges Dax-Unternehmen präsentiert heute Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE seine Quartalszahlen. Und die fallen erwartungsgemäß schwach aus. Es ist aber nicht der Biblis-Stillstand, sondern sein schwächelndes Gasgeschäft, das RWE einen Gewinnrückgang beschert. Nach dem Rekordjahr 2010 sackte das Betriebsergebnis bis Ende März um mehr als 5 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro ab. Experten hatten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Dennoch gehören die Versorger RWE und Eon zu den schwächsten Werten im Leitindex. Eon leidet besonders unter Herabstufungen von Goldman Sachs und BNP.

K+S ex-Dividende
Schwächster Wert im Dax ist die Aktie von K+S. Das Unternehmen schüttet heute an seine Aktionäre eine Dividende von einem Euro je Anteilsschein aus.

Salzgitter nicht gut genug
Trotz guter Zahlen und einem angehobenen Ausblick gehören die Aktien von Salzgitter heute zu den größten Verlierern im MDax. Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller arbeitet sich nach dem heftigen Geschäftseinbruch während der Wirtschaftskrise weiter nach oben und übertraf die Erwartungen von Analysten. Auch die erhöhte Prognose für den Vorsteuergewinn blieb Experten zufolge aber immer noch hinter den durchschnittlichen Marktschätzungen zurück.

Unicredit überrascht positiv
Die italienische Großbank Unicredit hat im ersten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt und die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Unter dem Strich verbuchte die Muttergesellschaft der HypoVereinsbank ein Ergebnis von 810 Millionen Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres, teilte das Geldhaus am Abend mit. Das ist ein Plus von 56 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Gewinnsprung bei Bilfinger Berger
Etwas besser als der Gesamtmarkt läuft die Aktie von Bilfinger Berger. Der Bau- und Dienstleistungskonzern hat im ersten Quartal dank des Verkaufs der Australienaktivitäten den Gewinn mehr als vervierfacht. Doch auch das operative Geschäft läuft weiterhin rund.

Sky Deutschland rückt vor
Gute Abonnenten-Zahlen haben die Aktien von Sky Deutschland gegen den Trend an die MDax-Spitze katapultiert. Bei der Vorlage der Quartalszahlen sandte das Unternehmen weiter Zeichen der Hoffnung. In den ersten drei Monaten hat der defizitäre Bezahlsender deutlich mehr Kunden hinzugewonnen und zählt nach dem abgelaufenen Quartal so viele zahlende Kunden wie nie zuvor in der Geschichte.

ElringKlinger ist heiß gelaufen
Die Papiere von ElringKlinger haben trotz freundlich aufgenommener Zahlen unter Gewinnmitnahmen gelitten. Sie gehören zu den größten Verlierern im MDax. Kepler-Analyst Michael Raab begründete die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie sei zuletzt sehr gut gelaufen und die vorgelegten Zahlen seien "lediglich im Rahmen der Erwartungen".

Fraport trotzt den Widrigkeiten
Zulegen kann dagegen die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Das Unternehmen ist trotz der Krisen in Nordafrika und in Japan gut ins neue Jahr gestartet. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf rund 509 Millionen Euro. Das Ebit legte stärker als erwartet um elf Prozent auf 129 Millionen Euro zu.

Stada reif für Gewinnmitnahmen
Gewinnmitnahmen nach der zuletzt guten Kursentwicklung haben auch die im MDax notierten Papiere von Stada tief ins Minus gedrückt. In der Spitze sackte die Aktie des Generikaherstellers um gut acht Prozent ab. "Die Papiere von Stada haben sich seit Mitte März besser als der Markt entwickelt", sagte ein Börsianer. Zudem habe das Inlandsgeschäft Schwäche gezeigt, wie die heute vorgelegten Quartalszahlen belegt hätten. Da ferner die französische Investmentbank Natixis die Papiere von "Buy" auf "Neutral" abgestuft hatte, seien die Stada-Aktien nun "reif für Gewinnmitnahmen" gewesen.

Celesio ohne Schwung
Bergab es auch mit den Papieren von Celesio. Kostensenkungen im Gesundheitswesen belasten den Pharmahändler. Im ersten Quartal 2011 sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 7,6 Prozent auf 141,5 Millionen Euro. Vor allem gekürzte Erstattungspreise für billige Nachahmerprodukte in Großbritannien schlugen auf das Ergebnis durch.

Rational ex Dividende
Zweitschwächster Wert im MDax ist die Aktie von Rational. Der Hersteller von Geräten für Groß- und Gewerbeküchen schüttet heute 9,00 Euro je Anteil aus.

Baywa kommt gut aus den Startblöcken
Zulegen kann die Aktie von Baywa. Der Agrarkonzern hat zum Jahresauftakt vom milden Wetter profitiert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel auf 1,96 Milliarden Euro. Der im Zeitraum übliche Verlust lag von Januar bis März nur bei 3,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er noch fast sechsmal so hoch gelegen.

Solarworld obenauf
Zu den wenigen Gewinnern im TecDax gehört die Aktie von Solarworld. Der Solarkonzern hat trotz der kriselnden Wettbewerber Umsatz und Betriebsergebnis gesteigert. Grund für die sehr gut Entwicklung war die wesentlich geringere Abhängigkeit vom deutschen Markt als bei vielen Konkurrenten.

Q-Cells wieder in der Krise
Einer der schwächsten Werte im TecDax ist die Aktie von Q-Cells. Trotz des schmerzhaften Konzernumbaus der vergangenen anderthalb Jahre ist die Solarfirma im ersten Quartal wieder in die roten Zahlen gerutscht und muss zugleich ihre Gewinnprognose kassieren. Vorstandschef Nedim Cen rechnet angesichts der hohen Überkapazitäten in der Branche nun mit einer Marktbereinigung.

Drillisch trotzt Umsatzschwund
Auch die Aktie des Mobilfunk-Dienstleisters Drillisch verliert überdurchschnittlich. Das Unternehmen hat aber im ersten Quartal trotz eines größer als erwarteten Umsatzrückgangs seine wichtigsten Ergebnisgrößen deutlich verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) konnte um 13,7 Prozent zu auf 12,5 Millionen Euro verbessert werden.

Manz verringert Verlust
Der auf die LCD- und Solarindustrie spezialisierten Maschinenbauer Manz hat im ersten Quartal seinen Umsatz verdreifacht auf 62 Millionen Euro. Der Verlust ging von 2,7 auf 0,7 Millionen Euro zurück. Trotzdem fällt die Aktie um knapp vier Prozent. bereits im April hat das Papier mehr als zehn Prozent eingebüßt.

Gft setzt auf Wachstum
Zu Gewinnmitnahmen kommt es auch bei GFT Technologies. Dabei hat das Unternehmen zu Jahresbeginn den Umsatz um 24 Prozent auf 67,30 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 2,02 Millionen Euro um 25 Prozent über dem Vorjahreswert. Für 2011 wird ein Gesamtumsatz in Höhe von 275 Millionen Euro und ein EBT von 13 Millionen erwartet.

Dic Asset enttäuscht
Bergab geht es auch mit der Aktie von Dic Asset. Die Gewerbeimmobilienfirma hat zu Jahresbeginn rückläufige Geschäfte verzeichnet. Für das erste Quartal wies das Frankfurter Unternehmen ein operatives Ergebnis (FFO) von zehn Millionen Euro aus. Vor einem Jahr waren es noch 10,9 Millionen Euro - allerdings hatte DIC Asset seinerzeit auch noch mehr Immobilien im Bestand. Unter dem Strich verdiente die Firma dieses Mal mit 2,8 Millionen Euro exakt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Und sonst?
Das Biotechunternehmen Mologen hat im ersten Quartal die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 1,09 Millionen Euro gesenkt. Entsprechend verringerte sich auch der Fehlbetrag im Berichtszeitraum leicht auf 1,50 Millionen Euro, nach 1,56 Millionen im ersten Quartal 2010.

Der zögerliche Absatz des ungeliebten E10-Kraftstoffes hat beim Biosprithersteller Verbio im ersten Quartal 2011 die Produktion schrumpfen lassen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres verringerte sich die Biokraftstoffproduktion von rund 131.300 Tonnen im Vorjahresquartal auf knapp 116.900 Tonnen

Der Finanzdienstleister OVB ist mit einem zweistelligen Umsatz- und Ergebniswachstum in das laufende Geschäftsjahr gestartet.

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Dienstag, 24. September

Unternehmen:
Manchester United: Q4-Zahlen, 8:00 Uhr
Total: Strategie-Update, 8:00 Uhr
Roche: Business-Update, 17:00 Uhr
Nike: Q4-Zahlen, 22:15 Uhr

Konjunktur:
Deutschland: Großhandelspreise 8/18, 8:00 Uhr
USA: FHFA-Index 7/18, 15:00 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 09/18, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Hong Kong/Korea: Feiertag, Börsen geschlossen